Sonntag, 2. November 2014

Déborah Rosenkranz Magersucht und Schönheit

Heute habe ich als Gottesdienst ein interessantes Konzert von Déborah Rosenkranz erlebt. (Es war schöner, als im Youtoub-Film, s.o.) Eigentlich erzählte Sie Ihre Lebensgeschichte und umrahmte dies mit ihren Liedern. 

Das erste gefiel mir musikalisch, inhaltlich weniger, weil sie davon sang, dass sie schön und stark sei. Danach begann ich zu verstehen, warum sie dies so betonte: Sie war schwer magersüchtig und daran beinahe gestorben. (Meine Meinung: Es ist doch eigentlich egal, ob mich die Welt schön findet oder nicht: Gott hat mich als sein Ebenbild geschaffen, wer wie da die Werthaltigkeit eines Menschen absprechen und damit Gott beleidigen?)

Mir kamen mehrmals die Tränen, so tragisch waren gewisse Lebensabschnitte in ihrem Leben. (Ich schloss die Augen, dass man es nicht so merkte.) Als sie durch Gottes Hilfe all die Anfechtungen überlebt hat (wozu diese irrationalen Gedanken gehörten, dass man nur geliebt und wertvoll sei, wenn man möglichst schlank sei), wurde sie Stewardess bei der Crossair. Hier hat sie einen Musiker genervt, indem sie behauptete, er könne seine Guitarre nur ins Flugzeug mitnehmen, wenn er sie auch nutze. Dabei muss sie selber gesungen haben. Dadurch wurde eine Kettenreaktion ausgelöst, in der sie am Schluss im Fernsehen bekannt wurde und einen Plattenvertrag erhielt. Sie als Tochter eines Predigers, die lange Zeit mit sehr wenig auskommen mussten, schwelgte nun in Luxus. Da fuhr sie an einen Unfall und während das Opfer betreut wurde, betete sie mit dem Unfallverursacher und seiner Frau. Als das Opfer starb, brach der Unfallverursacher zusammen. Da wurde ihr bewusst, wie der gesamte Ruhm und das gesamte Geld hier nicht weiterhelfen kann. Daraufhin liess sie den Plattenvertrag "sausen", da sie damit zwar reich, aber nicht mehr von Jesus singen und erzählen konnte.

Das beeindruckte. 

Zuerst dachte ich, es wäre gar nicht schlecht, wenn sie nicht so schön wäre, vielleicht sogar etwas dicker. Dann würde man deutlicher verstehen, dass es sich um eine tiefgreifendere Schönheit handelt, als nur das Aeussere, unserer Zeit entsprechend Schöne. Auf der anderen Seite werden alle, die auf Jesus vertrauen, bei der Wiederkunft von Jesus verherrlicht. Da werden wir WIRKLICH sehr schön sein. Hier leben wir halt in dieser Zwischenzeit: In Christus sind wir schon im Himmel und doch ist das Alte noch da. Und auch das Alt werden ist noch da (eine Folge des Sündenfalls).

Es ist schön, dass sie ihr Temparament und Schönheit so ausleben kann. Sie hat mir gesagt, dass es sie nicht stresst, viel unterwegs zu sein. Sie lebt ihren Gaben gemäss und ist dabei sehr glücklich. Finanziell hat sie nun sogar ein sicheres Einkommen von einer 40% Anstellung. Und dann ist es wohl so, dass sie nicht jene Welt, in der sie lebte, so gut erreichen könnte, wenn sie nicht so wäre, wie sie ist. Sie arbeitet bewusst mit, bei einer Hilfsorganisation, welche Magersüchtigen auch nach der ersten Hilfen weiterhilft.

Es ist eine schöne Musik, die sie macht. Und obwohl ich Kopfweh hatte - und ich daher eher lieber einen etwas ruhigeren Gottesdienst gehabt hätte, fühle ich mich sehr durch Déborah Rosenkranz und ihrer Kunst beschenkt.

Ein Text gefiel mir dabei sehr gut, weil es die Gnade und die Liebe Gottes sehr gut beschreibt:

Not guilty (Nicht schuldig): Hier der Text aus dem Englischen übersetzt:

"schuldig, stehe ich da / mit einer langen liste meiner versagen / all dem, was ich falsch gemacht habe / Ich schäme mich so sehr 
/ nirgendwo kann ich mich verstecken /
heute ist der tag / an dem ich mich dafür rechtfertigen muss /
mein schicksal liegt in der hand des richters /

DOCH

er dreht sich zu mir um und sagt 

ich kenne dich

ich liebe dich

ich gab mein leben, um dich zu retten

liebe hat den preis für diene gnade bezahlt 

mein urteil: unschuldig

wie kann es sein 
ich kann es nicht verstehen/ welch eine gnade muss es sein / 
die die sünde der Welt wegnimmt /
überwältigt stehe ich da /
weil ich weiss, dass ich  frei bin
tränen fliessen über mein gesicht / während ich auf das Kreuz blicke /
denn es hätte mein platz sein können / mein schicksal lag in den durchbohrten händen /
doch er streckt sie aus und sagt /

ich kenne dich

ich liebe dich 

ich gab mein leben, um dich zu retten
liebe hat den preis für die gnade bezahlt
mein urteil: unschuldig

ich falle auf die knie und danke ihm
mit allem, was ich bin /
preise ich ihn/ so dankbar für die worte, die ich höre."

Interessant ist, dass wir einen Sohn eines Pfarrers kennen, der auf eine ähnliche Weise die Musik liebt. Leider hat er die Musik an die Stelle Gottes gestellt. Und alles, was man an seine Stelle tut, wird zu einem Götzen, der uns unserer Freiheit raubt. Wir werden süchtig, wie einst Déborah Rosenkranz süchtig war nach Schlankheit, weil sie damit Liebe und Wertschätzung verdienen wollte. Darum hat schon im 4. Jahrhundert Augustinus gesagt, dass wir in der richtigen Reihenfolge lieben sollen. Denn wenn wir Liebenswertes überbewerten, werden wir unglücklich, weil es uns wie ein Süchtiger gefangen nimmt. Es war schön zu sehen, dass Déborah Rosenkranz die Musik in der richtigen Reihenfolge liebt.
(Aber wie bei mir gilt genau das, was sie in ihrem Lied singt: Es ist Jesus Christus, der uns gerecht und frei spricht und aus unserer unvollkommenen, von Sünde erkrankten Menschsein, etwas wirklich Gutes macht: Gerecht und Sünder zugleich. Frei die Wahrheit sehen und in der Gnade Gottes sich einfach von Gott lieben zu lassen. Und alles, auch unsere besten Werke Gott überlassen, damit er etwas daraus macht, das in Verherrlicht. Bis wir dann, wenn Jesus Christus zum zweiten Mal kommt, uns und die ganze Schöpfung erneuert. Und dann werden wir sehen, was wir gehofft haben, weil es Jesus uns versprochen hat.)

Hier Ihre Hompage: www.deborah-rosenkranz.com

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