Sonntag, 20. Mai 2018

Pfarrer Ernst Sieber

Nachdem Billy Graham (ein baptistischer Prediger) in diesem Jahr gestorben ist, ist auch Pfarrer Ernst Sieber (ein evangelisch-reformierter Pfarrer) am 19.5.2018 gestorben.

Während Billy Graham ein Evangelist war, war Ernst Sieber ein Hirte und als Pfarrer ein dienender Diakon (Diakon bedeutet ja Diener), der die Liebe von Jesus Christus als die Ausbreitung des Reiches Gottes verstand. Daraus entstanden die Sozialwerke Sieber und noch vieles mehr.

Ernst Sieber war ein Bauernknecht, der nachträglich die Matur machte und dann Theologie studierte. Laut Wickipedia wurde er 1956 zum reformierten Pfarrer ordiniert. 1988 - 1992 war er Dekan. 1992 wurde er pensioniert. 1991 bis 1995 war er für die EVP (Evangelische Volkspartei) Nationalrat der Eidgenossenschaft (= Schweiz).

Frau Sonja Sieber-Vasalli war seine Ehefrau. Sie war Opernsängerin, wie ich heute erfuhr. Bisher dachte ich immer, sie sei eine Tänzerin gewesen. Sie hatten vier leibliche Kinder und vier weitere Kinder aufgenommen. Da Pfarrer Sieber sehr menschlich war, war seine Stärke. Die Buchhaltung war vermutlich weniger seine Stärke, daher hätte sein oder seine Sozialwerke Anfang des 21. Jahrhundert beinahe Konkurs anmelden sollen. Eine Anonyme Spende rettete die Werke unter gewissen Bedingungen, u.a. dass Pfarrer Sieber nicht mehr im Stirftungsrat war. Doch die Seele der Sozialwerke war Pfarrer Sieber immer noch, weil er von Christus ergriffen war. Ich hörte ihn vor vielen Jahren bei einem Anlass von Campus für Christus, an einer Explo. Es beeindruckte mich, wie er auswendig - nein vielmehr aus dem Herz wie die Franzosen sagen - 1. Korinther 13 zitierte. Er war durchdrungen von der Lieben von Christus und liebte es daher in gesunder Gemeinschaft dies auszuleben. Er selber bekam dadurch soviel. 

Er sah manchmal wie ein Hirte aus - andere sagen wie ein Clochard, die er wertschätzte. Er sprach davon, dass das Sieberchen sich auf Augenhöhe mit ihnen trifft. Zu alledem war er auch eine Einmann-Schau, der gute Unterhaltung bot. In einfachsten und klaren Worten, konnte er die Liebe von Christus klar verkünden. Der gekreuztigte, auferstandene, heute noch lebende Herr Jesus Christus. 

Lieder fand ich eine Predigt von ihm nicht im Netz. Es ist schon lange her. Da hatte er ein Stück Holz, dass er zu einem Kreuz machte...

Hier einige interessante Sendungen über ihn. Teilweise sind sie auf Züridütsch, d.h. Zürcher Deutsch (oder Schweizer Deutsch). 

Zuerst aber ein Interview von ICF auf Schriftdeutsch.

Hier Pfarrer Sieber mit seiner Frau. Er liebte sein Frau. Die Frau wegt auf diese Frage ab und bemerkt, dass jahrelang unzuverlässig zum Abendessen kam ... und sie streiten. Pfarrer Sieber: Liebe muss gezankt haben. (authentisch, firsch und echt.) 

Hier ein alter Bericht über seine soziale Einsätze. Ein Geschäftsmann berichtet, wie er sich für die Obdachlosen einsetzte. Danach spricht Pfarrer Ernst Sieber kurz und klar. Man merkt, wie konkret er in einem Punkter für 200 Obdachlose die Ausstattung organisieren will. Dazu gehört auch ein Klavier. Die Schlafgelegenheit sind sehr bescheiden. Aber trotzd der Bescheidenheit will Pfarrer Sieber eine Heimat für die Obdachlosen schaffen. Damals war er noch sehr jung.




Wheinachten - Was ist der Mensch?   

Sie suchen überall. Die Not. Verloren.

Es steht doch in der Bibel!

Wirtschaftsfüher:
Der Mensch in den Mittelpunkt.    Das wäre es, aber: 
Aber gemeint ist doch:                       
                                  Der Mensch als Mittel PUNKT.       Das muss ändern!!!!

                                                                Wie Zwingli sagte (Huldrych Zwingli, Reformator 
                                                                                               von Zürich)

          Er ist kein Zwingli. Sieber ist ein Zwengli.           Zwingli war schon vor Marx (viel) effektiver.

Luther fragte nach Gnade.   Zwingli fragte wie leben wir, das Volk, den Willen Gottes?
                                             Zwingli organisierte Nahrung für alle.

Sozial muss heissen, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.

    Wir brauchen aber dazu Jesus: Ohne ihn geht der Wagen den falschen weg (dabei zitiert er Zwingli.)            Jeder sollte spüren: Ich bin angenommen. Ich bin dabei. Ich gehöre dazu.

Wheinachten!   Als Volk neue Wege gehen. Bei allen Nöten, Wirtschaftsproblemen, Umweltproblemen usw. 

Christus hat keine Hände. Er hat unsere Hände. Er hat unsere Lippen! 

Heute werden wir (Christen) gelesen, anderes lesen sie nicht.





Hier etwas zu seinem 90-sten Geburtstag.



Es ist unglaublich, wie lange Pfarrer Sieber treu seine Begagung einsetzte. 

Der Wert der Strassenreiniger
     Würdigung ihrer Arbeit

                          Danach geht er auch noch auf die Gottes Besen ein! Denn die Gottes Besen sind die besten Wesen. Sie wesen alles rein!            Vor der eigenen Türe wischen.

Selbstwertgefühl kommt, wenn man zu seinen eigenen Fehlern steht.

                   Das macht uns frei, frei um einander zu helfen.

                                Dankbar sein, dass gewischt wird: Auf unseren Strassen

                                Zur Gottes Ehre wischen. Sei das, was er ist: Ganz!!!
                                 (Ich würde noch anfgen: Zur Ehre Gottes ganz sein!)

Gerechtigkeit, Selbstverantwortung. Gottes Besen sind die besten Besen. Sie wischen alles rein. Das Böse wird verwesen. Und Gott wird alles in Allem sein.



Hier noch der "Blick" zum Tod von Ernst Sieber
https://www.blick.ch/news/schweiz/zuerich/sonja-sieber-81-ueber-den-abschied-von-ihrem-ehemann-ernst-wuerde-nicht-wollen-dass-ich-weine-id8413451.html

Hier die Schweizer Illustrierte
https://www.schweizer-illustrierte.ch/stars/schweiz/pfarrer-sieber-jetzt-spricht-sonja-sieber-spricht-ueber-den-tod-ihres-mannes

Hier die Aargauer Zeitung:
https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/witwe-von-pfarrer-sieber-91-er-hat-immer-gesagt-ich-moechte-heim-132600434#

Hier die NZZ (Neue Zürcher Zeitung)
https://www.nzz.ch/zuerich/pfarrer-sieber-ist-verstorben-ld.1387347


Freitag, 18. Mai 2018

Jan Hus (1369 - 1415)

Ich habe einen histoirschen Roman über Jan Hus erhalten. Obwohl ich normalerweise erst nach dem Lesen meine Meinung abgeben möchte, möchte ich bereits, nachdem ich auf Seite 420 von 720 angekommen bin, meinen Eindruck wiedergeben (und allenfalls später noch hier ergänzen.)

Es ist ein Roman, welcher im Fontis - Brunnen Basel erschienen ist.Geschrieben wurde es von Frau Tania Douglas (1969 - ). Eine Frau, die in Deutschland geboren ist und in Frankreich aufwuchs. 2012 zog sie mit ihrem Mann undi hrem Sohn in die Nähe des bondesees. Damit zog sie auch in die Nähe von Konstanz, wo einst Jahn Hus wegen seinen christlichen Glauben und seinen Reformversuchen verbrannt worden ist.

Auf der Hinterseite des Buches steht:

"'Jan Hus ist Europäer der ersten Stunde und ein Brandzeichen im Fell unserer Geschichte. Und Tania Douglas  eine Meisterin der Textur!' Dominik Klenk

+ 1415
Jan Hus. 
Reformer.
Wegbereiter von Martin Luther.
Überzeugt,
dass Gott allein Gnade gewährt.
Ein unbeugsamer Liebhaber
der Wahrheit und des Lebens.
Treu bis in den Tod.
Als Ketzver verurteil
auf dem Konzil in Konstanz.
ein Feuervogel wie kein Zweiter."

Was  sicherlich stimmt: Frau Tania Douglas ist als Schriftstellerin hoch begabt. Sie hat einen gewaltigen Roman geschrieben. Die Abschnitte sind spannend und wenn sie enden, möchte man oft wissen, wie es weitergeht. Doch der nächste Abschnitt behandelt dann einen anderen Schauplatz des Romans. Zeitweise kreist der Roman mehr, um das Leben einer Frau im Umfeld von Jan Hus.

Trotz dieses enormen Talentes der Autorin bin ich über das Buch enttäuscht. Zum einen, weil es Ansätze zur Situationsethik hat. Manchmal frage ich mich, ob es denn laut diesem Roman einen Grund gibt, warum Jesus Christus für meine Sünden sterben musste, denn die Guten haben ja genüged Gründe, warum sie und so gehandelt haben. Dazu gehört auch ein Ehebruch in Israel zur Zeit der Kreuzritter. Mich erinnert die Geschichte dort, an den heutigen Zeitgeist: Es gibt ein Problem und man glaubt nur die Wahl zwischen etwas ganz Schlimmen (Selbstmord und ohne Schutz am  Jordan sein) oder Ehebruch (mit dem man den Selbstmord zu verhindern glaubt  und damit auch den Schutz am Jordan erhalten kann.) Dabei gäbe es sicherlich noch vielfälltigere Lösungsansätze. Aber auch, wenn der Ehebruch begannen wurde, kann man mit den entschuldiend aufgeführten Gründen dann logischerweise keine Busse tun: Denn man hat ja Gründe, warum es vielleicht doch keine Sünde war. So kann man keine Busse tun: d.h. zu Jesus gehen und die Sünde ihm geben und vergeben lassen. Diese Sichtweise verunmgöglicht auch, mit unseren Guten Taten zu Jesus zu tun und dadurch das unzureichende am Guten zu heiligen, d.h. Busse zu tun. 
Eigentlich wird daruch  die Gnade billig: Es ist keine Gnade mehr, die man unverdient erhält. Es ist kein Erlass der gerechtfertigten und verhältnismässigen Strafe. Und damit auch kein ewiger Freispruch und liebevolle Annahme von Gott. Vielmehr glaubt man irgendwie, man habe ein Anrecht auf Annahme, weil es alles ja nicht so schlimm ist. 
Immerhin zeigt die Geschichte und das Leben der "Hauptdarstellerin", dass sie zuwenig mit Jan Hus über ihre Probleme redet. Sie steht oft nicht offen zu Wahrheit und so entstehen schlimme Folgen.
Manchmal aber verliert sich diese Frau auch in einer selbstgewählten Opferrolle, indem sie sich in ein selbstgewähltes Martyrium begibt, dass von Selbtgerechtigkeit strotzt. Dabei erden übermenschliche Aussagen getätigt. Aber es wäre viel einfacher gewesen, biblisch zu leben. (zum Beispiel Jan Hus zu heiraten. Oder die Stadwächter zu rufen usw. Allerdings habe ich mich noch zuwenig mit Jan Hus beschäftigt, um zu wissen, wie er dazu stand. Ich weiss aber, dass 100 Jahre später im aargauischen Bremgarten Heinrich Bullinger, der Vater des späteren gleichnahmigen Nachfolgers von Zwingli (= Reformator von Zürich) als Dekan (also etwas mehr als ein Priester) zwar nicht heiraten durfte, aber tatsächlich mit seiner Geliebten und seinen Kindern zusammenlebte. Für Heinrich Bullinger waren sie wie verheiratet. Das Problem war, dass die damalige Kirche diese Möglichkeit für Priester abgeschafft hatten. Die Familie seiner Geliebten war zwar nicht besonders glücklich darüber. Aber es wurde allgmeien akzeptiert. Vermutlich musste er "nur" - wie viele andere - eine Busse nach Konstanz zum Bischof zahlen und dann ging dies. Denn die LEute wussten ja noch, dass Priester eigentlich auch Männer sind, und wenn sie keine besondere Berufung für die Ehelosoigkeit haben, heiraten sollten. So sieht es zumindest die Bibel. Heinrich Bullinger verlor übrigens erst seine Stelle, als er sich zur Reformation bekannte.... Später sollte dann die gleiche Gemeinde/Stadt Bremgarten begeistert seinen reformatorischen Sohn anstellen. So sind wir Menschen...)

Was mich aber besonders getroffen hat - und die eben erwähnten Bedenken bestätigte, ist auf Seite 420 zu lesen:

"Jans Herz weitete sich, und die Liebe, die er für diese Menschen verspürte, verlieh seiner Stimme einen weichen, tiefen Klang.

'Es ist ganz einfach', erklärte er ruhig. 'Führt ein gutes, gerechtes Leben. Richtet euren Sinn in Demut und Geduld auf Jesus Christus. Dann könnt ihr darauf vertrauen, dass Gott euch an euren Verdiensten teilhaben lässt. Und wenn ihr bis zu eurem Tode in dieser Haltung ausharrt, werdet ihr vom Schöpfer selber den vollen Nachlass eurer Sünden emfpangen.'

Jan wartete ein paar Atemzüge lang. Die Menschen unter ihm warten mucksmäuschenstill. Die Königin genauso wie die Tagelöhner. Die Adeligen wie die reichen Bürger. Egal ob alt oder jung, Frau oder Mann. Er hob die hànde und segnete sie.

'Geht in Gott, meine Kinder!'"

Diese Passage, enttäuschte mich enorm. 

Ist das Evangelium? Ist das alles? 

Da hätte JEsus nicht ans Kreuz müssen. Er hätte sich von uns MEnschen nicht verspotten lassen müssen. Kein Peitschenhieb und keine Nägel durch die Hände bohren lassen müssen. Er, als Schöpfer und Gott, hätte nicht Mensch werden müssen und als verfluchter am Kreuz hängen müssen. 

Warum hing er denn da, zwischen Himmel und Erde?

Warum erlitt er als Gottes Sohn Gottesferne und hing da als Verlfluchter?

Warum musste er, das LEben, der Logos, die Logik und Vernunt, ja alles Gute sterben?

Damit wir eingutes , gerechtes LEben führen. Unddemütig und in Gedult unseren Sinn auf Jesus Christus richten? Vermutlich müsste man genauer nachfragen, was mit diesen Worten gemeint ist. Aber wenn es dann heisst: 
".., dass Gott euch an euren Verdiensten teilahben lässt." Dann ist hier von Werkgerechtigkeit die Rede. Auch wenn ich nicht weiss, was genau Jan Hus lehrte, so müsste es doch ähnlich dem sein, was Martin Luther dann hundert Jahre gelehrt hat. UND genau das prangerte Luther an: Diese selbstverliebte Selbstgerechtigkeit. Es war das, womit Martin Luther mit Erasmus von Rotterdam stritt, als Erasmus wieder zurück "kroch" und behauptete, man müsse sich unter die Bibel UND die (sichtbare) Kirche unterordnen. Luther schrieb Erasmus ganz klar, dass dies nicht christlich ist und eine neue Lehre ist: Man muss sich nur Gottes Wort, der Bibel unterordnen. Die Kirche muss an dem Wort Gottes geprüft werden. Ja die Bibel selber fordert uns dazu auf. 
Dazu gehören auch klare Galubensüberzeugungen. Luther wirft Erasmus vor, dass er die Dogmen Luthers und der Kirche angreifft und zugleich lehre Erasmus einen blinden Glauben, wie es die Bibel nie lernt.
Und aus dem kommt dann auch die Idee, dass wir Menschen (und das ist die sichtbare ja auch: Sie besteht aus Menschen unter die man sich wie unter einem Gott nicht stellen darf) uns den Menschen unterstellen sollen, weil wir wirklich absolut Gutes tun können, dass uns zum Heil brächte. Nein, Luther bekannte in seiner schriftlichen Antwort an Erasmus (s. der unfreie (oder besser: geknechtete) Wille des Menschen): Wir können uns noch so Mühe geben, aber unser Herz können wir nicht ändern. Calvin hat dann noch später an Sadolet (einem der mächtigsten römisch-katholischen Würdenträger, der zum innersten Machtbereich gehörte) klar bekannt: Dass seit Augustinus niemand mehr  pelegranisch sein kann und sich dann noch als Christ zu bezeichnen. Aber man schafft auf umwegen doch wieder das Gleiche (zum Beispiel indem man im Konzil von Trient zwar Augustinus erwähnt, aber seine genaue Formulierung nicht erwähnt, dafür aber die Idee einnimmt, Christus habe uns erlöst und gebe uns nun soviel Kraft, um gute Werke zu tun. Das klingt nun so christlich und gandenvoll, dass ich es zuerst für die Gnadenlehre hielt. Tatsächlich aber ist damit gemeint, man bekäme als Wiedergeborener von Christus seine Kraft als Vorschuss über und man könne dann unabhängig von Christus gute Werke tun. Aber das ist nicht wahr: Wir kommen seine Kraft nur im Moment über und nur wenn wir in Christus sind. Dazu gehört auch, dass wir mit unseren besten Werke zu Jesus gehen müssen und ihm die Unzulänglichkeit der guten Werke bekennen, damit er aus diesen etwas wirklich Gutes macht. Und hier könnte die Schriftstellerin auch wieder Recht haben: Wenn eine Frau, die Ehebruch begannen hat und zu Jesus geht und um Vergebung bittet (= Busse tut), DANN kann Jesus - wie mit unseren unvollkommenen guten Werken - etwas ewig Gutes machen. In diesem Fall ein neuer Mensch, eine Tochter, die aus diesem Ehebruch hervorgeht. Aber das ist ein Wunder, das Christus wirkt, dass wir nicht machen können. Aber immerhin können wir uns darauf verlassen, dass es JEsus macht, wenn wir zu ihm gehen, weil er es versprochen und weil er dafür gestorben und auferstanden ist. ABer das ist nie eine billige Gnade, sondern eine kostbare, teuere Gnade. Und es kann für den Sünder auch im realen Leben unangenehme Folgen haben, wenn es Jesus auch zum wirklich Guten wendet. Aber das ist jetzt alles sehr komplex und sprengt wohl den Rahmen. Aber es wäre schön, wenn in der christlichen Literatur diese Thematik behandlet würde, so wie es einst C.S. Lewis tat.)

Möge Gott die Begabung von Tania Douglas inskünftig nutzen, damit Gottes Gnade verkündet wird, wie es einst C. S. Lewis (und andere) mit seinen (mit ihren) Romanen tat (taten).


Freitag, 11. Mai 2018

Ruth Merckle

Frau Ruth Merckle ist am 30. April 2018 nach ihrem 81. Geburtstag verstorben.

Ihre Familie gehörte laut den Medien zu den 10 reichsten Familien Deutschlands. Ihr Mann Adolf Merckle gründete aus kleinen Anfängen einen Weltkonzern (u.a. gehörte dazu Ratiopharm). Zuletzt hatten sie 100'000 Mitarbeiter.

Bei dem allem blieben sie bescheiden. So fuhr Adolf Merckle, der Ehemann von Frau Ruth Merckle, zum Beispiel einen alten  Mercedes. In ihren Betrieben herrschte eine vorbildliche Betriebskultur. Dazu ein Beispiel: Mütter mit ihrem ersten Kind konnten bis 6 Jahre sich ihrem Kind ganz widmen. Für Problemfälle gab es Betriebsseelsorger.

Was war ihr Gehemnis? IdeaSpektur, 19.2018, schreibt dazu, dass sie eine Pietistin wie im Bilderbuch gewesen sei . Wer den Nachruf liest, spürt, dass hier christliche Werte ganz konkret in einem Weltkonzern umgesetzt wurden. Es ist das Gegenteil, was wir sonst in unserer Kultur spüren: Der Rückgang der jüdisch-christlichen  Werte. Die Reduktion des Menschen auf eine Maschine, auf ein Produktionsfaktor und die Kundschaft auf eine Reduktion auf eine Statistik. Und selbst unter vielen Christen spüre ich diese "Materialisierung" der Weltsicht. Gerade letzten Sonntag sprach ich mit einem Aeltesten - also einem Leiter einer kleinen Freikirche - darüber, wie die Wirtschaft immer härter wird. Es soll ja sogar Manager geben, die nehmen Drogen, damit sie noch mithalten können. Früher war es in der Schweiz üblich, dass grosse Betriebe einen gewissen Prozentsatz an schwachen Mitarbeiter anstellten. In meinen jüngeren Jahren erlebte ich, wie die Banken diese schwächeren Mitarbeiter ganz bewusst entliessen, um die Rendite zu erhöhen. Auch andere grosse Konzerne taten es ihnen gleich. Interessanterweise verloren sie dann später viel mehr durch Spekulationen - und vielleicht auch durch überhöhte Boni und Löhne? Bescheidenheit und verantwortliches Handeln wird immer mehr mit materialistischer Gewinnorientierung gewechselt. Ich kenne jemand, der wurde in diesem Jahr 2018 angedroht, dass sie nach ihrer Kur entlassen würde, wenn sie noch einmal krank würde, weil sie seit 2017 immer wieder krank wurde. Kann man sich vorstellen, was für ein Druck auf ihr lastete, als sie in die dringend benötigte Kur ging? Und kaum zurück, bekam sie wieder sehr hohes Fieber - und der Arbeit geber kündigten ihr. Mittlerweilen  war sie nicht mehr krank geworden. Vermutlich hat die Kur ihr wirklich geholfen und vielleicht ist nun auch dieser unmenschliche Druck des "Ich darf ja nicht noch mal krank werden" weg. Aber der Arbeitgeber - übrigens ein Betrieb der Sozial-Industrie - bekam eine neue Leitung, die viel härter leitete. Meine Mutter meinte  dazu: "Sie werden ihre Strafe von Gott erhalten." 
Ich weiss, es gibt auch das Gegenteil. Ich kenne einen überzeugten Christen, deren Mitarbeiter haben seine Gutmütigkeit auch ausgenutzt. Und ich kann mir vorstellen, dass er auch strenger sein hätte dürfen: Dies hätte den Mitarbeiter auch gut getan. Er erzählte mir, wie er hörte, als einer aus seiner Krankheitszeit zurückkam und einem anderen Mitarbeiter sagte: "Nun kannst Du auch krank machen." Machtmissbrauch, Sünde und Vertrauensbruch gibt es natürlich auf beiden Seiten. Dennoch war früher das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern viel grösser. Doch ein gewisses postmodernes "Gelabere", d.h. ein liebliches Gerede, wo aber nichts dahinter steht, ausser Lieblosigkeit, nimmt eindeutig zu. Und um auf den Aeltesten zurückzukommen, er verstand diese Problematik gar nicht. Er, der selber in verantwortlicher Stellung in einem Betrieb ist,  sagt mir nur: Das muss man verstehen. Mit anderen Worten, die materialistische Gewinnmaximimerung ist die oberste Maxime für ihn. Nun hätte ich ihn fragen sollen, wie er denn die Gemeinde, d.h. die Kirche sieht? Jay E. Adams sagte treffend: Eigentlich müsste die Gemeinde nicht nur Seelsorge betreiben, sondern auch diakonisch so aktiv sein, dass kein Mitglied, wenn es arbeitslos wird, stempeln muss. Mir öffnete dies die Augen: Selbst Kaiser Iulianus Apostata (331/332 - 363), der die Christen hasste, war von der Caritas, d.h. der tätigen Liebe, gegenüber ihren Leuten und den Heiden tief beeindruckt. Er versuchte sogar - ganz im Gegensatz zum klassischen Heidentum - nicht mehr die "Lieberalitas", sondern die Caritas in seinem Heidentum durchzusetzen. Caristas bedeutet Nächstenliebe, d.h. das beste für den Nächsten erstreben, ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten, während die Liberalitas eine Freigiebigkeit meint, für die man eine Gegenleistung erwaretet. 

Es stellt sich die Frage, ob wir heute noch den Unterschied wissen und wie weit die christliche Gemeinschaft dies überhaupt noch weiss und vorallem auslebt. 
 Könnte es sein, dass manche Kirchenleiter ihre Positionen mit einem materialistisch gesinnten Managerdasein verwechseln? Es ist mir klar, dass dies nicht einfach ist. Aber am Budget einer Gemeinde erkennt man sehr schnell, wie wir die Nächstenliebe umsetzen wollen. Wieviel Geld wird für die Caritas, die Nächstenliebe eingesetzt? Und Nächstenliebe ist keine Gefühlsduselei, sondern wie Paulus und Jakobus festhalten, die sichtbare Mannifestation unseres Glaubens. Ohne Liebe (Paulus), hat alles keinen Sinn. Ohne Werke der Liebe (Jakobus) ist unser Glaube tot. Das wir das aus uns nicht können und auch dafür Busse tun müssen, d.h. zu Jesus gehen müssen, versteht sich von selbst. Aber diese Manifestation müsste sich auch in unserem Gemeinde-/Kirchenbudget zeigen.

Bisher stellte ich fest, dass die Seelsorge stiefmütterlich behandelt wurde. Seelsorge müsste ein Kernterma einer jeder Kirche/Gemeinde. Man kann Johannes Calvin viel vorwerfen, aber seine Predigten waren sehr seelsorgerlich. Er konnte vom Glauben verfolgte trösten und ermutigen.  Er wusste, wie man Christen tröstete, die erlebten, wie sie alles verloren. Auch sein Umgang mit seinen Finanzen waren vorbildlich: Er förderte die Bildung und Diakonie ganz konkret, so dass er trotz gutem Gehalt kein Vermögen an seinem Lebensende hatte. (Letzteres muss nicht sein, denn aus der Rendite von Vermögen können wir dauerhaft Gutes tun. Doch die Bibel warnt uns, dann unser Vertrauen auf das Vermögen zu verwerfen, anstelle auf Jesus Christus. Denn dann würde das Geld zum Mammon, zu einem schlimmen Götzen, der uns versklavt. Dann bestimmen nicht mehr wir, was mir mit dem Geld machen, sondern das Geld, was wir zu tun haben. Jesu Botschaft war hier klar: Tut Gutes mit Euren Gaben. Wuchert mit Euren Talenten: 1. Petrus 4,10: Und dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der manherlei Gnade Gottes." Dazu gehören auch alle anderen Gaben Gottes: Wie Zeit, Singen, Kunst, Mitgefühl, Gabe des Dienens, Tröstens, Heilens usw.)

Frau Ruht Merckle und ihr Mann Adolf Merckle taten dies sogar als "Kapitalisten". Wieviel mehr sollten es christliche Gemeinschaften tun? Sie verstanden ihren Reichtum als Gabe Gottes, dass von Gott geliehen war, um damit Gutes zu tun. 

Das bewahrte sie nicht vor Problemen und Ueberforderungen. So hat Adolf Merckle mit 74 Jahren einen strategischen Fehler begannen - oder vielmehr Bankinstitute und Politik liessen ihn fallen. So konnte er sein Versprechen "Keiner wird entlassen!" nicht halten. Da Herr Merckle kein gewissensloser Arbeitgeber war, war das für ihn schwer. So schwer, dass er einen noch grösseren Fehler begann und sich am 5. Januar 2009 vor einen Zug warf. Der Teufel, der unseren Tod will, scheint gesiegt zu haben. Aber der Teufel hat sich auch beim Tod von Jesus Christus geirrt! Jesus kann unsere tiefste Niederlage zu einem Sieg umwandeln. Was wir sicher wissen und was dieses Leben zeigt: Manchmal können auch wir tiefgläubigen Christen in tiefe Versuchungen fallen. Martin Luther meinte dazu,  man wird  zu einem wirklich guten Theologen, indem man diese erlebt und mit der Hilfe der Gnade Gottes durchgestanden hat. So  kann man als Theologe die Gemeinde nachhaltig  ermutigen. 
Für seine Frau muss dies schlimm gewesen sein. Herr Helmut Matthies schreibt in ideaspektrum, 19.2018, dazu:

"Nachdem ich es im Radio gehört hatte, rief ich aus Mitgefühl siene Frau an. Ohne Drumherum-Gerde brachte sie den Beweggrund ihres Mannes auf den Punkt:
'Er hat halt nimmer können, obwohl das Gebet für ihn stets eine Stütze war.'

und auch dies war wahr:

"Plötzlich stand die Milliardärsfamilie vor dem Nichts."

Dazu Frau Ruht Merckle:

"Es hat mich tief gerührt, dass Nachbarn mir Kuchen vor die Tür stellten." Jahre später sollten drei ihrer Söhne Schulden zurückzahlen und Betriebe erfolgreich weiterführen. Es ist traurig, dass Herr Merckle dies nicht erleben konnte. Aber vielleicht erlebte er es ja doch in einer ganz anderen Welt. 

Gott bewahre uns in den Versuchungen und lasse sie uns als Chancen zum Besseren erleben. Zum "Glück" ist Jesus gnädig und bei ihm kommt alles Gut. Darum: lasst uns alleine auf Christus hoffen und nicht auf uns Menschen. Denn niemand von uns kann aus sich aus, so gut leben und dies alles meistern, dass er aus eigener Kraft so gut leben kann, dass wir in den Himmel kommen. Es ist immer nur 100% Geschenk und 0% unsere Leistung. Es ist immer 100% Leistung von Jesus Christus und 0% Leistung von uns. Es ist immer 100% die Liebe Gott des Vaters und 0% unser Vermögen. 

Das Gott in seiner Grosszügigkeit dann auch noch unsere guten Werke, unsere Caritas, belohnt, obwohl er uns  die guten Werke vorbereitet und geschenkt hat, ist typisch für Gott: Gott ist überschwenglich grosszügig. Und manchmal kann man dies auch an seinen Kindern erleben. Nämlich dann, wenn sie in Christus sind. Frau Ruth Merckle war davon tief beeindruckt. Daher konnte sie diese schweren Prüfungen in Christus durchstehen. Wir wissen nicht, was sie alles durchmachte. 2015 erlitt sie eine Schlaganfall und war ab dann halbseitig  gelähmt. Ich zitiere wieder:

"Sie nahm auch diesen Tiefschlag ganz aus Gottes Hand. Sie schrieb:

'Ich habe keine Angst vor dem Sterben. Denn wir Christen sterben ins Zentrum des Lebens. Der Tod beendet nur unsere Zwischenstation auf Erden.'
Nach einem Abschiedsgottesdienst in der Familie starb sie in tiefem Frieden am 30. April in ihrer Wohnung in Ulm. Sie empfanddenTod als Erlösung."

Es wird interessant sein - nach meiner Auferstehung von den Toten - mit diesem Ehepaar zu reden. (Sollte Gott im Warteraum auf die Auferstehung eine Möglichkeit schon dort dazu schaffen, wäre das natürlich auch interessant. Man wird sehen, wie sich das Gott ausgedacht hat.)

Der Atheist und die Bibel: Dr. Andreas Heesemann, danach noch Dr. Albrecht Kellner

Ein interressante Lebensgeschichte, wie ein überzeugter Atheist Christus findet.



Er war überzeugt, dass es vernünftig ist, dass es keinen Gott gibt. Als er in einer skurillen Szene ein Neues Testamentt mit Psalmen erhält, findet er dies verrückt. Zugleich ist er aber erstaunt, wie fremd ihm der Geber dieses Neuen Testaments ist. Weder versteht er ihn und was er über Jesus sagt, noch versteht sein Gegenüber ihn. So verabschieden sie sich schlusssendlich und der Christ ist darüber enttäuscht. Dr. Andreas Heesemann spührt das Gleiche. Doch bei ihm ist auch das Staunen gross und er will begreiffen. (Darum wurde er wohl später auch Physiker.)

Was es für Welten gibt.    Eindrückliche Gedanken.

Er ging u.a. den  Fragen nach:

Was trägt wirklich? (gerade im Angesicht des Alters)

Wie kann ich an Jesus glauben, wenn ich nicht an seine Existenz glaube?

Auch wenn er heute Christ ist, kommen ihm heute noch die alten Gedanken des Zweifels: Ist das nicht alles Verrückt? Doch es wird weniger.

Später studierte er Physik. Dies war für einen Glauben an Gott gar nicht hinderlich. Er findet die heute populäre Idee, dass  die Wissenschaft immer mehr den Glauben verdrängt, nicht sachlich korrekt. Vielmehr staunte er über die Physik, diese neue Welt, die sich ihm da auftag. Und je tiefer er sich damit beschäftigt, umso mehr begeistert es ihn.

Er stellt fest, dass zum Menschensein drei Bereiche gehören:

Denken, Fühlen und Glauben sind für ihn drei Bereiche, die zu einem Menschen gehören.

Ein interressanter Mensch: 

Es gibt keinen Gottes Beweis und keinen Gegenbeweis. Dadurch haben wir eine Wahlmöglichkeit. Das selber ist schon göttlich. Gott können wir nicht packen.

Er besitzt Gott nicht.

Was für Einsichten.

Der Beitrag stammt vom ERF.

____ 

Dr. Albrecht Kellner ging als  Physiker umgekehrt als Dr. Andreas Heesemannvor: Er wählte Physik, um den Sinn des Daseins zu finden. Philosophie war ihm - wie die Theologie - zu spekulativ.

Die Physik enttäuschte ihn, denn die Physik beschreibt nur.

Da er mit Logik nicht weiterkam, wandte er sich dem Bewusstsein zu und damit auch dem Sinnlichen zu, um den Sinn zu finden. Er wollte nun sein Bewusstsein erweitern, mit einer indischen Pflanze. Es sei interessant gewesen. Es gab Phänomene, die ihm aber nicht weiterhalfen. 
Faktisch nahm er eine milde  Droge. Das  liess er dann, weil er in ein psychischen Labyrint landete. Die Bewusstseinsschärfung machten auch seine Defekte immer deutlich. Es sei für ihn gefährlich gewesen.

Da wandte er sich der Transmediale Medition zu. Das war ähnlich. Eigentlich war es aber noch schlimmer, weil es als etwas Natürliches sei. Nun glaubte er, im Gegensatz zur Droge, dass dies gut sei.    Eigentlich war es nur eine Phokosyierung auf sich selber.

Er ist der Ueberzeugung, dass das Nachdenken nur immer die zweite Reihe sei. Der Verstand ordnet die Erfahrung. Somit sei das Bewusstsein vorweg. Dadurch trainierte er seine Wahrnehmung: Erfahrung und dann "Nach-Denken", wie das Wort sagt. 
Er sei irgendwie vage vom Budismus und Hinduismus beeinflusst.

In Amerika liess er sich auf Gedanken eines indischstämmigen Engländers. Er war immer auf der Suche und dabei noch ganz guter Dinge. Die Amerikaner seien die fleissigeren Studierer an  der Universität. Er stieg da aus und musste sein Lebensunterhalt organisieren.
Nach einigen Misserfolgen wurde er ein erfolgreicher Sprachlehrer.
Nun konnte er sich mit der Hilfe seiner Freundin wieder einem Conceler zuwenden. (Er ging also wieder der Sinnfrage nach.) Erstaunlicherweise war dies aber ein Pastor. Christsein war nie auf seinem Radar, obwohl er aus einer evangelischen Kirche stammte. 

Auf die Frage, was denn das Wichtigste in der Bibel sei, antwortete der Pastor, dass alles Wichtig sei. Der Pastor las ihm nun aus der Bibel vor. Der Pastor war ihm nicht wichtig. Aber die Worte der Bibel waren gewaltig. Dann beschreibt er etwas, was man als Bekehrung umschreiben könnte. 

Danach verabschiedete sich. Und das war es. 

Er wusste nicht, was das war, aber es war etwas Gutes. Er bekam eine Bibel, die er lesen und einverleiben (wörtlich: essen) solle. Er verstand sie zuerst überhaupt nicht. So nach 6 bis 9 Monaten wurde es "transparent". Er hatte ja Erfahrung im lernen und lesen. Er wollte dran bleiben und es verstehen. Warum ging das so lange?
Er hatte Mühe die Bibel zu verstehen, weil er das Gelesene mit seinen Gedanken und bisherhigen Weltsicht interpredierte. Er las die Kreuzigung zum Beispiel als Allegorie und nicht als historisches Geschehen.
Er begann es zu verstehen, als er direkt auf den biblischen Text schauen. (Ich glaube, dass war der indischstämmige Engländer, der generell dieses Vorgehen empfohlen hatte.)

Dadurch konnte er die erste Analyse des Neuen Testaments. Durch das er die Bibel lies, gelangte er zu einer inneren Erfahrung - also das, was er immer gesucht hatte.

Die Grundfragen wurden mittlerweilen beantwortet. Aber vieles versteht er nicht. Gerade im naturwissenschaftlichen Bereich fand er kaum etwas und er hofft  einmal Antworten zu erhalten.

Jesus rede immer vom Erkennen! Das sei sehr mächtig. Und  trotzdem weiss man dies kaum. Sogar auf der Kanzel wird dies nicht gemacht.
Dabei redeten sie auch über Einstein, der ein Theist, aber kein Christ im engeren Sinne war.



Was ist das Evangelium?

Dr. Albrecht Kellner fasst dies am Schluss zusammen.


Samstag, 5. Mai 2018

Hier einfach etwas für das Gemüt.  

Dabei lässt sich gut ruhen und denken.

Mit lieben Grüssen

Samstag, 10. März 2018

Billy Graham

Nun ist nach beinahe 100 Jahre Billy Graham gestorben. Ich habe nicht viele Predgiten von ihm gehört, vielleicht zwei. Die eine ist irgendwo auf diesem Blog oder auf meinem http://www.filmund.blogspot.com/.

Hier ist die zweite Predigt, die ich von ihm hörte:




Sie wurde am 17. März 1993 in Essen gehalten. Ich bin erstaunt, wie klar und einfach er predigt.  Graham spricht die verschiedensen Themen in aller Kürze und Prägnanz an. Er schafft es in einer Predigt atheistische Ueberzeugungen, den Sündenfall, Gottes Liebe und Heiligkeit, Gott der Richter und unsere Probleme (Rassismus, religiöser Extremismus, Kriegsgefahr usw.) aufzuarbeiten und alles zu Christus als unser Erlöser zu bringen. Vor der Predigt bedankt er sich und beschreibt und bedankt sich für die Organisation der bis dann vielleicht grössten evangelistische Veranstaltung der Kirchengeschichte. Anscheinend war damals schon die Hoffnungen zerblatzt, dass nach dem Fall der Berliner Mauer eine lange Friedenszeit eintretten wird.

Hier sieht man noch das Vorprogramm und warum Graham sagt, dass die Leute ja nur gekommen sind, um Cliff Richard zu hören und er kann nun noch eine  Predigt halten. Man merkt, dass Billy Graham bescheiden war. Die Kleider usw zeigen uns, dass es vor langer Zeit war. Graham sah in seinem langen Leben noch viele andere Zeiten hier auf unserer Erde: 

Vor 25 Jahren!!! (Heute 10.3.18, damals 17.3.1993) Cliff Richard erzählt über seinen Glauben uns singt Lieder.










Donnerstag, 1. März 2018

Modelleisenbahn

Diese wunderschöne Modelleisenbahn wurde von einem Bayer erstellt.
In seinem bayrischen Dialekt erklärt er seine Arbeit. das bayrische Fernsehen hat die Modelleisenbahn genial gefilmt. Wer hat schon eine solche Anlage gesehen? Ein 3-D Maler!

Was hat das mit Theologie zu tun?

Gott hat uns wunderbar gemacht. Die gesamte Schöpfung zeugt von seiner Herrlichkeit. Und das, obwohl alles seit dem Sündenfall seufzt und auf die Herstellung aller Dinge wartet. Ein kleinwenig von dieser Herrlichkeit wiederspiegelt auch unsere Schaffenskraft und unsere Kreativität, wovon diese Modelleisenbahn ein Beispiel ist.

Arbeit adelt. Da unser Gesellschaft die jüdisch-christlichen Werte am Aufgeben ist, schwindet auch dieses Wissen. Doch ehrbare und ehrliche Arbeit ist etwas wunderbares. Natürlich hat auch hier der Sündenfall einen dunklen Schatten geworfen. Seitdem müssen wir Männer im Schweisse unseres Angesichtes arbeiten. Aber trotz dieses dunklen Schattens ist Arbeit auch erfüllend und dereinst, wenn Jesus zum zweiten Mal wiederkommt auch wieder wirklich herrlich. Heute erkennen wir etwas von dieser Herrlichkeit, wenn wir die Erfüllung und Freude dieses Modelleisenbahn-Meisters sehen. Wir sehen es auch, wenn ein Kind spielt, eine Mutter ihr Kind liebt, ein Künstler sein Kunstwerk schafft usw. Denn Arbeit ist nicht zur bezahlte Arbeit, sondern auch unendgeltliche Arbeit. Nur dekadente Kulturen verachten die Arbeit. Denn Arbeit adelt. Darum sollten auch alle Menschen einer ehrbaren und - soweit dies in einer gefallenen Welt möglich ist - einer sinnvollen Arbeit nachgehen können. Paulus sagt sogar im Neuen Testament, wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Damit meint er natürlich nur diejenigen, die arbeiten könnten, aber weil sie glauben, sie seien geistlich "zu höherem" Berufen, müssen andere für sie arbeiten. Nein, wir sollen arbeiten und mit den eigenen Händen etwas schaffen, damit auch den Armen etwas geben können. Ist das eine rotestantische Arbeitsmoral? Ja, und eigentich eine ganz allgemeine jüdisch-christlicher Wert, wenn man die Bibel ernst nimmt.

Ich wünsche mir in diesem Sinn auch Management-Ideen, die Lebensräume in der Arbeitswelt schaffen. Also nicht nur Gewinnobptimierung, sondern auch Lebensoptimierung, denn Arbeit ist mehr als Materialismus. Doch eine materialistiche Welt lässt logischerweise den Menschen zu einem Produktionsmaschine verkommen, anstelle zu einem würdigen Menschen. Der Materialismus könnte uns vergessen lassen, dass wir alle einmal sterben werden und dann vor Jesus Christus und unserem Gewissen Rechenschaft abgeben müssen, was wir getan und nicht getan haben. Wie haben wir dann unsere Macht eingesetzt? Unsere Macht als Mutter, als Vater, als Lehrer, als Politiker, als Arbeitgeber, als Arbeitnehmer, als Millionär und als IV-Bezüger. Wie gingen wir mit unseren Möglichkeiten um? Wem viel gegeben wurde, von dem wird auch viel erwartet. (Lukas 12,47 und 48: "Der Knecht aber, der den Willen seines Herrn kannte und sich nicht bereihhielt und auch ncihtnach seinem Willen tat, wird viele Scläge erleiden müssen; wer ihn aber nicht kannte und doch tat, was Schläge verdient, der wird wenig Schläge erhleiden müssen. Denn wem viel gegeben ist, be idem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man desto mehr fordern."

Es ist genial unsere Gaben zur Ehre Gottes einzusetzen. Denn die Ehre Gottes ist immer auch das Beste für uns. Dabei gilt, dass wir uns zuerst von Gott beschenken lassen sollten. Denn aus der Gnade Gottes erhalten wir alles umsonst. Und in diesem Ueberfluss dürfen wir geben. Wir erleben Barmherzigkeit und können so Barmherzigkeit gegenüber anderen lernen. Wir erleben Vergebung und Versöhung durch Jesus Christus und lernen so anderen zu vergeben und Versöhnung zu leben. Wir werden uneigennützig von Gott geliebt. Er macht aus einer hesslichen Kirche etwas wunderbares - und so lernen wir auch uneigennützig zu leben. 

Das ist hier in dieser Zwischenzeit natürlich alles sehr unvollkommen: Denn wir sind am lernen und können es aus eigener Kraft nicht. Wir neigen zu ganz anderem... Aber in Christus kann es Christus wirken. Er macht aus unserem Misst guten Dünger. Danker Herr!

In dieser Fülle können wir uns auch an den Gaben anderer freuen. Ich freue mich an diesem Modelleisenbahn-Könner gewaltig! Was für eine Gabe, die dieser Mann von Gott erhalten hat. Es ehrt Gott, wenn er so liebevoll seine Gabe auslebt. Und wie gesagt, was Gott ehrt, tut auch uns gut: Auch er wird dabei glücklich. Ob er dieses geistliche Prinzip verstanden hat? Wahr ist es auf jeden Fall.

Sonntag, 25. Februar 2018

Billy Graham 1918 bis 2018

Billy Graham ist gestorben. Beinahe 100  Jahre ist er geworden. Im Video erklärt er sein wichtigstes Anliegen. Er hat den Lauf vollendet. Gerade heute habe ich in der BAZ (Basler Zeitung) bei meinem Schwiegervater einen Nachruf auf ihn gelesen: Es war tendenziös und der Schreiber hat Graham nicht verstanden. Schade. Vielleicht sollte er dieses Video betrachten. Und er hat nicht nur die dort erwähnten Präsidenten beeinflusst...
Für alle, die ihn nicht kennen: Er ist ein baptistischer Prediger aus den USA, der an Grossevangelisationen in der ganzen Welt - dazu gehörte auch die Sowjetunion und Nordkorea - predigte. Dabei waren auch Künstler beteiligt, wie Johny Cash.

Es wird interessant sein, dereinst im Himmel mit ihm zu sprechen.

Freitag, 2. Februar 2018

Hat Gott keinen Plan? Gibt es eine ewige Verdammnis? Wie wichtig ist die Bibel?

Zu diesen Themen findet man im Ideaspektrum 4.2018 zwei interessante Themen von Herrn Manuel Schmid, ICF-Pastor (Gott hat keinen  Plan für dein Leben!) und dem reformierten Theologieprofessor Rolf Wischnath (Das barmherzige Gericht Gottes).

Dies hat mich sehr bewegt. Nach einigen Tagen stellte ich folgende Gedanken zusammen:

Interessant, was Herr Manuel Schmid, ICF-Pastor schreibt. Es erinnert mich an John Lock (1632-1704), der aus einem puritanischen Familie stammte und traditionelle reformierte Theologie säkularisierte. Damit förderte Lock eine wichtige Grundlage für Ordnung und Freiheit aus der Bibel. Aber die Säkularisierung bedeutet immer auch ein Verlust von der gesamten Vielfalt der Bibel. Seine Philosophie verlor durch die Säkularisierung eine gewisse biblische innere Folgerichtigkeit.

Prinzipiell scheint mir eine Theologie oder eine Philosophie, die eine Brille darstellt, wie man die Bibel liest, problematisch. Diese Kritik möchte ich auch an den reformierten Theologen Rolf Wischnaht anbringen. Auch ich hätte gerne, dass schlussendlich alle Menschen in den Himmel kommen würden. Aber es ist nicht massgebend, was ich möchte, sondern was Gott offenbart hat. Ob dann Gott neben seinen Zusagen noch grosszügiger ist, ist seine Sache. Wir sollten uns hüten, mehr zu lehren, als Gottes Wort uns verspricht, sonst könnten wir schuld sein, dass jemand das ewige Heil verpasst: Denn hier und jetzt entscheidet sich, wie wir die Ewigkeit verbringen werden: Wir haben die Wahl: Entweder Freiheit und Gnade in Christus oder die gerechte ewige Strafe für uns. Entweder machen wir uns hier und jetzt auf den Weg der Gnade, Liebe und Barmherzigkeit in Christus oder aber wir verhärten und verrohen bis in alle Ewigkeit. Wenn wir die Gnade Gottes ablehnen und stattdessen die Werkgerechtigkeit oder die selbstsüchtige Gesetzlosigkeit wählen, werden wir uns in uns selber verlieren und beim Jüngsten Gericht wird unser Gewissen zu einem lodernden Feuer, das in der Ewigkeit nicht gelöscht werden wird.

Die Bibel - Altes und Neues Testament - ist Gottes Wort und legt sich selber aus. Wie jedes Buch hat es auch die Bibel verdient, dass man dieses Buch der Bücher so liest, wie es der Schriftsteller gemeint hat: "Ein Text sagt das, was der Autor sagen wollte." (Prof. E. D. Hirsh, geb. 1928). Ich weiss, das ist nicht Postmodern. Aber Postmodern ist oft antiintellektuell und  manchmal sogar irrational. Da es sich bei der Bibel um Gottes Wort handelt, ist es noch wichtiger, dass wir ständig dem nachgehen, wie es Gott gemeint hat. Jesus selber bezieht sich extrem auf das Alte Testament, wenn er sagt "gegrapta", was bedeutet: Es steht (in der Bibel) geschrieben. Und Jesus war es, der dafür sorgte, dass die zwölf Apostel, die Augenzeugen, die Bibel durch das Neue Testament ergänzten und endgültig für uns vollendeten. In diesem Sinne ist das AT und NT die apostolische Sukzession und unsere Autorität, da durch diese Bibel Gott zu uns spricht. So wie sich Jesus der Heiligen Schrift unterordnete, weil es Gottes Wort ist, sollten wir das auch tun. „Denn die Schrift ist die Schule des Heiligen Geistes.“ (1) Wir werden so das Maximum an möglichem Wissen über Gottes Willen erfahren. Damit haben wir hier auf dieser Erde das ganze Leben zu tun. Kein Theologe wird hier je zu Ende damit kommen. Dabei werden wir auf Antinomien treffen, wie die Dreieinigkeit Gottes, Prädestination und unsere Verantwortung, Gottes Allmacht und unsere Freiheit usw.

Es wird komplexer als die determinierte Theologie des offenen Theismus oder eine an die menschlichen Grenzen angepasste reformierte Theologie (was dann eigentlich keine „klassische“ reformierte Theologie mehr ist.) es je erfassen könnte. Daher konnte Manuel Schmid auch nicht John Piper in seiner Komplexität kritisieren. Schmid hat die calvinistisch-baptistische Theologie von Piper - und damit eine reformierten Theologie - nicht in seiner Komplexität verstanden, weil sein offener Theismus Gott in unser menschliches Denken determiniert. Ich finde die angebrachte Kritik an Piper als unfair, denn erst wer den anderen richtig verstanden hat, kann wirklich gut und für alle gewinnbringend kritisieren. Vielleicht sollte man zuerst das Buch Donald A. Carson „Ach Herr, wie lange noch?“ lesen. Der Kollege von John Piper stosst tröstend unser Denken in Richtung Allmacht Gottes auf. Piper selber hat einfache und gute Bücher geschrieben: Zum Beispiel: Überwältigt von Gnade, Aurelius Augustinus, Martin Luther, Johannes Calvin oder Standhaft im Leiden John Bunyan, William Cowper, David Brainerd oder Beharrlich in Geduld, John Newton, Charles Simeon, William Wilberforce.

Denn es ist sehr tröstlich, dass Gott allmächtig ist und auch die schlimmsten Umstände in Händen hält. Gott mag heute das Böse „nur“ beschränken – bis er dann am Jüngsten Gericht alle Dinge wieder herstellt. Für seine Leute soll aber alles in diese Zwischenzeit zum Segen dienen, sogar Unverständliches, das Angesicht der Allmacht Gottes doch einen verborgenen Sinn hat. Letztendlich ist auch die biblische Prädestinationslehre ein Mittel von Gott, um uns in dieser Zwischenzeit zu trösten, weil es uns ermutigt, uns nicht auf uns oder andere Menschen, sondern alleine auf Jesus Christus zu verlassen. Die biblische Prädestinationslehre führt uns – wie das gerechte Gesetz Gottes – direkt in die Arme von Jesus Christus, weil wir dann alles von ihm und nicht von uns erwarten. Denn wir können es nicht, obwohl wir voller Güte und Liebe sein sollten.

Zugegeben: Der lebendige Gott ist für unseren Verstand nicht ganz fassbar, vielmehr fasst er uns ganz. Aber so muss es auch sein, wenn wir dem lebendigen Gott und nicht einem selbstgebastelten Götzen nacheifern wollen. Ole Hallesby, ein nun verstorbener norwegischer lutherischer Theologe, beschreibt genau diese Erfahrung, als er als liberaler Theologe bemerkte, dass es Gott wirklich gibt: Sein selbstgemachter Götze war absolut verständlich. Nach seiner Bekehrung verstand er Gott nicht mehr in allen Punkten, dafür konnte er ihn nun wirklich anbeten.

Ich wünsche mir Theologen, die anstelle Eisegese gute Exegese ausarbeiten und so Gottes Volk inspirieren. Solche Theologen können und müssen nicht alles Wissen, weil sie selber ständig am Lernen sind und weil Gott nicht alles offenbart hat. Johannes  Calvin sprach daher von einer „wohlgelehrten Unwissenheit“ (Institutio III,21,2).

Könnte es sein, dass die heutige Theologie in einem ähnlichen Zustand ist, wie am Vorabend der Reformation?

André Gujer, 2.2.2018

Anhang

(1) Johannes Calvin, Insitutio III, 21,3

Freitag, 26. Januar 2018

dreifache Gebrauch des Gesetzes

Riegel (für den Staat, gegen Anarchie)

Spiegel (für das eigene Herz, zur Aufdeckung der Sünden. Das Gesetz treibt uns zu 
              Christus, weil wir nicht so gut, so liebevoll, so barmherzig, so gerecht, so klar usw. 
              aus uns leben können.)

Regel (für den Gläubigen, als Leitplanke)


Engel tragen manchmal Grau von Hedwig Gerber

Eine eindrückliche Lebensgeschichte. Eben konnte ich mit der Tochter der Autorin, Ruth Müller sprechen: Auf Gott vertrauen, es ist eigentlich ganz einfach. (In der Praxis habe ich da etwas mehr Mühe.) Das kleine Büchlein wurde kurz und pregnant gehalten. Frau Müller bestätigte heute, dass dies ein Ziel ihrer Mutter war. Sie verlor sich gar nicht im Detail. Dafür wurden aber auch viele Dinge nicht erfasst. Eine Geschichte hörte ich eben heute. Jemand, der in ihr Haus aufgenommen wurde,  und heute noch sagt, es sei wie eine Bibelschule gewesen.
Im Büchlein selber spürt man auch diese Besonderheit: Das vertraute Leben in Christus. All die vielen Herausforderungen werden so zur Chance im Leben. Da ist eine drogensüchtige junge Frau, die bei ihnen wohnen kann und dadurch wieder Boden unter den Füssen bekommt.
Zudem hört man in letzt vergangene Zeiten. Wie das Dorf glücklich war, gute Lehre zu hören usw.
Oder wie sie als Geschäftsinhaber einer Maschinenfabrik, um genügend finanzielle Mittel baten, damit sie die Löhne oder den dreizehnten Montaslohn zahlen konnten, obwohl sie viel zu wenig Aufträge hatten oder weil der Verkäufer einer Firma eine praktisch konkursite Firma an sie verkauft hat. Gott halt und verorgte.
Die Mutter von Hedwig Gerber war römisch-katholisch, wählte aber die reformierte Kirche. Hedwig Gerber selber hatte Beziehungen zur reformierten Landeskirche wie zu Freikirchen. Ganz kurz werden verschiedene theologische Ausrichtungen erwähnt, mit denen sie Kontakt hatte. Bei allem blieb immer eines: "Aber Gottes Plan stand fest." (Seite 31) Und so kam es in allen Schwierigkeiten immer wieder gut. Manchmal klingt nur etwas kurz an, um dann später klarer aufzutauchen. Das gesamte Buch ist einfach geschrieben. Es pakte mich so, dass ich es vor zwei Tagen in der Nacht durchgelesen habe. 
Es ist ein bisschen wie Dorothea Trudel aus Männedorf. Nur handelt es sich hier um eine verheiratete Frau mit drei Kindern, die ihren Mann in seiner Maschinenfabrik unterstützte.

Hier einige Beispiele:
"Das Mädchen hatte grosse Angst vor seinem Vater. Eines Tages flüchtete es vor ihm und lief von zuhause weg. Er hatte se mit einem Kessel kochenden Wassers übergiessen wollen. 
Tina besuchte hier auch die Schule. Ihr Lehrer hatte ein Herz für seine Schülerin und war froh, dass das Kind bei uns ein Zuhause  gefunden hatte, wo es Geborgenheit und Annahme erleben konnte....
Einmal kam sie aus der Schule heimgerannt, ganz verstört und reif: 'Chiuda la porta, chiuda la porta! Il padre, il padre!' Ich beruhigte das arme Kind: 'Geh nur ins Wohnzimmer, ich brauche ide Türe nicht zu schliessen.' In gottgegebener Autorität trat ich dem wütenden Mann antgegen: 'Tina ist jetzt bei uns. Sie haben sie in Ruhe zu lassen.? Wie ein geschlagener Hund ging er davon. Ich war tieftraurig, mitansehen zu müssen, wie Satan ganze Familien zerstört." (Seite 94)

"Angänflgich lächelte ich ab und zu über den, wie ich meinte, allzu kindlichen Glauben von Herrn Wahli. Schon bald jedoch erkannte ich, dass ich von diesem einfachen, bescheidenen und tüchtigen Mann einiges lernen konnte, was Gottvertrauen anbelangt. Er nahm Gotttes Wort ohne den geringsten Zweifel wörtlich ernst. Seine Liebe zu Jesus erfültle siene Gedanken und seine Sinne ganz, was sich ausnahmslos auf seine Mitmenschen übertrug. Er genoss Wertschätzung, überall, wwo er hinkam, auch bei unseren Mitarbeitern. Wir bewunderten seine Handfertigkeit. In Psalm 1...." (Seite 21)

"Ich erachte es als besondere Liebe und Gnade unseres Gottes, dass  er sich unserer Kirchgemeinde erbarmte und unseren Pfarrer dazu bewegt hat, einen Evangelisation zu organisieren. Während seines langjährigen Dienstes wurde sehr selten auf Jesus als Erlöser hingewiesen. Der Wunsch der Dorfbewohner nach einer klaren Botschaft erfüllte sich. Der Kirchenraum platze bereits am ersten Abend des Anlasses fast aus allen Nähten." (Seite 27)

"An einem frühen Samstagmorgen stand sie unter der Haustür, diesemal tränenüberströmt, und sprudelte hervor: 'Frau Geber, würden Sie für meinen Burder beten, er ist in dieser Nacht mit dem Motorrad verunglückt.' 
Dies war der Anfang eines gemeinsamen Weges, auf dem Monika bald ihr Leben Jesus übergab. Wir luden sie von nun an zu unserem Mittagstisch ein. Gemeinsam erledigten wir anschliessend den Abwasch, um nachher Zeit fürs Gebet zu haben. Gott legte uns seine Anliegen ins Herz, so dass wir oft gar nicht lange bitten mussten bis zur Erhörung. Zum Beispiel bat Monika. 'Beten wir für Beat, dass er aufhören kann zu rauchen.' Beat? Ich hatte keine Ahnung ,wer Beat war, aber wir beteten. Nach kaum drei Wochen meldete mir Monika, dass Beat nicht mehr rauche. Er selber wundere sich, warum er 'einfach so' mit dem Rauchen aufgehört haben, ohne je den willentlichen Entschluss dazu gefasst zu haben...." (Seite 78)

Sie erzählt auch, wie sie als Ostschweizerin Mühe hatte im Kanton Bern die Sonntagsschule zu halten, weil die Kinder ihr Dialekt kaum verstanden - und wie dann Gott trotzdem wirkte. Damals waren die Regionen in der Schweiz noch nicht so digital verbunden...

"Am Abend legten René und ich die ganze Last gemeinsam bei Jesus ab, heisst es doch: 'Wirf die Last deines Weges auf den Herrn, im Vertraue nauf ihn ruhe, und er wird handeln' (Psalm 37,5). Dann schloss ich: 'Vater, jetzt haben wir dir alles gesagt, jetzt möchte ich schlafen, ich bin so müde.' Kaum hatte ich mich auf die Seite gedreht, sprach Gott deutlich zu mir: 'Wer Dank opfert, der preiset mich!' Was hatte das zu bedeuten? Ich wurde hellwach. War das ein wort aus der bibel? Ich kroch aus dem Bett und konsultierte die Konkurdanz: 'Wer Dank opfert, der preiste mich, das ist der Weg, auf dem ich ihm zeige das Heil Gottes' (Psalm 50,23). Als ich im Wohnzimmer auf dem Diwan sass, füllte sich mein Herz mitJUbel. Eien Berührung und ein Gechenk Gotes. Es sang und lobte aus meinem Mund mit grosser Freude. Das ganze Repertoire miner gespeicherten Anbetungslieder erklang inun serer nächtlichen STube. Auch sang ich 'in neuen Zungen', ich weis snicht mehr wie lange. Nach kurzem Schlaf durfte ich am Morgen erfrischt aufstehen. Ja, Gott hatte mir sien HEil gezeigt. Auf welche Weise? Am Abend des nächstern Tages erzählte mir Ruth, ..." (Seite 124)

Heute ist sie - glauche ich 94 - Jahre alt. Es erstaunt nicht, dass das Buch nun in dritter Auflage erscheint. (vermutlich nicht in so grosser Zahl.) Ich konnte das Buch von einer ihrer Schwiegersöhne und ihrer Tochter kaufen. Diese meinten, man solle ihr nicht zuviel erzählen, sonst betet sie  und Gott erhört schnell ihre Gebete.


Freitag, 19. Januar 2018

Zentralisierung und Hierarchisierung

Zentralisierung und Hierarchisierung

Wir waren eben im Tessin. Hier wurde die Idee der Abschaffung der direkten Demokratie auf Gemeindeebene enorm umgesetzt. Offiziell wird dies natürlich anders erklärt: Professionalisierung und Rationalisierung. Doch Professionalisierung bedeutet logischerweise auch die Abschaffung oder mindestens der Ausdüngung der ehrenamtlichen Tätigkeit und damit müsste es eigentlich unter dem Strich teurer werden. Tatsächlich beissen sich diese zwei Systeme – Hierarchisierung und Direkte Demokratie – wo sie es noch können. Zum Beispiel wenn sich ein Dorf, dass sich noch direkt Demokratisch verwaltet und der  Gemeinderat sich über einen ganz konkreten Fall eines KESB (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde) aufregt und er es viel zu teuer findet.
Damit möchte ich nicht sagen, dass die KESB generell schlechte Arbeit liefern würde. Aber es ist das Wesen einer professioneller Organisationen, dass sie ihre Profis finanziell entschädigen muss und dass sie selber professionelle Lösungen finden, während ehrenamtlich auch ehrenamtliche Lösungen finden können. Genau das wurde ja auch schon kritisiert, dass früher, als es die KESB noch nicht gab, nicht immer die optimalste Lösung gefunden wurde. Die Frage sollte aber im Raum bleiben, ob die professionellste und damit auch teurere Lösung auch immer die bessere Lösung ist. Denn die Dorfgemeinschaft kann, wenn sie verantwortungsvoll handeln gelernt hat, auch unkonventionelle Lösungen finden, indem ehrenamtliche Leistungen - kombiniert mit Menschlichkeit – zu einem guten Ziel führen.
Zudem wird immer mehr die Forderung laut, dass man die Jungen am politischen Leben mehr einbeziehen sollte. Die alte Lösung – die direkt demokratische – hat dies schon lange ganz natürlich umgesetzt: Junge konnten sich mit den „alten“ Hasen in Vereinen und im politischen Leben eines Dorfes einbringen. Ganz konkret weiss ich von einem kleinen Dorf in der Nähe von Liestal, wo sich niemand mehr für den Gemeinderat fand. Liestal drohte, die Gemeinde einzugemeinden, d.h. ihre Gemeindeautonomie wegzunehmen und sich in der Stadt Liestal als Stadtquartier abzuwerten – oder je nach Meinung aufzuwerten. Unter anderem stellte sich dann ein Musik-Student als Gemeinderat zur Verfügung. Dieser Junge kann also nun ganz praktisch seine politischen Erfahrungen sammeln und dabei die Macht und Verantwortung eines Gemeinderates ausfüllen. Dieser Reifungsprozess geht natürlich mit Rücksicht auf den Willen der Gemeindeversammlung zurück.
Natürlich hat dies auch seine Schattenseite, da wir in einer gefallenen Schöpfung leben. In dieser Zwischenzeit, bis Jesus Christus wiederkommt, ist alles unvollkommen. Daher hört man auch von Dorfkönigen. Also Menschen, bei denen sich die verhältnismässig mehr Macht als bei anderen Bürgern ansammeln. Doch selbst dies muss nicht nur negativ sein, wenn dieser inoffizielle Dorfkönig verantwortungsvoll handelt. Aber selbst wenn es zu korrupten Verhalten in einer solchen  direkt demokratischen Gemeinde kommt, so fällt auf, dass diese Begünstigungen oft auch eine Art von Subventionscharakter für das einheimische Gewerbe hat. Die finanziellen Mittel bleiben also im Dorfkreislauf oder nähren Umgebung erhalten. Und wenn es ganz Schlimm wird, wenn die Gemeinde sich finanziell übernimmt, kann sie natürlich auch temporär entmündigt werden. Dieses Eingreifen von übergeordneter Stelle ist ganz natürlich und war in der Schweiz nur in sehr seltenen Fällen not-wendig. Wer aber glaubt, mit der Zentralisierung verschwinde jede Art von Korruption, sollte sich ein bisschen in der Welt umschauen. Wieviel Geld wird in der EU sinnvoll und effektiv eingesetzt? Nur weil man gewisse Probleme aus unserem Sündenfall – im Gegensatz zu einem mündigen Dorf – in einem zentralisierten System nicht mehr so offiziell sieht, bedeutet es nicht, dass es sie nicht auch gibt.
Bild: Merdie im Januar 2018 als gerade die Sonne nicht schien.
Meride (TI) ist ein Beispiel für ein Dorf, dass am 13. April 2013 seine Gemeindeautonomie aufgab. Laut Wikipedia wohnen hier auf 586 Meter über Meer 344 Einwohner. Das Dorf ist seit 852 historisch bekannt. Viele Kunstmaler und Stuckateure stammen aus diesem Dorf, die in Deutschland, Russland und Frankreich arbeiteten. In den Wintermonaten kehrten sie nach Meride zurück, wo sie die Häuser entsprechend verschönerten. Heute findet man hier ein Museo d’Arte Sacra della Parrocchia di Meride, interessante Kirchen mit Fresken und ein sehr interessantes paläontologisches Museum: Museo dei Fossili, ein Fossilienmuseum. Nur schon dieses Beispiel zeigt, wie kreativ und reich selbst eine solch kleine Gemeinde sein kann. Nun ist dieses Dorf ein Stadtquartier von Mendrisio mit 15'110 Einwohnern. Laut Wikipedia wird die Legislative nun von 60 Gemeinderäten ( Consiglio Communale (Gemeinderat), gebildet. Anstelle der Gemeindeversammlung haben sie also ein Parlament bekommen. Wobei der Gemeinderat nicht - wie für uns - die Exekutive ist, sondern das Gemeinde-Parlament. Die Exekutive, also die Gemeinde-Regierung bildet der siebenköpfige Municipio. Alle diese Vertreter gehören einer Partei an, laut Wikipedia. Somit ist Meride immer noch in eine Demokratie eingebunden. Aber die Bürgernähe hat abgenommen. In den offiziellen Räten sitzen nicht einmal mehr Parteilose. Es wäre interessant, dies noch näher zu beleuchten. Vorallem: Wie wird es sich weiterentwickeln? Wird Gemeindepolitik nun mehr durch die Parteien anstelle einer Sachpolitik kreiert? Nimmt die ehrenamtliche Tätigkeit zu oder ab? Fühlen sich die Bürger und Bürgerinnen mehr oder weniger mit ihrer Gemeinde verbunden? Wie haben sich die Kosten entwickelt. Die Grundidee war sicherlich durch die Struktureinsparungen (nur noch eine Exekutive und eine Legislative) effizienter und mit weniger Kosten zu arbeiten. Aber trat dies auch ein? Immerhin ist diese Gemeinde mit etwas über fünzehntausend Einwohnern immer noch übersichtlich. 


Was hat dies nun mit Theologie zu tun? Wenn es wahr ist, dass wir Menschen seit dem Sündenfall zur Perversion des Guten neigen und uns damit selber schaden, ist es not-wendig, dass wir uns auch Gedanken über die Verhinderung von Machtmissbrauch machen. Die bestgemeinten Gestaltungsversuche können – durch die Blindheit unserer eigenen Sündhaftigkeit – zu noch weniger anstelle besseren Umständen führen. Die direkte Demokratie ist – wie jede Demokratie – anfällig auf Korruption und Unordnung. Daher braucht es von jedem Bürger und jeder Bürgerin eine gewisse Reife. Diese Mündigkeit hat schon die reformierte Reformation angestrebt. Manchmal – wie bei Johannes Calvin – war es vielleicht etwas zu streng. Aber gerade in Genf sehen wir, wie dort die Korruption massiv zurückging und die Gesellschaft aufblühen konnte. Dabei blieb dies nicht auf Genf beschränkt, sondern ermöglichte, dass aus der egoistischen Idee des Kapitalismus eine solche Erfolgsgeschichte wurde. Aber diese Erfolgsgeschichte begann mit Gedanken in der Reformation über die Beschränkung von Machtmissbrauch. Dadurch entstand Rechtssicherheit und viel Ordnung UND viel Freiheit. Historisch gesehen ist das erstaunlich. In Italien wurde zur gleichen Zeit in Florenz die Republik abgeschafft und die Toskana als Fürstentum etabliert: Hierarchie anstelle Demokratie! Dabei stört die Mündigkeit der Bürger und so musste selbst Michelangelo sich beugen und in die Dienste des Papstes treten.
Mich erstaunt, wie bereitwillig man in unserer Zeit die bürgerliche Reife durch „sich verwalten“ lassen, ersetzten will. Natürlich, dass andere: Mündigkeit, ist anstrengend. Es hat etwas mit Denken, Verantwortung übernehmen zu tun. Man kann dann nicht einfach auf die anderen zeigen, dass sie Schuld wären: So ist zum Beispiel ein korruptes Dorf nicht nur die Schuld jener, die die Korruption ausüben, sondern es besteht auch eine Mitverantwortung aller anderer Bürger, da sie es ändern könnten. Johannes Calvin geht allerdings noch weiter: Er meint, dass jedes Volk jene Regierung hat, die es verdient hat. Darum beginnt jede positive Veränderung in der Gesellschaft zuerst bei sich selber. Vielleicht haben wir nur ein Prozent Anteil an den Missständen in unserer Gesellschaft. Aber diese müssen wir erkennen und sie übernehmen. Jesus Christus ist für unsere Schuld gestorben. Darum können wir ihm diese Schuld bringen und von ihm vergeben lassen. Und mit seiner Hilfe – mit der Hilfe von Jesus Christus – können wir dann die Probleme angehen. So werden aus Problemen Chancen! Dies nennt die reformierte Theologie Busse tun. Es ist ein Teil unseres Reifungsprozesses. So gedemütigt und zugleich gestärkt, wird sich die Gesellschaft ändern. Diese Revolution der Herzen ist so kräftig, weil es der Anfang des Himmels in unseren Herzen ist. Wieviel davon die Gesellschaft ändert, hängt von vielem ab. In dieser Zwischenzeit wird es nie perfekt sein. Das kommt erst mit dem zweiten Kommen von Jesus. Aber das Licht bricht damit schon jetzt in unsere Welt.
Verändert Herzen schaffen Wärme und ein Klima des Vertrauens, so dass sich selbst korrupte Systeme in soziale Systeme verändern können. Calvin lebte dafür. Manchmal war er dabei auch sehr „scharf“. Aber der Grundtenor sollte – im Idealfall – die Liebe zur Gesellschaft und jedem einzelnen sein. Und hier sehen wir: Das war letztendlich nichts anderes als der Dienst der alttestamentlichen Propheten. Sie zeigten auf die Missstände und wohin sie führen werden, wenn sie sich nicht änderten. Dabei waren sie manchmal ganz schwach. Gewisse Propheten lebten manchmal Zeugnishaft etwas vor – doch ihre Botschaft wurde in ihrer Feinheit – oft gewaltig wahrgenommen. Jona erlebte wie ganz Ninive umkehrte und Busse tat. Johannes der Täufer erlebte, wie er für seine Kritik an der Ehe seines Königs geköpft wurde. Als Christen müssen wir nicht alle solche Propheten sein. Aber jene, die Gott dazu ruft, sollten dieses Amt – mit Gotteshilfe – ausüben: Zum Wohle aller und aus Liebe zu allen.
Jona ist dabei ein Prophet, der diesem Ideal eines Propheten gar nicht entspricht. Das Buch endet mit der Frage, ob Jona begriffen hat, dass Gott auch die Heiden liebt. Und dass Gott auch ihnen gerne vergeben will, wenn sie umkehren. Wir wissen aus dem Buch Jona nicht, ob der Prophet Jona das begriffen hat, da das Buch mit dieser Frage an ihn endet, während Jona auf die Stadt Ninive wartet und gerne sehen würde, dass Gott die Stadt vernichten würde. Aber Gott hat ihr – nach ihrer Busse – vergeben. Für Jona war vermutlich sein politisches Renommee wichtiger, als die Liebe zu Ninive. Denn was wird Israel denken, dass nun dieser „Feind“ – Ninive - nicht vernichtet wurde? Ja noch schlimmer, dass er Jona mit seiner Busspredigt sogar zu dessen Stärkung von Ninive beigetragen hat? Oder vielleicht war es auch purer Hass des Jonas gegen die Heiden von Ninive? Wir wissen es nicht so genau. Gott konnte aber trotzdem die Buss-Predigt von Jona nutzen, damit Ninive umkehrte und Busse tat. Ein Wunder! das der Prediger dieses Wunder am Ende des Buches Jona nicht verstanden hat.
Hier sehen wir auch, dass das Ziel Gottes mit der Busse und damit unserer Demütigung unseres hochmütigen Stolzes nicht das Endziel ist. Es ist nur der Weg zu unserer Erhöhung:

„So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit!“ (1. Petrus 5,6)

Selbst von Jesus Christus wird gesagt, dass er hier durch diesen Prozess lernte:

„Und obwohl er Sohn war, hat er doch an dem, was er litt, den Gehorsam gelernt;“ (Hebräer 5,8) Ich weiss zwar nicht, warum Jesus Christus als Sohn Gottes, als Gott, hier unter uns Sündern noch lernen musste, aber wenn er dies schon tat, können wir davon ausgehen, dass dies auch zu unserem Reifungsprozess gehört. Und dieser Reifungsprozess führt zur Mündigkeit:

„Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Worte bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und ihr  werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!“ (Johannes 8,31+32).

Was nützt das Nichtchristen?

Viel!

Erstens, weil sie selber in das „hineinsteigen“ können. Oder aber, wenn sie das nicht wollen, da der Heilige Geist ihnen dies nicht aufschliesst, können sie in einer „abgespeckten“ Version – leider mit gewissen weniger starken Kraft – dies philosophisch nachvollziehen und so mit uns Christen an einer menschlicheren Welt bauen. Und gerade dies finden wir in der Geschichte der westlichen Welt immer wieder. Natürlich, es war nie vollkommen. Und manchmal wurde es anstelle besser auch schlimmer, weil man sich der eigenen Sündhaftigkeit zu wenig bewusst war.

Ich hoffe, dieser Beitrag ist ein kleiner Beitrag zur Förderung der Mündigkeit der Bürger und Bürgerinnen und damit zur direkten Demokratie. (Ich weiss, die Bibel lehrt etwas noch viel besseres als Demokratie: Einigkeit in der Vielfalt. Einigkeit, weil man von tiefsten Herzen zustimmen kann. Aber in dieser Zwischenzeit ist nur eine „Abstraktion“ möglich. Dazu gehört die Demokratie. Huldrych Zwingli war noch pragmatischer, indem er von allen drei Regierungsformen: Königtum, Aristokratie und Demokratie sprach, wie sie sein sollten und wie sie entarten können: Königtum zur Diktatur, Aristokratie zur Oligarchenherrschaft, Demokratie zur Unordnung. Gerade England und Schottland sowie die Niederlande zeigen, wie selbst ein Königreich sehr demokratisch sein kann. Nur schon die unterschiedliche Handhabung, wie der Sezessionswille Schottland aus Grossbritannien in den heutigen Tagen angegangen wurde – trotz Versuchungen der EU – im Gegensatz zu den Sezessionsbestrebungen von Katalonien in Spanien, sind erstaunlich und sind letztendlich auf das eben erwähnte zurückzuführen: England und Schottland liessen sich auf unterschiedliche Weise von der Bibel beeinflussen, welche besonders in der Reformationszeit und dann in den folgenden Erweckungszeiten diese Gesellschaften formten. Wie in der Schweiz stellt sich natürlich die Frage, wie lange diese Freiheit und Ordnung sowie diese demokratische Problemlösung noch möglich sein wird, wenn das reformatorische Christentum sich auflöst. Wobei gerade in England die anglikanische Staatskirche auch wieder wächst. Hoffen wir, dass damit auch das biblische  Erbe im Bewusstsein der Gesellschaft wieder wächst.)

Gott segne uns. Was man immer kann: Beten für die Gesellschaft und insbesondere für die Regierung und die Verantwortlichen der Gesellschaft. Gerade für uns Christen ist das eine wichtige Verantwortung.

„Danke Herr, darf ich Dir das alles abgeben. Wirke Du, dass wir weiser werden. Wirke Du, dass wir unsere die von Dir gegebene Verantwortung wahrnehmen und uns nicht nur einfach vom Schicksal verwalten lassen. Lass uns Kopf sein und nicht der Schwanz, der vom Schicksal herumgeschlagen wird!

„Und der Herr wird dich zum Haupt machen und nicht zum Schwanz; und du wirst nur zuoberst und nicht zuunterst sein, wenn du gehorchst den Geboten des HERRN, deines Gottes, die ich dir heute gebiete, dass due sie beobachtest und tust,“ (5. Mose 28,13)

Denn die Sünde macht uns fertig: Sie zerstört leben. Ja, der Tod ist der Stachel des Todes!

„Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber ist das Gesetz.“ (1. Korinther 15,56) Wobei das Gesetz Gottes natürlich sehr gut ist (s. Römer 7,12+13). Aber es zeigt noch klarer, wie wir dem Guten nicht entsprechen. Und da wir Sünder sind, spornt es uns sogar an, es zu übertreten. Aus dem Fluch des Gesetzes (wer das Gesetz nicht hält, steht unter einem Fluch) befreit Jesus:
„Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, aber die Gnadengabe Gottes it das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“ (Römer 6,23) Darum fürchtet das Böse nichts mehr als Jesus Christus und seine Gnade und Barmherzigkeit: Denn Jesus hat das Böse am Kreuz besiegt und mit seinem zweiten Kommen wird das für alle sichtbar werden.

Die Sünde gibt vor, sie bringe uns Freiheit, dabei versklavt sie uns nur:

„Denn mit hochtrabenden, nichtigen Reden fangen sie durch die Begierden des Fleisches mit Hilfe von zügellosen Ausschweifungen diejenigen ein, die doch in Wahrheit hinweggeflohen waren von denen, die im Irrtum wandeln. Dabei verheissen sie ihnen Freiheit, obgleich sie doch selbst Sklaven des Verderbens sind; denn wovon jemand überwunden ist, dessen Sklave ist er geworden.“ (Römer 2,18+19)

Das Thema ist komplex. Wir können noch in viele weitere Bereiche denkerisch vordringen. Wichtig ist, dass es uns zur Freiheit in Christus führt: Freiheit vor der Versklavung der Sünde, die in den Tod führt. Eines der Nebenprodukte kann eine freie Gesellschaft sein, die sehr viel Ordnung und Rechtssicherheit hat und damit die Möglichkeit zur Innovation in Wissenschaft, Wirtschaft, Kunst, sozialem Verhalten und allen anderen Gebieten des Menschseins begründet.  












Hier noch Bilder vom 19.1.2018 von Morcote mit 755 Einwohnern laut Wikipedia. Laut SRF (Schweizer Fernesehen) vom 15.10.16 das schönste Schweizer Dorf, ist politisch immer noch unabhängig.
Das Tessin ist einfach schön. Die Menschen sind freundlich. Die Sonnenterasse der Schweiz ist einfach genial.