Dienstag, 27. September 2022

Karl Barth zum Gedenken an das 500 jährige Jubiläum der Institutio von Johannes Calvin 1559 bis 1959

 Interessante Gedanken des berühmten Basler Theologen Karl Bart von 1959 über Johannes Calvin und seine Insitutio, welche 1559 die heutige Ausführung erreicht hat. 

Würde Calvin, wenn er noch leben würde, in Genf seine Statue in Genf entfernen lassen?

Würde er uns heraufordern?

Hätten wir Freude über ihn? 

Auf jeden Fall würde er uns zum wahrhaftigen Denken und Bibelstudium ermutigen.

Hier zu hören:


PS: Karl Barth soll ein gemässiger positiver Theologe gewesen sein. Er ist am 18.5.1886 in Basel geboren und am 10.12.1968 in Basel gestorben. Ein Freund, der selber Theologe und Prediger ist, lebte eine Zeitlang neben dem Karl-Barth-Archiv auf dem Bruderholz in Basel, das gleichzeitig auch der letzte Wohnort von Karl Bart gewesen ist.

Interessanterweise kenne ich viele "positive" Theologen oder Menschen, die zur Bibel positiv eingestellt sind: Entweder sind sie von Karl Barth und seiner Theologie begeistert oder aber sie haben grosse Bedenken. Zwei Theologe meinten zu unterschiedlichen Zeiten sogar, er habe mit seinem Dualismus oder seiner dialektischen Theologie die Kirchen leer gepredigt. (Dieses es ist so und dann doch wieder nicht.) Die nationalsozialistische Ideologie entlarvte Karl Barth mutig. Vielleicht sah er auf dem linken Auge nicht so klar? Es wäre sehr  interessant, sich mit ihm zu beschäftigen. Gerade weil er als einer der wichtigsten reformierten Theologen des 20. Jahrhundert betrachtet wird. Eigentlich erstaunlich in einer Zeit, wo doch die liberale Theologie soviel mehr glänzte? 

Karl Barth wurde und wird so geachtet, dass er auch als Kirchenvater des 20. Jahrhundert beschrieben wird, was er selber aber immer ablehnte. (Übrigens auch Johannes Calvin unterschied sehr klar, zwischen sich und den Kirchenvätern, indem er die erste Priorität der Bibel gab, dann denn Kirchenvätern, die sich auch an der Bibel korrigiert wissen wollten und dann den aktuellen Auslegern, die sich an der Bibel und den Kirchenvätern orientieren. Wobei die Kirchenväter ganz selbstverständlich an der Bibel gemessen werden wollten. Hier lag ja ein Unterschied zu sich herausbildenden römisch-katholischen Kirche, welche die Kirchenväter, die Tradition und manchmal auch der Papst selber mit der Autorität der Bibel auf die gleiche Stufe stellen wollten. Nun stellt sich natürlich die Frage, ob es auch heute unter den Protestanten Theologen gibt, die gerne ihre Theologie auf die Stufe der Kirchenväter oder noch mehr: den Aposteln gleichsetzen wollten. Apostolische Autorität würde dann bedeuten, dass man biblische Autorität, also göttliche Autorität beanspruchte. Aber aus Gnade errette und in einer Zeit des "Schon-jetzt-und-noch-nicht-Aspekts" kann solcher Idealismus zu einem Gefängnis des ideologischen Perfektionismus führen.

Obwohl ich zwar glaube, dass Gott das Wunder schaffen kann, dass er durch den Heiligen Geist durch das Bibellesen oder auch durch eine Predigt zu uns reden kann, so ist das nicht mit der Idee zu vergleichen, dass Menschen selber diese Autorität hätten. Gott kann einen Prediger durch den Heiligen Geist nutzen, selbst wenn der Prediger nicht einmal, das glaubt, was er laut der Bibel korrekt weitergibt. Ich selber weiss von einer Jugendgruppe, die eine nicht glaubende Pfarrerin als Dorfpfarrerin hatten. Das störte die Jugendgruppe auch nicht, weil sie auch nicht glaubten. Aber auf einmal bekehrte sich einer nach dem anderen und auf einmal sprach das ganze Dorf von den Heiligen vom Bahnhof. Denn am Bahnhof hatten sie ihren Jugendraum. Eine Firma hatte ihnen dies zur Verfügung gestellt. Mit der Zeit organisierte diese Jugendgruppe sogar eine Evangelisation in diesem Dorf. 

Viele Jahre später sagte mir jemand aus dieser Jugendgruppe, die es mittlerweilen nicht mehr gibt, dass dieses Dorf von Gott besonders gesegnet wird. Nun haben sie schon wieder einen gläubigen Pfarrer. Immer wieder wirkt hier Gott und man weiss gar nicht, warum. Sie selber sind leider ausgetreten und suchten in einer Freikirche ihr Glück. Allerdings wandte sich diese Freikirche liberalen und feministischen Ideen zu, daher gingen sie in eine andere. Dort aber gibt es ein Prediger, der etwas eigenwillig ist: Ein gründlicher Bibelausleger, der leider manchmal glaubt, auf alles eine Antwort zu haben. Die gelehrte Unwissenheit eines Calvins ist ihm noch nicht bekannt, dafür greift er fleissig Calvin an und vergleicht die traditionelle reformierte Theologie mit der Irrlehre, die einst Augustinus geglaubt hatte, bevor er Christ wurde. Meine bisher drei Briefe, indem ich ihm versuchte den Unterschied zwischen Calvinismus und Manichäismus zu erklären, fruchteten leider nicht. Sein Video, indem er behauptet Augustinus und mit ihm Calvin lehren dies, und damit auch ein Fatalismus, ist immer noch auf Youtube zu sehen. Schade. Vielleicht könnte ihm Karl Barth hier weiter helfen.

Das alles zeigt aber auch: Wir leben leider noch nicht im Himmel, sondern in einer Zwischenzeit mit dem eschatologischen "Schon-jetzt-und-noch-nicht-Aspekt". So wie durch unser Herz die Grenze zwischen Hölle und Himmel geht, geht es auch durch die Kirchen und unsere Welt. Aber in Christus sind wir sicher und kommt alles gut. In seiner Gnade und seiner Wahl und seinem Willen und nicht in uns, liegt unser Heil. 

Auch wenn ich einen Misst glaube und mir damit nicht gut tue, wird mich Jesus Christus in die gute Ewigkeit bringen, wenn ich in seiner Gnade ausharre. Man denke nur an Origenes (185-253 oder 254 n.Chr.). 

Denn aus Glauben sind wir gerettet und das nicht aus uns.

"Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch den glauben, und  das nicht aus euch - Gottes Gabe ist es;" schreibt Paulus im Vers 8 des 2. Kapitels an die Epheser. Und so werden wir staunen, wer wir dereinst in der Ewigkeit alles sehen werden und wer wir leider auch nicht sehen werden.





Sonntag, 25. September 2022

Talk im Turm: Mein Zwingli. Die Reformation in unseren Köpfen Wie gross war der Einfluss Zwinglis auf Calvin?

Diese Veranstaltung der Universität Zürich mit einem Historiker und einem Theologen zum Thema, wieviel Zwingli in unseren Köpfe ist, ist interessant.

Wie wirkt bis heute Zwingli auf uns?

Was denken heutige Professoren darüber?

Insbesondere die Auswirkungen von Zwingli auf Calvin, die kurz erwähnt werden, finde ich bemerkenswert. Auch bei meinen Recherchen für mein Buch "Menschen der Reformation" bin ich zum Beispiel darauf gestossen, dass die Bundestheologie nicht von Johannes Calvin stammte, sondern um Zwingli, vermutlich von Zwingli selber, entdeckt worden ist. Und dies gilt wohl für weitere Aspekte. 

Wobei Calvin vermutlich nicht oft direkt von Zwingli beeinflusst wurde. Dies war mehr indirekt: Zum Beispiel durch Capito und Martin Bucer in Strassbourg. Vielleicht war sich Calvin dessen selber nicht so bewusst ...?

Hier ist dieser Talk, ein Gespräch mit Interview-Charakter zu hören und zu sehen:





Freitag, 2. September 2022

Sind Reformierte Kunstfeinde und Musikfeinde?

 Das dies nicht der Fall ist, beweist dieser Beitrag. Im Gegenteil, nicht nur Martin Luther, sondern auch die Reformierten revolutionierten im kirchlichen Bereich die Musik. 

Allerdings war in Zürich zur ersten Zeit der Chorgesang eingestellt worden und noch nicht der Gemeindegesang eingeführt. Aber während im Gottesdient alleine das Wort Gottes, die Bibel neu entdeckt worden ist, wurde die Musik in der Ausbildung und im privaten Bereich praktiziert: Huldrych Zwingli der Reformator von Zürich war sehr musikalisch und beherrschte viele wenn nicht alle damaligen Musikinstrumente. Er nutzte aber im Gegensatz zu Martin Luther diese Gabe nicht im Gottesdienst. Trotzdem wurde ihm seine Musikalität vorgeworfen: Denn er musizierte viel zu Hause und man weiss, dass er auch für ein Schultheater die musikalische Begleitung schaffte. Leider sind seine Lieder nicht wirklich überliefert, ausser der Text zu seinem bekanntesten Lied: Sein Pestgesang. Mit diesem Lied verarbeitet er seine Pesterkrankung.

Hier fand ich dazu mit folgenden Text:

Vorreformatorisch (?) von 1519: Hilf, Herr Gott, hilf in dieser Not! Zwingli war 1519 in Zürich an der Pest erkrankt, hat die Infektion aber überstanden. Eine mehrstimmige Version von Zwingli selbst ist nicht erhalten, hat aber existiert (siehe Altstimme in der Universitätsbibliothek Basel). Der 4stg Männerchorsatz stammt von Karl Gerstberger (1946). Aufgenommen mit einem Waldhorn von EINhorn.zollikerberg


Hier der Text (aus

https://www.zhref.ch/themen/reformationsjubilaeum/allgemeine-informationen/huldrych-zwingli/zwingli-lexikon-von-a-bis-z-1/lexikon-p/pestlied-zwinglis  per 2.9.2022):

Pestlied Zwinglis

Im Anfang der Krankheit

(Original)
(Übersetzung von Georg Finsier)


Hilff, herr gott,
Hilf, Herr Gott,

hilff in diser not!
hilf in dieser Not!

Ich mein, der tod
Ich mein', der Tod

sey an der thür.
sei an der Tür.

Stand, Christe, für;
Christ', bleib' bei mir;

dann du in überwunden hast!
denn Du ihn überwunden hast!

Zu dir ich gilff:
Zu Dir ich schrei';

Ist es dein will,
Ist es Dein Will',

züch uss den pfyl,
zieh aus den Pfeil,

der mich verwundt!
der mich verwund't!

Nit lasst ein stund
Es läßt kein Stund

mich haben weder ruw noch rast!
mich haben weder Ruh noch Rast!

Wilt du dann glych
tod haben mich
in mitz der tagen min, so sol es willig sin.
Kommt doch der Tod
auf Dein Gebot inmitten meiner Tag,
so folg ich ohne Klag.

Thu, wie du wilt:
Ist doch dein Will'

mich nüt befilt.
mir nicht zuviel.

Din haf 1) bin ich.
Dein Ton bin ich.

Mach gantz ald brich;
Form oder brich;

dann, nimpst du hin
denn nimmst Du hin

den geiste min
mir Geist und Sinn

von diser erd,
von dieser Erd,

thust du's, dass er nit böser werd,
tust Du's, daß er nicht böser werd,

ald andem nit
und andem nicht

befleck ir läben fromm und sit 2).
befleck ihr Leben fromm und licht.


Inmitten der Krankheit

Tröst, herr gott, tröst!
Tröst, Herr Gott, tröst!

Die kranckheit wachsst,
Die Krankheit wächst,

wee und angst
Weh und Angst faßt

faßt min seel und lyb.
mein Seel und Leib.

Darumb dich schyb
Darum, o bleib

gen mir, einiger trost, mit gnad,
bei mir, einziger Trost, mit Gnad,

die gwüss erlösst
die gern erlöst

ein yeden, der
ein' jeden, der

sin hertzlich bgär
all sein Begehr

und hoffung setzt
und Hoffnung setzt

in dich, verscherzt
in Dich und schätzt

darzu diss zyt all nutz und schad.
gering all zeitlich Nutz und Schad.

Nun ist es umm.
Nun ist es um.

Min zung ist stumm,
Mein Zung ist stumm,

mag sprechen nit ein wort.
mag sprechen nicht ein Wort.

Min sinn sind all verdort.
Mein Sinn sind all verdorrt.

Darumb ist zyt,
Drum ist es Zeit,

dass du min stryt
daß meinen Streit

fuerist fürhin,
Du führst fürhin,

so ich nit bin
da ich nicht bin

so starck, dass ich
so stark, dass ich

mög dapfferlich
mög' tapferlich

tun widerstand
tun Widerstand

des tüfels facht und fränner hand.
des Teufels Netz und Frevlerhand.

Doch wirt min gmuet
Doch mein Gemüt

stät blyben dir, wie er ioch wuet.
stets bleibt bei dir, wie er auch wüt'.


In der Besserung

G'sund, Herr Gott, gsund!
G'sund, Herr Gott, g'sund!

Ich mein', ich ker
Ich mein', ich kehr

schon widrumb her.
schon wied'rum her.

Ja, wenn Dich dunckt,
Ja, wenn Dich dünkt,

der sünden funck
daß nimmer sinkt

werd nit mer bherrschen mich uff erd,
mein Wesen in der Sünde Macht,

so muss min mund
so muß mein Mund

din lob und leer
Dein Lob und Lehr

ussprechen mer
aussprechen mehr

denn vormals ye,
denn vormals je,

wie es ioch gen,
- wie es auch geh -

einfaltigklich on alle gferd.
einfältiglich bei Tag und Nacht.

Wiewol ich muss
Obschon ich muss

dess todes buss
des Todes Buss

erleyden zwar ein mal
erleiden zwar einmal

vilicht mit grösserm qual,
vielleicht mit grössrer Qual,

dann yetzund wer
als jetzt es mir

geschähen, her,
geschehen schier,

so ich sunst bin
da fast ich bin

nach gfaren hin;
gefahren hin;

so wil ich doch
so will ich doch

den trutz und boch
trotzig Gepoch

in diser wält
auf Erden schon

tragen frölich umb widergelt
ertragen froh um Himmelslohn

mit hilffe din,
mit Hilfe Dein,

on den nüt mag vollkommen sin.
ohn' den nichts kann vollkommen sein!


1) "Hafen" = Topf, Krug, Geschirr. Zwingli nimmt hier Röm 9,20ff auf. Dies ist die grundlegende Stelle für Zwinglis Erwählungs-, Berufungs- und Yorsehungsglauben.

2) "sit" - Sitte oder sittsam.

3) "gferd" = Gefährdung. Hier denkt Zwingli wohl nicht an die äussere Gefahr für den Verkündiger, wonach sein Leben für seine Überzeugung in Gefahr kommt, sondern an die Gefahr einer Abweichung oder eines Abfalls von seiner Berufung, die er eben in der Krise des "Pest"-Erlebnisses überwunden hat.

Aus Ernst Saxer: Huldrych Zwingli. Ausgewählte Schriften. 1988

Hier noch  ein Versuch den Text musikalisch zu interpretieren:

und hier der zweite Teil:


Hier noch ein Loblied, als weiterer Trost:





 Hier ein Ausschnitt aus "Musik zur Ehre Gottes" aus https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/musik-zur-ehre-gottes/2803-542-6656 (2.9.22) Hier wird über den Stellenwert der Musikqualität in der Kirche nachgedacht. Man sieht, die Frage ist so aktuell wie vor 500 Jahren. Hier der Ausschnitt:

"Eine reine Frage der Qualität?

Ich folge der Auffassung von Timothy Keller: Je größer eine Gemeinde ist, desto mehr Planung muss in Veranstaltungen investiert werden. Die Erwartungshaltung an höhere Qualität steigt mit der Größe der Gemeinde. Veranstaltungen können nicht einfach so zusammengeschustert werden, denn auch die ästhetische Messlatte wird höher gesteckt, je größer eine Gemeinde ist. Timothy Keller schreibt:

In kleineren Gemeinden basiert das Erleben der Anbetung vor allem auf den horizontalen Beziehungen unter denjenigen, die teilnehmen. Musikalische Darbietungen von ungeübten und nicht besonders talentierten Sängern werden nichtsdestotrotz geschätzt, weil „wir sie alle kennen“ und sie Mitglieder der Gemeinschaft sind.3 – Timothy Keller


Auch spielt die Qualität in „geschlossenen Kreisen“ eine nicht so große Rolle wie in evangelistisch offenen Kreisen. Das ist besonders bei Gemeinde-Neugründungen zu berücksichtigen. Gravierende musikalische Mängel sind unter Freunden akzeptabel, für Gäste, die in keiner Beziehung zu den Musikern stehen, allerdings maximal tolerierbar. Gekünstelte Professionalität ist aber ebenso falsch wie chronisch gewollte Unprofessionalität. Der Gottesdienst ist kein Konzert und muss nicht unbedingt dem kulturellen Angebot Konkurrenz machen.

Mein persönlicher Wunsch ist, dass wir die Frage der Musik in unseren Gemeinden nicht in erster Linie zur Geschmacksfrage machen. Es geht über Qualitätsfragen noch hinaus: C.S. Lewis antwortete in einem Buch auf die Frage, ob ein Christ Mitglied einer christlichen Gemeinde werden sollte, wie folgt:

Ich kam mit anderen Leuten zusammen, die ganz andere Ansichten und eine ganz andere Erziehung hatten, und nach und nach begann meine Einbildung einfach abzublättern. Ich merkte, dass der alte Mann mit den ausgetretenen Schuhen in der Kirchenbank gegenüber diese Lieder (und sie waren wirklich nur sechstklassige Musik) mit echter Hingabe und geistlichem Gewinn sang – und dann erkennt man mit einem Mal, dass man es nicht wert ist, seine Schuhe zu putzen. Da vergeht einem die Überheblichkeit, die sich in der Abgeschiedenheit eingenistet hat.4 – C.S. Lewis

 

Mir ist bewusst, dass die musikalischen Möglichkeiten in jeder Gemeinde unterschiedlich sind. Jedoch möchte ich aus meiner Musiker-Perspektive auch betonen, dass es immer wünschenswert ist, unsere Musik so schön wie möglich erklingen zu lassen, da sie zur Ehre Gottes gespielt wird. Es ist die primäre Aufgabe der Musiker in der Gemeinde, den Text des Liedes – und damit die intendierte Botschaft – zunächst zu begreifen und zu verstehen. ..."

 


Sonntag, 26. Juni 2022

Johannes 17 bis 20

In unseren Ferien habe ich in meinen Morgenandachten auch aus Johannes 17 bis 19 gelesen. Hierzu habe ich aufnahmen gemacht und auch meine spontanen Gedanken dazu. Die Bilder sind zeugen von der schönen Umgebung und unterstreichen die Intensität des Textes.


Hier zu sehen und zu hören:











Hier noch eine professionelle Version zu Johannes 17

Zu unserem Hauskreis vom 30.6.2022 habe ich hilfreiche Fragen zu Johannes 17 zusammengestellt, die helfen, den Text zu verstehen. Für jene Hauskreisler, die nicht kommen konnte schrieb ich folgenden Text mit den Fragen:

Guten Morgen

Wir hatten gestern einen gesegneten Hauskreis zum Hohepriesterlichen Gebet von unserem Herrn Jesus Christus.

Unter anderem gingen wir mit Fragen einem Teil des Textes durch. Dabei hätten auch Vergleiche mit unserem Leben Platz. Zugleich mussten wir auch anbeten über Gott staunen: Seine Gedanken sind viel höher als unsere. Unser Verstand muss über das Offenbarte staunen und erahnt,  wieviel grösser Gott sein muss,  als wir fassen und Begreifen können. Und dieser Gott Vater liebt uns,  wie er Jesus liebt, darum gehören wir Gott und nicht der Welt.

1.Hier einige Fragen,  die uns helfen,  die einfachen Worte,  welche zugleich so komplex sind,  besser verstehen (Johannes arbeitet mit mur 500 Worten, also ein Kleinkind-Vocabular):

1. Wem gibt Jesus Ewiges Leben? (Johannes 17,2b)

2. Was ist das ewige Leben? (Johannes 17,3)

3. Weder hat was offenbart? (Johannes 17, 6a)

4. Wem hat er es offenbart? Welche Antworten sind richtig? 

    Der Welt? 

    Jene,  die Gott gehören?

    Der Zeitung? 

     Den Getauften/Beschnittenen?

     Die Gott aus der Welt Jesus gegeben hat?

      Den Selbstgerechten?

5. Für wen betet Jesus? (Johannes 17, 9)

6. In wem ist Jesus verherrlicht? (Johannes 17, 10b)

7. Wer wird uns bewahren? (Johannes 17, 11 b)

8. Warum betet Jesus,  dass wir bewährt werden sollen? Und für was werden wir bewährt?

(Johannes 17, 11+13)

9. Vor was bewahrt uns Gott?

vor der Welt?

vor dem Bösen?

vor dem Feuer?

(Tipp: Gott bewahrt nicht vor dem Feuer.  Gott bewährt uns In dem Feuer. Johannes Calvin. Bsp.  Die Freude von Daniel im Feuerofen,  und das, ob Gott uns sichtbar rettet oder uns zu sich holt und uns so rettet )

(Johannes 17, 15+16a)

10. Für wen und was betet Jesus? (Johannes 17, 20-22)

11. Für was hat uns Jesus den Namen Gottes kundgetan? (Johannes 17, 26)

12.

Und hier kommt der Clou!

Bisher war eine klare Grenze zwischen fleischlich und geistlich gesinnt: zwischen jenen die Gott gehören und der Welt. Nun aber sehen wir,  wie die Welt glauben wird!

Wie liebt uns Gott der Vater? Wie wird die Welt glauben? Und was wird die Welt glauben?

(Johannes 17, 22b)

UNGLAUBLICH GOTT WILL UNS IN DIE PERICHORESE, IN DIE LIEBE DER DREIEINIGKEIT AUFNEHMEN. Grundlage dazu ist nicht unsere Leistung,  sondern die Gnade und seine Liebe zu uns,  weil Gott der Vater uns liebt und darum erwählt hat. Verdient haben wir es nicht.  Es ist ein Geschenk. Darum lasst in diesem Geschenk von der Liebe Gottes gestillt, leben.  Nicht aus unseren menschlichen Möglichkeiten (= Fleisch), sondern in Gottes Möglichkeiten (= Geist)

Nicht Schwärmerei, Gesetzlichkeit und Hamsterrad, sondern alles  Jesus bringen,  der uns im Feuer sicher bewährt.  AMEN

GOTT SEGNE EUCH.


Ich hoffe, Sie dies dient auch Ihnen.


Vom unfreien Willen 1525 schrieb Martin Luther diese Antwort an Erasmus von Rotterdam







 Einige Auszüge und Gedanken dazu sind hier zu hören und zu sehen:










Apostelgeschichte

Während unseren Ferien im Berner  Oberland und in Ligurien habe ich - u.a. während meiner Morgenandacht in der Apostelgeschichte gelesen. Hierzu habe ich den Text mit spontanen Gedanken aufgenommen.

Ich hoffe der Text und die Bilder tuen gut. Hier zu hören:


































Hier habe ich einige Gedanken schriftlich festgehalten. Dies entspricht nicht dem Gesagten auf dem Youtube. Danach folgen weiter Beiträge meiner Morgenandachten zur Apostelgeschichte. (Es sind nur einfache Gedanken, die mir so beim Lesen und unter Gebet in den Sinn kommen,)

7.8.22

Apostelgeschichte 13,4-13

Nachdem wir gehört haben, wie der Heilige Geist Barnabas und Paulus zu seinem Werk ausgewählt hat, sehen wir, wie sie auf die Reise gehen. Dabei ist anfänglich auch Johannes, der ihnen diente. Dies war Johannes Markus. Hier hören wir auch in Vers 9, dass Saulus auch Paulus genannt wurde. Paulus bekam also keinen neuen Namen durch seine Bekehrung, auch wenn wir die Wendung "vom Saulus zum Paulus" haben. Besonders eindrücklich treten zwei Personen auf: der Statthalter Sergius Paulus. Dazu die Genfer Studienbibel: "Vielleicht Lucius Sergius Paulus, der ein Beamter in der Regierung des Claudius war und dann Prokonsul (der oberste Beamte in einer Senatsprovinz) in Paphos auf Zypern wurde (vgl. 18,12 und 2. Kor 9,2). Dagegen war Palästina eine Reichsprovinz und hatte einen Prokurator, der dem Kaiser direkt unterstellt war." Dieser Prokonsul hörte auf die zweite eindrückliche Person: Elymas der Zauberer der auch Bar-Jesus hiess. Er war ein falscher Prophet und versuchte den Statthalter vom Glauben an Jesus Christus, wie er wirklich ist, abzuhalten. Warum tat er das? Warum wollte Bar-Jesus nicht auch die Wahrheit erkennen und für ewig glücklich werden? Paulus, auch Saulus genannt, sagt voll Heiligen Geistes ihm ins Gesicht: "O du Sohn des Teufels, voll aller List und aller Bosheit, DU FEIND ALLER GERECHTIGKEIT, wirst du nicht aufhören, die geraden Wege des Herrn zu verkehren?" Vers 10b Kann es das geben: Menschen, die sich und andere ins Unglücklich stürzen wollen? Vermutlich ist es Blindheit und eine Gefangenschaft des Willens, der wie Martin Luther sagen würde, eben nicht frei ist. Mal ganz abgesehen davon, dass ein freier Wille, der nicht wandelbar ist und selbstbestimmt Leben erschafft und ohne andere Einflüsse handeln kann, nur Gott besitzen kann. Dieser absolut freier Wille besitzen wir nicht und können uns daher nicht selber erschaffen und selber erretten. Vielmehr gleichen wir Menschen seit den Sündenfall alle diesem Bar-Jesus. Unser selbstgerechter Stolz will sich nicht von Jesus helfen lassen, denn wir wollen selber Gott sein. Und das ist ja auch der Grund für den Sündenfall. Darum ist es Gnade Gottes, wenn wir das einsehen dürfen und uns gerne von Gott beschenken lassen und so wirklich glücklich werden, wenn es auch in dieser Zwischenzeit oft nur ein Hoffen und noch nicht sehen ist. Danke Jesus! Und danke Heiliger Geist für Dein für uns so selbstverständliches Wirken, dass wir oft nicht als Wunder erkennen. Gott sei allein geehrt dafür! Danke. Amen.

 

5.8.2022

Apostelgeschichte 12,24+25 und 13,1-3

Die Beschenkten halfen der Gemeinde in Jerusalem. Eindrücklich, wie sie Gemeinschaft haben und in dieser klar die Stimme des Heiligen Geistes erkennen. Hier wird auch Johannes mit dem Beinamen Markus erwähnt. Wir werden noch hören, dass sich Paulus ihm gegenüber nicht barmherzig verhalten wird, leider. Darüber wird er mit Barnabas in einen heftigen Streit geraten. Das war nicht harmonisch. Aber auch das nutzte Gott, indem daraus zwei Missionsgruppen wurden. Und Barnabas fördert Markus, trotzdem. Und Markus wird uns dann das Markus Evangelium hinterlassen. Da Markus auch noch viel mit Petrus unterwegs war, wundert es nicht, dass das Markus Evangelium auch stark von den Erfahrungen des Petrus geprägt und ist.

 

5.8.2022

Apostelgeschichte 12,20-23

Erschreckend, wie Gott konsequent sein kann.

 

31.7.2022

Apostelgeschichte 12,1-19

Interessant, wie Könige und Diktatoren auf die Masse hören. Sie wollen wie Gott sein (wie wir alle seit dem Sündenfall), tatsächlich sind wir darauf bedacht, was andere von uns halten, so stark, dass wir zu Sklaven der Menschen werden uns sie mehr fürchten als Gott und seine Gerechtigkeit. Erstaunlich ist auch wie Gott den Petrus errettet. Der eine Mitchrist wurde von Herodes getötet und Petrus wird gerettet. Gott wirkt verschieden. So verschieden, dass es die Christen zuerst nicht glauben können. Und selbst glaubt zuerst, nur ein Gesicht zu sehen, so behütet geschieht alles. Herodes selber scheint dies alles nicht so zu berühren. Er verhört die Soldaten, lässt sie abführen, jene Soldaten, die Petrus bewacht haben und geht dann nach Cäsarea. Laut Kommentar wurde nach römischem Recht, jenen Wächtern, denen Gefangene entfliehen, die gleiche Strafe auferlegt, wie den Entflohen.

 

31.7.2022

Apostelgeschichte 12,37-30

Grosszügigkeit. Aus einer Not wird Segen.

 

30.7.2022

Apostelgeschichte 11,19-26

Nun hören wir, wie durch die Verfolgung das Evangelium ausgebreitet wird. Zuerst nur unter der alten Kirche, dem alten Bund. Gott nutzt dazu die Verfolgung der Christen. Zudem sehen wir, wie Barnabas den grossen Theologen und ehemaligen Christenverfolger Paulus fördert: "ein ganzes Jahr zusammen in der Gemeinde blieben und eine beträchtliche Menge lehrte" Vers 36b. Und hier wurden die Jünger auch zum ersten Mal Christen genannt.

 

30.7.2022

Apostelgeschichte 11,ff

Petrus wird von der Gemeinde hinterfragt. Sie machen sich Sorgen, dass er zu weit gegangen ist. Am Schluss erkennen sie, dass die Gnade Gottes wirklich so wirkt, wie in den vorangegangenen Versen zu lesen ist: Auch wir Heiden, wir nicht Juden dürfen Busse über unsere guten und bösen Werke tun: "So hat denn Gott auch den Heiden die Busse zum Leben gegeben." Apostelgeschichte 11,18b

 

24.7.2022

Apostelgeschichte 10,24-48

Gott wirkt erstaunlich.

 

24.7.2022

Apostelgeschichte 10,9-23

 


13.8.2022

Apostelgeschichte 15

Konzil in Jerusalem

Zugleich notierte ich mir am 13.8.2022:

13.8.2022

Erschreckend zu was wir Menschen alles fähig sind. In einem Moment vergöttern wir Menschen um im nächsten Moment sie zu hassen und töten zu wollen. Das nennt Martin Luther auch einen Ausdruck unseres unfrei en oder versklavten Willens. Es gibt Zeugnis von unserem Fall. Nicht nur unsere Tatsünden sind ein Problem, sondern auch unsere tiefsten Motive. Darum ist es auch so gefährlich, wenn wir uns und andere mit Selbsterlösungsversuche verbessern wollen. Daraus entstanden immer wieder viel Leid, weil die eigene Sündhaftigkeit verklärt wurde und gegenüber Andersdenkende man sich mit Übermoralisierung überhöhte und sich einreden, dass man nun seine Sündhaftigkeit an den "Bösen" auslassen dürfe: Mobbing. Unser veränderbar oder wandelbar Wille ist auch in diesem Sinne kein freier, souveräner Wille, sondern unter die Sünde verkauft. Gute Gesetze verhindern das Ausleben dieser Bösartigkeiten, aber verändern nicht die Herzen, die tiefste Motivation. Das Gesetz drückt nur von Aussen. Darum ist die Gnade so wichtig, sie verändert unser Herz, dass heisst unsere tiefste Motivation. Allerdings können wir es dann immer noch nicht, absolut gut handeln. Aber Christus kann es. So auf ihn geworfen, heisst in Gnade Leben, bis er wieder kommt. Das Gesetz als Provisorium bis Jesus wiederkommt, ist trotzdem nicht zu verachten. Es ermöglicht eine freue Gesellschaft. Fördert das Vertrauen und damit auch den Fortschritt und die Wirtschaft. Allerdings nur, wenn man nicht mit dem Gesetz sündigen will. Denn das ist auch möglich: Das Gesetz so biegen, dass es ungerecht angewandt wird. Wir brauchen wirklich Hilfe, dass wir uns nicht selber eine Hölle bauen.

14.8.2022

Apostelgeschichte 16,1-10

Die Freiheit des Handelns: Und gleichzeitig offen sein für Gottes Willen. Dies sehen wir vorallem in Apg 16,6-10. Wir dürfen frei unser Leben gestalten. Und auch klar von Gott erhaltene Berufungen dürfen wir nach besten Wissen gestalten. Es ist wie bei gesunden Eltern, die ihren Kindern sagen: "Im 18 Uhr seid ihr wieder zum Essen hier." Es ist klar, dass sie bis dann spielen dürfen. Wie und was und mit wem ist ihnen überlassen. Klar ist auch, dass sie niemanden weh tun sollen, nicht stehlen usw. Gottes klare Ordnungen, wie die zehn Gebote geben den Rahmen. Zugleich schützen uns Gottes Ordnungen, damit wir frei in Rechtssicherheit Leben, spielen und arbeiten können. Dies gilt nicht nur für Kinder, sondern die ganze Gesellschaft: Gesunde Gesetze bieten Rechtssicherheit und schützen unsere Freiheit, damit wir in einem gesunden Rahmen unsere Gaben ausleben dürfen. Natürlich ist die menschliche Gerechtigkeit unvollkommen und das Gesetz nur ein Notrecht bis Jesus Christus zum zweiten Mal kommt. Und genau dieses Wissen bewährt uns vor einem absoluten Staat und auch dem Absolutismus, denn wir glauben nicht, dass wir Menschen aus eigener Kraft eine perfekte Gesellschaft, Kirche oder Staat schaffen können. Das wird dereinst Jesus machen, wenn er alles wieder herstellt. Darum irren sich jene Kommunisten, welche ein perfektes Arbeiterparadies schaffen wollen. Auch die römische Kirche und jene Täufer, welche vergessen zwischen sichtbarer und und sichtbarer Kirche zu unterscheiden, vergessen, dass der Kampf zwischen Gut und Böse bis zu Jesus zweiten Kommen mitten durch unser Herz geht. Zudem bedeutet aus Gnade errettet sein, das wir wirklich aus Gnade errettet sind und ohne Christus ehrlich die ewige Hölle verdient hätten. Diese Wissen macht uns frei für wirkliche Barmherzigkeit und Liebe. Aber eben, selbst Paulus und Petrus waren nur Menschen, die auch Barmherzigkeit benötigten, wie wir.

14.8.2022

Apostelgeschichte 16,11-22

Die ersten Europäer lassen sich taufen, weil sich die gottesfürchtige Purpurhändlerin Lydia bekehrt. Konkret steht: "und der Herr tat das Herz auf, so dass sie aufmerksam acht gab auf das, was von Paulus geredet wurde." (14b") Wir Beinen noch einer anderen Frau, die einen Python-Geist hatte. Der sagte die Wahrheit, indem Paulus nirgends hingehen könnte, ohne das diese Frau ihre Botschaft bestätigte. Das machte Paulus unwillig und er Gebot im Namen Jesu Christi, dass der Python-Geist aus der Frau ausfahren soll. Nun ist die Frau frei. Aber die Juden aus der Missiobsgruppe, die zugleich die Leiter waren, nämlich Paulus und Silas wurden nun misshandelt und danach ins Gefängnis geworfen. Denn die Herren der Frau verloren durch die erlebte Befreiung der Frau einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden. Und beim Geld hört der Spass auf. Oder man könnte sagen, beim Geldgebrauch sieht man, an wen jemand wirklich glaubt. Es wird spannend, wie es weiter geht.


20.8.22 Apostelgeschichte 16,22-34

Paulus und Silas singen im Gefängnis Loblieder. Gott aber handelt, während sie sich im Gefängnis in Gott sicher fühlen. Es ist anders als bei Petrus. Ihn holte ein Engel aus dem Gefängnis. Es ist auch anders, als der Glaubensbruder des Petrus, der hingerichtet worden war. Silas und Paulus verhindern den Selbstmord des Gefängniswärters. Jener Mann, der ihre Füsse in einen Block zweite, erklären Sie das Evangelium. Und das Wunder geschieht, dass er und sein ganzes Haus an Jesus Christus gläubig wird. Erstaunlich. Es zeigt auch von der Retter Liebe von Paulus und Silas: Sie wollten nicht wie einst der Prophet Jonas den Tod des Gottlosen, sondern dass er umkehre und ein ewig Gutes Leben von Gott erhält.


20.8.2022

Apostelgeschichte 16,35-40

Paulus lässt sich und Silas nicht heimlich aus dem Gefängnis entlassen, sondern als römische Bürger fordert er seine bürgerlichen Rechte ein. Interessant.


25.8.22 Apostelgeschichte 17,1-9

Weiter geht die Reise. In Thessalonich geht Paulus seiner Gewohnheit nach in die Synagoge. An drei Sabbaten erklärte er wie der Messias (= Christus) leiden und aus den Toten auferstehen musste. Die Briefe des Paulus lassen vermuten, dass Paulus länger als drei Wochen in Thessalonich blieb (Genfer Studienbibel)
Viele glaubten, andere empörten sich.
Als die aufgebrachte Menge Paulus und Silas nicht fand, schleppten sie Jason vor die Obersten der Stadt.
Um ihn anklagen zu können, entstellten sie das Evangelium und machten aus der Verkündigung des Reiches Gottes eine politische Opposition gegen Rom.
Um diese Zeit, ca. 49 bis 50 nach Christus, vertrieb Kaiser Claudius die Juden aus Rom, weil es zu einem Aufruhr kam, der vermeintlich wegen eines "Chrestus" entstanden war. Mit Chrestus ist wohl Christus gemeint.
Jason kam nur gegen eine Bürgschaft wieder frei. Das war natürlich nicht fair. Aber wir wissen heute, dass es noch viel schlimmer werden sollte. Obwohl die ersten Christen keine Rebellion gegen die damaligen Herrschaftsstrukturen war, empfand das Imperium sich hinterfragt und herausgefordert. Mit der Zeit nutzte man auch den Begriff Atheismus für die Christen, da sie dem Pantheon nicht huldigten. Zudem: Sobald im römischen Reich das Christentum aus dem Schutz des Judentums als eigene Konfession verstanden wurde, wurde es für die Christen noch gefährlicher. Auch als Jude gab es im römischen Reich Probleme. Man denke nur an die eben erwähnte Vertreibung der Juden aus Rom, 49 bis 50 oder an den jüdischen Krieg und mit ihm die Zerstörung des Tempels in Jerusalem im Jahre 70. Der Krieg wurde ca. 73 oder 74 endgültig beendet. Allerdings folgten noch weitere Aufstände um 116 und 132 bis 135, laut Wikipedia, 25.8.22. Allerdings liegt das alles noch in der Zukunft: Der jüdische Krieg begann erst 66 nach Christus.
Trotzdem gab es eine erstaunliche Verbreitung des Judentums im ganzen römischen Reich. Auch die hier erwähnten gottesfürchtigen Heiden deuten auf eine anziehende Kraft des Glaubens an den Gott der Bibel und damit der alten Kirche im römischen Reich hin. Das Judentum war und ist ein Zeugnis für den lebendigen Gott. Jesus Christus erfüllt das alte Testament. Aber leider führt dies nicht zu einer grossen Harmonie in der Kirche, sondern zu einer grossen und teilweise verbitterten Spaltung. Bis heute sieht man dies in der Kirche, auch in den Kirchen, die das Neue Testament ernstnehmen sollten.
Von dieser Tragik sprach schon Christus.
Aber der Riss ist noch grosser, weil er Mitten durch unsere Herzen geht. Auch ich als wiedergeborener Christ taumle zwischen Gnade und Leistungsdenken. Zwischen Geist und Fleisch. Paulus beschreibt es so:
"Ich finde also das Gesetz vor, wonach mir, der ich das Gute will, das Böse anhängt." Römer 7, 21
Trotz neuer Gesinnung in Christus. Christus selber löst dieses Problem. Jeden Tag in meinem Leben. Darum ist es normal, dass in der sichtbaren Kirche noch nicht das ganze Paradies angebrochen ist. Martin Luther meint dazu, dass die wahre Kirche unsichtbar ist. Sie entspricht nicht, wie er Erasmus von Rotterdam zu erklären versucht, der sichtbaren Kirche. Und nicht selten irren die offiziellen oder berühmten Vertreter der Kirche, weil der Riss mitten durch unsere Herzen geht und eil die wahre Kirch unsichtbar ist. Manchmal nimmt man sie gar nicht wahr. Und diese Spannung können wir Menschen nicht lösen. Im Gegenteil, je engagierter und idealistischer wir alles besser Machen wollen, ohne dass wir die eigenen Mankos sehen können, umso schlimmer können wir es machen.
"Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib?" (Römer 24).
Wir können es nicht. Vers 25 und die folgenden Verse im Römerbrief
geben eine komplexe Lösung.
Wir sind von Gott selber in dieser Sache ganz abhängig. Und darin liegt auch unsere Freiheit, weil kein Mensch darüber verfügen kann.
In Christus werden wir frei. Und was wir sein werden, wird man erst beim zweiten Kommen von Jesus sehen. Noch glauben und hoffen wir. Dann werden wir sehen.

Darum war für mich zuerst die Kirchengeschichte so enttäuschend. Ich glaubte, es sei die Fortsetzung der Apostelgeschichte. Erst durch das eben erklärte, konnte ich es auch das sehen.
Zudem: Wer aus Gnaden errettet ist, ist eben nicht perfekt, sonst bräuchte er keine Gnade mehr. Darum kann keine Kirche perfekt sein. Denn Kirche ist hier immer eine Ansammlung von Sündern, die Heilung brauchen. Es ist wie in einem Spital: Kranke, die Heilung brauchen.


27.8.22 Apostelgeschichte 17,

Nun trifft mit Paulus das Evangelium auf das Zentrum des griechischen Denkens in Athen. Ein wichtiges Ereignis der Weltgeschichte. Ab Vers 22 wird es noch interessanter: Die Predigt von Paulus auf dem Areoparg.


27.8.22 Apostelgeschichte 17,22-34

Nun sehen wir den Höhepunkt im Zusammentreffen des Evangeliums mit dem griechischen Denken auf dem Areopag. Nachdem Paulus seine Erschütterung über die vielen Götzenbilder (16) psychisch verschafft hat, hält er keine Strafpredigt über ihren Götzendienst, sondern ist Gott gehorsam und ordnet es in die barmherzige Geschichtsschreibung Gottes ein. Dabei sehen wir, dass Paulus vor den Denkern in Athen, deren Philosophen zitiert. Ich staune, der sehr gut ausgebildete Theologe Paulus, gelehrt von Gamaliel, ist auch bewandert in griechischer Philosophie. Anstelle aus der Bibel zitiert er nun Epimenes aus Kreta (ca. 600 vor Christus), Kleanthes (331-233 vor Christus) und den kritischen Dichter Arat (315-240). Auch die Reaktion der Athener ist interessant: einige spotten über die Auferstehung, andere sind interessiert und wieder andere glauben. 




3.9.22 Apostelgeschichte 18,23-28

Nun tritt Apollo auf. Aquila und Priscilla können ihm noch mehr über Jesus sagen, da er nur die Taufe des Johannes kannte. Johannes der Täufer war der, der für Jesus den Weg vorbereitete. Die Taufe des Johannes war eine Taufe zur Busse. Es war eine Taufe des alten Bundes, der alten Kirche, die wie das ganze alte Testament auf Christus, den Messias vorbereitet. Als Jude erkannte Apollos Jesus Christus als seinen Messias an. Er lehrte genau (25), was den Herrn betrifft. Und trotzdem konnte ihm das Ehepaar Aquila und Priscilla noch genauer informieren(26). Das taten sie, indem sie ihn aufnahmen, d.h. indem sie ihn bei sich zu Hause wohnen liessen und Gastfreundschaft auslebten. ♥️


3.9.22 Apostelgeschichte 19,1-7

Während Apollos in Korinth war ging Paulus auf seiner dritten Missionsreise in die höhergelegenen Gebiete. Danach kam er nach Ephesus. Dort traf er auf Gläubige, die nur die Taufe des Johannes kannten. Diese liessen sich gene auf den Namen des Herrn Jesus Christus taufen. Als Paulus ihnen die Hände auflegten, kam der Heilige Geist auf sie (6). Es wird nicht genau beschrieben, wie das so genau erkennbar war, nur, dass sie begannen in Sprachen zu reden und zu weissagen.

Laut der Genfer Studienbibel handle es sich hier um Heiden. Wenn das wae ist: liessen sich auch Heiden von Johannes dem Täufer taufen oder wurde diese Taufe auch ohne Johannes ausgeführt? Oder waren es Juden, die von Johannes getauft wurden und dann nach Ephesus gingen? Dies wäre interessant weiter abzuklären.

Auf jedenfall waren es 12 Männer.


4.9.22 Apostelgeschichte 19,8-22

Der Name Jesus darf man nicht abergläubisch verwenden. Worin liegt der Unterschied zwischen einer abergläubischen Verwendung des Namen Jesu und einem Glauben, der rettet? In der Frage selber ist ein Fehler: Denn wir können nichts tun, um gerettet zu werden, auch nicht richtig und stark genug glauben. Ist das nicht schon Zauberei?

Denn rettender Glaube ist zu Christus gehen, der es macht. Es ist die Anerkennung, dass alle unsere menschlichen Anstrengungen, auch die religiösen und unsere Glaubenskraft oder sogar unsere Zauberkraft, unsere tiefste Motivation, unser Herz NICHT ändern können. Jesus kann es. Der Heilige Geist kann es. Ein Wunder. Aber selbst dann können wir es noch nicht, denn unsere menschlichen Möglichkeiten müssen scheitern, wirklich immer und jeder Zeit absolut gut zu handeln. Darum müssen wir in Jesus sein, er macht dieses Wunder, dass aus unserem Mist guter Dünger wird, der bis in alle Ewigkeit reicht.

Und dabei dürfen wir wissen, dass auch das in Jesu sein keine Leistung ist, sondern ein Geschenk Gottes. Darum dürfen wir auch bitten.

 



5.9.22 Apostelgeschichte 19,23-41

An was glauben wir wirklich?

Unser Umgang mit Geld zeugt von unserem wahren Glauben. Hier sehen wir, wie Menschen mit einem Götzendienst Reich wurden. Sie geraten in wilde Wut, weil sie befürchten, dass durch die Verkündigung des Evangeliums ihre Einnahmen gefährdet werden. Und schnell kam dann der Vorwurf der Gotteslästerung. Das gibt es ja auch heute. Manchmal sagt man Gotteslästerung, weil wir unseren Götzen mit Gott gleich setzen. Manchmal sagen wir aber auch ehrlich unsere Überzeugung, dass wir das Evangelium oder das Gebet oder die Bibel als gefährlich empfinden, weil es unsere Götzen hinterfragt. Im realexistierenden Kommunismus wie Im römischen Katholizismus vor dem zweiten vatikanischen Konzil gab es das. Und es gibt diese Stimmen neuerdings wieder in der "freien" westlichen Welt. Selbst in der Schweiz, wo Religion und Staat nie getrennt waren. Im 19. Jahrhundert wollten zwar die Radikalliberalen die reformierten Kirchen zu aufgeklärten Kirchen zwingen. Darum schafften sie das zweite Helvetische Glaubensbekenntnis ab. Das führte zu riesigen Spannungen. Im Kanton Zürich löste das sogar eine Revolution aus. Mindestens zwei reformierte Landeskirchen in der Westschweiz brachen auseinander. Diese fanden am Schluss wieder zusammen. Was blieb war eine bekenntnisfreie reformierte Kirche. Darum können reformierte Kirchen der Schweiz sehr unterschiedlich sein. Neu versuchte man eine schweizerische reformierte Kirche zu schaffen, indem man den Bund SEK) umbenannte. In diesem Bund sind die reformierten Landeskirchen und waren zwei Freikirchen. Nun ist es nur noch eine Freikirche, die methodistische. Die andere, eine reformierte Freikirche in Genf, trat aus. Nun gibt es aber nur auf Kantonsebene öffentlich-rechtliche Landeskirchen. Darum fragte ich das Sekretariat der reformierten Kirche Schweiz an, ob sie eine Freikirche seien. Sie verneinten dies. Allerdings frage ich mich, ob sie nicht einfach immer noch ein Bund von verschiedenen Kirchen sind. Interessant ist auch, dass man sich anfänglich nur evangelisch nennen und einen Bischof anstelle eines Präsidenten haben wollte. Ein Rückfall in Zeiten der Antistes des Kantons Basel, Zürich und Schaffhausens? Oder der ehrliche Ausdruck, dass man nicht mehr reformiert sein will? Denn weltweit steht ja reformiert für Kirchen, die von Ältesten geleitet werden (siehe schottische ref Kirche), also wie unser Bundesrat in der Eidgenossenschaft. Sie ist eben nicht episkopal, wie die Anglikaner, Römisch-Katholischen, Methodisten und Lutheraner. Obwohl Calvin auch das für möglich hielt, war er doch auch der Meinung, dass man zur biblischen Ordnung zurückkehren darf.

Interessant ist auch, wie die Vertreter in diese "ref Kirche Schweiz" gewählt werden: Es steht den Kirchen frei. In Basel ist es nicht das Volk, das wählt, sondern die Exekutive, die sie wählen.

Für eine Vertretung einer Kirche ist das sicherlich angemessen. Aber für eine Institution, die Kirche sein will?

Aber zurück zum Bibeltext.

Paulus wollte sich in das Getümmel dieser Ekklesia stürzen, die ein Mobbinghaufen war. Seine Freunde hielten ihn davon ab. Obwohl diese Versammlung Ekklesia genannt wurde, war es keine vernünftige demokratische Versammlung. Es war keine Kirche. Unser Wort Kirche stammt von Ekklesia: Die Herausgerufenen, mich dünkt, es meint auch: die Erwählten. Jene, die in der griechischen Polis, Stadtstaaten an der Volksversammlung ein Stimmrecht hatten. Darum nutzten die ersten Christen, und auch die Juden in ihrer griechischen Übersetzung, Ekklesia als Kirche, Synagoge.

Sicherlich drückte dieser Begriff auch aus, was man unter Kirche verstand. Und auch bei Johannes Calvin sehen wir dies, wenn er in seiner Institutio erklärt, dass die Leiter dafür besorgt sein müssen, dass eine ordentliche Wahl oder Abstimmung in einer Kirchenversammlung durchgeführt wird. Das galt natürlich im Besonderen auch für das Leitungsteam, indem keiner einfach seine Ideen durchsetzen sollte. Gerade sie sollten mit gutem Vorbild vorangehen.

Hier sehen wir das Gegenteil einer solchen Ekklesia: Anstelle freiheitlichen demokratischen Geistes sehen wir eine gewaltige Mobbing-Menge. Viele wissen nicht einmal, worum es eigentlich geht (32). In dieser Verwirrung brach sich auch eine versteckte Wut gegen Christen und Juden bahn. Nun war alles möglich. 2 Stunden schrie die Masse ihr Glaubensbekenntnis: "Gross ist die Diana der Epheser!"

Es war sicherlich gut, dass man ihnen diese freie Meinungsäusserung ermöglichte. Das nahm nach zwei Stunden viel Druck weg und nun konnte doch ein Verantwortlicher die Masse, wie es Calvin empfahl, für ein ordentliche Abstimmung gewinnen. Nur, dass diese Ekklesia gar kein Recht für Beschlüsse besass. Im Gegenteil: Es konnte als Aufruhr verstanden werden. Aber die Masse kam nun wieder zur Vernunft, denn sie war nun für Argumente wieder zugänglich. Und zum Glück war der Stadtschreiber ein Weiser Leiter. Er belehrt die Masse und macht so aus der aufgebrachten Menge, die in ihrem Mobbingverhalten vielleicht sogar Menschen gelyncht hätten, wieder vernünftige und gesetzestreue Menschen, die ihren niedrigen Instinkten, ihrer Sünde nicht freien Lauf lassen.

Natürlich war das keine Metanoia, keine Busse, keine Umkehr ihrer tiefsten Motivation zum wirklich Guten, sondern "nur" der Druck des Gesetzes von aussen. Es ist kein wirklicher neuer Geist, eine neue Haltung aus ihrem Herzen. Es ist "nur" Anstand, Erziehung, Disziplin (= Zucht). Aber in dieser Zwischenzeit ist das Provisorium des Gesetzes Not-wendig, damit wir Menschen zusammenleben können und unsere Gesellschaft gedeihen kann und nicht vom Bösen überwunden wird. Und so konnten sie trotz allem eine demokratische Entscheidung fällen: Sie lösten ihre Versammlung auf und taten keinem Menschen weiteres Leid.

 

Nur das Evangelium, wenn der Heilige Geist wirkt, schafft mehr. Dann kann aus Ekklesia eine geistliche Gemeinschaft werden, die von Herzen, d.h. mit ganzem Verstand und mit der tiefsten Motivation das Gute will. Natürlich braucht es nach dieser ersten geistlichen Auferstehung, dann auch noch die zweite leibliche Auferstehung. Und diese werden wir erhalten, wenn Jesus Christus, unser Herr zum zweiten mal kommt. Dann ist der Zwiespalt in uns, die Spannung des eschatologischen Schon-jetzt-und-noch-nicht-Aspektes aufgelöst.

Dann werden unsere Tränen abgewischt.

 

Da der Text für Youtube zu gross war, rang ich um Kürzung. Dazu schrieb ich:

Und tatsächlich gibt es heute in der CH keine Staatskirchen mehr, nur noch Landeskirchen. Im Kanton Genf ist sogar wirklich eine Trennung zwischen Staat und Kirche vorhanden. Und auch im Kanton Neuenburg ist die Trennung grosser als in der übrigen CH. Im Kanton BL gibt es heute noch eine Finanz- und Kirchendirektion. Es gibt eine Tendenz Kirche und Staat zu entflechten. Zugleich gibt es auch eine Tendenz, diese Verflechtung durch nicht christliche Religionen zu ergänzen, indem man auch nicht christlichen Kirchen eine öffentlich-rechtliche Anerkennung zusprechen will. Wie man in einem solchen Umfeld das Gebet von Lehrern als staatsgefährdend verstehen kann, ist unverständlich. Vermutlich fehlt es an einem historischen Verständnis der Schweiz.

Manchmal sagen wir aber auch ehrlich unsere Überzeugung, dass wir das Evangelium oder das Gebet oder die Bibel als gefährlich empfinden, weil es unsere Götzen hinterfragt. Im realexistierenden Kommunismus wie Im römischen Katholizismus vor dem zweiten vatikanischen Konzil gab es das. Und es gibt diese Stimmen neuerdings wieder in der "freien" westlichen Welt. Selbst in der Schweiz, wo Religion und Staat nie getrennt waren. Nur der Kanton Genf und vielleicht der Kanton Neunburg kennt eine Trennung zwischen Staat und Kirche. Allerdings gab es schon lange eine Diskussion, wie das Verhältnis zwischen Staat und Kirche sein sollte. Eigentlich gab es dies auch schon im Mittelalter. Vor 500 Jahren stritten Leo Jud (Vertreter einer gewissen Trennung zwischen Staat und Kirche) und Heinrich Bullinger (der sehr das Verhältnis sehr eng sah, aber trotzdem auf der freien Predigt bestand) ebenfalls darum. Heute gibt es neben einer Tendenz Staat und Kirche zu entflechten, auch eine Tendenz nicht-christliche Kirchen als öffentlich-rechtliche Körperschaften zu anerkennen. Warum sollte in einem solchen Umfeld das Gebet unter Lehrern verboten werden?


6.9.2022 Apostelgeschichte 20,1-12

Paulus zieht weiter. In Troas ach einem Abendgttesdienst am Sonntag redete Paulus bis in die Nacht hinein. Dabei sank Eutychus in einen tiefen Schlaf. Da er am Fenster sass, fiel er drei Stockwerk in die Tiefe und starb. Begeisterung und dann diese Tragik. Doch Paulus wusste Hilfe: Euthychus wird auferweckt.
Nun sassen sie bis am Morgen zusammen und sie waren nicht wenig getröstet.


7.9.2022 Apostelgeschichte 20,13-38

Nun eilt Paulus von Insel zu Insel. Dann erfahren wir, wie er "gebunden vom Heiligen Geist" ist. Er offenbart den Ephesern, wie es ihm geht. Er hat nichts verschwiegen und darum keine Blutschuld auf sich geladen (27). Er hat viel gelitten und ertragen. Zudem warnt er die Epheser, dass aus der eigenen Mitte Männer aufstehen werden, die Jünger wegziehen wollen, um sich selber zu verwirklichen (30). Es sind räuberische Wölfe (29), die die Herde nicht schonen werden.

Paulus hat diese Gemeinde Tag und Nacht währen drei Jahren unter Tränen ermahnt. Vermutlich steht hier im Griechischen jener Begriff, der ermahnen und zugleich ermutigen bedeutet.

Die Glaubwürdigkeit von Paulus wird unterstrichen, indem er mit seinen eigenen Händen für seinen und den Unterhalt seiner Begleiter gesorgt hat. Damit gab er ein Beispiel: " dass man so arbeiten und sich der Schwachen annehmen MUSS, eingedenk der Worte des Herrn Jesus, der selbst gesagt hat: Geben ist glückseliger als Nehmen." (35).

An anderer Stelle machte Paulus auch darauf aufmerksam, dass er eigentlich auch das Recht hätte als ein Arbeiter dafür Lohn zu erhalten.

Und weil wir seit dem Sündenfall alles verdrehen, können wir dies sogar nur als Leistungsdenken verstehen, anstelle als Leben in der Gnade: Wer kann soll arbeiten und dich selber und andern damit helfen. Wer nicht kann, darf auch Hilfe annehmen. Gelobt sei der Name des Herrn.

So unterstützen wir einander und wer wirklich in Christus ist, wird dabei keine Soll- und Haben-Buchhaltung führen, denn er erlebt die überschwängliche Grosszügigkeit Gottes und beginnt daher selber grosszügiger zu sein.

Wobei manchmal Ermahnung und Ermutigung hilfreich ist, d.h. eine ermutigende Ermahnung.


10.9.2022 Apostelgeschichte 21,1-6

Sie mussten sich von den Ephesern losreissen (1), so herzlich lieb hatten sie sich und doch werden wir dann später im Epheser Brief von grossen Problemen lesen.
(5) Sie kniet am Strand von Tyrus nieder und beteten. Romantisch. Davor warnten sie Paulus, dass er nicht nach Jerusalem gehen solle. "Und sie sagten dem 3 durch den Geist"


1.10.22 Apostelgeschichte 21,7-16

Ein echter Prophet warnt Paulus, trotzdem geht Paulus diesen gefährlichen Weg, weil er weiss, dass er so für Christus ein Zeuge sein soll. Wir hören, wie ihn alle davon abhalten wollen, auch Lukas, der Schreiber der Apostelgeschichte. Es tut ihnen weh, was mit Paulus geschehen wird. Das Missverständnis jener in der alten Kirche, die im Evangelium nicht die Erfüllung des Gesetzes und der Propheten erkennen können, spaltet die alte Kirche. Ein Drama.

Nebenbei hören wir, dass Philippus nicht nur dem äthiopischen Kämmerer das Evangelium erklärt hat und als ein Prediger den Samaritern und den Menschen an der Meeresküste die frohe Botschaft verkündigt hat, sondern auch für die Betreuung der Spendengelder beauftragt worden ist. Er ist also Evangelist mit diakonischen Aufgaben. Zudem hat er ein Zuhause mit vier Töchter. Wir können also davon ausgehen, dass er verheiratet war, was damals für Mitglieder der alten Kirche völlig normal war. Auch der Hohe Priester war verheiratet.
Zugleich sehen wir auch eine andere Erfüllung des AT (=Alten Testaments): Seine Töchter, die weissagten.
Wir hören nicht, dass sie im engeren Sinne predigen, aber sie weissagen. Sie müssen nicht wie Paulus für eine Predigt in den geistlichen Kampf. Sie haben nicht den Auftrag, wie Paulus, nach Jerusalem zu gehen, um dort für die Predigt gebunden zu werden.
Gott hat ihnen, wie auch den anderen ein anderes Feld gegeben.
Paulus erklärt in seinen Briefen, dass zur Erfüllung des AT auch das allgemeine Priestertum gehört: "Werdet ihr nun meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen und meinen Bund bewahren, so sollt ihr vor allen Völkern mein Eigentum sein, denn die ganze Erde ist mein, ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein! Dies sind die Worte, die du den Kindern Israels sagen sollst." 2. Mose 19,5+6
Dies nimmt auch Petrus im 1. Petrus Brief auf, wenn er vom Heiligen Geist inspiriert schreibt:
"Da ihr zu ihm gekommen seid, zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen zwar verworfen, bei Gott aber auserwählt und kostbar ist, so lasst auch ihr euch nun als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, als ein heiliges Priestertum, um geistliche Opfer darzubringen, die Gott angenehm sind durch Jesus Christus." 1. Petrus, 2,4-5
Dies bedeutet nicht, dass wir alle Pfarrer sind, sondern dass,wir alle in Christus jeder Zeit Zugang zu Gott haben und vor Gott als seine Kinder für uns und andere eintreten können. Je nach unseren Gaben sollen wir das allgemeine Priestertum ausleben. Dabei hat Gott auch verschiedene gesunde Rahmen gegeben. 
Mit Sicherheit stossen diese an die Überzeugungen des jeweiligen aktuellen Zeitgeistes. Darüber kann man sich aufregen. Danach sollte man aber weiter forschen, bis man den Segen dahinter erkennt.
Ich bin überzeugt,  dass Gottes Gebote zum glücklichen und erfüllten Leben dienen sollen. Leider können wir durch den Sündenfall dies oft nicht sofort erkennen. Zudem leben wir noch im "Schon-jetzt-und-noch-nicht-Aspekt". Es herrscht also noch eine Spannung, die wir nicht einfach wie beim gordischen Knoten durchschneiden sollten.
Vielmehr sollten wir zu Jesus gehen, der für uns den gordischen Knoten, das Unmögliche löst.
"Denn ich habe kein Verlangen nach dem Tode des Sterbenden, spricht Gott, der HERR. So kehrt um, und ihr sollt leben." Ezechiel. 18,32 (auch 33,11)
Da wir das nicht können,  beauftragt Gott schon den Propheten Hesekiel (=Ezechiel)  folgende Worte Gottes weiter zu geben:
"Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euch legen, ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch whnehmen und euch ein Fleischerei Herz geben,
Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Satzungen wandeln und meine Rechte beobachten und tun."
Ezechiel 36,26-27


1.10.22 Gedanken zu Apostelgeschichte 21,7-16

Wie werden wir wirklich glücklich? Das Gesetz Gottes ist gut. Aber unsere Versklavung unter die Sünde wird durch das "Du sollst" oder "Du sollst nicht." provoziert zu noch mehr sündhaften Verhalten: Entweder durch offene Rebellion oder durch das sündigen mit dem Gesetz, indem wir den Sinn des Gesetzes verdrehen.

Es ist sicher keine geistliche Lösung, den  Willen des Menschen zu  brechen oder ihn wie ein Tier zu dressieren.

Die innersten Motive müssen sich ändern, was ein Wunder ist. Eine geistliche Wiedergeburt. Aber auch dann ist "nur" der Geist willig, das Fleisch kann es immer noch nicht (Römerbrief  7,18ff).

"Ich danke Gott durch Jesus Christus, unserem Herrn! So diene nun ich selbst mit der Gesinnung dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde." Römerbrief 7,25

 

PS: Natürlich braucht es für die menschliche Gerechtigkeit klare Gesetze und der Druck von Aussen zur Einhaltung und Durchsetzung der menschlichen Gerechtigkeit. Im Angesicht der göttlichen Gerechtigkeit verdient die menschliche Gerechtigkeit nicht einmal das Wort Gerechtigkeit (Zwingli).

Die Relativität der menschlichen Gerechtigkeit beruht auf unseren Begrenzungen, aber auch auf unsere innersten Motive, die seit dem Sündenfall nicht das wirklich Gute wollen. Oft ist uns das nicht bewusst. Es ist wohl auch ein Eigenschutz: Denn wie sollen wir mit unserer Sündhaftigkeit umgehen, wenn wir die Vergebung in Christus nicht kennen?

Oft glauben wir sogar, keine Vergebung zu benötigen: "Für mich hätte Jesus am Kreuz nicht sterben sollen." Was für ein tragischer Irrtum! Es braucht ein Wunder, dass wir diesen Irrtum erkennen können.

Zugleich liegt hier auch der Grund für eine freie Gesellschaft: In diesem Bewusstsein wissen wir, dass das wirklich Wichtige von uns Menschen nicht erzwungen werden kann. Mit der menschlichen Gerechtigkeit können wir eine gewisse Rechtssicherheit schaffen. Es ist ein Provisorium, bis Jesus Christus das Perfekte bringt. Somit kann der Staat und die Gesellschaft nur einen gesunden Rahmen schaffen, indem sich alle frei entwickeln können und in dem sich jeder sicher fühlen kann. Gerade dieses Gefühl der Sicherheit nimmt heute bei uns ab. Die Frage ist nun: Halten wir Gegensteuer mit nur menschlichen Methoden, dann werden wir unsere Freiheit verlieren. Wissen wir aber, dass wir es nicht ideal können und wissen wir vom Gesetz UND der Gnade, dann werden wir neben einer Konsequenz und Strenge auch Barmherzigkeit und einen Freiraum schaffen, weil wir wissen, dass es diesen Freiraum innerhalb einer konsequenten Ordnung braucht, damit wirkliche Freiheit entstehen kann, die alles menschlich Mögliche übersteigt. Oder anders gesagt:

«Nicht durch Heer und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist! Spricht der HERR der Heerscharen.» (Sacharja 4,6b) heisst es schon im Alten Testament.

Und da wir Menschen das wirklich Wichtige nicht machen können, müssen wir dazu Freiheit geben. So verstehe ich auch Johannes Calvin, wenn er von einem Staatswesen erwartet, dass es von Gott die Pflicht hat, die Freiheit des Evangeliums zu ermöglichen und die Predigt des Evangeliums schützen soll. Und gerade in diesem Bewusstsein wirkt die biblische Prädestinationslehre hinein, indem sie uns klar vor Augen führt, dass wir es nicht können, sondern Gott es machen muss. DARUM müssen wir in diesem Bereich Freiheit gewähren. Darum konnte ein George Whitefield ein Freund eines Benjamin Franklin sein: Der reformiert geprägte (calvinistisch) geprägte Evangelist George Whitefield und der Freidenker Benjamin Franklin. Nebenbei haben wir mit Benjamin Franklin auch einen neutralen Berichterstatter, was alles in der grossen Erweckung geschehen ist. Whitefield hätte sicherlich gerne erlebt, dass sich Franklin bekehrt hätte. Aber Whitefield musste hier Freiheit gewähren, weil die geistliche Neugeburt ein Geschenk, ein Wunder Gottes ist, das wir nicht machen können. Auch ein so gewaltiger und genialer Evangelist wie Whitefield konnte dies nicht! Nur der Heilige Geist kann dies Wunder schaffen, dass jemand seine tiefste Motivation verändert.

Interessanterweise gab es diese Neutralen im angelsächsischen immer wieder. Auch über einen anderen bekannten Philosoph war Whitefield erstaunt, als er seine Predigt mit anderen Gleichgesinnten hörte und sie nicht wütend wurden. Auch bei C.S. Lewis und seinen Romanen finden wir diese Neutralen. Für mich eigentlich erstaunlich. Denn in der Bibel finde ich solche Beispiele nicht. Oder irre ich mich?

Zudem denke ich, dass der Liberalismus eine säkularisierte Form der reformierten Theologie ist. Das biblische Prinzip, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind und auch der König (= der Mächtige) unter dem Gesetz steht: Lex Rex (= ein Buch eines schottischen reformierten (= calvinistischen) Pfarrers), wurde so auch für Nicht-Christen nutzbar.

Dies erklärt, warum im angelsächsischen Raum liberale Kräfte mit den traditionellen Reformierten eine freie Welt schufen. Oder noch akzentuierter gesagt: Wie Puritaner mit Freigeistern die damals liberale USA schufen.

In der Schweiz ist dies vielleicht nicht sofort sichtbar, da die Säkularisierung auch ihre innere Logik etwas verloren hat und je weiter sie von ihrem Ursprung sich entwickelt, wieder in idealistische Ideen verfällt, der einen Perfektionismus und damit eine beengende Ideologie schafft. So könnte man auch den Kommunismus als extreme Weiterentwicklung des Liberalismus verstehen. Und natürlich scheint mir der Kommunismus eine christliche Sekte zu sein, der wichtige Teile des Christentums weglässt. Geblieben ist aber der Traum des Paradieses, des Arbeiterparadies wie es der Kommunismus nennt usw. Jedoch wurde Gott und die Überzeugung, dass das Wesentliche Gott und nicht wir machen können, weggelassen und so steht man in Gefahr, sich im Idealismus so zu verlieren, dass man ein perfektes Gefängnis schafft. Dies gibt es übrigens auch in christlicher Ausprägung. Ja, es ist ja ein ständiges Thema in der Bibel: Altes und Neues Testament.

Zurück zur Schweiz: In der Schweiz hat der Liberalismus zum letzten Krieg in der Schweiz mitbeigetragen, der Sonderbundskrieg. Zudem schaffte er es, in den reformierten Landeskirche die reformierten Glaubensbekenntnisse ihre bindende Kraft zu berauben. Glücklicherweise konnte das wahre biblische Christentum dagegenhalten und beruhigend auf die Extreme der Radikal-Liberalen einwirken. Ich vermute zu dieser Beruhigung gehörte auch General Dufour, der den Sonderbund militärisch besiegte, aber eben nicht in idealistischer Übermoralisierung der eigenen Position. Vielmehr wusste er, dass auch die Römisch-Katholischen im Sonderbund seine Brüder waren. In einem Bürgerkrieg ein sehr wichtiges Wissen, dass er mit dem eben erklärten Wissen der menschlichen Gerechtigkeit im Gegensatz zur göttlichen Gerechtigkeit, dem Gegensatz zwischen Gesetz und Gnade so stark ausleben konnte, dass selbst der radikal-liberale Herrn Ulrich Ochsenbein seine extreme Sicht etwas korrigierte: UND das in einem Bürgerkrieg.

Dies alles würde ich gerne genauer erforschen, denn ich weiss nicht, wie weit sich General Dufour seines theologischen Hintergrundes bewusst war. Er war aber von dieser geistlichen Entwicklung sicherlich stark geprägt. Denn schon bei der Genfer Revolution versuchte er die Spannungen mit Gesprächen aufzufangen. Laut einem Schweizer Film brachen die Radikal-Liberalen aber ihr Versprechen keine Gewalt anzuwenden. Und danach wurde der spätere General Dufour sogar auf den dunkeln Gassen der Stadt Genf zusammengeschlagen. Aber das alles radikalisierte Dufour nicht, sondern er wirkte weiterhin beruhigend auf unser Land ein, selbst als der Befehlshaber der eidgenössischen Truppen gegen den Sonderbund. Natürlich musste er dabei auch militärische Geschick anwenden. Und es starben auch Menschen. Vor nicht allzu langer Zeit meinte jemand zu diesem Thema, dass sei doch gar kein richtiger Krieg gewesen, weil es nicht so viele Tote gab. Er war auch der Überzeugung, dass es richtig sei, dass die Nato Strategien entwickle, um möglichst viele Gegner zu töten. Da kann ich nur sagen, da ist mir General Dufour mit seiner weitsichtigeren Strategie viel lieber und vielleicht hätte etwas davon sogar den Afganistan-Krieg verändert?

Aber davon weiss ich nicht soviel und es wäre interessant, dies alles genauer zu analysieren.

Auf jeden Fall sind das alles Gründe, warum ich die These aufstelle, dass eine liberale Gesellschaft unbedingt als Salz der Gesellschaft biblisch positiv geprägte, wozu ich die traditionelle reformierte Theologie zähle, benötigt, damit sie liberal bleibt und nicht in einem perfektionistischen Idealismus verfällt, der uns der Freiheit beraubt.

Das ist keine ideale Gesellschaft. Es ist nicht harmonisch, den Salz kann auch brennen. Aber diese Spannung brauchen wir, wie der Stromkreis oder dass zwischen dem Spannungsfeld von Mann und Frau neues Leben durch Gott geschenkt werden darf.

 

Und jeder der nun sagt, dass die Reformation oder diese Ideen nicht perfekt sind, der hat den Witz der Sache verstanden: Natürlich ist das nicht perfekt, sondern Gnade!!!!!