Donnerstag, 31. Dezember 2020

Ein gutes neues Jahr 2021! All Glory Be to Christ!

 Ich wünsche allen ein gutes und gesegnetes Jahr 2021.


Hierzu ein geniales Lied:


Eine  andere Version:


Eine weitere Version


Wirklich: Alle Ehre gehört Jesus Christus.

Hier ein Versuch der Übersetzung auf Deutsch (für allfällige Korrekturen wäre ich dankbar, da ich nie richtig Englisch gelernt habe):

"Sollte nichts von unserern Bemühungen bleiben.

Kein Vermächtnis überleben (Nichts von unserem Wirken bleibt bestehen).

Nur das, wo der Herr selber das Haus baut.

Es ist vergebene (unnötige) Mühe der Erbauer.

Jene, die sich für den Gewinn von Morgen rühmen.

Sag mir, was ist dein Leben?

Ein Nebel, der im Morgengrauen verwschwindet?


Alle Ehre sei Christus.

Alle Ehre sei Christus, unserem König.

Alle Ehre sei Christus.

Sein Wirken und seine Herrschaft wird immer besungen.

Alle Ehre sei Christus.

Sein Wille geschehe.

Sein Königreich kommt.

Auf Erden wie im Himmel (auf Erden wie oben).


Wer ist selbst unser tägliches Brot?

Lobe ihn den Herrn der Liebe.

Lass lebendiges Wasser befriedigt (Dich).

Der Durstige (bekommt das Wasser) umsonst (ohne Preis).

Uns wird eine Tasse voller Güte eingeschenkt.


Alle Ehre sei Christus.

Sein Wirken und Herrschaft wird immer besungen.

Alle Ehre sei Christus.


Wenn an dem Tag das grosse: "ICH BIN." (von ihm zu hören ist).

Die Treuen und das Wahre.

Das Lamm, das für Sünder geopfert wurde (ermordet wurde),

macht alles Neu.

Wir werden sehen, dass Gott mit uns leben wird.

Und er wird unser standhaftes Licht sein.

Und wir werden sein Volk genannt sein (sein).


Alle Ehre sei Christus.

Alle Ehre sei Christus, unserem König.

Alle Ehre sei Christus.

Sein Wirken und seine Herrschaft wird immer besungen werden.

Alle Ehre sei Christus.

Alle Ehre sei Christus unserem König.

Alle Ehre sei Christus.

Sein Wirken und seine Herrschaft wird immer besungen werden.

Alle Ehre sei Christus."


Da kann man nur sagen: Soli Deo Gloria. Alle Ehre sei Gott!



Samstag, 26. Dezember 2020

Fröhliche Weihnachten und Gottes Segen für 2021

Hierzu ein Link zu Liedern, die ein Freund von mir selber geschrieben, gesungen und mit seinem Klavier begleitet hat. Sinngemäss meinte er: 

Gute Worte weiterzugeben!

ist Segen weitergeben.

In einer schweren Zeit stand er mir im Gebet bei und es war erstaunlich wie Gott getragen hat.



Hier noch ein weihnachtliches Konzert in Corna-Zeiten






Mittwoch, 23. Dezember 2020

Halleluja von G. F. Händel: Eine eindrückliche Vorführung in Corona-Zeiten!


 

Weihnachten: Hanna, eine sehr alte Prophetin, bestätigt Simon und den zukünftigen Dienst von Jesus Christus (Wie hat die Prophetin Hanna Gott gedient?)

Weihnachten 2020 

Wie hat die Prophetin Hanna Gott gedient?

(s. Lukas 2, 36 – 39)

 

„Da war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, aus dem Stamm Asser, die war schon hochbetagt. Nach ihrer Zeit als Jungfrau war sie sieben Jahre verheiratet und danach Witwe gewesen bis zum Alter von vierundachtzig Jahren. Sie verliess den Tempel nie, weil sie Tag und Nacht Gott diente mit Fasten und Beten. Zur selben Stunde trat auch sie auf und preis Gott und sprach von ihm zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.“ (Zürcher Übersetzung)

 

Nach acht Tagen wurden Jesus Christus beschnitten (Lukas 2,21). Bei dieser Gelegenheit wurde ihm auch der Name Jesus gegeben, wie es vom Engel genannt worden war, bevor er im Mutterleib von Maria empfangen wurde (Lukas 1,21). Nachdem für Maria die Zeit der Reinigung – wie es ihm Gesetz des Mose vorgeschrieben war –  vorbei war, gingen Maria und Josef nach Jerusalem, um Jesus zu weihen.

„wie es im Gesetz des Herrn geschrieben steht: Alles Männliche, das den Mutterschoss öffnet, soll als dem Herrn geheiligt gelten.“ (Lukas 2,22b)

Danach erzählt – noch im Tempel in Jerusalem – ein Herr Namens Simoen erstaunliches über dieses Buschi Jesu (Lukas2,25 bis 35).  Danach tritt eine sehr alte Frau zu der jungen Familie und muss das von Simoen gesagte bestätigt haben. Allerdings im Gegensatz zu Simoen (s. Lukas 2, 25 bis 32) hören wir nichts von dem, was sie konkret über Jesus gesagt hat. Dafür hören wir viel über ihr Leben. Es ist eine sehr alte Frau vom Stamm Asser, d.h. von einem Stamm der am Weitesten von Jerusalem entfernt ist. Die Wuppertaler Studienbibel schreibt denn auch:

 

„Es ist merkwürdig, dass wir ganz genau erfahren, wer diese Hanna gewesen ist. Aber die Worte ihres Lobgesanges vernehmen wir nicht. Gerade umgekehrt wie bei Simeon, wo vom Leben nichts berichtet wird, aber der Lobgesang wiedergegeben war. Der Bericht gewint dadurch das Gepräge des Geschichtlichen, von Lukas mit Sorgfalt erkundet anna gew; Hanna, ‚das Gnadenkind‘, wie ihr Name übersetzt werden kann, wird ausdrücklich mit dem Titel einer Prophetin geehrt. Sie hatte ihren Beruf in der Weise der alttestamentlichen Prophetinnen, ähnlich wie Debora (Richter 4,4) und Hulda (2 Kön 22,14), wenn auch vielleicht nur für einen kleinen Kreis. Sie heisst eine Tochter Phanuels des (Schauers Gottes). Der Name des Mannes wird nicht genannt. Sie war vom Stamme Asser, der sein Gebiet in der nordwestlichen Ecke Galiläas hatte. Aus den Gegenden, die am fernsten vom Tempel lagen, war die Hanna gekommen. Gott zu dienen, war ihre höchste Freude, war ihr Element, in dem sie lebte und selig war. Betend und fastend gab sie sich ohne Unterlass ihrem Gott hin.“

Solche Alten, die so in Gott und in Seinem Wort und im Gebet leben, sind gewaltige Prediger, auch wenn sie nicht mit dem Wort predigen. Sie sind jedoch schlichte Darsteller des Wortes.“ (Seite 70 und 71).

Noch heute gibt es die (südlichen) Hulda Tore beim ehemaligen Tempel in Jerusalem, die heute zugemauert sind.

 

Interessant ist, dass im Alten Testament nur Männer Priester sein konnten. Das war schon damals ein bemerkenswerter Unterschied zu den heidnischen Gepflogenheiten. Im Tempel in Jerusalem gab es verschiedene Bereich: einen für Heiden, einen für Frauen und einen für Männer und dann einen Bereich, den nur Priester betreten durften. Das Allerheiligste durfte nur einmal im Jahr ein Priester betreten. Und wir wissen, als Jesus Christus am Kreuz gestorben ist, ging ein Riss durch den Vorhang im Allerheiligsten:

 

„Jesus aber schrie wieder mit lauter Stimme und gab den Geist auf.

Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriss in zwei (Stücke), von oben bis unten; und die Erde erbebte und die Felsen zerrissen,“ (Matthäus 27,50–51)

 

Schon im Alten Testament wurde offenbart, dass einmal allen des Volkes Gottes der Heilige Geist ausgegossen werden wird. Schon Mose wünschte sich dies. Beim Tod von Jesus riss der Vorhang im Tempel entzwei. Nach dem Tod von Jesus, an Pfingsten, wurde der Heilige Geist auf alle Gläubigen ausgegossen. Petrus beschreibt diese Erfüllung des Alten Testaments in seiner Pfingstpredigt.

Nun ist jeder einzelne Gläubige mit seinem Körper ein Tempel Gottes und natürlich auch die Gemeinschaft der Gläubigen, die Ekklesia, die Kirche, wenn Jesus Christus ihr Herr ist. (Von der Unterscheidung der sichtbaren und unsichtbaren Kirche ist natürlich auch noch zu denken.)

 

Man sieht, Jesus bewirkte also das Allgemeine Priestertum aller Gläubigen. Dies wurde bei der Reformation wiederentdeckt. Es bedeutet natürlich nicht, dass alle die gleichen Gaben Gottes haben. Aber es bedeutet, dass wir alle, ob Männer oder Frauen in Christus Priester Gottes sind. Wir alle haben, Anteil am dreifältigen Dienst von Jesus Christus: König, Priester und Prophet.

 

Übrigens: Früher konnten auch nicht alle Männer Priester sein. Nur die dafür auserwählten.

Aber Gott wollte schon immer, dass sein ganzes Volk Priester sein sollten. Nun war es aber so, dass man im Alten Testament auch sehr viel Angst vor Gott hatte. So erbat das Volk von Mose, dass sie nicht vor Gott treten sollten, weil sie so Angst vor Gott hatten. Und tatsächlich kann Gott sehr gewaltig auftreten. Nur in Christus wird Gott zu unserem lieben Vater, weil er uns durch Christus vergeben darf und sich daher Gottes Zorn über unsere Sündhaftigkeit legt.

 

Das war natürlich schon immer so. Alle gerechten Menschen, auch der vor diesem Text genannte Simeon ist aus Gnade ein gerechter Mann. In der Bibel ist die Gerechtigkeit Gottes immer ein Geschenkt des gnädigen und barmherzigen Gottes. Selbst der Begriff Gerechtigkeit ist in der Bibel keine Leistungsgerechtigkeit, sondern eine Beziehungsgerechtigkeit: Sie beinhaltet Treue. Gott ist treu. Gott steht zu seinem Wort. Gott steht zu seinen Erwählten, nicht weil sie etwas leisten, sondern weil Gott sie liebt. Das ist schwer zu verstehen, weil wir sehr vom Leistungsdenken geprägt sind. Gott liebt uns einfach so. Weil Gott will, liebt er uns und nicht weil er uns lieben müsste. In uns gibt es nichts, warum Gott uns lieben müsste. Es ist vielmehr so, dass Gott uns alle Schönheit gibt. Ohne ihn haben wir nichts. Mit Christus haben wir alles.

 

In Christus haben wir diese extreme Angst vor Gott nicht mehr. Wir haben hoffentlich Respekt vor Gott und anstelle Menschenfrucht, Gottesfurcht. Aber wir können wie ein kleines Kind jederzeit in Christus zu Gott dem Vater.

 

Aus diesem Problem kann auch folgender Fehler entstehen:

 

Wir wollen mehr Liebe haben. Wir wollen geduldiger mit unseren Kindern sein. Wir wollen weiser sein usw. Das sind natürlich alles gute Früchte und moralisch gute Wünsche. Da wir aber alles in Christus haben, besteht die Gefahr, dass wir damit nicht den Geber von allem Guten wollen, sondern nur seine Gaben. Diese Wünsche können also sehr nahe dem Wohlstandsevangelium sein. Wohlstandevangelium besagt ja: Glaube an Jesus Christus und Du bekommst alles, was Du willst: Viel Geld, ein super teures Auto, einen guten Ehepartner, schöne Haare, alle Probleme werden gelöst usw. Das ist natürlich nicht ganz falsch. Abraham war auch sehr reich. Aber das Problem besteht, wenn wir nicht in der richtigen Reihenfolge Lieben, dann beginnen wir die Prioritäten falsch zu setzten und bald schon verfallen wir dem Götzendienst. Eben: Dann wollen wir nicht mehr den Geber aller guten Dinge, sondern nur noch die guten Dinge. Und das erfüllt uns nicht, sondern hinterlässt immer eine Leere, die uns unbefriedigt lässt und zu immer mehr Aktivismus, Drogenkonsum, Arbeitssucht oder anderen Süchten versklavt. Denn nur in Christus kommt unser Herz zur Ruhe. Daher lasst und Christus suchen, indem alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis sind. In Christus haben wir alles, weil in Christus die gesamte Fülle Gottes ist! („Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig;“ Kolosser 2,9, s. auch Anhang)

 

Wir müssen Jesus wollen haben! Wenn wir in Christus sind, haben wir alles!

Es ist das Gleichnis von der Weinrebe: Wir müssen an Christus hangen und dann wirkt der Heilige Geist! Und wenn wir es nicht können (was unserem natürlichen Menschsein entspricht) dürfen wir Christus darum bitten! Das ist ja auch Gnade: Alles von Jesus Christus zu empfangen.

 

So wurde die Bibel geschrieben und so diente auch Hanna.

 

Und das war nicht Leistung! Wenn man wirklich begriffen hat, was die Gnade Gottes ist, dann wird alles zur Gnade Gottes: d.h. ein Geschenk von Gott. Selbst die Leistung wird dann zu einem Geschenk Gottes! Denn es heisst ja, dass wir jene guten Werke machen, die Gott im Voraus vorbereitet hat.

Wenn wir das nicht verstanden haben – und dazu stehen wir immer wieder in der Gefahr – dann sind wir sogar versucht aus der Gnade eine Leistung zu machen! (um natürlich uns selber zu ehren, anstelle Gott zu danken und zu ehren. Aber unser grösstes Glück ist, wenn wir Gott allein die Ehre geben. Und es ist sehr praktisch: Alles, was Gott ehrt, ist für uns das Beste und Gesündeste!)

 

Darum müssen wir auch nicht  eifersüchtig auf andere schauen. Sondern dürfen wir Hanna das ausleben, was uns Gott an Gaben gegeben hat. Das ist mehr, als nur zufrieden mit dem zu sein, was man hat: Es ist in unserer Berufung Gottes unser Glück finden. In dieser Zwischenzeit mag es noch nicht ganz konstant perfekt sein. Aber wir merken sehr wohl, wenn wir in dieser Spur laufen. Wie unser Herz zur Ruhe kommt. Wie wir in Christus durch den Heiligen Geist geleitet werden. Wie wir dann wissen, was zu tun ist und was nicht zu tun ist. Und wie glücklich wir in der Beziehung mit Christus werden.

 

Dann können wir einfach das Leben, was uns Gott gegeben hat. Dann werden wir glücklich.

 

Wir werden nicht glücklich, wenn wir keinen Gott haben, weil wir von Gott dem Schöpfer zu ihm hin geschaffen wurden.

Wir werden aber auch nicht glücklich, wenn wir irgendetwas suchen, dass gar nicht zu uns gehört. Wir brauchen es gar nicht, auch wenn uns die Werbung, die Gesellschaft, die Familie oder irgend eine andere Idee das uns einreden wollen.

 

Die Hanna hätte auch sagen können: „Ich bin kein Mann. Ich darf kein Priester sein. Ich darf niemals ins Allerheiligste. Ich darf nicht laut vor allen predigen.“

Aber es durfte ja sowieso nur ein Priester einmal im Jahr ins Allerheiligste. Sie aber durfte Jesus Christus als Buschi sehen! Sie sah den Erlöser. Und davor lebte sie einfach ihre Berufung. Ihr Leben beinhaltete grosse Schicksalsschläge: Sie war nur sieben Jahre lang verheiratet. Danach war sie eine Witwe. Vielleicht hatte sie nie Kinder bekommen. Wer schaute denn nun nach ihr? In dieser Zeit war dies sicherlich nicht so einfach.

 

Sie lebte einfach ihre Berufung. Ihre Berufung war im Tempel Gottes zu sein, zu beten und zu fasten.

 

Als sie Jesus sehen durfte, hatte sie geweissagt und Simeon bestätigt. Was für eine Ehre: Jesus Christus als Buschi zu sehen und über seinen damals zukünftigen Dienst zu sprechen.

 

Wir wissen zwar nicht genau, was sie gesagt hat. Vermutlich war es so, wie in der Wuppertalerstudienbibel erwähnt: Sie war wie ein Echo von Simeon.

 

Jetzt können wir auf Hanna eifersüchtig sein. Das wäre unweise. Weise ist es, sich über Hanna und die Gaben, die Gott ihr gab, sich zu freuen. Es dient auch uns, was sie – ohne Leistungsdenken – damals diente, weil es Jesus als Christus bestätigt, unseren Erlöser und Heiland.

 

„Und sie trat in eben dieser Stunde hinzu und pries Gott. Sie redete von Ihm (dem Jesuskinde) zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.“ (Vers 38 Wuppertaler Studienbibel).

 

Es muss einige Juden damals gegeben haben, die auf den Erlöser warteten. Die Wuppertaler Studienbibel geht von den Stillen im Lande aus: Einem kleinen Häuflein. Vielleicht war es sogar eine Gemeinschaft, die sich regelmässig traf? Vielleicht war es aber auch damals eine Grundstimmung in Israel, da man unter der römischen Besatzung und König Herodes dem Grossen litt.

(Jesaja 52,9: Jahwe hat Mitleid mit seinem Volk. Er erlöst Jerusalem.)

 

Die Wuppertaler Studienbibel schreibt dann noch (S. 71):

 

„So ist Jesus in den Tempel getragen und dargestellt worden vor dem Herrn, ohne dass die amtliche Priesterschaft des Tempels und Jerusalems Notiz davon nahm. Die Gabe der Prophetie, die dem schlichten Israeliten Simeon und der Hanna innegwohnt hat, ist dieser Priesterschaft ganz abhandengekommen. Der Heilige Israels wird zum Tempel hinein gebracht, und die beamteteten Diener des Heiligtums ahnen es nicht.“

 

Das ist eigentlich auch eine Tragik. Die offizielle Kirche hat Christus nicht bemerkt!

 

„Der Tempel, den Jesus besucht hatte, in dem die Stillen ein Fest Seiner Erscheinung gefeiert hatten, blieb stumm. In Nazareth aber in der heiligstillen Entwicklung wuchs das Heil der Welt zum Kind und Jüngling und Mann heran.“ (Seite 71 Wuppertaler Studienbibel)

 

Das ist auch tröstlich. Auch wenn manchmal die Kirche so leer und beschäftigt ist, gibt es Stille im Land, wo das Reich Gottes heranwächst.

 

Wir wissen es: Jesus war nicht immer nur still. Zu seiner Zeit trat er sehr deutlich auf. Er hat die Dunkelheit hell gemacht. Leute, die das Licht scheuen, haben das natürlich nicht so gerne. So wie ja auch Johannes im Johannes Evangelium schreibt. ABER Jesus ist Sieger. Der Teufel ist gebunden. Es ist nur noch ein letztes Zucken und Wüten des Bösen. Es mag noch weh tun. Wir sterben noch, aber Jesus ist Sieger.

 

Denn durch Weihnachten wurde Ostern möglich. Und Ostern ermöglicht nun für uns in alle Ewigkeit Weihnachten zu werden.

 

Ich wünsche Euch allen schöne Weihnachten

und ein gesegnetes Jahr 2021.

 

Anhang:

„Habt acht, dass euch niemand einfängt durch  die Philosophie und leeren Betrug, gemäss der Überlieferung der Menschen, gemäss den Grundsätzen der Welt und nicht Christus gemäss.

DENN in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig;

 

und ihr habt die Fülle in ihm, der das Haupt jeder Herrschaft und Gewalt ist.

(Kolosser 2,8 bis 10)

Darum müssen wir auch keine Menschenfurcht haben. Die Gottesfurcht ist der Anfang der Weisheit. Sie scheint mir auch der Anfang dieser Erkenntnis zu sein: Das zu leben, was uns Gott gegeben hat. Dazu gehört, dass er uns jeden Moment den Lebensodem gibt. Ohne ihn könnte niemand physisch leben. Dazu gehört die Möglichkeit, dass wir sprechen können, wenn wir denn diese Gaben erhalten haben (was auch nicht selbstverständlich ist) usw. Natürlich gehört auch diese Erkenntnis zur Weisheit, die uns wirklich leben lässt. Darum müssen  wir auch nicht in erster Linie auf andere hören, sondern in erster Linie auf Christus, unseren Schöpfer, der es besser weiss und es gut mit uns meint.

Spürt man die Freiheit und die Erfüllung, die in dieser Erkenntnis liegt?










Samstag, 12. Dezember 2020

Weihnachtsgrüsse und ein Jahresrückblick


WEIHNACHTSGRÜSSE

von Heiri Aeberhard an seine Familie 1963 vor seiner ersten Ausreise.

 

Über die Stunde unserer Zeit steht wieder die Frage:

Mensch! Bist du bereit?

Bist du bereit, dem zu begegnen,

der heute als Kind dir entgegen tritt,

der heute dir sagt:

Lass Weihnachten werden.

Der heute dich bittet: Komm mit!

Komm mit!

Er führt dich zur Krippe, er führt dich zum Kreuz.-

Er zeigt dir das offene Grab.

Er führt dich zurück zu dem du nicht kennst,

zu dem, der sein Liebstes dir gab.

Sag Ja zu der Krippe, sag Ja zu dem Kreuz,

sag Ja zu Jesus, dem Sieger.

 

Und hast du´s erlebt, ist Jesus dein Herr,

dann steht er vor dir mit der Frage:

Wo bist du, Mensch!

Bist du bereit, der Weihnachten heller Schein

zu tragen in eine dunkle Welt hinein,

hinein zu dem, der mich nicht kennt,

hinaus in das Dunkel des andern zu sagen:

Heute ist Weihnacht für Dich!

 

Ja, Herr, ich will, das sei heut unser Wort.

Ja, Herr, ich will an meinem Ort

 tragen der Weihnachten heller Schein

ins dunkle Dasein des andern hinein,

dass er dich kann finden, dass er kommt zu dir.

Ja Herr, ich möchte, dazu hilf du mir.

Diese Weihnachtsgrüsse stammen von Heiri Aeberhard, einem pensionierten Missionar aus Brasilien. Er war ein Freund unserer Familie. Er ist dieses Jahr in der Schweiz bei seiner Frau gestorben. Er hat nun immer Weihnachten. Er ist bei seinem Herrn. Trotzdem ist es traurig und bewegend.

Dieses Jahr haben wir einige Todesfälle zu betrauern. Eine Freundin meiner Frau wurde von Islamisten erschossen. Es war eine mutige Frau, die in einfachsten Verhältnissen gelebt hat. Sie war durch ihre Bescheidenheit ein Zeugnis für Christus und auch, dass nicht alle aus dem Westen dekadent ist. Das ertrugen die Islamisten nicht. 

Ein anderer Freund in Deutschland litt an Krebs. Überraschend wurde dieser Krebs dieses Jahr entdeckt. Wir dachten, wir könnten nun trotzdem einige gute Zeiten mit ihm erleben und stellten uns darauf ein. Da rief er uns eines Tages an, das es ihm schlecht ginge. Er habe schon eine Woche nichts mehr gegessen und ob wir vorbeischauen könnten. Wir dachten, dass meine Frau ihm etwas kochen würde, damit er wieder zu Kräften kommen kann (Er wohnte an der Grenze zur Schweiz.). Als er uns versuchte zu öffnen, brach er zusammen und war daurch mit Blut überströmt. Wir erfuhren, dass er zwei Tage vorher schon ins Spital ging. Sie hatten ihn nach einigen Stunden wegen Überbelegung nach Hause geschickt. Es sei alles i.O. Am nächsten Tag kam einer seiner Arbeitskollegen mit seiner Frau vorbei. Sie brachen ihm eine selbstgekochte Malzeit. Diese riefen einen Krankenwagen. Auch diese meinten: Alles i.O. Am nächsten Tag rief er - wie erwähnt - uns an und wir konnten erst am Abend bei ihm sein.  Wir riefen dann natürlich auch den Krankenwagen und dachten, es werde nun wieder besser. Er meinte noch: Jetzt wird für mich geschaut. Bevor sie ihn in den Krankenwagen schoben, segnete er uns. Wegen Corona konnten wir nicht in die Notfallstation, daher gingen wir wieder nach Hause. Wenige Tage später besuchten wir ihn im Spital. Es war ein Schock. Er erkannte uns noch. Er habe unseren Besuch erwartet. Im Verlauf des Besuches merkten wir, dass er verwirrt war. Meine Frau dachte, dass er vielleicht einen zu hohen Gehirndruck haben könnte. Die Augen standen auch ungewöhnlich heraus. Das Krankenhaus war anderer Meinung. Beim zweiten Besuch hörten wir eine polnische Ärztin, die genau dies feststellte. Ihr Gesprächspartner, ein Gerhinspezialist wollte lieber nochmals eine Kontrolle.  Als wir in einem Hotel in der Schweiz ankamen (wir hatten an diesem Tag Ferien), erhielten wir das Telefon, dass er nun gestorben sei. Erschreckend, wie schnell eine Krankheit den Tod bringen kann. Er war ein Mann,  der an dieser Welt sehr gelitten hat. Er sorgte sich stark, um die Entwicklungen in Deutschland. Er ist nun in Christus an einem besseren Ort. Und er hätte sich um vieles nicht so sorgen müssen. 

Zudem wurde bei uns eingebrochen: Am 13. März 2020 bevor wegen Corona die Grenzen geschlossen wurden. Vor wenigen Tagen sagte einer der damals gerufenen Kantonspolizisten, dass seitdem in unserer Gegend fast keine Einbrüche mehr stattgefunden haben ... Ein unangenehmes Gefühl, wenn wildfremde Leute im Schlafzimmer wüten. Wir haben Gott gebeten, dass die Einbrecher hier in dieser Welt noch zur Vernunft kommen, um nicht in alle Ewigkeit dafür büssen zu müssen. Noch mehr haben wir für die Mörder der Freundin meiner Frau gebetet, die sich einbilden durch Entführungen und Morden Gott dienen zu können. Beides (Entführung und Mord) Verbrechen, welche im Alten Testament mit dem Tode bestraft wurden. Wenn sie nicht zur Vernunft kommen, werden sie ebenfalls bis in alle Ewigkeit die Folgen ihres Handelns UND Ihres Herzens tragen müssen. Aber wer sagt es ihnen? Vermutlich hat die Freundin meiner Frau während ihrer Gefangenschaft bei ihnen das erklärt. Sie wären also gewarnt. Aber wie so oft: Wir Menschen wollen das glauben, was wir wollen. Der natürliche Mensch ist für das Evangelium tot. Er hört anstelle des Rufes in die Freiheit und Befreiung von der Sünde nur einen Irrsinn oder den Geruch des Todes:


"Denn wir sind für Gott ein Wohlgeruch des Christus unter denen, die gerettet weren, und unter denen, die verloren gehen;

den einen ein Geruch des  Todes zum Tode, den anderen aber ein Geruch des Lebens zum Leben. Und wer ist hierzu tüchtig? Denn wir sind nicht wie so viele, die das Wort Gottes verfälschen, sondern aus Lauterkeit, aus Gott reden wir vor dem Angesicht Gottes in Christus."

(2. Korinther 2,15 - 17. Dies schrieb einst - geleitet vom Heilingen Geist - Paulus an die Christen in Korinth vor bald 2000 Jahren.) 

Ich weiss nicht, ob ich immer so lauter bin, wie es Paulus hier schreibt. Meine Motive sind mir nicht immer alle so klar. Aber ich weiss, in Christus kommt es gut. Gottes Gnade ist grösser als meine Unfähigkeit. Und er macht aus meinem Mist guten Dünger. Das ist ein Wunder, über das ich sehr froh bin.

Beten wir, dass für alle wirklich Weihnachten werden kann. 


(PS: Es gab auch wirklich Positives für das wir dankbar waren. Viele liebe Leute, die uns ermutigten. Ich konnte mein Buch "Menschen der Reformation" veröffentlichen. Vieles an der Arbeit gelang uns und vieles kam besser heraus als gedacht. Vor Corona und manch anderem wurden wir bewahrt. Auch beim Verkehr erlebten wir viel Bewahrung (Bsp.: In der gleichen Woche erlebte meine Frau und ich, dass uns Autofahrer beim Velofahren so den Weg abschnitten, dass wir nur durch unsere beherzte Reaktion einen Unfall vermeiden konnten usw.) Weniger positiv war, dass wir nicht mehr Götti unseres Göttibubens sein dürfen, weil der Vater zum römisch-katholischen Glauben gewechselt  ist. Da wir für ihn keine richtigen Christen sind, "musste" er sich einen neuen Götti und Gotte suchen (= Paten). Er hat sich einer besonders strenge Strömung ausgesucht. Und Convertiten sind ja oft etwas extremer. (Wobei im Scherz wurde ich auch schon am Arbeitsplatz von Römisch-Katholischen als Heide angesprochen.) Ich vermute, weil er die fehlende eigene Disziplin durch eine äussere Strenge kompensiert, gefällt ihm diese Art. Es könnte sein, dass ihm das tatsächlich gut tut, womit unser Gebete für ihn doch auch teilweise erhöhrt wurden. Nun hoffen und beten wir, dass dies seine Familie auch positiv erfahren darf. Jedenfalls machte mir sein Priester - als ich mit ihm kurz reden konnte - keinen schlechten Eindruck, ausser natürlich den etwas nicht katholischen Positionen, die er als katholisch betrachtet. 

Freitag, 27. November 2020

Der grosse Westminster Katechismus

 Eben haben mich die zwei ersten Fragen dieses Glaubensbekenntnisses freudig überrascht:


"Was ist die vornehmste und höchste Bestimmung des Menschen?"

Die Antwort ist verblüffend:

"Die vornehmset und höchste Bestimmung de Menschen ist, Gott zu verherrlichen und ihn vollkommen zu geniessen in alle Ewigkeit."

Es klingt beinahe etwas postmodern: Geniessen! Aber schon Calvin nutzte diese Sichtweise für das Abendmahl: Wir sollen schmecken, wie gut es Gott mit uns meint!

Indem wir Gott verehren und ehren, werden auch wir glücklich. Es ist das gesündeste, auch für unsere Seele. Weil wir von ihm Geschaffen wurden, finden wir auch in Christus unsere Erfüllung und tiefste Befriedigung. In dieser Welt mit seinem "Schon-jetzt-und-noch-nicht-Aspekt" natürlich noch nicht so durchbrechend, wie wenn Jesus wieder kommt.

Auch die zweite Fragei ist cool:

"Woraus geht hervor, dass eseinen Gott gibt?"

Auch diese Antwort ist überraschend:

"Das eigene Licht der Natur im Menschen und die Werke Gottes zeigen deutlich, dass es einen Gott gibt. Aber allein sein Wort und Geist offenbaren ihn hinlänglich und wirksam den Menschen zur Seligkeit."

Damit wird in alles kürze bekannt, dass jeder Mensch durch Gott erschaffen wurde, ein Ebenbild Gottes ist und ein Licht in seiner Natur hat, welches auf Gott hindeutet. Auch die ganze übrige Schöpfung zeugt von Gottes Schöpferkraft und damit auch von seiner Existenz. Diese natürliche Erkenntnis Gottes wird ja gerne von Atheisten bestritten. Und da sie - wie Calvin in der Institutio meint - von Gott eine tiefe Überzeugung über Gottes Realität in  ihrem Herzen haben - müssen sie mit all ihrer Kraft und all ihrem Intellekt dageben ankämpfen, damit sie atheistisch bleiben können. Vielleicht ist letzteres heute weniger der Fall? Vielleicht wird dieses innere und äussere Zeugnis Gottes intellektuell und medial so überzeugend geleugnet, dass wir diesem natürlichen Zeugnis nicht mehr glauben wollen?

Interessant ist aber dann auch die Vortsetzung: Nur mit der Bibel (was in der dritten Frage definiert wird) und Gottes Geist, also durch Gottes Offenbarung, können wir noch eine tieferes Wissen über Gott erlangen. Ja noch mehr: Nur dadurch können wir unser ewiges Heil in Christus finden. Darauf wird dann in den nächsten Fragen eigengangen. Zum Beispiel Frage 7:

"Was ist Gott?"

"Got ist ein Geist, in sich und aus sich unendlich in WEsen, Herrlichekit, sEligkeit und Vollkommenheit, allgenügsam, ewig, unwandelbar, unbegreiflich, allgegenwärtig, allmächtig, allwissend, öchst weise, höchst helig, höchst gerecht, höchst barmherzig und gnädig, langmütig und überreich an Güte und Wahrheit."

oder die 13. Frage:

"Was hat Gott beonsders über die Engel und die Menschen beschlossen?

"Gott hat durcheinen ewigen und unabänderlichen Ratschluss aus reiner Liebe zum Preise siener herrlichen Gnade, die zu seiner Zeit kundgetan werden sollte, einige Engel zur Herrlichkeit auserwählt und hat in Christo einige Menschen zum ewigen LEben und zugleich zu den Mitteln dafür erwählt: und benso hat er gemäss seiner unumschränkten Maht und dem unerforschlichen Rat seines eigenen Willens (wodurch er Gunst erweist oder vorenthält, wie esihm gefällt) die übrigen übergangen und vorausverordnet zur Unehre und zum Zorn, die um ihre Sünde willen über sie verhängt wedern sollten, zum Preise der Herrlichkeit seiner Gerechtigkeit."

Es fällt auf, dass dieses Bekenntnis von Gott her bekennt: Gibt es Gott? Wie können wir von ihm wissen? Wie ist Gott? Und dann auf uns Menschen geschlossen wird. Doch der Beginn ist mit den ersten zwei Fragen bei uns Menschen und dieser Welt. Er erklärt auch eindeutig, dass  Gott allein uns aus unserer Misere errettet, wenn er will und alleine durch seine Liebe zu uns geleitet. Diese Liebe zu uns begründet sich nicht in uns, sondern allein in Gott. Darin liegt ganz natürlich auch unsere Heilsgewissheit: Nicht wir haben Jesus erwählt, sondern Jesus hat uns erwählt. Jesus erfüllt alles. Für leistungsorientierte Menschen ist das schwer zu ertragen. Gott muss mich doch wegen irgendetwas in mir lieben. Nein, er liebt uns bedinungslos, weil er Liebe ist. Andere haben vielleicht wegen tiefer Verunsicherung (oder vielleicht auch, weil der Teufel uns versucht), den Eindruck, Gott könne sie niemals erwählt haben, weil sie nicht so gut sind. So wie sie von Menschen abgelehnt werden, werden sie wohl auch von Gott abgelehnt. Das ist ein schweres Missverständnis: Es ist ja eben nicht irgend etwas in uns, dass Gott uns erwählen wird. Gott ist kein Mensch, steht in der Bibel. Er erwählt sich nicht die Besten, sondern Sünder, die ehrlich die Hölle verdient haben. Das ist unsere Heilsgewissheit, dass er uns aus sich und nicht wegen uns liebt.

So ist die Kirche immer schon eine Ansammlung von Sündern gewesen, die keine eigene Schöhnheit haben. Es ist Gott, der seiner Kirche und seinem Volk Schönheit gibt. Christus starb für Sünder, die sich nicht selber erretten können. Und das ist schon vor Erschaffung der Welt geplant gewesen.

Das Gott nicht alle Menschen zu seinem Heil erwählt, ist schrecklich. Es gibt MEnschen, die überlässt Gott ihrem Willen. Und dieser ist, wie es auch Luther bekannte, ein versklavter, ein unfreier Wille, weil er nicht das absolut Gute will, sondern unter die Sünde versklavt ist. Darum ist der natürliche MEnsche seit dem Sündenfall geistlich gesehen tot. Der Sündenfall war tödlich. Die Bibel gebraucht Tot und Leben auf verschiedene Weise. Oft ist es auch ein Qualitätsbegriff. So kann man physisch lebendig sein, aber geistlich tot. Und niemand kann sich selber erwecken und aus seinem Tod auferstehen lassen. Jesus Christus hatte Lazarus aus dem Grab gerufen und da wurde er physisch wieder lebendig und kam aus dem Grab. Somit können wir uns auch nicht selber eine Wiedergeburt erschaffen. Es ist ein Geschenk Gottes, wenn er uns erweckt und wir uns dann zu Jesus Christus bekehren. In diesem Sinne werden ja auch alle Christen zu Calvinisten, wenn sie für andere Beten, dass sie sich bekehren. Konsequente Arminianer müssten dies nicht tun, weil sie glauben, jeder natürliche Mensch nach dem Sündenfall könne sich zu Christus bekehren. Genau diesen freien Willen haben wir eben nicht. Als natürliche Menschen nach dem Sündenfall haben wir natürlich einen Willen für dies und jenes. Und leider auch für die Sünde. Aber der absolut gute Wille immer nur das absolut Gute zu wollen, diese innere Motivation fehlt uns, seit dem Sündenfall. Und darum sündigen wir. Denn wir sind nicht Sünder, weil wir sündigen, sondern wir sündigen, weil wir Sünder sind. Der schlechte Baum bringt schlechte Frucht. Also muss der Baum besser werden, dann wird er auch bessere Frucht bringen. Auf dieser Welt können wir das eine noch andere ohne Christus nicht: Täglich muss Jesus aus unserem Mist guten Dünger machen. Und Jesus macht dieses Wunder ständig, wenn wir zu ihm gehen, so wie er für alle Menschen es regnen und die Sonne scheinen lässt und jeden Moment ihnen leben gibt, bis die Stunde des physischen Todes herenbricht und wir vor unseren Schöpfer Verantwortung abgeben werden.

Ich wähle da lieber, dass JEsus diese Verantwortung übernimmt.

Gott segne Sie. Dass sie wirklich glücklich und erfüllt werden. Dass Sie in Christus für alle Ewigkeit die wertschätzende Liebe finden. Amen.

Auch d

Montag, 23. November 2020

Von guten Mächten wunderbar geborgen


Von guten Mächten wunderbar geborgen. Der Text stammt von Dietrich Bonhoeffer als er im KZ war. Vertont wurde es durch Siegfried Fietz, der es singt und mit dem Klavier begleitet.

Früher hatte er andere Haare ...

Ich bekam zu meiner Konfirmation ein grosses Poster dieses Textes.

Samstag, 22. August 2020

Typisch Evangelisch Grundbegriffe des Glaubens von Siegfried Kettling (u.a. eine mögliche Antwort Martin Luthers auf Friedrich Nietzsche)

 Ich habe mit dem Lesen dieses Buches begonnen und bin tief beeindruckt.

„justitia distributiva“ = so fasste Luther zuerst Gottes Gerechtigkeit auf: fordernd, strafend, verurteilende Instanz. (S. 16)

Die Leistungsgerechtigkeit = «justitia activa» trieb Luther in die Verzweiflung und teilweise in einen Gottes Hass.

S. 23: hier ist Luther gar nicht so weit weg, wie der Philosoph Friedrich Nietzsche, der « Die Moral, das Gottesgebot, das Gewissen, vor allem aber Gott selbst, muss weg. Gepriesen sei der Antichrist, der uns das neue ‘moralinfreie’ Leben ermöglicht, das Leben in Freiheit, das Leben ‘jenseits von gut und böse’.

Martin Luther hätte diesem Philosophen geantwortet: Das, was du suchst, das, was du unter Abschaffung Gottes erstrebst, eben das hat Gott uns in Jesus Christus geschenkt! Er hat uns einen Platz, einen festen Standort geschenkt, der nicht begründet ist durch unsere guten Werke und der nicht unterwühlt und gesprengt wird durch all unsere Bosheiten. Die Gnade gibt uns eine Position jenseits, oberhalb all unserer Taten, jenseits und oberhalb der Forderung und des  vernichtenden Urteils des Gesetzes. Jesus Christus nimmt uns in Gnaden an, das ist in der Tat ‘eine transmoralische Rechtfertigung des Menschen’ (Rohrmoser). Nicht wegen unserer Werke werden wir gerechtfertigt.»

Denn die «justitia passiva» ist ganz anders!

 «Er ist uns gemacht zur Gerechtigkeit» (1 Kor 1,30).

Darum ist Jesus (laut Luther): «der grösste Räuber, Mörder, Ehebrecher, Dieb, Tempelschänder, Lästerer …, der durch keinen Verbrecher in der Welt je übertroffen wird» (S. 16 und 17).

 So radikal habe ich noch nie die Begründung für die  Gnade Gottes gehört.

 

«Die ganze Gewalt liegt darin, dass einer die Pronomina gut auf sich bezieht.» sagt Luther (S. 17): «Für dich!»

 «Alle ist verloren, wenn wir an dieser Stelle ‘Christum von den Sünden und den Sündern scheiden’ (S. 159), in etwa als Vorbild anpreisen, das wir nachbilden sollen. Das stürzt uns nur wieder in den tödlichen Strudel der Werkerei. Hier haben  wir uns dem zu beugen, dürfen uns dem überlassen, sollen das jubelnd anbeten, was Gott tat: Unsere Sünde hat er mit dem reinen Jesus Christus zusammengebunden und gerade so uns von unser Sünde für ewig getrennt.»

 Luther:

«’Was immer ich und du  und alle an Sünden begangenen haben und in Zukunft noch begehen werden, gehört so eigentlich zu Christus, als wenn er selbst diese Sünden begangen hätte. Alles in allem, es muss unserer Sünde  Christi eigene Sünde werden, oder wir sind in Ewigkeit verloren … Das ist unser höchster Trost, Christus … so einhülle zu dürfen in meine, deine und der ganzen Welt Sünden, dass wir ihn sehen dürfen als den, der unser aller Sünde trägt’. (S. 169). «Gott hat unsere Sünde nicht auf uns, sondern auf Christus, seinen Sohn, gelegt’ (S. 169).»

 Kettling  spricht davon, dass in der Christologie nicht so von Jesus gesprochen werden darf: Das wäre Gotteslästerung. Aber in der Rechtfertigungslehre ist es heilsnotwendig:

 Luther: «Du sollst Petrus sein, jener Verleugner, du sollst Paulus sein, jener Verfolger, Lästerer und Gewaltmensch, du sollst David sein, jener Ehebrecher, du sollst jener Sünder sein, der die Frucht im Paradies ass, jener Räber am Kreuz, in Summa: du sollst aller Menschen Person sein und sollst aller Menschen Sünde getan haben’ (169 f.).

Du sollst Petrus sein, du sollst Siegfried Kettling sein – das ist das rettende Wort. Dass wir ja hier Jesus nicht für sich nehmen. Jesus ist nicht irgendeine Privatperson, …» (Seite 19)

Christus ist Kettler, André,  … Wir sind in Christus.

 Das sei auch damit gemeint, dass wir nicht mehr leben, sondern Christus lebt in uns.

 Wieder Luther:

 «Wenn du … in der Sache der Rechtfertigung die Person Christi und deine Person unterscheidest, bist du im Gesetz, bleibst drin und lebst in dir; und das heisst tot sein bei Gott und von dem Gesetz verdammt werden’ (S. 111).»

 Das bedeutet «in Christus» sein. Ich war mir bisher über diese tiefe dieser Worte nicht bewusst. Die entsprechende Stelle im Römerbrief habe ich nie wirklich verstanden. Und ich glaube, Du hast auch «etwas von eins werden und nicht mehr ich lebe ich» gesprochen. Ich habe das damals noch nicht verstanden, da es mich etwas an die östliche Mystik erinnerte, als ob die Persönlichkeit sich auflöse. Hier geht es aber darum, dass ich für die Sünde und für das Gesetz tot bin!!!! Jemand fragte hier schon, dann könnte ich verloren gehen, wenn ich beim Sterben nicht mit Christus eins bin. Es war schwer zu antworten. Aus diesem Grunde stand in meinem alten Kirchengesangbuch Gebete, die man mit einem Sterbenden beten könnte. «Willst Du auf das Vertrauen in Christus hin Deine Seele Jesus Christus anvertrauen?» Vermutlich ist es wieder das Leistungsdenken (oder gesundes Erkennen der Gefahr ohne Jesus leben zu können?): Dabei geht es eben nicht um eine Leistungsgerechtigkeit, sondern um eine Beziehungsgerechtigkeit. Es liegt alles am Verständnis der Begriffe:

Gerechtigkeit, Glaube, Liebe, Hoffnung, und ich vermute sogar «Leistung», d.h. die guten Werke, kann man als Leistungsbegriffe oder – wie es biblisch wäre – als Gnadenbegriffe, als Beziehungsbegriffe verstehen. So ist der biblische Glaube kein Fortstellungskraft-Glaube, sondern ein Beziehungsglaube! Auch die Gerechtigkeit ist eine Beziehungsgerechtigkeit, d.h. Gott ist gerecht = Gott ist treu + Gott ist barmherzig. Gott hält, was er verspricht. Und das bedeutet, wenn ich Gerecht leben will, lebe ich treu und barmherzig! Ich lebe Beziehung!

 Dazu Kettling:

 «Erstaunlich genug: Ich darf Christus und mich nicht unterscheiden; kann ich mich denn mit ihm identifizieren? Bin ich etwa Jesus?

Ich sage es zunächst theologisch: Was in der Christologie verboten ist, eine Lästerung, genau das isst in der Rechtfertigungslehre geboten, ist heilsnotwendig. Was meint das?

In der Christologie (der Lehre von der Person Jesu) betone ich zunächst den unendlichen Abstand zwischen Ihm und mir, zwischen dem ‘eingeborenen Sohn Gottes’ und mir, zwischen dem ‘eingeborenen Sohn Gottes’ und mir, dem Adamskind. Da werde ich gegen jede ‘Jesulogie’ kämpfen, d.h. gegen jeden Versuch, Jesus von unten, von unserem menschlichen Niveau her zu definieren – etwa als den Gipfel der Menschheit, als das höchste Exemplar, das unsere Gattung ‘homo sapiens’ hervorbrachte. Dabei ist es belanglos, ob man von dem Religionsstifter, dem Genie der Liebe, dem Sozialreformer, dem Lehrer der Humanität oder anderem schwärmt. Nein, Jesus ist nicht der Mount …» (S. 19 + 20)

 «Aber nun ist dieser Herr Knecht geworden, das ewige Wort ward Fleisch. Nun hat dieser Eine mein Fleisch und Blut, meine Sünde und meinen Tod, ja meine Person selbst angenommen. Und nun muss ich,  was meine Rettung ,was die Rechtfertigung betrifft, weil Gott es so will, anders reden. Zugespitzt: Was in der Christologie nichts als Lästerung wäre, das ist hier mein einziger Halt und meine ganze Seligkeit. Weil Christus sich mit mir identifizierte (‘Du sollst Petrus ein, du sollst Siegfried Kettling sein …’), darum wage ich es, in Gottes Namen zu sagen: ‘Ich bin Christus’»:»

 Das finde ich nun etwas gewagt. Luther sagte es so:

 «Durch den Glauben wirst ‘du so mit Christus zusammengeschweisst …, dass aus dir und ihm gleichsam eine Person wird, die man von ihm nicht losreissen kann, sondern die beständig ihm anhangt und spricht: Ich bin Christus; und Christus wiederum spricht: Ich bin jener Sünder, der an mir hängt und an dem ich hänge …

Denn wir sind durch den Glauben zu einem Fleisch und Bein verbunden … So dass dieser Glaube Christus und mich enger verbindet als Gatte und Gattin verbunden sind’ (S. 111).» (S. 20 + 21)

 «Wer dem Herrn anhangt, der ist ein Geist mit ihm.» (1. Kor. 6,17)

 Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern  Christus lebt in mir.» (Gal 2,20)

 Luther nennt das den fröhlichen Tausch:

 «’Der einzige Weg, dem Fluch zu entgehen, ist zu glauben und im gewissen Vertrauen zu sagen: Du Christe, bist meine Sünde und mein Fluch, ja vielmehr: ich bin diene Sünde, dein Fluch, dein Tod, dein Zorn Gottes, deine Hölle; du dagegen bist meine Gerechtigkeit, Segen, Leben, Gnade Gottes, mein Himmel»’ (S. 174).

Das darf ich Sünde, Tod und Teufel, der anklagenden Stimme des Gesetzes und dem schlagenden Gewissen entgegenrufen: ‘Christus ist hier!’». (S. 21)

 «Halten wir fest: ‘Wenn du in der Sache der Rechtfertigung die Person Christi und diene Person unterscheidest, bist du vom Gesetz verdammt.’ Darum will ich sprechen:

‘Wenn ich an Christus glaube, stehe ich mit ihm auf und sterbe meinem Grab, das ist dem Gesetz, das mich gefangen hielt: … ich bin meinem Kerker entronnen und meinem Grab, nämlich dem Gesetz. So hat es kein Recht mehr, mich anzuklagen und zurückzuhalten, weil ich auferstanden bin’ (S. 105).» (S. 21 + 22)

 Transplantation:

«Luther aber sagt: Die Tatsache, dass Christus in mir wohnt, macht, ‘dass und ich aus meiner Haut herauskomme und in Christus und in sein Reich versetzt werde …’ (S. 110).» (S. 22)

 

«Das ist der Grund, warum unsere Theologie Gewissheit hat: Sie reisst uns von uns selber weg und stellt uns ausserhalb unser (extra nos), so dass wir uns nicht auf unsere Kräfte, Gewissen Sinn, Person, auf unsere Werke stützen, sondern auf das, was ausserhalb unser ist, nämlich auf die Verheissung und Wahrheit Gottes, der nicht täuschen kann’ (S. 228).» (S. 22 + 23)

 Nur das hilft: Weil:

«In der Person-Sünde wurzeln alle Tat-Sünden. Weil der Baum kernfaul ist, darum stinken die Früchte. Ich habe nicht Sünden, ich bin Sünder, Rebell gegen Gott, bis in die Urgründe meiner Motive, Gedanken und Sehnsüchte. Ich bin’s! Es ist höchst oberflächlich von Sündenpaketen, Sündenschulden, Sündenfesseln, Sündenflecken zu reden. Es geht um mich, die Sünder-Person! Wer jetzt die Sünde entfernen  will, der muss den Sünder selbst aufheben. Wer mir meine Sünde abnehmen will, der muss mir schon mich selbst abnehmen. Der müsste an meinen Platz treten, so dass er ich und ich er würde!» (S. 18)

 «’Eingekrümmt-Sein in sich selbst’, Festhängen im Geschaffenen’, ‘Mittelpunktshaltung’, ‘Weltverfallenheit’, Gotteslästerung, - mit all dem haben wir versucht das Wort ‘der Gottlose’ (das eine Leitwort unseres Themas! Zu umschrieben.» (S. 14)   Gottlose = aktive Feind Gottes (S. 15)

 Christus = unsere Gerechtigkeit     (= Beziehungsgerechtigkeit)

 «’Die wahre christliche Theologie fängt … an … mit Christus’ (S.37).

Denn Gottes Gerechtigkeit ist nicht etwas, eine Eigenschaft, ein Vorgang, eine Tag; sie ist Jesus Christus selbst.

«Er ist uns gemacht zur Gerechtigkeit’ (1. Kor. 1,30).

‘Der im Glauben ergriffene und im Herzen wohnende Christus ist die christliche Gerechtigkeit, derentwillen Gott uns als gerecht betrachtet und das ewige Leben schenkt’ (s. 90).

Die hat Luther in seinem Galaterkommentar (1531) gewaltig bezeugt.»

 Nun sind wir «oberhalb des Gesetzes». Transmoralische Rechtfertigung führt dazu, dass die Sünde nicht mehr in der Welt ist (S. 25).

Revolutionärer Gedanke. Wo ist sie dann?

 Luther:

«Daher sind die Sünden in Wirklichkeit nicht dort, wo sie gesehen und gefühlt werden. Nach der Theologie des Paulus ist ferner keine Sünde, kein Tod, kein Fluch mehr in der Welt, sie sind in Christus, der als Lamm Gottes der Welt Sünde trägt, der zum Fluch gemacht ist, dass er uns vom Fluch befreite. Aber nach der Philosophie und der Vernunft sind Sünde, Tod etc. nirgends anders als in der Welt, im Fleisch, in den Sündern … Die wahre Theologie aber lehrt, dass ferne keine Sünde mehr in der Welt sei, weil der Vater alle Sünde auf Christus geworfen hat’ (S. 17).» (S. 25)

 Luther:

«Wo also der Glaube an Christus ist, da ist die Sünde in Wahrheit abgetan, tot und begraben, wo dieser Glaube nicht ist, bleibt die Sünde (s. 172). Sofern also Christus durch seine Gnade in den Herzen der Gläubigen regiert, ist da keine Sünde, kein Tod, kein Fluch. Wo aber Christus nicht erkannt wird, bleiben diese furchtbaren Mächte’ (S. 170).»

 Wie alles nach dem Sündenfall kann auch dies pervertiert werden: Bonhoeffer sagte dem: billige Gnade. (S. 27)

 Diese Gnadenideologie, die billige Gnade, rechtfertigt die Sünde anstelle des Sünders (sagte Bonhoeffer). Auch Paulus warnt vor dieser Perversion: Römer 6 im Kontext von 5,20 f.

 Ich glaube, nun diese Bibelstelle wirklich verstanden zu haben. Genial.

 U.a. steht dort: "Wie nun? Sollen wir sündigen, weil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne!

Wisst ihr nicht: wem ihr euch zu Knechten macht, um ihm zu gehorchen, dessen Knechte seid ihr und müsst ihm gehorsam sein, es sei der Sünde zum Tode oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit? Gott sei aber gedankt, dass ihr Knechte der Sünde gewesen seid, aber nun von Herzen gehorsam geworden der Gestalt der Lehre, der ihr ergeben seid. Denn indem ihr nun frei geworden seid von der Sünde, seid ihr Knechte geworden der Gerechtigkeit." Römer 6,15 ff).

 «Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?

So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln.»

Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.

Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort der Sünde nicht dienen

Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.

Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, und wissen, dass Christus von den Toten erweckt , hinfort nicht stirbt; der Tod kann hinfort über ihn nicht herrschen.

Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben ein für allemal; was er aber lebt, das lebt er Gott.

So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christus Jesus.

So lasst nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, und leistet seinen Begierden keinen Gehorsam.»

(Römer 6,3 ff.)

 Das Problem besteht auf zwei Arten:

 

  1. Sind wir wirklich wiedergeboren? Oder haben wir nur verstandesmässig das Evangelium verstanden und pervertieren nun mit unsere Vernunft die Gnade zur billigen Gnade?
  2. Sind wir von Gott wiedergeboren, aber haben noch nicht erkannt, dass wir uns der Sünde versklaven können, wenn wir uns ihr ergeben?

Vor dem allem gilt: Was ist meine Motivation? Leistungsdenken (= fleischlich) oder Gnadengerechtigkeit (= geistlich). Beim ersteren kann es gar nicht anders sein, als dass er alles als Leistungsdenken ableitet. Sein «Christsein» ist ein reiner «Chnorz». Bei den Zweiten ist es mangelnde Erkenntnis. Er wird  von Satan und seinen Anfechtungen herausgefordert und weiss nicht sein Schild des Glaubens zu nutzen. Geistlich kämpfe ich nicht mit «fleischlichen» Waffen, d.h. mit meinem menschlichen Möglichkeiten, sondern ich gehe zu Christus. Denn Christus hat schon lange den Kampf gewonnen. Somit besteht der «geistliche» Kampf, indem ich mich «sportlich» täglich trainiere in Christus zu sein. Mein alter Mensch will aber lieber selber, aus eigener Kraft, aus eigener «Werthaltigkeit» usw. Christ sein. Aber in dem ich täglich Busse tue, d.h. zu Jesus gehe, werde ich barmherziger und gnädiger.

 Luther wandte sich gegen die «Antinomer», die das Gesetz ablehnten. (Was mich erstaunt. Aber natürlich völlig korrekt ist. S. 28 ff).

 Kettling schreibt dazu (S. 29):

 «Wer den lebendigen Jesus Christus hat, der wird in die Heiligung geführt – oder er hat eben Christus nicht!

 So gewiss die Rechtfertigung zunächst Gerechterklärung ist, ein Rechtsakt, ein Freispruch, der mir, dem Sünder, eine neue Geltung vor Gott schenkt, so ist sie zugleich der schöpferische Beginn einer Gerechtmachung, die mir ein neues Sein gibt.»

 Auch Kettlin gibt hier S. 29 zu: Das Neuwerden ist bruchstückhaft auf dieser Erde.

 

Luther:

 «Wir haben immer den Rückgang (‘regressus’) zu diesem Artikel frei, dass unsere Sünden bedeckt sind und dass Gott sie uns nicht anrechnen will’ (S. 92).» (S. 30)

 Kettling: «Von diesem stets neuen, von diesem bis in die Sterbestunde hinein immer wiederholten ‘Regressus’, von dieser Zuflucht zu dem ganz und gar vollendeten, dem ewig perfekten Gnadenwerk Christi leben wir. Heiligung kann darum immer nur von der Rechtfergigung Leben: Vom Berge steigen wir ins Tal, aus dem Tal aber fliehen wir immer wieder zu jener Gnadenfeste, die steil emporragt, ‘jenseits von gut und böse’.» (s. 30)

 

PS: Kleiner Nebengedanke: Wie kann hier vertreten werden, dass Jesu für die ganze Welt gestorben ist und  wir daher nur noch ja sagen müssen, wenn der Fünfpunkte Calvinismus vertritt, dass Jesus nur für die Erwählten ganz persönlich gestorben ist?  1. steht es so in der Bibel und auch für Calvin war die Bibel wichtiger als unsere menschlichen Formulierungen. Daher hat Calvin auch gewisse trinitarische Bekenntnisse nicht unterschrieben, was damals gefährlich war und missverstanden wurde: Ist Calvin ein Antitrinitarier? Von Calvin lernte ich, dass es zwar richtig ist, dass Antitrinitarier das Evangelium und seine Kraft durch Leistungsdenken ersetzen und daher ein anderes Evangelium verkündigen. ABER der Begriff Trinität kommt in der Bibel nicht vor. Also darf man auch mit anderen Worten an die Trinität glauben. Nach meiner Meinung ist das zwar für die Kommunikation nicht gerade optimal, aber wenn die Bibel Gottes Wort ist, dann ist sie auch der Massstab aller Massstäbe.

Zudem soll der Calvinismus mit der Zeit– auch im Streit mit anderen Denkschulen – Denkmethoden von Aristoteles übernommen haben. Calvin war dagegen noch misstrauisch. Ich denke, unser Verstand kann eben nicht alles fassen, was aber Aristoteles glaubte zu können. Die biblische Prädestinationslehre haben wir aber nicht unter Kontrolle und können sie nicht wirklich ganz mit dem Verstand verstehen. Das finde ich gerade beim Thema der biblischen Prädestination so faszinierend. Es treibt mich zur Anbetung Gottes! Und auch hier beim Thema Gerechtigkeit spielt es hinein:

Letztendlich gibt es Dinge, die wir mit unserem Verstand nicht erfassen können, bzw. nur bruchstückhaft erklären können. Es gibt, wie ich es J. I. Packer sagte hier eine Antinomie! Sich gegensätzlich widersprechende Aussagen/Gesetze. Gottes Allmacht und unsere Verantwortung. Packer beschreibt dies in seinem Büchlein: Prädestination und Verantwortung, Gott und Mensch in der Verkündigung.

Und diese Spannung muss man aufrecht erhalten. In der Bibel erklärt sich diese Spannung. Hier lernen wir, wie wir sie anwenden müssen. Denn nicht wir haben Gott oder sein Wort, die Bibel unter Kontrolle, sondern Gott uns sein Wort haben uns in der Hand. Daher ist es vernünftig, dass unser Verstand dies nur bruchstückhaft versteht. Vielleicht ist  es so ähnlich, wie zwischen der Spannung zwischen Mann und Frau: Beides sind Menschen und trotzdem scheinen sie manchmal von einem anderen Stern zu kommen. Aber auch hier dürfen wir die Spannung aufrechterhalten. Vermutlich ist es wie beim Strom: Er ist es sehr wichtig, dass man die Spannung aufrecht erhält oder aber der Strom kann seinen Zweck nicht mehr erfüllen.

Daher geht wohl beim Fünfpunkte Calvinismus der dritte Punkt zu weit: Jesus sei nur für die Erwählten gestorben. Allerdings, ist es im Endeffekt natürlich genauso. Nur, wer erwählt ist, wird beim Hören des Evangeliums vom Heiligen Geist wiedergeboren, d.h. befreit von der Sklaverei der Sünde und will sich bekehren. Das glaubte Luther ja auch (im Gegensatz zu vielen heutigen Lutheranern). Und dennoch konnte Luther davon reden, dass Jesus für die ganze Welt gestorben ist! Auf der anderen Seite haben die Fünfpunkte Calvinisten auch recht: Es ist eine persönliche Rechtsprechung. Jesus hatte an mich gedacht. Er übernahm wirklich meine Sünden und hat mich vor Grundlegung der Welt erwählt und geliebt! Wenn Luther lehrt, Jesus ist für die ganze Welt gestorben, so versteht auch er es nicht als Allversöhnung: Man muss dazu ein Ja haben, sonst gilt es nicht. Das klingt nun sehr arminianisch. Aber es wird nur zum Arminianismus, wenn man die Gesamtaussage der Bibel aus dem Auge verliert. Das gleiche geschieht, wenn man nur unsere Verantwortung betont und Gottes Allmacht vergisst. (Und es gehört ja auch zu unserer Verantwortung, dass wir zu Jesus gehen. Aber wir können es nicht, solange wir unter die Sünde verkauft sind und uns Gott nicht wiedergeboren hat. Verantwortung und Möglichkeit klafft hier auseinander = typische Opfersituation. Nur dass wir wirklich unsere Sünden ausleben wollen und daher nicht einfach nur Opfer sondern auch Täter sind.)

Wir müssen sicherlich auch unterscheiden  zwischen dem was Gott offenbarte und was wir erleben. Ich bekehre mich (= subjektiv). Gott offenbart in der Bibel, dass davor Gott mir eine geistliche Wiedergeburt geschenkt hat. (= objektiv). Letzteres kann ich nicht wissen, ohne dass mir das Gott in der Bibel offenbart hätte. 

 Und vermutlich liegt auch hier die Motivation in unserem Herzen zu Grunde: Will ich eine Beziehung mit Christus oder bin ich (noch) nicht vom Heiligen Geist wiedergeboren und will selber Gott sein?

 Daraus leite ich ab: Ich darf meinen Verstand wie ein Werkzeug gebrauchen. ABER er darf sich nicht verselbständigen. In Sachen Gott, unser Heil usw. bin ich auf die Offenbarung Gottes angewiesen und da muss ich mich an sein Wort und nicht an meine Logik halten. Der Begriff Beziehung hilft dabei meinem Verstand, eher in Richtung biblisches Denken zu denken: Damit ich die Begriffe Gnade, Liebe, Gerechtigkeit, Hoffnung, Treue nicht als Leistungsbegriffe verstehe, sondern als Gnadenbegriffe. Und wenn ich in den Gnadenbegriffe denke, so vermute ich, wird sogar die Leistung, d.h .die Werke, zu einem Gnadenbegriff! Und das ehrt Gott und tut uns allen gut.

 

Freitag, 7. August 2020

 Im engeren Sinn ist dieser Beitrag nicht "theologisch". Allerdings finde ich den Youtube-Beitrag sehr differenziert und eine logische Folge der Reformationszeit: Bibel = Gottes Wort erforschen + Naturwissenschaft = Gottes Schöpfung erforschen. In der Zwischenzeit (500 Jahren) haben wir das vielleicht etwas vergessen. Und natürlich gab es auch andere Bewegungen, die Wissenschaft betrieben.Aber nur eine Wissenschaft, die sich auf eine Grundlage wie jene der Reformation stützte, konnte, trotz aller Fehler, einen solche Entwicklung zu sehr viel Wissen, Wohlstand und Bildung, Gerechtigkeit  für immer mehr Menschen, usw. entwickeln. (Bei allen aktuellen Problemen: Es gab wohl noch nie soviel Wohlstand) Ich vermute, dass alles ist heute u.a. gefährdet, weil wir diese Grundlage vergessen haben. Desto mehr freut es mich, wie intelligent und differenziert Frau Mai Thi Nguyen-Kim dies angeht:

Gerade das Differenzieren kommt heute viel zu kurz. Daher ist es eine Wohltat, diesen Beitrag zu hören. 

Übrigens glaube ich als Christ an Dogmen. Dies ist eine Hoffnung auf Dinge, die ich noch nicht sehe. Und so, wie ich in der Naturwissenschaft weiss, dass es absolute Wahrheiten gibt, diese aber schwer erkennbar sind und ich mich irren kann, weil ich nicht alles erfasse, so gilt dies auch für mein Wissen über Gott und den geistlichen Bereich. Wobei ich natürlich kein rein materialistisches Weltbild vertrete. Unsere heutige westliche Welt ist sehr materialistisch. Daher versuchen wir auch, alles aus der Materie zu erklären. Bereits vor längerer Zeit hat Platon den Materialismus entlarvt. Die Atomisten seiner Zeit griffen damals schon zu kurz. Dafür muss man nicht Christ sein, um das erkennen zu können. Davon zeugt schon Platon.

Allerdings glaube ich auch nicht an den anderen Monismus: Es sei nur das geistliche Wirklichkeit, wie in der östlichen Mystik oder vermutlich auch in "unserer" Gnosis.

Auch die klassisch humanistische Sichtweise dünkt mich nicht ganz treffend, die ja auch an die Gnosis erinnert: Der Geist sei im Körper gefangen und der Tod sei die Befreiung des Geistes vom Körper. Oder nur schon der Gedanke, dass geistliche sei wertvoller als  das körperliche.

Da gefällt mir die biblische Sichtweise viel besser:

Der Mensch ist Körper und Geist. Es gehört zusammen. Leider unterliegen wir durch den Sündenfall einer gewissen Verbogenheit und pervertieren daher alles von Gott gut geschaffene und machen so unsere eigene Hölle. Aber unsere Gottähnlichkeit ist dennoch immer noch sehr beachtlich. (Auch dieses intelligente Video / Youtube-Beitrag zeugt davon.) Gott selber misst uns Menschen unveräusserliche Rechte zu. Eine Würde, die mehr ist, als sich ein Materialist erklären kann und trotzdem absolut wahr ist. Es ist wichtig, dass wir das wissen, damit wir miteinander würdevoll, d.h. in unserer von Gott gegebenen Würde leben.

Glaubens- und Meinungsfreiheit beruhen auf dem Wissen, dass wir nach absoluter Wahrheit suchen dürfen. Natürlich bringen wir es fertig, dass wir auch das pervertieren können. Daher gab es schon immer Versuche der Zensur. Aber schon John Milton machte darauf aufmerksam, dass dann die Gefahr besteht, dass man auch die Wahrheit zensurieren könnte. Dieser Puritaner hat viel für echte Pressefreiheit getan. Dies stellt einer jener Gedanken, den ich als Grundlagen aus der Reformationszeit sehe, die unsere Freiheit und Ordnung sowie Wohlstand - trotz unserer Prägung zum Unrecht - ermöglichte. 

Es gibt auch andere Prägungen: Letzthin sprachen wir mit einem Verkäufer in der Migros, der aus der ehemaligen DDR stammte. Er war der Überzeugung, dass der absolute Staat DDR mit seiner gelenkten und diktatorischen Form besser sei als die unsere. Denn in der DDR herrschte Ordnung. Wenn sie am Abend Tischtennis spielten, wurde  das von einem Polizisten überprüft. Denn man wollte nicht, dass Junge herumhängen. Es war eindrücklich und interessant. Er sah nicht, dass es ein wesentlicher Unterschied ist, wenn ihn ein Arbeitgeber entlässt und wenn der Staat ihn "entlässt". Bei einer Firma hat man immer noch die Freiheit etwas anderes zu suchen oder selber etwas anzufangen. Natürlich könnte es sein, dass man unter der Brücke schlafen muss. Aber ein absoluter Staat lässt nicht mal das mehr zu! Dieser Mann aus der DDR wählt die Unfreiheit, um mehr Sicherheit zu haben. Zugleich sieht er die Eigenverantwortung der Menschen nicht mehr und die Freude, etwas selber aufzubauen. Er kann sich nicht mal vorstellen, dass wenn der Staat nicht alles macht, es ja immer noch andere Menschen gibt, die in Freiheit, Gutes tun könnten. Und das wiederum ist nur möglich, wenn die Freiheit dazu da ist. Ja überhaupt: Wie soll jemand verantwortungsvoll Leben lernen, wenn er nicht dazu die Freiheit bekommt? Dressur und Erziehung sowie Bildung sind nicht das selbe!!!!

Letztendlich sind die Gedanken des ehemaligen DDR-Bürgers nichts Neues. Schon Aristoteles träumte davon, dass der Ideale Staat für uns alle das höchste Ideal sein soll. Leider floss dies auch in die römisch-katholische Sichtweise ein. Beim ursprünglichen Protestantismus sprach man beim Staat lieber vom Notrecht: Es braucht den Staat, Gesetze und einen gewissen Zwang, um Rechtssicherheit zu gewährleisten. Aber das alles ist nicht absolut gut. Es verhindert Schlimmeres und ermöglicht unser Zusammenleben und das Gedeihen der Gesellschaft. Der Staat kann aber nie ein Idealzustand sein. Dies kommt ja auch in der Zwei-Reiche-Lehre zum Ausdruck: Der Staat darf - bis zu einer gewissen Grenze - Gewalt anwenden. Überschreitet er aber diese Grenzen, so ist es ein Machtmissbrauch des Staates. Die zweite Gewalt die Kirche, darf keine Gewalt anwenden. Freiwilligkeit gilt hier. Denn das wirklich wichtige, kann man nicht erzwingen, sondern muss vom Geist gewirkt werden. Leider hat die westliche Kirche gegen Ende des Mittelalters selber Machtmissbrauch begannen, weil sie ihre von Gott gegebenen Grenzen überschritten hat. Sie setzte sich selber immer absoluter und vergass den Sinn der Lehre zwischen sichtbarer und unsichtbarer Kirche  zu unterscheiden (siehe Augustin). Zudem erhielt die Kirche auch weltliche Macht, die ihr nie zustand. Darum brauchte es die Reformation. Zwingli spricht sogar von menschlicher Gerechtigkeit, die im Angesicht der göttliche Gerechtigkeit nicht einmal das Wort Gerechtigkeit verdient. Nichts desto trotz, soll man sich nach der göttlichen Gerechtigkeit ausrichten. (Biblisch: Gottes Gerechtigkeit = Gottes Treue und Barmherzigkeit. Im Gegensatz zu Gottes Zorn, der das Leben beschützen will und dann doch auch eine Form der Liebe Gottes ist.) Aber der Staat kann in diesem Sinne nie gerecht oder gar liebevoll sein. Damit würden wir den Staat überfordern. In der Geschichte sehen wir, wohin es führt, wenn sich religiöse Kreise, Kirchen und ganze Staaten beginnen absolut zu verstehen: Es gibt ein Terror-Regime. Die nicht zusammen haltenden Ideen müssen mit äusserster Gewalt zusammen gehalten werden. Aber echte Reife entsteht von Innen und freiwillig!

Heute befindet sich der Protestantismus in einem Selbstauflösungsprozess. Die Säkularisierung machte aus der reformierte Theologie den Liberalismus. Marx wollte dies mit einem säkularisierten Postmillianismus weiterentwickeln. Aber das Paradies (Arbeiterparadies) bekommen wir so nicht zurück, sondern so verlieren wir uns nur in uns selber. Wir brauchen mehr, wie  schon vor 500 Jahren Zwingli bemerkte. Und es wäre gut unsere Kirchen würden diese wichtigen Grundlagen wieder deutlicher verkünden, damit wir die wahre Freiheit erhalten und nicht verlieren. Hier liegt übrigens auch der Grund, warum ich für eine liberale Gesellschaft bin, aber eine liberale, d.h. säkularisierte Kirche, als grösste Gefahr für den Liberalismus betrachte. Nur mit dem Salz der Erde, dass etwas beissen kann, werden wir glücklicher, freier, weiser, lebendiger, kreativer, wissenschaftlicher und gelassener. Interessant ist, dass man dies in der Geschichte erkennen kann.

Daneben hoffe ich natürlich auf eine Erweckung der Christen: D.h., dass wir in Christus frei werden vom Leistungsdenken. Die Gnade (= Geschenk) Gottes an uns wirken lassen, anstelle mit unseren menschlichen Möglichkeiten uns abstrampeln. Denn wer im Leistungsdenken verhaftet ist, wird sogar die Begriffe Liebe, Hoffnung und Glaube als Leistung verstehen. Aber es geht hier nicht um Qualitätsbegriffe, sondern um Beziehungsbegriffe. Glaube ist nicht Vorstellungskraft. Glaube ist keine Methode, um etwas zu erreichen. Es ist keine Zauberei oder gar Manipulation! Glaube, wie es die Bibel meint, ist auf die Versprechen von Gott zu bauen. Glaube ist zu Jesus gehen und von ihm alles erwarten. Glauben ist sich von Christus beschenken lassen. Glaube ist zu erkennen, dass selbst der Begriff Gottes Gerechtigkeit ein Beziehungsbegriff ist: Gott ist treu. Gott ist barmherzig. Er ist immer der gleiche und was er verspricht, das hält er. Gottes Zorn ist schrecklich. Aber Gott hasst den Tod und das Böse. Darum muss er uns aufschrecken aus unserer Schlaf der Selbstgerechtigkeit. Je nach Mensch macht dies Gott anders. Der Heilige Geist wird als Taube dargestellt, da Gott sehr sanft wirken kann. Letztendlich liegt unser Glück, unsere Freiheit und unsere gute Ewigkeit in Christus, der uns so geliebt hat, dass er unseren Fluch und unsere Strafe bis ans Kreuz, Tod und Gottesferne getragen hat. Gott ohne Gott, war für Jesus sicherlich schlimmer als für uns. Daher ist für uns alles gratis, d.h. alles Gnade, weil Gott selber einen sehr hohen Preis für uns bezahlt hat. Es wäre nicht nett,  dies wieder mit Leistung abverdienen zu wollen. Dies Haltung zeigt, dass wir nicht verstanden haben, wie schlimm es um uns steht und wie viel Gott für uns tut. In Christus geborgen und geboren, werden wir viel mehr Leisten und trotzdem keine Werkgerechtigkeit tun. Aber das ist nun noch ein anderes Thema, mit dem ich mich immer wieder intensiv auseinandersetze, weil es so schwer und doch so einfach ist. Aber vielleicht soviel: Wenn wir es zur Ehre Gottes tun und nicht für uns selber, ist es ein gutes Zeichen, für unsere Freiheit in Christus. Wenn wir Gutes tun, weil es gut ist und nicht, weil wir damit etwas verdienen wollen. Aber zu dieser Freiheit kommen wir erst, wenn wir uns sicher und geboren in Christus fühlen. Dabei leben wir hier in einer Zwischenzeit bis Jesus wieder kommt. D.h. alles ist unvollkommen, was wir tun. Aber da wir es Christus anvertrauen, macht er aus dem Mist guten Dünger. Daher konnte Luther sagen, dass es ein freudiges Ding ist, Busse zu tun. 

Aber das zu erklären ist schwer. Für jemand der "Leistungsdenker" ist, ist es noch schwerer, weil er glaubt mit Leistung sich wertvoll machen zu müssen. Diese Motivation selber ist eine Folge des Sündenfalls. Natürlich sollen wir Gutes tun. Aber das Problem ist nicht gelöst, wenn wir anstelle Böses zu tun, nur noch Gutes tun, weil wir wirklich Gutes im Sinne Gottes, eben nicht tun können. Darum ist das Gesetz Gottes auch ein Zuchtmeister zu Christus. Denn Christus gibt es uns umsonst, was wir nie leisten können. 

Ole Hallesby schrieb dazu:

"Besonders in unseren Tagen scheint es, als habe man vergessen, dass es keinen anderen Weg gibt, persönlich überzeugt zu werden, als diesen Weg des Sünders durch die vollständige Verzweiflung über sich selbst." (Seite 28 aus Ole Hallesby Wie ich Christ wurde.)

Aber das Ende ist das natürlich nicht: Es ist der Anfang! Um bis in alle Ewigkeit überreich beschenkt zu werden. Um aber beschenkt werden zu können, muss man das Geschenk auch annehmen können.