Mittwoch, 1. Januar 2014
Ein gutes von Gott gesegnetes neues Jahr wünsch ich allen! = Es guets Neus! (in Schweizerdeutsch)
Gott ist allmächtig und ebenso voll Liebe, da er als Dreieiniger Gott seit Ewigkeiten in einer liebevollen Beziehung in der Dreieinigkeit lebt. Nun ist die Weihnachten vorbei und heute hat ein neues Jahr begonnen. Ich wünsche allen ein vom Allmächtigen gesegnetes neues Jahr:
Was es auch bringen mag, Gutes oder Schwieriges: Wünsche ich viel Mut. Jesus kam auf diese Welt und jeder der sich an ihn wendet darf wissen, dass er gerne hilft. Wer Erfolg hat, der darf wissen, dass es von ihm geschenkt worden ist und Gott gerne ein Dankeschön annimmt.
Wie kann ich so sicher sein, dass dies wahr ist? Nun, ich habe in meinem Leben erfahren, dass Gott mich immer wieder durch gute und schwere Zeiten getragen hat. In den Guten bestand die Gefahr, dass ich ihm nicht gedankt habe. In den schlechten Tagen lag die Gefahr zu deprimieren. Nach einer Zeit der Schwierigkeiten, wenn dann Gott alles wieder gewendet hatte, wusste ich, dass ich gelassener hätte nehmen können. Oft aber gehörten das Leidtragen auch zu einem gesunden Trauerprozess. (u.a. sind mir die Psalmen da ein gutes Beispiel.) Und es ist noch mehr. Ich habe Mühe dazu die richtigen Worte zu finden. Denn wenn wir mit unseren Schwierigkeiten richtig umgehen, trägt das Leid und die Schmerzen zu einem Reifungsprozess bei. Wir werden barmherziger und verständnisvoller. Ein Mensch, der nie Probleme hat und vermutlich auch ein Mensch, der seine Probleme immer verdrängt, kann zu einem Menschen werden, der sich nicht in die Probleme anderer einfühlen kann. Luther stellte sogar fest, dass Versuchungen und Anfechtungen klärende Prüfsteine sind. Dadurch machen die Trübsale den Theologen! (s. Anhang).
Nun, vielleicht hilft Ihnen meine persönliche Erfahrung nicht weiter . Ich bin ja nur ein Mensch mit den entsprechenden Kanten und Verbogenheiten. Wenn ich zweifle, so verlasse ich mich auf Gottes Worte. Zum Beispiel wenn Jesus selber sagt:
"Und wie Moses in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.
Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat. Darin aber besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse. Denn wer Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott getan sind."
Jesus Christus von Johannes aufgeschrieben, siehe in Johannes 3,14-21.
Wer will, kann auch noch die ersten Verse des Johannesevangeliums dazu lesen. Johannes schreibt mit einem Wortschatz von 900 Worten, also einem Kleinkinderwortschatz. Mit dieser Einfachheit beschreibt und erklärt er die komplexesten Zusammenhänge. Ein Wunder? Wie auch immer. Sicherlich ist es genial.
In Johannes 3,16 bezeugt Jesus, dass Gott die Welt so geliebt hat, dass er seinen Sohn, Jesus Christus, für die Welt, also für uns gab. Jesus kam nicht, um zu richten, sondern um zu retten. Er kam, um uns zu helfen. Warum?
Weil Gott uns liebt. In Johannes 17,23 sagt Jesus sogar, dass uns Gott so liebt, wie er Jesus Christus liebt! Gott ist kein Mensch, er liebt selbstlos, uneigennützig, nicht wie wir noch nicht verherrlichten Menschen.
Im Text selber wird darauf hingewiesen, dass trotzdem nicht alle Menschen begeistert auf Jesus reagieren werden, weil sie lieber ohne Jesus als Licht leben wollen. Denn dieses Licht würde ihre Sünde, d.h. ihre schlechten Motive tief in ihrem Herzen sichtbar machen. Davor müssen wir aber keine Angst haben, es mag weh tun zu erkennen, wozu wir alles fähig wären, aber es ist auch eine gewaltige Freiheit, ehrlich zu sich sein zu dürfen und zu wissen, dass mich Gott so liebt, wie ich wirklich bin. Gott liebt mich Brutto, mit dem allem. Daher ging Jesus ans Kreuz und übernahm meine Schulden, meine Sünden, und nahm die Strafe auf sich. Jesus bezahlte meine Busse. Und was nun bezahlt ist, ist bezahlt. Punkt.
Es lohnt sich, dies zu akzeptieren und Jesus dafür zu danken. Die schlechteste Variante wäre, laut diesem Text, Jesus zu verachten, weil wir Angst vor seinem Licht haben. Dabei ist Jesus so lieb und taktvoll. Er wird unser Verborgenes nicht weiter sagen. Und eigentlich weiss er als Gott das ja schon lange....
Ich weiss, dass es Menschen gibt, die fragen sich, ob sie so gerettet sind. Gehören sie zu den Auserwählten Gottes? Interessant ist, dass Menschen, die nicht von Gott auserwählt sind, eine solche Frage gar nicht erst stellen werden. Sie wollen in der Dunkelheit leben. Jonathan Edward meinte dazu: Jene wählen die Hölle. Vermutlich gilt, dass sie genau ihren Willen erhalten werden. Wer aber will, dass Gottes Willen geschieht, wie eben beschrieben, der wird durch den Willen Gottes gerettet, indem er sich von Gott zeigen lässt, was da in ihm ist und indem er dadurch Busse tut. Dann gilt ihm, was Jesus Christus für uns geleistet hat.
Jesus spielt am Anfang auf eine Schlange an, die in der Wüste erhöht worden ist. Wer Jude ist und den Tenach kennt oder das Alte Testament für uns Christen, weiss, dass einst Gottes Volk Israel von giftigen Schlangen heimgesucht worden ist. Ein Biss war tödlich. Damals war das Volk im Freien und sie wurden ständig von diesen Schlangen gebissen. Moses hatte eine eherne Schlage an einem Stab und jeder, der gebissen wurde, musste nur dorthin sehen und er wurde sofort geheilt. Dieses Bild verwendet hier Jesus für sich selber: Jesus liess sich ans Kreuz hängen, damit wir dorthin sehen können, damit die bösen Bisse geheilt werden. Immer wieder.
Wenn wir also bedroht werden. Wenn wir Angst vor bösen Menschen haben. Wenn wir versucht werden. Wenn wir versagen. Wenn wir Erfolg haben. Wenn wir glücklich sein wollen. DANN müssen wir von der Bedrohung weg zu Jesus sehen. Er hat dort alles für uns getan und hat versprochen, dass er zu uns hält. Er ist der Verteidiger. Er ist der Richter, der zu uns hält. Er ist, unser Opferlamm. Er ist unser Heiland. Luther meinte sogar, das Gott mit uns häuchle, da er uns nicht mehr als Sünder behantelt, obwohl wir doch noch Sünder und Gerechte sind.
Spurgeon zitierte einmal einen alten Prediger, um jenen Mut zu machen, die dies nicht glauben konnten, weil sie sich nicht unter den Erwählten fühlen:
"Gott hat versprochen, dass JEDER der zu Jesus geht, gerettet wird. Wenn Gott das nicht einhält, ist er ein Lügner. Gott ist aber kein Lügner!"
"Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat." (Johannes 3,16)
Anhang
"Nach Luther machen Trübsale den Theologen. Versuchungen und Anfechtungen sind die klärenden Prüfsteine....
Bevor ich gedemütigt wurde, irrte ich. Jetzt aber halte ich dein Wort. ... Es war gut für mich, dass ich gedemütigt wurde, damit ich deine Ordnungen lernte." Luther zu Psalm 119,67 und 71 aus Ueberwältigt von Gnade von John Piper, Seite 143. Und weiter:
"Ich möchte euch wissen lassen, wie man richtig Theologie studiert. Ich habe es selbst ausprobiert. ... Da gibt es drei Regeln. Sie werden im Psalm (119) häufig vorgestellt und lauten Oratio, meditatio, tentatio (Gebet, Nachsinnen, Anfechtung)."
"(Diese Regeln) lehren euch nicht nur das Wissen und Verstehen, sondern auch die Erfahrung, wie richtig, wie wahr, wie schön, wie lieblich, wie mächtig, wie tröstend Gottes Wort ist: Es ist die höchste Weisheit."
"... Denn sobald Gottes Wort durch dich bekannt wird, einen rechten" so sagte er, "wird dich der Teufel angreifen, wird einen rechten (theologischen) Doktor aus dir machen und dich durch seine Versuchungen lehren, Gottes Wort zu suchen und lieb zu haben. Denn ich selbst bin meinen Papisten vielen Dank schuldig, weil sie mich so schlugen, drängten und ängstigten durch des Teufels Raserei, dass sie mich zu einem ziemlich guten Theologen gemacht haben, indem sie mich zu einem Ziel trieben, das ich sonst nie erreicht hätte." (Seite 144)
Diese Worte versteht man noch besser, wenn man sich bewusst wird, wie bedrängt Luther war. Dann werden auch Römisch-Katholische ihn besser verstehen. Karl V, der damals wohl mächtigste Mann auf der Welt, in dessen Reich die Sonne nie unterging, sagte über Luther:
"Ich habe beschlossen, alles gegen Luther zu mobilisieren: meine Reiche und Herrschaften, meine Freunde, meinen Leib, mein Blut und meine Seele." Luther konnte rechtmässig ermordet werden, ausser dort, wo er von Friedrich dem Weisen, seinem Kurfürsten von Sachsen, beschützt wurde." (Seite 144) Haben wir schon mal unter solchen Umständen die Bibel ausgelegt? Luther litt unter beständiger Verleumdung. Auch körperlich litt er an quälenden Nierensteinen, Kopfschmerzen, Ohrensausen, Entzündungen in den Ohren, schrecklicher Verstopfung und an Hämorrhoiden. Das färbte auch auf sein Psyche ab. "Seit mehr als einer Woche werde ich zwischen Tod und Hölle hin- und hergeworfen; mein ganzer Leib fühlt sich zerschlagen, meine Glieder zittern noch. Ich habe Christus beinahe ganz verloren und werde von Wellen und Stürmen der Verzweiflung und Lästerung gegen Gott getrieben; aber durch die Fürbitte der Getreuen begann Gott, mir Barmherzigkeit zu zeigen und hat meine Seele aus den Tiefen der Hölle gerissen." (Seite 145)
Dazu John Piper: "Von aussen schien es für viele so, als wäre er unverwundbar. Doch die ihn näher kannten, wussten von seinen Anfechtungen." (Seite 145-146)
Mittwoch, 25. Dezember 2013
Jesus Christus war eine historische Tatsache
Jesus Christus war eine historische Tatsache. Diese Aussage wurde in einem Interview in der Migroszeitung Nr. 52 vom 23.12.2013 durch Herr Rezan Aslan gestützt. Dazu habe ich ein Leserbrief erfasst, den ich nun etwas augeweitet habe und hier abdrucke. Das Interview wurde betittelt mit "Jesus hatte ein unglaubliches Charisma"
Es war ein interessantes Interview. Herr Reza Aslan betont,
dass die Religionswissenschaft folgendes feststellt:
- Es besteht ein breiter Konsens, dass es einen Juden gegeben hat, der zu anderen Juden im ersten Jahrhundert in Palästina (= im römisch besetzen Israel/Judäa) gepredigt hat, und dass er Jesus von Nazareth hiess. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 49 nach Christus.
- „Die Debatte, ob Jesus überhaupt gelebt hat, wird hauptsächlich unter Laien geführt. In der Wissenschaft wird allgemein davon ausgegangen, dass dies der Fall war.“
- Auch, dass er gekreuzigt worden ist, können wir ziemlich sicher sein, auch durch nicht christliche Quellen.
Danach beginnt Herr Rezan Aslan das Gebiet der Wissenschaft
zu verlassen, indem er interpretiert. Er unterstellt den ersten Christen, dass sie
das vermeintliche Versagen ihres Messias uminterpretiert haben.
Ist das eine vernünftige Erklärung? Kann dies auf einen
Paulus zutreffen? Paulus war ein gut ausgebildeter Gelehrter, der zu seiner
Zeit der fanatischste Christenverfolger war, weil er sie als Gefahr für seinen eigenen
Glauben ansah. Er hätte eine solche Gruppe von Lügnern oder zumindest
Wunschträumern schnell entlarvt. Dieser Paulus wird von einem zum anderen Tag
selber Christ und gibt seine gesamte Laufbahn als reicher und einflussreicher
Mann auf, nur damit er das, was er bisher hasste und verfolgte zu fördern. Nun
riskiert er sein Leben und leidet viel Unangenehmes. Einmal wird er sogar
gesteinigt und laut der Ueberlieferung wurde er schlussendlich für diese
Ueberzeugung geköpft. Seine Lebensgeschichte ist nicht so leicht zu erklären.
Es sei denn, er hat tatsächlich etwas weit Wertvolleres gefunden.
Aehnliche Fragen können wir an die anderen ersten Christen
stellen. Zum Beispiel Matthäus, der das Matthäus-Evangelium schrieb, war als
Zöllner ein Kollaborateur der Besatzungsmacht. Er gab dies alles auf, um mit
Jesus zu gehen, wo u.a. auch ein Zelot war, der das römische Reich mit Gewalt
bekämpfen wollte und damit auch einen Verräter wie Matthäus hasste. Vermutlich
hätte er Matthäus am liebsten mit dem Dolch erstochen– zumindest bis er Jesus
fand. Wenn nun Jesus am Kreuz ihre tiefsten Träume und Wünsche zerstört hat,
warum hätten sie sich nicht einfach verbittert von ihm abgewandt, wie bei s ovielen
anderen „Messias“ in dieser Zeit, die nicht so schwierige Dinge sagten, wie es
Jesus tat. (Auch dies passt nicht zu einer demagogischen Botschaft.)
Sicherlich hat Herr Rezan
Aslan recht: Jesus hatte ein unglaubliches Charisma. Aber warum waren es
denn am Schluss nur noch 72 Anhänger? Sein Charisma schreckte auch viele
zurück, da er unsere selbstverliebten, egoistischen und selbstgerechten
Ueberzeugungen in Frage stellte. Im Gegensatz zu den Blendern unserer Welt, die
mit unserer Sehnsüchten Manipulation betreiben, deckte Jesus genau diese
Mechanismen der Demagogen und unsere eigenen Mechanismen des Selbstbetruges auf. Jesus verkörpert
das Gegenteil der Unwahrheit und Perversion dieser Welt.
Daher sprach Jesus auch unpopuläres an, woran sich die Massen
gestossen haben. Wie konnte aber Jesus nach seinem Tod weiter wirken und sogar
einen Paulus überzeugen? Seine Nachfolger, die ersten Christen waren dazu aus
eigener Kraft sicherlich nicht fähig. Nach der Kreuzigung von Jesus waren sie am
Ende. Wie konnten diese 72 Personen die Welt verändern? Die Evangelien berichten,
dass Sie Jesus als Auferstandenen von den Toten gesehen haben. Das reichte aber
noch nicht aus. Trotzdem wussten sie immer noch nicht, was sie tun sollten. So
gingen sie u.a. wieder mit Petrus fischen. Sie brauchten noch mehr. Und Jesus
gab es ihnen: Sie erlebten die Ausgiessung des Heiligen Geistes und dass Jesus
Christus ihr persönlicher Heiland geworden war: Jesus Christus war für ihre
persönliche Schuld und die Erbsünde gestorben und bezahlte alles mit seinem
kostbaren Blut. Und was bezahlt ist, ist bezahlt. Aber Jesus tat noch mehr. Sie
erhielten eine Hoffnung, dass sie wie Jesus einst aus dem Grab auferstehen werden,
weil die gleiche Kraft Gottes, in ihnen wohnte, die auch Jesus aus den Toden
auferstehen liess! Für diese Wahrheit, die Christus ist, konnten sie leben und
sterben.
Ich verstehe, wenn man dies nicht glauben will, denn an
Jesus zu glauben bedeutet auch zuzugeben, dass man tief in seinem Innersten,
tief unten in unserem Verborgenensein nicht gut sind und dafür musste Gott
selber sterben. Es braucht ein Wunder in uns, dass wir diese Bankroterklärung
unserer menschlichen Möglichkeiten als die grösste Befreiung akzeptieren können:
Wir dürfen und müssen, so wie wir sind zu Jesus gehen, der uns alles vergibt
und alles schenkt. Ich weiss, dies ist schwer für unseren menschlichen Stolz. Es gibt sogar Christen, die diese
Demütigung nicht eingehen wollen, darum kennt die Kirchengeschichte soviele
traurige Geschichten. Immer wieder regt sich der tief verborgene Stolz – auch
bei den Theologen – dass es nicht nur ein Geschenk sein kann. So stritt
Augustin mit Pelagius, Luther mit Erasmus und es gibt heute Prediger wie John Piper,
welche von der pelagianischen Gefangenschaft des Christentums sprechen (Seite
73 in seinem Buch überwältigt von Gnade erwähnt John Piper R.C. Sproul in
diesem Sinne). Darum erleben wir heute keine grosse Erweckung mehr:
Selbst als Wiedergeborene wollen wir lieber geliebt werden,
weil wir etwas in uns haben, dass liebenswert ist. Wir denken, Gott rettet uns
aus Gnade, aber nun muss ich noch leisten, damit mich Gott liebt. Aber Jesus
liebt uns, obwohl wir nach den perfekten Massstäben Gottes nicht gut sind. Ja
er hat uns zuerst geliebt, als wir Gott noch nicht liebten, vielleicht sogar
hassten. (Dazu aus dem Heidelberger Katechismus, Frage 5: „Kannst du das alles
vollkommen halten? Nein, denn ich bin von Natur aus geneigt, Gott und meinen
Nächsten zu hassen.“ Dazu Bibelstellen Röm 3, 10-12.23; 1. Joh 1,8.10; Röm 8,7;
Eph 2,3)
Persönlich versuche ich Aussagen von Büchern und Menschen
immer so zu nehmen, wie sie dastehen, solange ich keinen anderen Grund erkenne,
sie anzuzweifeln. Nur so, kann ich nicht nur von meinem Horizont ausgehen und
dazu lernen. Daher glaube ich auch prinzipiell den Aussagen der Bibel. Die
Reformatoren hielten das auch die beste Möglichkeit, um herauszufinden, ob die
Bibel recht hat: Wer sich auf sie einlässt, wird erfahren, ob es wahr ist oder
nicht. So sagte es Jesus selber. Anstelle krampfhaft andere Erklärungen zu suchen,
empfehle ich wie Augustin zu Gott zu beten: „Befiehl, was Du willst; aber gib,
was Du befiehlst!“ Jesus wird es uns schenken. Dabei werden wir zu
„christlichen Hedonisten“, die alles von ihrem lieben Heiland erhalten. Wer
dies gefunden hat, wird dieses grosse Wunder erst verstehen können und kommt
dann nicht mehr auf die lustige Idee, die ersten Christen seien alles
hinterhältige Fälscher gewesen. Das wäre ja eigentlich die logische
Interpretation dieser im Interview geäusserten Meinung? Dies ist aber nicht
sehr wahrscheinlich. Vielleicht ist aber auch gemeint, dass wir Menschen
unbewusst dazu neigen, die Realität unserer Wunschvorstellungen anzupassen. Hier
müssen wir uns aber bewusst sein, dass diese psychologischen Mechanismen je
nach Charakter und Mensch sehr unterschiedlich funktionieren. Banal ausgedrückt: Ein Sanguiniker
mag sich für etwas Unwahres begeistern lassen, wenn es seiner selbstverliebten
Eitelkeit dient. Auch ein Choleriker kann je nach weiteren Komponenten seines
Charakters die Wahrheit seinem Willen unterordnen. Aber ein Phlegmatiker, der Rationalist
unter den Charakteren, der alles nüchtern und ohne Emotionen betrachtet, wird wohl weniger auf so etwas hineinfallen. Er wird sich von solchen Menchengruppen zurückziehen. Oder der
Melancholiker, wie es vermutlich Johannes einer war! Dieser würde durch ein
solches Lügenkonstrukt oder Verdrängungsmechanismus in eine tiefe Depression
fallen und einfach daran verzweifeln. So wird auch diese Möglichkeit sehr
unrealistisch, denn die ersten Christen waren sehr unterschiedliche Menschen,
die nicht so einfach sich gleich belügen hätten können.
Wir können uns natürlich auch fragen, ob die ersten Christen
nicht sich selber belügt haben, sondern von Jesus belogen wurden. War Jesus ein grosser Blender? Jesus müsste dann ein
solch verschlagener Typ gewesen sein, der alle bewusst hinters Licht geführt
hätte. Dann wäre er aber kein guter Prophet gewesen. Dafür ist aber seine
Botschaft viel zu gut. Und wie bereeits erwähnt, die kritischen Aeusserungen gegen seine
eigenen Gefolgsleute und gerade gegen diese unbewussten Verdrängungen in
unserem Leben zeigen ihn als jemanden, der der Wahrheit verpflichtet war. Ein verschlagener
Typ lehrt nicht so, sondern manipuliert mit diesen Mechanismen. Es bliebe also
nur noch die Möglichkeit, dass Jesus psychisch krank gewesen wäre. Ein Mensch,
der von sich behauptet Gott zu sein, wenn er es nicht ist, müsste man wohl so
bezeichnen. Unter den damaligen Zeitzeugen gab es ja auch die Aeusserung, Jesus
habe einen Dämon. Eine weitere Möglichkeit. Jesus gab darauf klare Antworten.
Ich denke nicht, dass ein psychisch Kranker so leben und
lernen könnte wie Jesus. Und es könnte schon gar nicht einen Paulus überzeugen.
Dies alles ist nicht sehr realistisch.
Die wissenschaftlichen Tatsachen lassen dazu ein grosses
Fragezeigen zurück, wenn man der biblischen Botschaft nicht glauben möchte. Mit
der biblischen Botschaft stellt sie uns vor die Wahl: Entweder war Jesus der
grösste, vermutlich krankhafte Betrüger aller Zeiten oder er hatte trotzdem
Recht und dann war er tatsächlich Gottes Sohn. Alles andere ist unlogisch und
nur unserem Wunschdenken zuzuschreiben. Die gesamte Botschaft der Bibel, die
von ganz unterschiedlichen Menschen mit den unterschiedlichsten Charakteren
geschrieben worden ist, zeugt von der Wahrhaftigkeit und Glaubhaftigkeit von
Jesus. Die Schreiber waren Menschen, welche die Wahrheit liebten. Sie waren von
Jesus überzeugt. Diese besondere Person, Jesus Christus, deren Geburtstag wir
am 24.12. feiern, kann nur Gott selber in Menschengestalt sein. Dieser Jesus
fragt uns, ob wir lieber weiterhin in der Dunkelheit sitzen wollen, damit unser
Verborgenes nicht ans Licht kommt, damit wir weiterhin unsere verborgenen
Ungerechtigkeiten frönen können oder ob wir von diesem Verborgenen durch das
Licht seiner Liebe befreit werden wollen und eine viel grössere Freude erleben
wollen, die uns und allen Menschen um uns gut tun wird. Jetzt in diesem Moment,
wo sie das lesen, können sie zu Jesus beten und ihn auf die Probe stellen, ob
das wahr ist. Es wird mit Jesus immer noch Probleme geben. Vermutlich werden
etliche gelöst und dafür kommen andere dazu: Zum Beispiel wenn Jesus seinen
Finger auf noch nicht geheiltes legt, damit es geheilt wird. Aber Jesus wird da
durchtragen, bis wir durch ihn verherrlicht werden (Entweder nach unserem Tod
oder wenn Jesus wiederkommt.). Es begann mit dem Wunder einer jungfräulichen
Geburt und wird im Wunder der tiefsten Erfüllung unserer Existenz enden, wenn wir
ihm vertrauen und in ihm ausharren, was er, wenn wir ihn darum bitten, schenken
wird. Das ist für mich Weihnachten.
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PS: Gott schenkt uns
alles, dass ist Gnade. Gott ist allmächtig und kann alles.
Interessant ist nun, dass wir aber auch verantwortlich sind.
Die Bibel zeigt sehr schön, dass zu unserer Verantwortung gehört unseren
Nächsten nicht zusammenzuschlagen, ihn nicht zu erniedrigen, dass wir mit Gott
in der Form des Gebets beten sollen. Aber das alles rettet uns nicht. Es
verändert auch nicht unsere innersten Motive. Dass kann alleine Gott. Und Gott
kann noch mehr: Aus diesem Beschenktsein sollen wir leben. Paulus beschreibt es
sogar wie das Verhalten eines Sportlers, der gewinnen will. Augustinus betet
darum:
„Gib mir Gnade (o Herr), nach deinem Befehlen zu handeln,
und befiehl mir zu tun, was Du willst! … O Heiliger Gott …, wenn man Dienen
Geboten gehorcht, dann deshalb, weil wir von Dir die Kraft empfingen, ihnen zu
gehorchen.“ Pelagius regte sich darüber auf, wie es heute viele (leider auch
Christen) tun, weil sie vermutlich in der „pelagianischen Gefangenschaft“
leben. John Piper schreibt dazu in seinem Buch „Ueberwältigt von Gnade,
Augustinus, Luther, Calvin", Seite 75-76:
„Gnade ist, dass Gott uns souveräne Freude gibt, die über
die Freude der Sünde triumphiert. Mit anderen Worten: Gott wirkt tief im
menschlichen Herzen, um den Sinn für Freude so umzuwandeln, dass wir Gott mehr
lieben als Sex oder irgendetwas anderes (Augustins Problem bestand in seiner ausgelebten Art der Sexualität und seinem Stolz über sein philosophisches Wissen, dass er mehr liebte als Gott.). Liebe zu Gott ist nach Augustinus‘ Verständnis
nie auf Gehorsamstaten oder auf Willensakte zu reduzieren. Nie macht er den
Fehler, Johannes 14,15 zu zitieren ('Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine
Gebote halten'), um zu behaupten, Liebe sei dasselbe, wie Christi Gebote zu halten,
wo doch der Text sagt, dass das Halten oder Gebote Christi das Ergebnis der
Liebe zu ihm ist. Auch macht er nicht den
Fehler, 1. Johannes 5,3 (‚Denn dies ist die Liebe Gottes, dass wir seine Gebote
halten, und seine Gebote sind nicht schwer‘) zu zitieren und dabei zu
übersehen, dass Gott zu lieben bedeutet, seine Gebote auf eine solche Weise zu
halten, dass seine Gebote nicht schwer sind. Gott zu lieben heisst, so zufrieden
in Gott und so angetan von allem zu sein, was er für uns ist, dass seine Gebote
aufhören, uns Mühe zu machen. Augustinus erkannte das. Und wir haben ihn heute
bitter nötig, dass er uns hilft, die Wurzel allen christlichen Lebens in der
triumphierenden Freude an Gott wieder zu entdecken, die die Souveränität der
Trägheit und der Lust und der Habgier entthront…“
Dann zitiert er Augustin aus ‚Die christliche Bildung‘ (III,
x, 16): "Ich nenne Liebe zu Gott die Bewegung der Seele in Richtung auf das
Geniessen von Gott um seiner selbst willen und das Geniessen von uns selbst und
unserem Nächsten um Gottes willen.“
Seite 78: „Tatsächlich neigt sich der freie Wille des
Menschen einzig der Sünde zu, wenn er den Weg der Wahrheit nicht kennt; und
selbst wenn seine Verpflichtung und sein richtiges Ziel ihm allmählich bekannt
werden, kommt er dieser Verpflichtung nicht nach, noch bemüht er sich darum,
noch wandelt er richtig, es sei denn, er hätte Wohlgefallen daran und empfände
Liebe dafür. Nun, damit ein solcher Weg unsere Liebe entzünde, hat Gott seine
Liebe in unsere Herzen ausgegossen, nicht durch unseren freien Willen, sondern durch
den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist‘ (Römer 5,5):“
Erinnert uns das nicht auch an Luther?
„,Der Mensch kann durch eigene Kraft sein Herz nicht
reinigen und Gott wohlgefällige Gaben hervorbringen wie die Reue über die
Sünden, wahre, ungekünstelte Gottesfurcht, wahren Glauben, echte liebe …‘
Erasmus pries den Willen des gefallenen Menschen; er sei frei, seine eigene
Sünde und Gefangenschaft zu überwinden. Das war nach Luthers Denken ein Angriff
auf Gottes Gnade und darum eine Attacke
gegen das Evangelium selbst, und letztendlich auch gegen Gottes Ehre. So erwies
sich Luther tatsächlich als ein treuer Schüler von Augustinus.“ (S. 25+26)
Wir merken, wie hier auch die biblische Prädestinationslehre
mithineinspielt, ohne dass sie genannt wird. Sie erklärt diese eben beschriebene Wahrheit,
die Augustin und Luther erfasst haben. Warfield in „Calvin and Augustine, S.
322-323 (von John Piper zitiert) nimmt das ganz interessant auf:
„Diese Lehre der Gnade ging völlig ausformuliert in ihrer
positiven Darstellung aus Augustinus‘ Händen hervor: Der sündige Mensch hängt
für seine Belebung zum Guten und zu Gott ausschliesslich von der freien Gnade
Gottes ab. Diese Gnade ist folglich unverzichtbar, vorauslaufend, unwiderstehlich,
unzerstörbar, und weil sie die freie Gnade Gottes ist, muss sie allen
Einzelheiten des Planens und Ausführens der göttlichen Absichten von Ewigkeit
her zugrunde gelegen haben.
Doch obwohl sie von ihm deutlich angekündigt und machtvoll
empfohlen wurde, musste sie in der Kirche erst starke Widerstände überwinden.
Gegenüber den Pelagianern wurde die Unentbehrlichkeit der Gnade schnell
bestätigt, und gegenüber den Semipelagianern ist ihr vorauslaufendes Wirken
beinahe genauso schnell bewiesen worden. Doch dann ging es nicht weiter. War auch
die Notwendigkeit vorauslaufender Gnade danach (nach dem Konzil von Arausio,
529) etablierte Kirchenlehre, wurde doch die Unwiderstehlichkeit dieser vorauslaufenden
Gnade unter Bann gestellt. Somit blieb für einen vollständigen ‚Augustinianismus‘
in der Kirche kein Platz. Als daher die
grosse religiöse Erweckung kam, die wir Reformation nennen, erwies sich,
theologisch betrachtet, als eine Erneuerung des ‚Augustianismus‘, was auch bei
allen anderen Erweckungen geschehen muss (denn ‚Augustianismus‘ ist der
Terminus technicus für Religion in ganzer Reinheit). Daher blieb nur eine Spaltung
der Kirche übrig. Und darum war und bleibt die grösste Gefahr für die Reformation
der diffuse ‚Anti-Augustianismus‘ in der Welt.“ (Seite 50-51)
Vollständigkeitshalber müsste man hier auch auf die
Unterschiede zwischen Augustinus und dem ehemaligen augustiner Mönch Luther
eingehen. Ich möchte es einfach bei diesen wenigen Aeusserungen belassen:
Augustin hat in einer besonderen Tiefe die Gnade Gottes erfasst, vielleicht
noch intensiver als es Calvin und Luther taten? Dafür haben Luther wie Calvin
die Wichtigkeit der Bibel über die Kirche besser erfasst. Darum kann Benjamin
Warfield sagen:
„Die Reformation war von innen her betrachtet gerade der
höchsten Triumph der augustinischen Lehre von der Gnade über die augustinische
Lehre von der Kirche.“ (Seite 29).
Wie auch immer: Ich kann nicht anders als vor meinem Gott
niederfallen und seine unfassbare Barmherzigkeit und Liebe zu mir anbeten. Dass
der Dreieinige Gott so alles für mich tat und tut, obwohl es nichts in mir gibt, was
dafür sprechen würden: Alles ist nur Gnade! Lieber Heiland ich bin Dir so
dankbar! Amen!
Freitag, 20. Dezember 2013
Weihnachten 2013
Aber diese
Art fährt nicht aus ausser durch Gebet und Fasten.
Matthäus
17,20+21
Ein
schwieriger Text, den da Beatrice ausgewählt hat. Für eine Weihnachtsandacht
hätte ich diesen Text nicht ausgewählt.
Um was geht
es?
Die Jünger
waren erstaunt, vermutlich fühlten sie sich sogar blamiert. Ein Vater brachte
sein mondsüchtiges Kind zu den Jüngern von Jesus. Das Kind „leidet schwer; er
fällt nämlich oft ins Feuer und oft ins Wasser.“ steht in Vers 15.
Jesus hat mit
dem Problem des Jungen kein Problem: „Und Jesus bedrohte den Dämon, und er fuhr
von ihm aus, und der Knabe war gesund von jener Stunde an.“ (Matthäus 17,18).
Aber vor
dieser Heilung reagiert Jesus völlig entrüstet und für uns nicht
nachvollziehbar:
| ein Senfkorn |
„Da
antwortete Jesus und sprach: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Wie
lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringt ihn her
zu mir!“ (Matth. 17,17)
Nach dieser
Heilung kamen die Jünger alleine zu Jesus und fragten ihn, warum sie ihn nicht
heilen konnten. Und dann kam diese Antwort in Vers 20 und 21. Auch in Markus
9,29, eine Parallelstelle sagt Jesus:
„Und er sprach zu ihnen: Diese Art kann durch nichts ausfahren, ausser durch
Gebet und Fasten.“ (1)
Das Problem,
die Krankheit oder die Belastung des Knaben erinnert uns an die Symptome der
Epilepsie: Krämpfe, Schaum, Schreien. Markus führt noch Stummheit,
Zähneknirschen und Abmagerung des Kranken auf. Matthäus bringt die Anfälle in
Zusammenhang mit dem Mondwechsel. Hinter dieser Belastung stand laut Jesus
keine „normale“ Krankheit, sondern ein Dämon. Vielleicht kennen wir auch
Menschen, die beim Mondwechsel Probleme bekommen? Vielleicht könnte man in
diesem Fall Jesus fragen, ob er heilen könnte. In Markus 9,24 jedenfalls
schreit der Vater des Knaben in seiner Not zu Jesus:
„Ich glaube,
Herr; hilf meinem Unglauben!“
Jesus hatte
diesen Jüngern die Vollmacht gegeben Dämonen auszutreiben. Die
Wuppertaler-Studienbibel denkt, dass die Jünger durch die vorangehenden Kreuzesworte
von Jesus verunsichert waren. Ja, sie standen unter Versuchungen und ihre
Verbindung zum Meister war gestört. „Oh du ungläubiges und verkehrtes
Geschlecht“ hat man in der Vergangenheit auf die umstehende Volksmenge, die
Schriftgelehrten, den Vater des Kranken (s. Markus) und auf die Jünger bezogen.
Vermutlich sind alle diese Aussagen richtig. Dazu Wuppertaler-Studienbibel:
„Nach der
Freude des Umgangs mit den Himmelsbewohnern Moses und Elias findet sich Jesus
auf einmal wieder mitten in einer Welt, wo der Unglaube in verschiedenen
Abstufungen herrschend ist; der Kontrast nicht zwischen dieser und jener
Persönlichkeit, sondern zwischen der ganzen gottentfremdeten Menschheit, in
deren Mitte er lebt, und den Himmelsbewohnern, von denen er herkommt, presst
ihm diesen schmerzlichen Ausrufs aus.“ (Seite 326 Wuppertaler-Studienbibel).
Jesus konnte
also kurz vor dieser Heilung Menschen sprechen die bereits verherrlicht
waren (nach dem Tod wurden Mose und Elia verherrlicht, wie es alle in Jesus Christus
wiedergeborenen erleben werden.). Dann traf er wieder auf Menschen dieses
Zeitalters. Das kann einem aus dem psychischen Gleichgewicht bringen. Jesus ist
wahrer Mensch und wahrer Gott. Und in diesem Moment erlebte er als vollkommener
Mensch, wie wir noch unvollkommen sind. Es war wohl eine Mischung aus Heimweh
nach seiner Welt und Abstossung vor unserer Welt: „Wie lange soll ich bei euch
sein? Wie lange soll ich euch ertragen?“ ruft Jesus in Vers 17 aus. Er kam, um
uns zu ertragen. Er kam um uns bis durch den Tod zu ihm zu tragen. Dafür ging
er für uns ans Kreuz. Litt Erniedrigung und trug meine Strafe, damit ich nicht
mehr gestraft werden muss. Er trug meinen Fluch, meine Uebertretungen, meine
Sünden. Hier leuchtet für einen kurze, wirklich nur für einen kurzen Moment
auf, was es für Jesus kostete: Wie lange soll ich Euch tragen? Er wird uns,
wenn wir bei ihm bleiben durch alles durchtragen.
Heute feiern
wir Weihnachten, den Tag der Geburt von Jesus. Ein besonderer Geburtstag: Die
wichtigste Persönlichkeit des gesamten Universums war Mensch geworden. Er war
schon vorher Existent als ewiger Gott. Nun liess er sich durch eine Jungfrau
und als Mensch auf diese Welt gebären. Er wurde zu 100% Mensch und war doch
100% Gott: Können wir das verstehen? Wohl kaum in der gesamten Grösse und
Ungeheuerlichkeit. Niemand, auch die Engel Gottes nicht, hätten gedacht, dass
Gottes Liebe so weit gehen würde. Das Gott dies bereits beim Sündenfall
angedeutet hatte, als er zur verführerischen Schlange sagte: „Und ich will
Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe, zwischen deinem Samen und ihrem
Samen; derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse
stechen.“ 1. Mose 3,15. Dies wurde erfüllt, als Jesus am Kreuz dem Bösen den
Kopf zertreten hatte. Dabei hat das Böse Jesu – in diesem Bild gesprochen - in
die „Ferse gestochen.“ Zu seiner Zeit hat dieses Geheimnis Gott erfüllt.
Die
Ankündigung der Schwangerschaft
„Und siehe,
du (Maria wird angesprochen) wirst schwanger werden und einen Sohn gebären; und
du sollst ihm den Namen Jesus geben.
Dieser wird
gross sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den
Thron seines Vaters David geben;
Und er wird
regieren über das Haus Jakobs in Ewigkeit, und seines Reiches wird kein Ende
sein.
Maria aber
sprach zu dem Engel: Wie kann dass sein, da ich von keinem Mann weiss? (Sie war
mit Josef verlobt. Die Ehe war noch nicht vollzogen.)
Und der Engel
antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die
Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das
geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.“ (Lukas 1,31-35)
Eine beinahe
unglaubliche und fantastische Geschichte, die da vor mehr als 2000 Jahren
geschehen ist. Ein Wunder! Gott selber kommt in diese Welt, um meine Sünden
abzubüssen, zu durchleiden. Da kann ich nur danke sagen, lieber Heiland. Vielen
Dank!
Maria glaubte
dem Engel, auch wenn die Situation für sie als Teenagerin, die einem Mann
verlobt war und nun einfach ein Kind von jemand anderem bekam, alles andere als
sozial akzeptabel war. Josef hätte die Todesstrafe für diesen Ehebruch
verlangen können. Es sei denn, wenn sie geltend gemacht hätte, dass ihr
ausserhalb des Dorfes Gewalt angetan worden wäre. Laut dem Gesetz Mose bestand
dann generell die Unschuldvermutung. Josef verlangte aber keine Genugtuung,
sondern wollte sie aus dem Ehebund entlassen und damit dem vermeidlichen
Nebenbuhler nachgeben (Vermutlich weil er Maria wirklich liebte und sich selber zurücknehmen konnte.). Aber Gott schaute für Maria. Gott selber überzeugt
Josef, dass Maria kein Unrecht begannen hatte, trotz dieser ungewöhnlichen
Situation. Josef Ihr Verlobter hielt danach treu zu ihr und ihrem Kind. Später
durften Josef und Maria die Ehe auch noch vollziehen und eigene Kinder haben,
die so zu Halbbrüdern von Jesus wurden. (Ich glaube die offizielle röm.-kath.
Sichtweise sieht das etwas anders. In diesem Moment war Josef
sicherlich zutiefst erschüttert und enttäuscht.)
| mehrere Senfkörner |
![]() |
| DVD: s.u.:: Es begab sich aber zu der Zeit |
Auf jeden Fall wurde Josef so zum Stiefvater
von Jesus. Und sollte die Erbsünde über den Mann vererbt werden und u.a. darum
im Alten Bund die Männer beschnitten, dann kam Jesus auf diese Weise
nichts von der Erbsünde ab. Wie wir heute wissen, war es ein ungewöhnlicher
Weg. Aber es war alles moralisch in Ordnung. Wir Menschen sind durch den
Sündenfall so tief gefallen, dass Gott diesen ungewöhnlichen Ausweg ging: Weil er
sich ein Volk erwählt hat.
Warum tat Gott das? Weil wir Gottes Ebenbilder sind? Weil wir so
gut sind? Letzteres sicherlich nicht. Nein, er hat uns trotz unserer
Verdorbenheit geliebt. Es war seine Liebe zu uns, die uns Gott finden liess.
Ehre und Dank gehört alleine unserem grossen Erlöser und Gott. Wir werden ohne
Leistung, ohne Werk von Gott als seine Kinder angenommen, weil Jesus am Kreuz
dafür gesorgt hat, dass jeder der an ihn glaubt und ihn mit dem Mund bekennt,
nicht verloren gehen wird.
Dafür wollen
wir auch danken! Ihm allein gehört die Ehre! Wie wunderbar bist Du, oh Gott,
der
Du alles gibst, was wir sind und haben. Der Du alles für uns in Ewigkeit
tust! Maria hat es so Gott dafür gelobt:
| Viele Senfkörner |
„Und Maria
sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich über Gott,
meinen Retter,
dass er
angesehen hat die Niedrigkeit seiner Magd; denn siehe, von nun an werden mich
glückselig preisen alle Geschlechter!
Denn grosse
Dinge hat der Mächtige an mir getan, und heilig ist sein Name;
und seine
Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht über die, welche ihn
fürchten.
Er hat
Mächtiges mit seinem Arm getan,
er hat
zerstreut, die hochmütig sind in ihres Herzens Sinn.
Er hat
Gewaltige von den Thronen gestossen und Niedrige erhöht.
Hungrige hat
er mit Gütern gesättigt und Reiche leer fortgeschickt.
Er hat sich
seines Knechtes Israel angenommen, um der Barmherzigkeit zu gedenken, wie er
geredet hat zu unseren Vätern, Abraham und seinem Samen, auf ewig!“
(Lukas
1,46-55)
Was können
wir daraus lernen:
Gott ist
allmächtig.
Gott meint es
gut mit uns.
Gebet und
Fasten ist Gemeinschaft mit Gott. Dadurch wirkt Gott. Hier redet Gott. Dadurch
verstehen wir die Bibel, sein Wort, bis die Bibel selber uns liest.
Ein kleiner
Glaube, so gross wie ein kleines Senfkorn, genügt für ein neues Leben, dass in
Ewigkeit sinnvoll und erfüllt sein wird. Und wenn wir das nicht haben, genügt
es zu beten:
| Komet Ison, vom Künstler Thomas Ruch nachempfunden |
| ein Senfkorn |
„Ich glaube,
Herr; hilf meinem Unglauben!“
Amen: So sei
es.
| Weihnachten: Gemeinschaft und Freude |
(1)
In Matthäus der
griechischen Nestle-Urtext fehlt Vers 21, laut Wuppertaler-Studienbibel. Darum
ist der Verweis auf Markus 9,29 wesentlich.
![]() |
| DVD-Hülle: Es begab sich aber zu der zeit... |
Zu diesem Thema: Weihnachten ein sehr zu empfehlender Film:
"Die Weihnachtsgeschichte Es begab sich aber zu der Zeit ...
eine Reise zu Lebzeiten. Eine Geschichte für die Ewigkeit."
Mit diesem Film ist die Weihnachtsgeschichte ergreifend verfilmt worden.
Maria wird von Keisha Castle-Hughes und Josef von Oscar Isaac gespielt.
Laut Wickipedia sei der Film, obwohl ein amerikanischer, im Vatikan uraufgeführt worden, was mich erstaunte. Interssant ist die Bemerkung, dass Frau Castle-Hughes, welche Maria spielte, tatsächlich mit 16 Jahren Schwanger war. Das passt sehr gut zur Geschichte, wenn wir davon ausgehen, dass es sich bei Maria und Josef um Teenager handelte.
Der Film wurde aufwendig gedreht, das merkt man. Ich bin vom Film begeistert. Laut Wickipedia kostete er 35 Mio. Dollar.
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