Samstag, 27. Januar 2024

Martin Luther gegen Johannes Calvin? Und u.a. der Unterschied zwischen Calvin und dem Calvinismus.


Ein interessanter Beitrag: Je ein Experte von Martin Luther und Johannes Calvin werden interviewt. Der Interviewer ist erstaunt, über die grosse Übereinstimmung zwischen Luther und Calvin. Im Interview wird auch der Unterschied zwischen Calvinismus und Calvin angesprochen.

Dienstag, 9. Januar 2024

Professor John Lennox: Sind Wunder möglich? Die Wissenschaft zeigt, dass ...

 


Amillenarismus, Postmillenarismus, Prämillenarismus oder Amillenialismus, Postmillennialismus, Prämillennialismus

 Hier ist ein Gespräch zwischen je einem dieser drei eschatologischen Modellen, wie ich es schon einmal thematisiert habe. John Piper moderiert dieses Gespräch. Interessant finde ich, wie sie das Thema angehen:

Zuerst beten sie zusammen. Dann versuchen sie über das Gemeinsame zu diskutieren. Dann gibt es auch emotionale Phase. Ihr Humor fehlt dabei nicht. Das Gespräch wird schlussendlich mit einem Gespräch beendet.

Dies ist ein guter Ansatz. Wir Christen stehen in der Gefahr, dass wir vor allem die Differenzen betonen und so die Gemeinsamkeiten unbewusst vergessen. Es ist sicherlich besser, zuerst das Gemeinsame zu besprechen, um dann die Differenzen anzugehen. Was mich beeindruckt: Sie hören sich gut zu. Manchmal stimmt die Meinung 1 mit der 2 überein. Manchmal 2 mit 3 usw.


Bekanntlich betete Jesus Christus für unsere Einheit, die ja in der Perichorese, in der Liebe unseres Dreieinigen Gottes hinführt. Und wenn wir das wachsen lassen, was sicherlich zur Frucht des Geistes gehört (Galater 5), dann wird die Welt verstehen, dass Jesus Christus  vom Vater gesandt worden ist und wir von Gott geliebt werden: Johannes 17,23.

Hier ist noch eine andere Diskussion zum gleichen Thema:




Samstag, 23. Dezember 2023

Prädestination aus christliche Sicht und deren historischen Streit


 Prädestination: ein interessanter Beitrag: 

Heiliger Abend, ein schöner Gesang

 


und auch dies ist eindrücklich: O Children Come:
Noch etwas klassisches: 28.12.23 wie wunderbar. 
In einer Diskussion vertrat eine Professorin die Auffassung, dass es nur Materie gäbe. Sie selber ging sogar in psyochologische Beratung deshalb. Dabei zeugt ihr Denken, ihr Menschsein selber auf mehr als Materie hin. Daher bäumt sich auch ihre Psyche gegen diesen Monismus auf. Und man höre nur diese Musik: Das ist so schön, so viel mehr als der Reduktionismus uns glauben machen will. Zudem: Dieses Zusammenspiel von Mann und Frau. 
Ich spüre nicht nur mit dem Verstand, sondern mit meinem ganzen Sein als Mensch, dass wir Körper und Geist sind. Auch der Monismus, der nur den Geist betont, irrt sich, da wir Menschen eben keine Engel sind: Wir sind Körper und Geist gleich eine lebendige Seele. Und darum werden wir in Christus auch mit einem Auferstehungsleib auferstehen. 
Gestern las ich in der Perelandra-Triologie von C.S. Lewis, wie eine Frau folgendes las:
"Die Schönheit des Weibes ist der Quell der Freude für Weib und Mann, und nicht zufällig ist die Göttin der Liebe älter und stärker als der Gott. Das Begehren der eigenen Schönheit zu begehren ist Liliths Eitelkeit, die Freude an der eigenen Schönheit zu begehren ist Evas Gehorsam. Und in beiden Fällen erlebt die Geliebte durch ihren Geliebten die eigene Herrlichkeit. Wie der Gehorsam die Leiter zur Freude ist, so ist die Demut ..." (Seite 417 und 418)
Was für schöne Worte, die im Roman im Gegensatz zum progressiven Element steht, welche das Leben reduzieren möchte. Natürlich ist es theologisch etwas Problematisch "Göttin" und "Gott". Die Bibel würde es nicht so ausdrücken, vermute ich. Aber ich bin mir nicht sicher, weil die Bibel mich immer wieder überrascht. Zudem: im Gesamtzusammenhang wird doch viel biblisches Know How weitergegeben, d.h. viel Wahres, was wir kaum erfassen können. Darum auch diese scheinbar gegensätzliche Aussagen, in denen wir aber die tiefere Wahrheit erkennen. Auch die Bibel arbeitet mit solchen Formulierungen. Daraus erwuchs auch der nicht in der Bibel verwendete Begriff: Dreieinigkeit. Oder die Prädestination als Antinomie von Gottes Allmacht und unserer Verantwortung.
Und das alles zeigt, wie reich die Schöpfung ist und wie sie auf unseren Schöpfer hinweist. Dies in Worte zu fassen, wie diese wenige Sätze ist einfach genial.
Weihnachten ist ein Wort, dass dies ebenfalls tut.
Darum kann Johannes Calvin schreiben:
"Es kann nämlich erstens kein Mensch sich selbst betrachten, ohne sogleich seine Sinne darauf zu richten, Gott anzuschauen, in dem er doch 'lebt und hegt' (Apg. 17.,28). Denn all die Gaben, die unseren Besitz ausmachen haben wir ja offenkundig gar nicht von uns  selber. Ja, selbst unser Dasein als Menschen besteht doch nur darin, dass wir unser  Wesen in dem einigen Gott haben (nihil aliud ... quam in uno Deo subsistentia)! Und zweitens kommen ja diese Gaben wie Regentropfen vom Himmel zu uns hernieder, und sie leiten usn wie Bächlein zur Quelle hin.
Noch viel deutlicher aber wird gerade in unserer Armut der unermessliche Reichtum aller Güter erkennbar, der in Gott wohnt. Besonders zwingt uns der jämmerliche Zerfall, in den uns der Abfall des ersten Menschen hineingestürzt hat, unsere Augen emprozurichten: Hungrig und verschmachtend sollen wir von Gott erflehen, was uns fehlt, aber zuzgleich auch in furcht und Erschrecken lernen, demütig zu sein. Denn der Mensch birgt ja in jeder Hinsicht eine Welt von Elend in sich, und seitdem wir der göttlichen Zier verlustig gegangen sind, macht jene beschämende Blösse unendlich viel Schande offenbar (aus Insitutio I,1,1)
Vor dem Sündenfall war es noch herrlicher und es wird in Christus nach seinem zweiten Kommen oder unser Tod noch besser. 



Freitag, 14. Juli 2023

Timothy Keller am 19.5.2023 verstorben: Ein Ausnahme-Prediger

 Ich habe heute etwas Zeit und etwas aufgeräumt. Dabei kam ich auch dazu Arikiel zu lesen, die ich auf die Seite gelegt habe. Dazu gehörten auch zwei Beiträge im Idea-Spektrum:

17.2023 "Über den Tod", wo Thimothy Keller über seine überraschende Bauchspeichelkrebs-Erkrankung schreibt und

21.2023 "Ein Ausnahme-Prediger", indem über seinen Tod am 19.5.2023 berichtet wird.

Ich war schockiert.

Danach folgen zwei weitere Berichte über zwei gestorbene geistliche Persönlichkeiten: Charles Stainley (18.4.2023) und George Verwer (am 14.4.2023 verstorben). George Verwer war der Gründer von OM.

Es ist noch nicht so lange her, da verstarb ein Pfarrer in unserer "Schwesterkirche" und unser Pastor, der uns traute. Beide verhältnismässig überraschend an Krebs erkrankt und bald gestorben.

Thimoty Keller gründete mit einer Gruppe die reformierte Erlöser-Kirche in New York (Redeemer Presbyterian Church). Eigentlich wollte er nur einer Gruppe helfen, einen geeigneten Pfarrer für eine neu zu gründende Kirche in Manhattan, New York zu finden. Er selber verneinte anfänglich entsprechende Anfragen. Aber als andere absagten, begann er sich ernstlich zu fragen, ob es doch etwas wäre.

"Warum Gott? Vernünftiger Glaube oder Irrlicht der Menschheit" wurde ein Bestseller in New York. Darin verarbeitet er die Themen, auf die er in New York stiess und gibt damit auf den modernen und postmodernen Menschen antworten.

In Idea wurde u.a. folgende Zitate von ihm veröffentlicht:

"Ein Glaube ohne jeden Zweifel ist wie ein menschlicher Körper ohne Immunsystem. Menschen, die naiv durchs Leben gehen, ohne sich je ernsthaft zu fragen, warum sie das glauben, was sie glauben, werden hilflos sein, wenn die Schläge des Lebens oder die bohrenden Fragen des gewieften Zweiflers kommen."

"Das Evangelium ist: Wir sind sündiger und fehlerhafter, als wir jemals zu glauben wagten, und doch werden wir gleichzeitig in Jesus Christus mehr geliebt und angenommen, als wir jemals zu hoffen wagten."

"Die zentrale Grundlage des christlichen Glaubens ist nicht, wie sehr unser Herz auf Gott gereichtet ist, sondern wie unerschütterlich sein Herz auf uns gerichtet ist."

"Menschen von heute neigen dazu, die Bibel zu studieren und nach dingen zu suchen, die sie nicht akzeptieren können. Aber Christen sollten das umkehren und der Bibel erlauben, dass sie uns untersucht und nach Dingen sucht, die Gott nicht akzeptieren kann."


"Es hat keinen Nachteil für mich, wenn ich gehe, nicht den geringsten."


Beim ersten Bericht schreibt er aber trotzdem:

"Als bei mir Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert wurde traf mich das völlig unvorbereitet . Meine Frau Kathy und ich verbrachten viel Zeit mit Tränen und Unglauben. Trotz meiner rationalen, bewussten Erkenntnis, dass ich eines Tages sterben würde, löste die erschütternde Realität einer tödlichen Diagnose eine bemerkenswert starke psychische Reaktion bei mir aus, meine Sterblichkeit zu leugnen. ..."

Er beschreibt dann Wesentliches, dass ich u.a. mit dem folgenden YouTube-Beitrag zum Teil wiedergebe.


Nun werde ich ihn nicht mehr live Predigen hören können. Zumindest nicht in dieser Zwischenzeit.

Sonntag, 7. Mai 2023

Die Krönung von König Charles III am 6.5.2023

Gestern am 6.5.23 wurde König Charles III offiziell gekrönt. Dabei hat er neue Akzente gesetzt.

Ich weiss nicht, ob folgender bemerkenswerte Begrüssung eines Teenager neu ist oder viel mehr eine alte Tradition darstellt. Auf jeden Fall wird hier auf eine bald 2'000 Jahre alte und  eine noch ältere Aussage Bezug genommen, die mir sehr gefällt:

"Eure Majestät, als Kinder von Gottes Königreich begrüssen wir Sie im Namen des Königs der Könige". Charles III antwortete darauf: "In seinem Namen und seinem Beispiel folgend, komme ich, nicht , damit mir gedient wird, sondern um zu dienen."

Der Teenager ist der 14-jährige Samuel Strachan. Er sei der am längsten amtierende Chorknabe der Chapel Royal, der Kapelle des Londoner St. Jame's Palace. Dieser Teenager und Charles III nehmen damit eindeutig auf Jesus Christus Bezug, der der König der Könige ist und vor bald 2000 Jahr sagte:

"Aber Jesus rief sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, dass diejenigen, welche als Herrscher der Völker gelten, sie unterdrücken, und dass ihre Grossen Gewalt über sie ausüben.

Unter euch aber soll es nicht so sein, sondern wer unter euch gross werden  will, derseieuer Diener;

und wer von euch der Erste werden will, der sei aller Knecht.

Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu deinen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele."

(Markus 10,42-45)


PS: Welt.de hat hierzu einen Bericht veröffentlich, indem diese Begrüssung des Königs Charles III zu seiner Krönung erwähnt worden ist. Wirklich eindrücklich: Hoffen und beten wir, dass alle Menschen, die Verantwortung haben, begreifen, was damit gemeint ist und mit der Hilfe des Heiligen Geistes (wenn sie Christen sind) oder auf andere Weise (wenn sie nicht Christen sind), diesem Ideal nachzueifern. Ich bin mir natürlich bewusst, dass seit dem Sündenfall tief in unserem Innern ein anderes Motiv uns antreibt: Wir wollen wie Gott sein. Wir wollen der Massstab sein und wir wollen, dass uns gedient wird und nicht, dass wir andere dienen (= lieben). Aus diesem Teufelskreis herauszukommen ist sehr schwer. Und selbst wenn uns Gott durch die geistliche Wiedergeburt einen neuen Willen gibt, ist das Fleisch, unser alter Mensch, immer noch schwach, d.h. wir können es nicht ohne Christus.  Gerade dieses Wochenende haben wir hierzu den 1. Johannesbrief bis zum dritten Kapitel behandelt. Hier geht es vor allem, um lieben nicht nur mit Worten und wie aus der christlichen Gemeinschaft Antichristen diese Liebe (und damit auch dieses Dienen) hintergangen wird, d.h. pervertiert wird. Interessanterweise macht es Johannes genau gleich wie Petrus im Galaterbrief: Er erinnert die Christen, was sie in Christus sind und was sie von Christus erhalten haben. Aus der Identität in Christus, aus der täglichen Busse (= zu Jesus Christus gehen), geschieht das Wunder, dass wir nicht Gott sein wollen, weil wir in Christus unsere tiefste Befriedigung gefunden haben. Zugleich erwähnt auch Johannes des eschatologischen Aspekt des Schon-jetzt-und-noch-nicht: Es ist auf Hoffnung. Man sieht noch nicht was wir sein werden. 

Das gibt Hoffnung und Mut für uns Christen, die in Christus sein wollen. Aber auch für Nicht-Christen kann das Mut und Hoffnung machen, denn hier wird auch ein wichtiger Sinn des Gesetztes Gottes erfüllt. Ohne die Gnade drückt das Gesetz auf uns, weil es etwas fordert, was uns zuwider ist: Denn das Gesetz Gottes ist gut und geistlich, wir aber sind fleischlich. (Darum ist auch jeder Idealismus gefährlich, weil wir als Menschen nach dem Sündenfall als Idealisten unsere negativen Motive nicht sehen und damit auch nicht angehen.) Und trotzdem durften wir gerade in der Vergangenheit im Wester erleben, wie auch im engeren Sinne Nicht -Christen, dienten und nicht nur sich bedienen lassen wollten. Mit dem Rückgang des -Christentums im Westen besteht natürlich die Gefahr, dass wir als Gesellschaft dies vergessen, denn selbst als die Christen der Mainstream waren, drohte dies gerne vergessen zu werden. Wieviel nun mehr, wenn das Christentum sich verflüchtigt. Darum freut mich diese Begrüssung ganz besonders und ich hoffe, sie hilft, dass wir das nicht vergessen.