Vor ca .400 Jahren schrieb Thomas Watson, ein Puritaner zu diesem Thema (Bibel = Gottes Wort):
"Gottlose Menschen können nicht die Urheber der Schriften sein. Sollten diese in der Lage sein, so heilige Regeln aufzustellen?
Würden sie sich so heftig gegen die Sünde aussprechen?
Auch gute Menschen können nicht die Urheber der Schriften sein. Sollten
sie in so einem Stil schreiben können? Oder wie könnten sie glaubhaft
den Namen Gottes benutzen: So spricht der HERR, wenn es sich nur um ein
Buch handelt, das sie selbst erdacht haben.
Auch kein Engel im Himmel kann der Urheber der Schrift sein, denn sie
begehren in die tiefen Geheimnisse des Evangeliums hineinzuschauen (1.
Petr 1,12). Das bedeutet, dass den Engeln bestimmte Teile der Schrift
verborgen sind und deshalb können sie logischerweise nicht die Urheber
der Heiligen Schrift sein, die sie selbst nicht ganz verstehen. Und ganz
nebenbei, welcher Engel im Himmel wäre so arrogant, ..."
(Seite 53 - 54 aus "Darlegung der christlichen Lehre und ihre Anwendung, Predigten über den
Kleinen Westminster Katechismus" von Thomas Watson (ca. 1620 -
28.7.1686), Spurgeon hielt fiel von ihm: Er nannte ihn den "Ultimus
Puritanorum", den letzten Puritaner)
Er nennt folgende Indizien für die Wahrheit der Bibel (für ihn sind es Beweise):
1. Sehr altes Buch "Kein menschliches historisches Dokument reicht
weiter zurück in die Vergangenheit als bis zu Noah und die Sintflut."
Die Bibel geht weiter.
2. wunderbare Bewahrung durch alle Zeiten der Geschichte, trotz massiver Kritik und mächtiger Gegner
3. "Die Schrift erweist sich als das Wort Gottes durch ihren Inhalt."
Die Tiefgründigkeit: "so hoch über allen menschlichen Gedanken, dass
weder ein Mensch noch ein Engel sich das hätte ausdenken können, wenn es
nicht von Gott geoffenbart worden wäre."
4. erfüllte Prophetie
5. "Die Unbefangenheit der Männer Gottes, welche die Schriften
geschrieben und es dabei nicht unterlassen haben, auch ihre eigenen
Fehler aufzuschreiben. Welcher Mann, der eine historische Schrift
schreibt, würde sich selbst in ein schlechtes Licht stellen, indem er
Dinge über sich aufschreibt, die seinen guten Namen beflecken? Mose
erzählt von seiner eigenen Ungeduld.... David erzählt von seinem eigenen
Ehebruch und Blutvergiessen, ... Petrus erzählt von seiner eigenen
Feigheit, ..."
6. "...Einfluss und die Wirkmächtigkeit, welche das Wort auf die Seelen
und Gewissen der Menschen hatte. Ihr Herz wurde dadurch verändert.
Einige sind durch das Lesen der Schrift andere Menschen geworden, sie
sind dadurch heilig und barmherzig geworden...."
7. "Die Wunder, durch welche die Schrift als Gottes Wort bestätigt
wird.... Wie man unter schwache Weinranken Stützen stellt, so sind diese
Wunder Stützen für den schwachen Glauben von Menschen, ..."
Interessant hierzu ist auch ein Buch aus unserer Zeit von Herrn Vishal Mangalwadi: "Das Buch der Mitte" oder in Englisch: "The book made your world - Das Buch, das deine Welt geschaffen hat." Im IdeaSpektrum, 17.2015 auf Seite 7 ist ein interessanter Kommentar von Herrn Hans-Jörg Naumer veröffentlicht worden.
Er geht darauf ein, wie der "Selbstmord des Leadsängers von Nirwana" mit unserer aktuellen Situation zu tun hat. Dabei böte die Bibel Sinn für unser Leben und dadurch auch eine gesunde Wirtschaftsethik. "Mangalwadi arbeit immer wieder heraus, dass Wohlstand und wirtschaftlicher Erfolg mehr sind als nur Angebot und Nachfrage. Ohne sich dessen vermutlich bewusst zu sein, erinnert er damit an Wilhelm Röpke (Jenseits von Angebot und Nachfrage), einem Mitbegründer der Sozialen Marktwirtschaft.1)
Der Kreis schliesst sich: Wer die Wurzeln unserer Kultur zur Bibel kappt, wer die Bedeutung eines Schöpfers für die Schöpfung negiert, der gibt sich einem ziellosen Relativismus preis, der letztlich Identität und Lebenssinn raubt. Ohne Schöpfer keine Wahrheit. Ohne Ziel keinen Sinn. Statt Realität nur Absurdität. Genau diese Hoffnungslosigkeit war es, die Cobain zu dem aus seiner Sicht folgerichtigen Schritt in den Selbstmord veranlasst hat. Wir sollten uns gut überlegen, ob wir das 'Buch der Mitte' wirklich aus unserer Mitte verbannen wollen. Es begründet eine Kultur, die wir gerade dabei sind zu zerstören, obwohl wir ihr unendlich viel verdanken." Soweit Hans-Jörg Naumer. Ich danke ihm für dies klaren Worte.
Gebet:
Lieber Heiland schütze uns vor uns selber.
Vielleicht hätten manche sich in unserer Zeit nicht selber umgebracht, wenn sie gewusst hätten, welcher Würde und welcher Sinn Du ihnen gegeben hast. Zudem bist Du für ihre Fehler und ihren Mangel am Kreuz gestorben!
Herr vergib, dass unsere Gesellschaft begonnen hat, Dich bewusst zu leugnen. Damit begann sie auch bewusst unbarmherziger zu werden. In der baz schrieb jemand sogar: "Fussgänger sind wie Faultiere... In der Natur gilt das Gesetz des Stärkeren. Dieses ist physikalisch begründet und hängt in der Tierwelt von den körperlichen Kräften der Individuen ab, ..." Also mit anderen Worten erhebt da jemand die Folgen des Sündenfalls zur moralischen Norm! Perversion des Guten in Reinkultur. Herr vergib und schenke Weisheit und klares Denken. Oder wir werden uns gegenseitig sehr weh tun.
Amen
Anhang
1) Wenn dies wahr ist, könnte man also auch die soziale Marktwirtschaft als ein Ausfluss der Bibel betrachten.
Freitag, 24. April 2015
Samstag, 11. April 2015
Warum hat Amerika Europa überholt? Alexis de Tocqueville: Die Ueberlegenheit der Frauen
Was für eine interessante Frage, die der Inder Vishal Mangalwadi in seinem B uch "Das Buch der Mitte" auf Seite 377 stellt. Dabei lässt er Alexis de Tocqueville sprechen. Er war 40 Jahre nach dem Scheitern der Französischen Revolution in den Jahren 1831 und 1832 in Amerika. Darüber schrieb er das Buch: Ueber die Demokratie in Amerika. Daraus zitiert Mangalwadi:
"durch die Amerikaner geschaffene Dinge schilderte. (...) Wenn mir jemand die Frage stellte, auf was man nach meinem Dafürhalten den besonderen Wohlstand und die wachsende Kraft dieses Volkes zurückführen müsse, so antwortete ich: Es ist die Ueberlegenheit der Frauen."
"Die jungen Mädchen sind in allen protestantischen Völkern in ihrem Tun weit selbständiger als in den katholischen Völkern. Diese Unabhängigkeit ist noch grösser in jenen protestantischen Ländern, die wie England das Recht der Selbstregierung bewahrt oder erworben haben. Alsdann dingt sowohl mit den politischen Gewohnheiten wie mit dem religiösen Glauben die Freiheit in die Familie ein. In den Vereinigten Staaten verbinden sich die Lehren des Protestantismus mit einer sehr freien Verfassung und einer sehr demokratischen Gesellschaftsform, und nirgends wird das junge Mädchen rascher und vollständiger sich selbst überlassen." (Seite 377 und 378)
Dabei war auch das Band der Ehe besonders betont:
"Amerika ist sicherlich das Land der Welt, wo das Band der Ehe am heiligsten gehalten wird, und wo man den höchsten und richtigsten Blick vom ehelichen Glücke hat."
Die Familie werde von Tocqueville nur am Rande beleuchtet. Wobei dieses am Rande mit mindestens einem Beispiel klar beschrieben wird, so dass Mangalwadi es zitieren kann. Dabei erklärt er auch - im Vergleich mit seiner eigenen Kultur und anderen Kulturen, wie die Monogamie der Frau und den Kindern Sicherheit geben konnte.
Dabei verhält Mangalwadi nicht, wie gross die Opferbereitschaft der amerikanischen Frauen waren. (Seite 384: Tocqueville schildert eine Art heldenhafter Stärke, die sich in Unterordnung, Opfer und Ausharren äussert - Eigenschaften, aus denen man oft den Strick dreht, mit dem man Frauen kleinhält. In der auf die Bibel gegründeten demokratischen Kultur Amerikas, so hält Tocqueville fest, bildeten diese Qualitäten den Nährboden für Amerikas Frauenrechtsbewegung und seine nationale Stärke." (Seite 384) Aber auch, wie klug und weise sie ihre Männer auswählen konnten, weil man ihnen Zeit und Selbstbewusstsein mitgab. Das mag der Grund sein, dass in Amerika die Frauenrechtsbewegung entstehen konnte. Wo ein solches Bewusstsein nicht vorhanden ist, kommt man nicht auf eine solche Idee.
"Unsere Nachbarn nannten ihre Frauen noch nicht einmal mit Vornahmen. Eine Frau war schlichtweg bhitarwali, die zu Hause bleibt." (Seite 381).
Mangalwadi beschreibt auch, wie sie von Indern in einer bestimmten Region "angeklagt" wurden, da sie so unanständig mit ihren Frauen umgingen. Sie bedeckten ihr Gesicht vor ihren Vätern, Onkeln und älteren Brüdern nicht. Sie nahmen sie auf einem Roller zum Markt mit. Sie liefen nicht 3 Meter hinter den Männern usw. Die Antwort gab sein älterer Bruder Vinay. Siehe Seite 380: U.a. sagte er: Ich kann meiner Frau erlauben, mit meinem Bruder zum Markt zu gehen, weil ich beiden vertrauen kann. Aufgrund unserer Moralvorstellungen, die weit strenger sind, dürfen unsere Frauen über die Felder gehen und euch auf euren Höfen besuchen. Ihr dagegen kettet eure Frauen in euren Küchen fest und haltet sie hinter Schleiern gefangen, weil ihr unmoralisch sied." Mangalwadi war erstaunt, dass seinem Bruder nicht widersprochen wurde.
Ich selber weiss von einer Moslemin, die gerade aus solch einem Grund begonnen hat, ein Kopftuch zu tragen. Man weiss nie, was für ein Mann einem begegnen wird, meint sie dazu.
Somit liegt die Freiheit der Fraui in Werten, an die sich Frauen und Männer halten! Aber nicht nur die Freiheit der Frau. Mangalwadi:
"Werte ohne Freiheit bedeuten Sklaverei. Freiheit ohne Werte ist zerstörerisch." (Seite 381)
"Für Tocqueville war es offensichtlich: Die amerikanischen Christen hielten einerseits die Führungsrolle des Mannes in der Ehe in praktischer und sozialer Hinsicht befristet für richtig, betonten dabei aber auch die wesenhafte, tief verwurzelte und geistlich begründete Gleichwertigkeit von Mann und Frau." (Seite 381)
In den meisten Kulturen geht man aber davon aus, dass die Frau dem Mann wesensmässig unterlegen ist. Sogar der Aufklärer Rousseau glaubte, dass eine Frau nur ein unvollständiger Mensch sei. Die Hindu-Weisen lehren, eine Seele mit einem schlechten Karma müsse als Frau wieder auf die Erde kommen und den Männern dienen. (s. Seite 382)
Danach geht Mangalwadi auch auf die Stellung der Frauen in der amerikanischen Kirche ein. Später, Seite 393 meint er, dass im 1. Jahrtausend die Kirche die stärksten Impulse für die Emanzipation der Frauen von der römisch-katholischen Kirche kam. Zu Beginn des 2. Jahrtausends jedoch führte die "Verehrung der Jungfrau Maria" und der Gedanke, dass man durch Frömmigkeit die Errettung verdienen könne, zu einer unbiblischen Ueberbetonung des Zölibats." Es scheint logisch, wenn man im Zölibat Gott näher kommt, wird auf einmal die Sexualität und die Frau abgewertet. Die Reformation korrigiert dies wieder. Ich glaube Calvin sagte sogar: Sex in der Ehe ist keusch. Darum heirateten die Reformatoren auch und gaben damit ein praktischen Beispiel, wie man Ehe leben konnte. Wobei Luther erstaunt war, dass es eine grössere Herausforderung ist, als Ehemann zu leben, als ein Mönch zu sein. Mangalwadi beschreibt dies u.a. auch auf Seite 395, wenn er Luther von der Charakterschule der Ehe reden lässt.
"Der von Gott verordnete Sexualtrieb sei ein notwendiger, guter und ehrenwerter Impuls." (Seite 396) fasst Mangalwadi Luther zusammen.
Auf Seite 397 schildert er sogar, dass die Familie der wichtigste Motor des Wirtschaftswachstums in einer Gesellschaft sei. Zudem führte "das Priestertum aller Gläubigen" zu einer Gleichwertigkeit der Berufe: Ein Schreiner war wie ein Priester (die nun bei Lutheraner und Reformierter Pfarrer hiessen) angesehen.
Dazu Luther (Seite 398 zitiert):
"Es gibt drei Stände: Ehe, Keuschheit und Wissenschaft. Alle sind gut. Keiner soll verachtet werden. Die Jungfrau soll nicht höher geachtet werden als die Witwe noch die Witwe höher als die Ehefrau - so wie man den Schneider auch nicht höher achtet als den Metzger.
Es gibt keinen Stand, den der Teufel mehr anficht als die Ehe. Die Geistlichkeit will keine Mühe mit Arbeit und Sorgen haben. Sie fürchten sich vor einem nörgelnden Weib, vor ungehorsamen Kindern, schwierigen Verwandten oder dass das Schwein oder die Kuh sterben könnte. Sie wollen im Bett liegen, bis die Sonne durchs Fenster scheint. Unsere Vorfahren wussten darum und sagten: 'Liebes Kind, werde Nonne und Priester, und gehab dich wohl.' Ich habe gehört, wie Eheleute zu den Mönchen sagten: 'Du hast es gut, aber wenn wir aufstehen, dann wissen wir nicht, wo wir Brot herbekommen sollen.'
"Die Ehe ist ein schweres Kreuz, weil so viele Ehepaare streiten. Es ist Gottes Gnade, wenn wir uns einig sind. Der HEilige Geist erklärt, dass es drei Wunder gibt: wenn Brüder sich einig sind, wenn die Nachbarn sich lieben, und wenn eine Mann und eine Frau sich eins sind. Wenn ich solch ein Paar sehe, dann freue ich mich so sehr, als würde ich einen Rosengarten sehen. Es ist selten." (398 - 399: Luther in einer Predigt vom 10.1.1529).
"Die Ehe bringt bei Mann und Frau auch unschöne Seiten ans Tageslicht." (Seite 399) Darum ist es auch eine Charakterschule, wenn man zusammenbleibt und damit umzugehen lernt. Das dienst letztendlich dem Mann und der Frau, den Kindern und der ganzen Gesellschaft. Sogar die Wirtschaft wird durch das gefördert.
Ist es in Amerika heute noch so? Ist es bei uns noch so? Welche Werte haben wir?
Karl Marx beschrieb die Religion als Opium (Seite 410) NIetzsche widersprach Marx, wenn er meinte, dass die Machtlosen die Mächtigen mit der jüdisch-christlichen Einstellung in Ketten legen können, indem sie Schuldgefühle einredeten. (Seite 411)
Das übernahmen natürlich die Nationalsozialisten. Und auch heute reden wir gerne vom Stärkeren, der sich durchsetzen soll. Mangalwadi schreibt dann auch:
"Inzwischen sind Organisationen wie das Rote Kreuz zu säkularen Einrichtungen geworden, und wirtsschaftliche Interessen beherrschen zunehmend den Dienst am Nächsten, wie man in der Krankenpflege sieht. Und an der Spitze der Tierschutzverbände stehen die Esoterik-Anhänger." (Seite 412)
Warum lassen wir fahren, was uns stark gemacht hat? Warum wählen wir Nietsche anstelle die Bibel? Unkenntnis und mangelnde gesunde Lehre? Sind wir Christen dafür verantwortlich? Wir uns Christus einmal fragen, warum hast Du Deine Gaben nicht eingesetzt? Wo sind die Theologen, die wie Mangalwadi sich zur Ehre Gottes einsetzen und den Menschen Würde und Verantwortung zusprechen?Wo sind die Hirten, die sich dafür beschmipfen lassen, dass sie den Menschen helfen wollen? Das britische Empire durfte im 18. Jahrundert durch George Whitefield, John Wesley, Charles Wesley, Jonathan Edwards (in Amerika der erste Philosoph), John Newton, Wilberforce usw. dies erleben. Durch all ihre Fehler schenkte es Gott, dass er die Seelen vieler Menschen heilte und die Gesellschaft gerechter wurde. In der Folge wurden Sklaven befreit. Es wurden bessere Arbeitsbedingungen geschaffen. Schulen gegründet. Rechtssicherheit erhöht und die Wirtschaft konnte sich besser entwickeln. Gefängnisreformen und vieles mehr. Es wurden Seelen für die Ewigkeit gerettet. Es wurden der CVJM, das rote Kreuz gegründet usw.NOch früher wurden Universitäten gegründet. Die Naturwissenschaften, die Medizin zum Nutzen aller eingesetzt.
Lieber Heiland schenke dies doch noch einmal. Damit wir weise werden. Damit wir ein ruhiges Lebe nhier auf dieser gefallenen Welt leben können. Damit wir Vergebung erfahren. Damit Versöhnung geschehen kann. Damit Heilung für die geschundenen Menschen möglich wird. Damit wir in Christus glücklich werden - bis in alle Ewigkeit. Gott segne uns so! Amen.
"durch die Amerikaner geschaffene Dinge schilderte. (...) Wenn mir jemand die Frage stellte, auf was man nach meinem Dafürhalten den besonderen Wohlstand und die wachsende Kraft dieses Volkes zurückführen müsse, so antwortete ich: Es ist die Ueberlegenheit der Frauen."
"Die jungen Mädchen sind in allen protestantischen Völkern in ihrem Tun weit selbständiger als in den katholischen Völkern. Diese Unabhängigkeit ist noch grösser in jenen protestantischen Ländern, die wie England das Recht der Selbstregierung bewahrt oder erworben haben. Alsdann dingt sowohl mit den politischen Gewohnheiten wie mit dem religiösen Glauben die Freiheit in die Familie ein. In den Vereinigten Staaten verbinden sich die Lehren des Protestantismus mit einer sehr freien Verfassung und einer sehr demokratischen Gesellschaftsform, und nirgends wird das junge Mädchen rascher und vollständiger sich selbst überlassen." (Seite 377 und 378)
Dabei war auch das Band der Ehe besonders betont:
"Amerika ist sicherlich das Land der Welt, wo das Band der Ehe am heiligsten gehalten wird, und wo man den höchsten und richtigsten Blick vom ehelichen Glücke hat."
Die Familie werde von Tocqueville nur am Rande beleuchtet. Wobei dieses am Rande mit mindestens einem Beispiel klar beschrieben wird, so dass Mangalwadi es zitieren kann. Dabei erklärt er auch - im Vergleich mit seiner eigenen Kultur und anderen Kulturen, wie die Monogamie der Frau und den Kindern Sicherheit geben konnte.
Dabei verhält Mangalwadi nicht, wie gross die Opferbereitschaft der amerikanischen Frauen waren. (Seite 384: Tocqueville schildert eine Art heldenhafter Stärke, die sich in Unterordnung, Opfer und Ausharren äussert - Eigenschaften, aus denen man oft den Strick dreht, mit dem man Frauen kleinhält. In der auf die Bibel gegründeten demokratischen Kultur Amerikas, so hält Tocqueville fest, bildeten diese Qualitäten den Nährboden für Amerikas Frauenrechtsbewegung und seine nationale Stärke." (Seite 384) Aber auch, wie klug und weise sie ihre Männer auswählen konnten, weil man ihnen Zeit und Selbstbewusstsein mitgab. Das mag der Grund sein, dass in Amerika die Frauenrechtsbewegung entstehen konnte. Wo ein solches Bewusstsein nicht vorhanden ist, kommt man nicht auf eine solche Idee.
"Unsere Nachbarn nannten ihre Frauen noch nicht einmal mit Vornahmen. Eine Frau war schlichtweg bhitarwali, die zu Hause bleibt." (Seite 381).
Mangalwadi beschreibt auch, wie sie von Indern in einer bestimmten Region "angeklagt" wurden, da sie so unanständig mit ihren Frauen umgingen. Sie bedeckten ihr Gesicht vor ihren Vätern, Onkeln und älteren Brüdern nicht. Sie nahmen sie auf einem Roller zum Markt mit. Sie liefen nicht 3 Meter hinter den Männern usw. Die Antwort gab sein älterer Bruder Vinay. Siehe Seite 380: U.a. sagte er: Ich kann meiner Frau erlauben, mit meinem Bruder zum Markt zu gehen, weil ich beiden vertrauen kann. Aufgrund unserer Moralvorstellungen, die weit strenger sind, dürfen unsere Frauen über die Felder gehen und euch auf euren Höfen besuchen. Ihr dagegen kettet eure Frauen in euren Küchen fest und haltet sie hinter Schleiern gefangen, weil ihr unmoralisch sied." Mangalwadi war erstaunt, dass seinem Bruder nicht widersprochen wurde.
Ich selber weiss von einer Moslemin, die gerade aus solch einem Grund begonnen hat, ein Kopftuch zu tragen. Man weiss nie, was für ein Mann einem begegnen wird, meint sie dazu.
Somit liegt die Freiheit der Fraui in Werten, an die sich Frauen und Männer halten! Aber nicht nur die Freiheit der Frau. Mangalwadi:
"Werte ohne Freiheit bedeuten Sklaverei. Freiheit ohne Werte ist zerstörerisch." (Seite 381)
"Für Tocqueville war es offensichtlich: Die amerikanischen Christen hielten einerseits die Führungsrolle des Mannes in der Ehe in praktischer und sozialer Hinsicht befristet für richtig, betonten dabei aber auch die wesenhafte, tief verwurzelte und geistlich begründete Gleichwertigkeit von Mann und Frau." (Seite 381)
In den meisten Kulturen geht man aber davon aus, dass die Frau dem Mann wesensmässig unterlegen ist. Sogar der Aufklärer Rousseau glaubte, dass eine Frau nur ein unvollständiger Mensch sei. Die Hindu-Weisen lehren, eine Seele mit einem schlechten Karma müsse als Frau wieder auf die Erde kommen und den Männern dienen. (s. Seite 382)
Danach geht Mangalwadi auch auf die Stellung der Frauen in der amerikanischen Kirche ein. Später, Seite 393 meint er, dass im 1. Jahrtausend die Kirche die stärksten Impulse für die Emanzipation der Frauen von der römisch-katholischen Kirche kam. Zu Beginn des 2. Jahrtausends jedoch führte die "Verehrung der Jungfrau Maria" und der Gedanke, dass man durch Frömmigkeit die Errettung verdienen könne, zu einer unbiblischen Ueberbetonung des Zölibats." Es scheint logisch, wenn man im Zölibat Gott näher kommt, wird auf einmal die Sexualität und die Frau abgewertet. Die Reformation korrigiert dies wieder. Ich glaube Calvin sagte sogar: Sex in der Ehe ist keusch. Darum heirateten die Reformatoren auch und gaben damit ein praktischen Beispiel, wie man Ehe leben konnte. Wobei Luther erstaunt war, dass es eine grössere Herausforderung ist, als Ehemann zu leben, als ein Mönch zu sein. Mangalwadi beschreibt dies u.a. auch auf Seite 395, wenn er Luther von der Charakterschule der Ehe reden lässt.
"Der von Gott verordnete Sexualtrieb sei ein notwendiger, guter und ehrenwerter Impuls." (Seite 396) fasst Mangalwadi Luther zusammen.
Auf Seite 397 schildert er sogar, dass die Familie der wichtigste Motor des Wirtschaftswachstums in einer Gesellschaft sei. Zudem führte "das Priestertum aller Gläubigen" zu einer Gleichwertigkeit der Berufe: Ein Schreiner war wie ein Priester (die nun bei Lutheraner und Reformierter Pfarrer hiessen) angesehen.
Dazu Luther (Seite 398 zitiert):
"Es gibt drei Stände: Ehe, Keuschheit und Wissenschaft. Alle sind gut. Keiner soll verachtet werden. Die Jungfrau soll nicht höher geachtet werden als die Witwe noch die Witwe höher als die Ehefrau - so wie man den Schneider auch nicht höher achtet als den Metzger.
Es gibt keinen Stand, den der Teufel mehr anficht als die Ehe. Die Geistlichkeit will keine Mühe mit Arbeit und Sorgen haben. Sie fürchten sich vor einem nörgelnden Weib, vor ungehorsamen Kindern, schwierigen Verwandten oder dass das Schwein oder die Kuh sterben könnte. Sie wollen im Bett liegen, bis die Sonne durchs Fenster scheint. Unsere Vorfahren wussten darum und sagten: 'Liebes Kind, werde Nonne und Priester, und gehab dich wohl.' Ich habe gehört, wie Eheleute zu den Mönchen sagten: 'Du hast es gut, aber wenn wir aufstehen, dann wissen wir nicht, wo wir Brot herbekommen sollen.'
"Die Ehe ist ein schweres Kreuz, weil so viele Ehepaare streiten. Es ist Gottes Gnade, wenn wir uns einig sind. Der HEilige Geist erklärt, dass es drei Wunder gibt: wenn Brüder sich einig sind, wenn die Nachbarn sich lieben, und wenn eine Mann und eine Frau sich eins sind. Wenn ich solch ein Paar sehe, dann freue ich mich so sehr, als würde ich einen Rosengarten sehen. Es ist selten." (398 - 399: Luther in einer Predigt vom 10.1.1529).
"Die Ehe bringt bei Mann und Frau auch unschöne Seiten ans Tageslicht." (Seite 399) Darum ist es auch eine Charakterschule, wenn man zusammenbleibt und damit umzugehen lernt. Das dienst letztendlich dem Mann und der Frau, den Kindern und der ganzen Gesellschaft. Sogar die Wirtschaft wird durch das gefördert.
Ist es in Amerika heute noch so? Ist es bei uns noch so? Welche Werte haben wir?
Karl Marx beschrieb die Religion als Opium (Seite 410) NIetzsche widersprach Marx, wenn er meinte, dass die Machtlosen die Mächtigen mit der jüdisch-christlichen Einstellung in Ketten legen können, indem sie Schuldgefühle einredeten. (Seite 411)
Das übernahmen natürlich die Nationalsozialisten. Und auch heute reden wir gerne vom Stärkeren, der sich durchsetzen soll. Mangalwadi schreibt dann auch:
"Inzwischen sind Organisationen wie das Rote Kreuz zu säkularen Einrichtungen geworden, und wirtsschaftliche Interessen beherrschen zunehmend den Dienst am Nächsten, wie man in der Krankenpflege sieht. Und an der Spitze der Tierschutzverbände stehen die Esoterik-Anhänger." (Seite 412)
Warum lassen wir fahren, was uns stark gemacht hat? Warum wählen wir Nietsche anstelle die Bibel? Unkenntnis und mangelnde gesunde Lehre? Sind wir Christen dafür verantwortlich? Wir uns Christus einmal fragen, warum hast Du Deine Gaben nicht eingesetzt? Wo sind die Theologen, die wie Mangalwadi sich zur Ehre Gottes einsetzen und den Menschen Würde und Verantwortung zusprechen?Wo sind die Hirten, die sich dafür beschmipfen lassen, dass sie den Menschen helfen wollen? Das britische Empire durfte im 18. Jahrundert durch George Whitefield, John Wesley, Charles Wesley, Jonathan Edwards (in Amerika der erste Philosoph), John Newton, Wilberforce usw. dies erleben. Durch all ihre Fehler schenkte es Gott, dass er die Seelen vieler Menschen heilte und die Gesellschaft gerechter wurde. In der Folge wurden Sklaven befreit. Es wurden bessere Arbeitsbedingungen geschaffen. Schulen gegründet. Rechtssicherheit erhöht und die Wirtschaft konnte sich besser entwickeln. Gefängnisreformen und vieles mehr. Es wurden Seelen für die Ewigkeit gerettet. Es wurden der CVJM, das rote Kreuz gegründet usw.NOch früher wurden Universitäten gegründet. Die Naturwissenschaften, die Medizin zum Nutzen aller eingesetzt.
Lieber Heiland schenke dies doch noch einmal. Damit wir weise werden. Damit wir ein ruhiges Lebe nhier auf dieser gefallenen Welt leben können. Damit wir Vergebung erfahren. Damit Versöhnung geschehen kann. Damit Heilung für die geschundenen Menschen möglich wird. Damit wir in Christus glücklich werden - bis in alle Ewigkeit. Gott segne uns so! Amen.
Freitag, 10. April 2015
Thomas Watson Ultimus Puritanorum?
Ich habe gerade ein Buch in der Hand von Thomas Watson (1). Am 30.5.1875 nannte C.H. Spurgeon ihn den "Ulitmus Puritanorum", den letzten Puritaner. Ich bin erstaunt, wie fundiert und zugleich schön er schreibt. Hier einige wenige Kostproben (2) zum Thema Schöpfung:
"Die Welt wurde in der Zeit geschaffen und kann nicht von Ewigkeit her sein, wie es Aristoteles dachte." (Heute muss selbst die Evolutions-Theorie mit dem "Urknall" dies bestätigen.) "Die Welt muss einen Schöpfer haben und konnte sich nicht aus sich selbst heraus erschaffen. Wenn jemand in ein weit entferntes Land ginge und dort stattliche Gebäude sehen würde, dann käme er niemals auf den Gedanken, dass sie sich selbst erbaut hätten. Er würde aber denken, das es einige Baumeister geben muss, ..." (Seite 215-216)
"Gott hatte diesen grossen Klumpen und diese Masse - zuerst rudis indigestque moles -roh und als ungeordnete Masse geschaffen -, und dann schmückte er ihn mit Schönheit....
... Der Mensch ist das Meisterstück der Schöpfung. Er ist ein Mikrokosmos - eine kleine Welt für sich. .... Künstler nehmen es gewöhnlich mehr als genau, wenn sie das Meisterstück beschäftigt sind." (Seite 217)
"Aber warum hat Gott die Welt geschaffen?
1. Im negativen Sinne: nicht für sich selbst. Denn er hatte es nicht nötig, weil er unendlich ist." (Ich würde auch noch erwähnen, dass Gott in seiner Dreieinigkeit eine ständige wertschätzende Liebe erfährt. Watson weiss noch anderes zu erwähnen u.a.:
"Als Platon gesehen hatte, dass die ganze Welt noch nicht einmal eine Fliege erschaffen kann, war er von der Existenz einer Gottheit überzeugt." (Seite 219) (Louis Pasteur hat den ersten Teil dieser Aussage bestätigt, als er im 19. Jahrhundert die alte Frage klärte, ob es eine spontane Entstehung von Mikroben (generatio spontanea) geben könne oder nicht. Er hat damit einen Preis der französischen Akademie der Wissenschaft erhalten. Darum pasteurisieren wir auch... (pasteur-isieren = von Louis Pasteur). Jedes mal, wenn wir eine Past-Milch trinken, können wir daran denken...
Auf Seite 221 geht er dann auch noch kurz auf die Sünde ein. "Die Sünde hat die Schönheit der Welt sehr verdunkelt, ihre Süsse durchsäuert und ihre Harmonie getrübt. (Getrübt heisst nicht, dass gar nichts mehr da ist. Das gute und klare Wasser wurde getrübt.) Wie bitter ist diese Galle. Ein Tropfen davon kann einen ganzen Ozean bitter machen. Die Sünde hat Eitelkeit und Plagen in die Welt gebracht - ja, einen Fluch. Gott hat die Erde um des Menschen willen verflucht (1. Mose 3). Aus diesem Fluch sind verschiedene Früchte hervorgegangen.
'Mit Mühe sollst du dich davon nähren dein Leben lang' (Vers 17). Unter Mühe müssen wir alle Schwierigkeiten und Sorgen des Lebens verstehen. 'Im Schweisse deines Angesichts ..." und so fährt er einige Sätze weiter, um dann doch wieder positives aufzuzeigen. (Seite 221)
Ab Seite 222 beschreibt er so schöne Gedanken, dass ich sie hier wiedergeben möchte:
"Hat Gott diese herrliche Welt geschaffen? Hat er alles gut erschaffen? War da in der Schöpfung so viel Schönheit und Lieblichkeit? Oh, was für eine Lieblichkeit ist dann in Gott? Quicquid efficit tale, illud est magis tale - die Ursache ist immer edler als ihrer Auswirkungen. Denken wir einmal selbst darüber nach: Gibt es so viel Vortrefflichkeit in Häusern und Ländereien? Wie viel mehr Vortrefflichkeit ist dann bei Gott, der sie gemacht hat! Ist in einer Rose Schönheit? Was für eine Schönheit ist dann erst in Christus, der Rose von Scharon! Bringt Oel das Gesicht zum Glänzen? Wie wird es dann das Licht von Gottes Angesicht zum Glänzen bringen!
Macht der Wein das Herz fröhlich (Ps 104,15)? Oh, welch eine Kraft muss dann erst im wahren Wein sein! Wie erfreut dann erst das Blut von dieser Weintraube das Herz! (3.a)
Ist eine Frucht aus dem Garten süss? Wie muss dann erst die Frucht des Geistes sein! Ist eine Goldmine kostbar? Wie reich muss dann derjenige sein, der diese Mine gefunden hat! Wer ist dann Christus, in dem alle Schätze verborgen liegen (Kol 2,3)? Wir müssen stets vom Geschöpf zum Schöpfer aufsteigen. Wenn hier auf Erden schon gute Dinge sind, wie viel mehr muss dann bei Gott sein, der alle diese Dinge erschaffen hat! Wie unvernünftig ist es, dass wir uns an der Welt erfreuen, und nicht viel mehr an ihm, der sie erschaffen hat! Wie müssten wir unsere Herzen auf Gott ausrichten, und wie müssten wir danach verlangen, bei Gott zu sein, bei dem unendlich mehr Lieblichkeit ist als bei irgendeinem Geschöpf!" (Seite 22-223)
"zweite Anwendung
Zur Ermahnung:
1. Hat Gott die Welt erschaffen? dann lasst uns die Werke der Schöpfung mit Weisheit beachten. Gott hat uns nicht nur das Buch der Schrift gegeben, um es zu lesen, sondern auch das Buch der Schöpfung. Schauen wir hinauf zum Himmel, denn er zeigt viel von Gottes Herrlichkeit. Die Sonne vergoldet die Welt mit ihren hellen Strahlen. Betrachten wir die Sterne, wie sie sich in ihrer festgelegten Umlaufbahn bewegen. Betrachten wir ihre Grösse, ihr Licht und ihre Anziehungskraft.
Wir sehen Gottes Herrlichkeit im Glühen der Sonne und im Funkeln der Sterne. Schauen wir das Meer an und betrachten wir die Wunder Gottes in der Tiefe (Ps 107,24).
Schauen wir in die Luft, wo die Vögel ihr Zwitschern hören lassen und zum Lob ihres Schöpfers singen. (3)
Schauen wir die Erde an, wo wir die Zusammensetzung der Mineralien bewundern können, die Anziehungskraft der Magneten und die Heilkraft der Kräuter.
Schauen wir die Erdoberfläche an, die wie eine Braut mit Blumen geschmückt ist. Das sind alles die herrlichen Auswirkungen von Gottes Macht. Gott hat die Schöpfung wie ein seltenes Stickwerk gemacht, damit wir seine Weisheit und Güte wahrnehmen und ihm das Lob geben, das ihm zusteht.
'HERR, wie sind diene Werke so viele! Du hast sie alle in Weisheit gemacht' (S 104,24)." (Seite 223)
"2. Hat Gott alle Dinge erschaffen? Dann lasst uns unserem Schöpfer gehorsam sein. Wir sind jure creationis - rechtsmässig seine Geschöpfe - und verdanken es ihm, dass wir sind. Wenn jemand für unseren Lebensunterhalt sorgt, denken wir, dass wir in seiner Schuld stehen. Um wie viel mehr stehen wir in Gottes Schuld und sollten dem dienen, der uns das Leben gab. 'Denn 'in ihm leben, weben und sind wir' ' (Apg 17,28).
Gott hat alles so gemacht, damit es dem Menschen dient: das Getreide zur Nahrung, die Tiere zur Hilfe und die Vögel zur Musik, damit der Mensch Gott diene. Alles, was wir haben, kommt von Gott. Lasst uns unserem Schöpfer die Ehre geben und für ihn leben ,weil er uns gemacht hat.
... lasst den Hochmut dahinfahren......
... Dass wir wunderbar gemacht sind, mag uns dankbar machen; aber dass wir aus Staub gemacht sind, sollte uns in Demut halten....
(Seite 223-224) (4)
Anhang
(1) Laut Wickipedia (in Englisch) lebte Thomas Watson von 1620 - 1686 als Puritaner in England und war stark presbyterianisch, also reformiert, geprägt. Er hat an der Emmanuel College in Cambridge studiert und viel damals schon mit seinen intensiven Studien auf.
Einige seiner Schriften sind heute noch weit verbreitet. (
Ich vermute seine Bücher sind vorallem in englischer Sprache verbreitet. Das mir vorliegende Buch in Deutsch hat eine interessante Geschichte: Mehrere Pfarrer und Gemeindeglieder aus reformierten Kirchen der Niederlande haben sich zusammen getan und eine Stiftung gegründet, die "Stichting Vrienden van Heidleberg en Dordrecht. Dieser holländische Name versteht man, auch wenn man wie ich kein Holländisch versteht. Sie haben festgestellt, dass viele grundlegende Schriften der "Nadere Reformatie" und des Puritanismus nur in Englisch und in niederländischsprachigen Fassungen gibt. Daher haben sie - u.a. - dieses Buch ins Deutsche übersetzt und herausgegeben.
Sie schreiben über dieses Buch:
"Dieses ist der erste Band in der Trilogie von Thomas Watson (ca. 1620-1686), der einer der bekanntesten Prediger in London während der Aera der Puritaner war. Seine Schriften zeichnen sich durch Klarheit, Dynamik und geistlichen Reichtum aus. Dies zeigt sich insbesondere in dieser hervorragenden hilfreichen Auslegung des Kleinen Westminster Katechismus. Sie beinhaltet eine ausgezeichnete Anleitung zur chrisltlicher Lehre und deren Anwendung. Gleichzeitig ist es eine wunderbare Einführung in die puritanische Literatur."
Dazu noch ein Zitat von Herrn Watson:
"Wenn du nicht in der Glaubenslehre gegründet bist, dann wirst du niemals im Glauben wachsen können."
(2) Die Kostproben stammen aus dem Buch "Darlegung der christlichen Lehre und ihre Anwendung", Predigten über den Kleinen Westminster Katechismus. Erstaunlich wie frisch seine Schriften daherkommen. Ich bin positiv überrascht.
In Klammern habe ich (s. oben) die Seitenzahlen der Zitate vermerkt. Sind Bemerkungen in Klammern, dann sind das meine.
(3) Was für ein wissenschaftliches Denken! Die Schöpfung als Gottes Lobpreis zu erforschen und ihr Namen zu geben, wie es Gott einst Adam geboten hatte! Da ist der Vogelgesang Lob Gottes und nicht nur ein Kampf ums überleben der Vögel. - Wie tat es mir auf einem Ausflug weh, als ein Vogelkenner den Vogelgesang zu einem Kampf des Ueberlebens des Fitteren degradieren wollte.
Schon weiter oben fragt Watson nach der Schönheit der Rose. Es geht immer um mehr als nur Wissen oder Wissenschaft. Es geht auch um Schönheit und Sinn des Lebens. Hier beschreibt Watson die Schönheit der Schöpfung. Dafür sollen wir Gott danken. Und mit diesem Sinn sollen wir Wissenschaft betreiben. Das verschaffte der Wissenschaft im Westen zum explosionsartigen Durchbruch. Das brachte uns Menschen weiter: Weil wir damit Gott lobten und unseren Wissenszuwachs zum Dienst für Menschen gebrauchen konnten, was Gott wiederum lobte. - Natürlich leben wir in einer gefallenen Welt. Und auch das macht sich bei allem immer wieder bemerkbar. Aber dies ist "nur" eine Perversion des Guten. Der Grund selber ist nicht böse, sondern gut und schön. Das Böse ist immer nur die Perversion des Guten.
Naturwissenschaft kann auf sich selber gestellt logischerweise keinen Sinn schaffen. Dafür braucht es Metaphysik. Atheisten / Materialisten neigen daher dazu, aus der Naturwissenschaft eine Metaphysik zu machen. Damit überschreiten sie aber die Grenze der Naturwissenschaften und betreiben Metaphysik. Der Sinn, die Schönheit und noch vieles mehr, gibt uns Gott. Und dieser Gott hat durch die Bibel zu uns gesprochen. Daher wäre es weise, die Bibel zu lesen. Logischerweise versteht man die Bibel nicht immer einfach. Aber dies ist immer so, wenn wir uns an ein Buch heranwagen, von dem wir etwas lernen können. Bitten wir Gott darum, dass er durch die Bibel zu uns sprechen kann. Gott erhört gerne solche Gebete.
(3a) Ich staune über die Lebensfreude dieses Puritaners. Vielleicht sind gewisse Urteile über die Puritaner nicht immer zutreffend... Auf der anderen Seite sind Christen ja auch Sünder und gewisse Kritiken daher auch angemessen. Zum Thema Alkohol: Leider kann gerade auch der Alkohol (wie alle guten Gaben von Gott) missbraucht werden. Auf jeden Fall ist der Wein in seiner gesunden, von Gott gewollten Funktion, ein Geschenk Gottes. Dies musste ich, als ich Christ wurde, ebenfalls lernen, als ich mit erstaunen feststellte, dass einige Christen Wein trinken. Jesus selber hat Wasser in Wein verwandelt... Allerdings gibt es ja auch solche, die bewusst darauf verzichten, Wein zu trinken, damit sie für andere keine Versuchung sind. Jesus selber macht darauf aufmerksam, dass Johannes der Täufer nichts trank. Aber es gab damals Menschen, denen gefiel Johannes gar nicht, weil er so bescheiden lebte. Die gleichen haben dann Jesus angeklagt, weil er feiern konnte. Aehnlich wie später Luther klagte man Jesus an, dass er ein Säufer sei. Jesus erklärt im NT, warum wir so ungerecht richten. Wir verurteilen sogar den einzig wirklich guten Menschen: Jesus Christus.
Hier die Bibelstelle in Matthäus 11,18 und 19:
"Denn Johannes ist gekommen, der ass nicht und trank nicht; da sagen sie: Er hat einen Dämon.
Der Sohn des Menschen (= Jesus Christus) ist gekommen, der ist und trinkt; da sagen sie: Wie ist der Mensch ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! Und doch ist die Weisheit gerechtfertigt worden von ihren Kindern."
(4) Auf Seite 224 geht er auch nochmals auf unsere Sünde ein:
"Hat Gott unsere Seele nach seinem Bild geschaffen, das wir verloren haben? Dann lasst uns nicht eher ruhen, bis Gottes Bild bei uns wieder hergestellt ist. Wir tragen nun das Bild des Teufels an uns, das aus Hochmut, Bosheit und Feindschaft besteht. Lasst uns doch nach dem Bild Gottes erneuert werden, das in Erkenntnis und Gerechtigkeit besteht (Kol 3,10; Eph 4,24). Die Gnade ist unsere grösste Schönheit; sie macht uns Gott und den Engeln ähnlich. Was die Sonne für die Welt ist, das ist Heiligkeit für die Seele. Lasst uns zu Gott gehen, damit er sein Ebenbild wieder in uns herstellt. Herr, du hast mich einst erschaffen, mache mich wieder neu. Die Sünde hat dein Bild in mir verdorben. Oh, zeichne es wieder neu mit dem Stift des Heiligen Geistes."
Gebet:
Ja Herr, zeichne Du wieder deutlich unsere Gottesebenbildlichkeit. Du siehst, was uns entstellt hat. Heile Du. Wir können es nicht. Beschenke uns. Deine Gnade ist ein reines Geschenk. Wirke Du, dass wir auf diesem Pilgerweg hier in Deine Ewigkeit wandern. Geleitet, bewahrt, gereinigt und geführt von Dir. Wenn wir fallen, stehen wir im Vertrauen zu Dir wieder auf. In Dir ist alles gut, Jesus Christus, weil Du alles für uns getan hast!
Mache aus unserem Herz aus Stein ein Herz aus Fleisch und Blut. Das wir Deine Barmherzigkeit immer besser verstehen und ihr uns anvertrauen können. Dann werden wir automatisch von Dir barmherziger gemacht. Danke, lieber Heiland.
Amen.
"Die Welt wurde in der Zeit geschaffen und kann nicht von Ewigkeit her sein, wie es Aristoteles dachte." (Heute muss selbst die Evolutions-Theorie mit dem "Urknall" dies bestätigen.) "Die Welt muss einen Schöpfer haben und konnte sich nicht aus sich selbst heraus erschaffen. Wenn jemand in ein weit entferntes Land ginge und dort stattliche Gebäude sehen würde, dann käme er niemals auf den Gedanken, dass sie sich selbst erbaut hätten. Er würde aber denken, das es einige Baumeister geben muss, ..." (Seite 215-216)
"Gott hatte diesen grossen Klumpen und diese Masse - zuerst rudis indigestque moles -roh und als ungeordnete Masse geschaffen -, und dann schmückte er ihn mit Schönheit....
... Der Mensch ist das Meisterstück der Schöpfung. Er ist ein Mikrokosmos - eine kleine Welt für sich. .... Künstler nehmen es gewöhnlich mehr als genau, wenn sie das Meisterstück beschäftigt sind." (Seite 217)
"Aber warum hat Gott die Welt geschaffen?
1. Im negativen Sinne: nicht für sich selbst. Denn er hatte es nicht nötig, weil er unendlich ist." (Ich würde auch noch erwähnen, dass Gott in seiner Dreieinigkeit eine ständige wertschätzende Liebe erfährt. Watson weiss noch anderes zu erwähnen u.a.:
"Als Platon gesehen hatte, dass die ganze Welt noch nicht einmal eine Fliege erschaffen kann, war er von der Existenz einer Gottheit überzeugt." (Seite 219) (Louis Pasteur hat den ersten Teil dieser Aussage bestätigt, als er im 19. Jahrhundert die alte Frage klärte, ob es eine spontane Entstehung von Mikroben (generatio spontanea) geben könne oder nicht. Er hat damit einen Preis der französischen Akademie der Wissenschaft erhalten. Darum pasteurisieren wir auch... (pasteur-isieren = von Louis Pasteur). Jedes mal, wenn wir eine Past-Milch trinken, können wir daran denken...
Auf Seite 221 geht er dann auch noch kurz auf die Sünde ein. "Die Sünde hat die Schönheit der Welt sehr verdunkelt, ihre Süsse durchsäuert und ihre Harmonie getrübt. (Getrübt heisst nicht, dass gar nichts mehr da ist. Das gute und klare Wasser wurde getrübt.) Wie bitter ist diese Galle. Ein Tropfen davon kann einen ganzen Ozean bitter machen. Die Sünde hat Eitelkeit und Plagen in die Welt gebracht - ja, einen Fluch. Gott hat die Erde um des Menschen willen verflucht (1. Mose 3). Aus diesem Fluch sind verschiedene Früchte hervorgegangen.
'Mit Mühe sollst du dich davon nähren dein Leben lang' (Vers 17). Unter Mühe müssen wir alle Schwierigkeiten und Sorgen des Lebens verstehen. 'Im Schweisse deines Angesichts ..." und so fährt er einige Sätze weiter, um dann doch wieder positives aufzuzeigen. (Seite 221)
Ab Seite 222 beschreibt er so schöne Gedanken, dass ich sie hier wiedergeben möchte:
"Hat Gott diese herrliche Welt geschaffen? Hat er alles gut erschaffen? War da in der Schöpfung so viel Schönheit und Lieblichkeit? Oh, was für eine Lieblichkeit ist dann in Gott? Quicquid efficit tale, illud est magis tale - die Ursache ist immer edler als ihrer Auswirkungen. Denken wir einmal selbst darüber nach: Gibt es so viel Vortrefflichkeit in Häusern und Ländereien? Wie viel mehr Vortrefflichkeit ist dann bei Gott, der sie gemacht hat! Ist in einer Rose Schönheit? Was für eine Schönheit ist dann erst in Christus, der Rose von Scharon! Bringt Oel das Gesicht zum Glänzen? Wie wird es dann das Licht von Gottes Angesicht zum Glänzen bringen!
Macht der Wein das Herz fröhlich (Ps 104,15)? Oh, welch eine Kraft muss dann erst im wahren Wein sein! Wie erfreut dann erst das Blut von dieser Weintraube das Herz! (3.a)
Ist eine Frucht aus dem Garten süss? Wie muss dann erst die Frucht des Geistes sein! Ist eine Goldmine kostbar? Wie reich muss dann derjenige sein, der diese Mine gefunden hat! Wer ist dann Christus, in dem alle Schätze verborgen liegen (Kol 2,3)? Wir müssen stets vom Geschöpf zum Schöpfer aufsteigen. Wenn hier auf Erden schon gute Dinge sind, wie viel mehr muss dann bei Gott sein, der alle diese Dinge erschaffen hat! Wie unvernünftig ist es, dass wir uns an der Welt erfreuen, und nicht viel mehr an ihm, der sie erschaffen hat! Wie müssten wir unsere Herzen auf Gott ausrichten, und wie müssten wir danach verlangen, bei Gott zu sein, bei dem unendlich mehr Lieblichkeit ist als bei irgendeinem Geschöpf!" (Seite 22-223)
"zweite Anwendung
Zur Ermahnung:
1. Hat Gott die Welt erschaffen? dann lasst uns die Werke der Schöpfung mit Weisheit beachten. Gott hat uns nicht nur das Buch der Schrift gegeben, um es zu lesen, sondern auch das Buch der Schöpfung. Schauen wir hinauf zum Himmel, denn er zeigt viel von Gottes Herrlichkeit. Die Sonne vergoldet die Welt mit ihren hellen Strahlen. Betrachten wir die Sterne, wie sie sich in ihrer festgelegten Umlaufbahn bewegen. Betrachten wir ihre Grösse, ihr Licht und ihre Anziehungskraft.
Wir sehen Gottes Herrlichkeit im Glühen der Sonne und im Funkeln der Sterne. Schauen wir das Meer an und betrachten wir die Wunder Gottes in der Tiefe (Ps 107,24).
Schauen wir in die Luft, wo die Vögel ihr Zwitschern hören lassen und zum Lob ihres Schöpfers singen. (3)
Schauen wir die Erde an, wo wir die Zusammensetzung der Mineralien bewundern können, die Anziehungskraft der Magneten und die Heilkraft der Kräuter.
Schauen wir die Erdoberfläche an, die wie eine Braut mit Blumen geschmückt ist. Das sind alles die herrlichen Auswirkungen von Gottes Macht. Gott hat die Schöpfung wie ein seltenes Stickwerk gemacht, damit wir seine Weisheit und Güte wahrnehmen und ihm das Lob geben, das ihm zusteht.
'HERR, wie sind diene Werke so viele! Du hast sie alle in Weisheit gemacht' (S 104,24)." (Seite 223)
"2. Hat Gott alle Dinge erschaffen? Dann lasst uns unserem Schöpfer gehorsam sein. Wir sind jure creationis - rechtsmässig seine Geschöpfe - und verdanken es ihm, dass wir sind. Wenn jemand für unseren Lebensunterhalt sorgt, denken wir, dass wir in seiner Schuld stehen. Um wie viel mehr stehen wir in Gottes Schuld und sollten dem dienen, der uns das Leben gab. 'Denn 'in ihm leben, weben und sind wir' ' (Apg 17,28).
Gott hat alles so gemacht, damit es dem Menschen dient: das Getreide zur Nahrung, die Tiere zur Hilfe und die Vögel zur Musik, damit der Mensch Gott diene. Alles, was wir haben, kommt von Gott. Lasst uns unserem Schöpfer die Ehre geben und für ihn leben ,weil er uns gemacht hat.
... lasst den Hochmut dahinfahren......
... Dass wir wunderbar gemacht sind, mag uns dankbar machen; aber dass wir aus Staub gemacht sind, sollte uns in Demut halten....
(Seite 223-224) (4)
Anhang
(1) Laut Wickipedia (in Englisch) lebte Thomas Watson von 1620 - 1686 als Puritaner in England und war stark presbyterianisch, also reformiert, geprägt. Er hat an der Emmanuel College in Cambridge studiert und viel damals schon mit seinen intensiven Studien auf.
Einige seiner Schriften sind heute noch weit verbreitet. (
Ich vermute seine Bücher sind vorallem in englischer Sprache verbreitet. Das mir vorliegende Buch in Deutsch hat eine interessante Geschichte: Mehrere Pfarrer und Gemeindeglieder aus reformierten Kirchen der Niederlande haben sich zusammen getan und eine Stiftung gegründet, die "Stichting Vrienden van Heidleberg en Dordrecht. Dieser holländische Name versteht man, auch wenn man wie ich kein Holländisch versteht. Sie haben festgestellt, dass viele grundlegende Schriften der "Nadere Reformatie" und des Puritanismus nur in Englisch und in niederländischsprachigen Fassungen gibt. Daher haben sie - u.a. - dieses Buch ins Deutsche übersetzt und herausgegeben.
Sie schreiben über dieses Buch:
"Dieses ist der erste Band in der Trilogie von Thomas Watson (ca. 1620-1686), der einer der bekanntesten Prediger in London während der Aera der Puritaner war. Seine Schriften zeichnen sich durch Klarheit, Dynamik und geistlichen Reichtum aus. Dies zeigt sich insbesondere in dieser hervorragenden hilfreichen Auslegung des Kleinen Westminster Katechismus. Sie beinhaltet eine ausgezeichnete Anleitung zur chrisltlicher Lehre und deren Anwendung. Gleichzeitig ist es eine wunderbare Einführung in die puritanische Literatur."
Dazu noch ein Zitat von Herrn Watson:
"Wenn du nicht in der Glaubenslehre gegründet bist, dann wirst du niemals im Glauben wachsen können."
(2) Die Kostproben stammen aus dem Buch "Darlegung der christlichen Lehre und ihre Anwendung", Predigten über den Kleinen Westminster Katechismus. Erstaunlich wie frisch seine Schriften daherkommen. Ich bin positiv überrascht.
In Klammern habe ich (s. oben) die Seitenzahlen der Zitate vermerkt. Sind Bemerkungen in Klammern, dann sind das meine.
(3) Was für ein wissenschaftliches Denken! Die Schöpfung als Gottes Lobpreis zu erforschen und ihr Namen zu geben, wie es Gott einst Adam geboten hatte! Da ist der Vogelgesang Lob Gottes und nicht nur ein Kampf ums überleben der Vögel. - Wie tat es mir auf einem Ausflug weh, als ein Vogelkenner den Vogelgesang zu einem Kampf des Ueberlebens des Fitteren degradieren wollte.
Schon weiter oben fragt Watson nach der Schönheit der Rose. Es geht immer um mehr als nur Wissen oder Wissenschaft. Es geht auch um Schönheit und Sinn des Lebens. Hier beschreibt Watson die Schönheit der Schöpfung. Dafür sollen wir Gott danken. Und mit diesem Sinn sollen wir Wissenschaft betreiben. Das verschaffte der Wissenschaft im Westen zum explosionsartigen Durchbruch. Das brachte uns Menschen weiter: Weil wir damit Gott lobten und unseren Wissenszuwachs zum Dienst für Menschen gebrauchen konnten, was Gott wiederum lobte. - Natürlich leben wir in einer gefallenen Welt. Und auch das macht sich bei allem immer wieder bemerkbar. Aber dies ist "nur" eine Perversion des Guten. Der Grund selber ist nicht böse, sondern gut und schön. Das Böse ist immer nur die Perversion des Guten.
Naturwissenschaft kann auf sich selber gestellt logischerweise keinen Sinn schaffen. Dafür braucht es Metaphysik. Atheisten / Materialisten neigen daher dazu, aus der Naturwissenschaft eine Metaphysik zu machen. Damit überschreiten sie aber die Grenze der Naturwissenschaften und betreiben Metaphysik. Der Sinn, die Schönheit und noch vieles mehr, gibt uns Gott. Und dieser Gott hat durch die Bibel zu uns gesprochen. Daher wäre es weise, die Bibel zu lesen. Logischerweise versteht man die Bibel nicht immer einfach. Aber dies ist immer so, wenn wir uns an ein Buch heranwagen, von dem wir etwas lernen können. Bitten wir Gott darum, dass er durch die Bibel zu uns sprechen kann. Gott erhört gerne solche Gebete.
(3a) Ich staune über die Lebensfreude dieses Puritaners. Vielleicht sind gewisse Urteile über die Puritaner nicht immer zutreffend... Auf der anderen Seite sind Christen ja auch Sünder und gewisse Kritiken daher auch angemessen. Zum Thema Alkohol: Leider kann gerade auch der Alkohol (wie alle guten Gaben von Gott) missbraucht werden. Auf jeden Fall ist der Wein in seiner gesunden, von Gott gewollten Funktion, ein Geschenk Gottes. Dies musste ich, als ich Christ wurde, ebenfalls lernen, als ich mit erstaunen feststellte, dass einige Christen Wein trinken. Jesus selber hat Wasser in Wein verwandelt... Allerdings gibt es ja auch solche, die bewusst darauf verzichten, Wein zu trinken, damit sie für andere keine Versuchung sind. Jesus selber macht darauf aufmerksam, dass Johannes der Täufer nichts trank. Aber es gab damals Menschen, denen gefiel Johannes gar nicht, weil er so bescheiden lebte. Die gleichen haben dann Jesus angeklagt, weil er feiern konnte. Aehnlich wie später Luther klagte man Jesus an, dass er ein Säufer sei. Jesus erklärt im NT, warum wir so ungerecht richten. Wir verurteilen sogar den einzig wirklich guten Menschen: Jesus Christus.
Hier die Bibelstelle in Matthäus 11,18 und 19:
"Denn Johannes ist gekommen, der ass nicht und trank nicht; da sagen sie: Er hat einen Dämon.
Der Sohn des Menschen (= Jesus Christus) ist gekommen, der ist und trinkt; da sagen sie: Wie ist der Mensch ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! Und doch ist die Weisheit gerechtfertigt worden von ihren Kindern."
(4) Auf Seite 224 geht er auch nochmals auf unsere Sünde ein:
"Hat Gott unsere Seele nach seinem Bild geschaffen, das wir verloren haben? Dann lasst uns nicht eher ruhen, bis Gottes Bild bei uns wieder hergestellt ist. Wir tragen nun das Bild des Teufels an uns, das aus Hochmut, Bosheit und Feindschaft besteht. Lasst uns doch nach dem Bild Gottes erneuert werden, das in Erkenntnis und Gerechtigkeit besteht (Kol 3,10; Eph 4,24). Die Gnade ist unsere grösste Schönheit; sie macht uns Gott und den Engeln ähnlich. Was die Sonne für die Welt ist, das ist Heiligkeit für die Seele. Lasst uns zu Gott gehen, damit er sein Ebenbild wieder in uns herstellt. Herr, du hast mich einst erschaffen, mache mich wieder neu. Die Sünde hat dein Bild in mir verdorben. Oh, zeichne es wieder neu mit dem Stift des Heiligen Geistes."
Gebet:
Ja Herr, zeichne Du wieder deutlich unsere Gottesebenbildlichkeit. Du siehst, was uns entstellt hat. Heile Du. Wir können es nicht. Beschenke uns. Deine Gnade ist ein reines Geschenk. Wirke Du, dass wir auf diesem Pilgerweg hier in Deine Ewigkeit wandern. Geleitet, bewahrt, gereinigt und geführt von Dir. Wenn wir fallen, stehen wir im Vertrauen zu Dir wieder auf. In Dir ist alles gut, Jesus Christus, weil Du alles für uns getan hast!
Mache aus unserem Herz aus Stein ein Herz aus Fleisch und Blut. Das wir Deine Barmherzigkeit immer besser verstehen und ihr uns anvertrauen können. Dann werden wir automatisch von Dir barmherziger gemacht. Danke, lieber Heiland.
Amen.
Montag, 6. April 2015
China sowie der neue Atheismus und das Christentum
China sowie der neue Atheismus und das Christentum
In der NZZ am Sonntag vom 5.4.2015 wurde ab Seite 14 in der
Beilage „Gesellschaft“, wie auch schon auf der Titelseite, unter dem Titel „Chinas
Religionskrieg“ über brutale Uebergriffe gegenüber christliche Kirchen
berichtet.
„Es wird kommen wie im alten Rom. Je mehr Druck, desto
schneller wird sich das Christentum in China ausbreiten“, sagt ein Pfarrer
dazu. In China geschieht etwas, was wir hier in Europa uns kaum mehr vorstellen
können: Ein Christentum das schnell wächst – und trotz Repressalien wegen ihrer
(über-)menschlichen Wärme und Zuverlässig geachtet wird. Dieses „vitale“
Christentum in China sticht durch ihre gesunde Frömmigkeit, die aus Lehre,
Gemeinschaft und Diakonie besteht heraus. So geben reichere Christen für ärmere
Menschen – und das nicht nur in China, sondern auch für Bedürftige im Ausland.
Im Bericht wird erwähnt, dass man nicht weiss, ob die geschilderten Repressalien
nur an regionalen Leiern liegen oder ob es von ganz Oben kommt. Auf jedenfall
fordert das extreme Zunahme der Christen den kommunistischen Atheismus heraus.
Schon jetzt sind mehr Chinesen in der Volksrepublik China Christen als es
Mitglieder in der kommunistischen Partei gibt. Interessant ist auch, dass in
einer Stadt, wo es viele Christen gibt, es auch sehr viele Unternehmer gibt, so
dass 95 % der Firmen von Unternehmern und nicht vom Staat geführt werden.
In China sind „subersive“ Stellen der Bibel verboten. So
darf nicht über Daniel berichtet werden, der als hoher, manchmal höchster
Beamter im perserreich Gott mehr gehorchte als seinem König (Calvin legt diese
Stelle interessant aus!). Auch die Offenbarung scheint den chinesischen Staat
und den Atheismus ernsthaft zu verunsichern, daher hat man über die Offenbarung
einen Bann ausgesprochen.
Zudem scheinen Atheisten / Materialisten in China Angst zu
haben, dass der religiöse und soziale Einsatz der Christen sich in politischen
Aktivismus umwandeln könnte. Man weiss was in Polen geschehen ist. Zudem waren
in den letzten Unruhen in Hong Kong (d.h. Demonstrationen für reale Demokratie)
sehr viele Christen dabei und das Wort Gott fiel dabei ebenfalls oft.
Ein Gegenmittel der frei machenden Botschaft der Bibel wäre
natürlich, die grosse Masse dumm zu halten, wie es immer wieder in der
Geschichte geschehen ist. Schon im alten Rom hiess es: Brot und Spiele für das
Volk, während die Mächtigen sich mit dem Wesentlichen beschäftigten. Aber der
Atheismus in China hat wohl noch genügend christlich-jüdische Werte, dass er
das nicht ausüben kann. Und zudem möchten sie eine grosse Nation sein. Dass
kann man aber nur längerfristig mit Bürgern, die gebildet sind, erreichen. Es
bleiben also nur drei Möglichkeiten: Die Ideologie des Atheismus / Materialismus
zu stärken und demagogisch zu agieren oder / und mit Gewalt gegen die Christen
vorzugehen. Es gäbe auch noch eine dritte Möglichkeit: Wenn China wirklich
gross werden will: Ein Ja zu Freiheit und Ordnung, indem man das Christentum
fördert und die positiven Effekte der biblischen Wahrheit für China nutzt. Dazu
müssten die Atheisten über ihren Schatten springen. D.h. sie müssten ihre
Dogmen ablegen. Wenn sie sich gar der Weisheit der Bibel öffnen würden, sehen
sie, dass ein biblischer Nationalismus mit Bescheidenheit und Selbstkritik
gesegnet ist. Und gerade diese Bescheidenheit führt zu einer Förderung der
Gerechtigkeit. Und die Gerechtigkeit erhöht eine Nation, wie es in der Bibel
heisst. – Natürlich wird dies auf dieser gefallenen Welt immer nie wirklich
voll realisiert. Schon vor 500 Jahren sprach Zwingli, der Reformator von
Zürich, davon, dass unsere menschliche Gerechtigkeit nicht mit der göttlichen
Gerechtigkeit vergleichbar ist. Aber danach streben im Bewusstsein unserer
eigenen Bedürftigkeit (d.h. dass uns Gott die schlechten wie guten Werke
vergeben muss), ergibt eine gerechtere Gesellschaft, die Raum hat für Schwache
und dadurch eine sehr starke Gesellschaft wird. In diesem Klima können sie „Starken“
sich frei entfalten. Geschäfte können auf der Basis von Rechtssicherheit
getätigt werden. Man kann sich für die Allgemeinheit einsetzten, weil man
weiss, dass wenn man selber schwach ist, die anderen helfen werden. Eine Frau
wird auch am Abend aus dem Haus gehen können – ohne Angst haben zu müssen, dass
ihr etwas geschehen wird. So wie es einst bei uns in der Schweiz war.
Leider ist China rein quantitativ gross. Dadurch ist die Versuchung
viel grösser, sich auf diese Grösse zu verlassen. Diese Versuchung war in der
Schweiz durch ihre Kleinheit nie gross. Die Regierungen und die Mächtigen
mussten dadurch - normalerweise - viel mehr Rücksicht auf das Volk nehmen.
Heute ist aber eine andere Versuchung gross: Der Materialismus. Unser Reichtum
und die lange Friedenszeit ist eine grosse Versuchung für uns, dass wir glauben
könnten, dies sei selbstverständlich. Ja, es könnte sein, dass wir vergessen,
woher dieser Segen kommt. So wird er eidgenössische Dank- und Gebetstag immer
mehr vernachlässigt. Aktuell wird öffentlich darüber debattiert den “unzeitgemässen“
frommen Text der Nationalhymne abzuschaffen.
Eine Grundlage für diese Unweisheit, bildet sicherlich der
Materialismus. Es ist dabei interessant, wie dieses Wort „Weisheit“ kaum noch
gebraucht wird. „Tor“, der Begriff für das Gegenteil eines Weisens, gibt es
praktisch gar nicht mehr. Soviel sei hier erklärt: Man kann sehr intelligent sein
und trotzdem ein Tor sein. Dies ist eine biblische Weisheit und damit eine
kleine praktische Anwendung des Know-how der Bibel.
Was mich am neuen Atheismus erstaunt, ist, dass er nicht
postmodern ist. Unsere Zeit in der Schweiz und Europa und vielleicht in der
ganzen westlichen Hemisphäre ist geprägt durch ein allmähliches Niederlegen der
jüdisch-christlichen Werte. Gleichzeitig breitet sich der Hedonismus und die
Idee, dass alles relativ sei, aus. Also wir glauben immer weniger, das es
Wahrheit gibt. Allerdings wenn es um unsere Rechte geht, um unser Geld usw.,
dann steigen wir aus diesen postmodernen Gedanken aus und dann wissen wir
wieder was wahr ist. Es ist aber logisch, dass wir diese Diskrepanz im Denken
längerfristig nicht durchalten werden. Mächtige werden bei Gelegenheit ihr „postmoderne“
Ueberzeugungen auch in konkreten Gedanken Taten ausleben (1). Der neue
Atheismus ist also als erstes überhaupt nicht postmodern. Der neue Atheismus
kennt Wahrheit. Das ist positiv. Als Christ kann ich mit ihnen über Wahrheit
diskutieren oder streiten. Mit einem Postmodernen ist dies unmöglich. Ich habe
es selber schon erlebt, wie da die schlimmste Ungerechtigkeit relativiert wird.
Ein Postmoderner kann sich selbstzufrieden über grauenhafte Ungerechtigkeiten
äussern, dass einem die Haare zu Berge stehen. Aber wehe, wenn es dann um ihre
Interessen geht! In ihrem praktischen Leben wissen sie dann sehr wohl, was
nicht relativ sein darf – eben, wenn es um ihr Geld, ihre Gesundheit usw. geht – so denken sie in philosophischen und
weltanschaulichen Gedanken so relativ, dass sie die Existenz von Wahrheit
leugnen. Aber in ihrem praktischen Leben können sie trotzdem ihr Recht
einfordern. Aber wie lange wird das gut gehen? Diese Unlogik wird in die eine
oder andere Richtung aufgelöst werden, früher oder später.
Professor Dr. John Lennox, ein Professor für Mathematik an
der University of Oxford und Fellow Mathematics and Philosophy of Science am
Green Templeten College geht diesen Thema in drei Vorträgen auf der DVD „Der
neue Atheismus“ nach.
Diese Gedanken hat er auch in öffentlichen Debatten mit
Herrn Richard Dawkins (Autor des Gotteswahn’s“) und Herr Christopher Hichens
(Autor von „Der Herr ist kein Hirte“ und in seinem Buch „Hat die Wissenschaft
Gott begraben?“ dargelegt.
Das Buch habe ich leider bis heute nicht gelesen. Es liegt
bereit – neben vielen weiteren Büchern. Aber die DVD habe ich diese Tage
gesehen – und ich bin tief beeindruckt. Professor Dr. John Lennox ist ein
sympathischer und vernünftiger Denker. Er zeigt die Logik des neuen Atheismus
auf. Auch ihre neuartige Aggressivität, die sich sogar gegen Atheisten äussern
kann, die Verständnis für den Theismus haben. Man merkt, wie Lennox versucht
genau hinzuhören. So kann er erklären, was an ihrer Kritik wahr ist und wo er
ebenfalls in ihre Kritik einstimmen muss oder wo er „Denkfehler“ der neuen
Atheisten feststellt. Dazu gehören falsche Alternativen. Oder, wenn er ihre
Logik auf sie selber anwendet. Oder wenn sie Fakten falsch deuten oder gar
weglassen. Dazu gehört auch die Leugnung der Gräuel von Atheisten. In Polen
lacht man über solche Ideen. Waren sie schon mal in Russland? Kennen die neuen
Atheisten Stalin, Pol Pot, Mao usw.? Oder wie ist es mit dem eben erwähnten NZZ
am Sonntag Bericht über China? (Ich glaube seit dem Sündenfall sind wir alle
gefährdet unsere Sündhaftigkeit auszuleben. Normalerweise nehmen wir uns zusammen.
Aber wehe, wenn uns jemand einen religiösen oder idoelogischen oder
gesellschaftlichen Grund, um unsere Bösartigkeit als gut oder gar als heilig
auszuleben. Dann besteht die Gefahr, dass wir unserem Wesen, d.h. unserer
Sündhaftigkeit gemäss handeln. Jedes Mobbing zeugt davon, nicht nur Stalin und
Hitler.)
Zustimmen kann Lennox den neuen Atheisten, wenn sie von der
Gefahr von Religionen sprechen. Besonders der blinde Glaube ist auch für
Professor Dr. John Lennox gefährlich. Denn dieser kann von Mächtigen missbraucht
werden. (Dass soll nun chinesische und andere Machthabern nicht dazu verleiten,
genau diesen Machtmissbrauch zu tun. Es liegt kein Segen darauf.) Lennox
glaubt, dass dies nicht für einen Glauben gilt, der auf Indizien beruht, wie
der christliche, biblisch begründete Glaube. Oder der Glaube von Herrn Dawkins,
dass seine Frau ihn liebt. (Man beachte den positiven Einfluss der Bibel auf
die verschiedenen Gesellschaften in Europa, Nord- und Südamerika, Australien,
Indien und wie eben in China. Natürlich gibt es auch den Missbrauch der Bibel.
Aber gerade die Bibel selber kritisiert dies am stärksten. Die Bibel ist
religionskritischer als es je ein Karl Marx war. Man lese nur den Anfang des
Buches Jesaja oder die Worte Jesu im neuen Testament.) Interessant ist, dass
Herr Dawkins in diesem Zusammenhang seinen eigenen Glauben nicht erkennen kann.
Herr Lennox versuchte ihm diesen zu erklären, indem er ihn sagte, dass er doch
an die Liebe seiner Frau für ihn glaube. Dies beruht auf Indizien. Und es ist
wahr. (Interessant ist auch Professor Lennox Beschreibung von Beweisen. In der
Mathematik könne man Beweise anführen. In der Naturwissenschaft gibt es „nur“
Indizien. Hier handelt es sich natürlich um eine Definitionsfrage des Begriffes
„Beweis“)
Ueberhaupt ist es interessant, wie Herr Lennox die
verschiedenen Weltanschauungen beschreibt: Materialismus, Theismus und
Pantheismus. Dabei stellt er auch die interessant Frage, welche dieser
Weltanschauungen am besten zur Naturwissenschaft passt. Dazu geht er auch in
die Geschichte: Warum erlebte im 17. und 18. Jahrhundert die Naturwissenschaft
ein derart explosionsartiges Wachstum? Wer der Frage nachgeht, wird eine
Weltsicht finden, die dies ermöglichte: Es war der biblische Glaube an einen
vernünftigen Gesetzgeber. Der in der Bibel Adam aufforderte den Tieren Namen zu
geben. Genau dies macht die Naturwissenschaft: Sie schaut, was es gibt und gibt
Namen. Sie beschreibt, wie es funktioniert. (Sie stellt Thesen auf und schaut,
ob diese Thesen sich bewahrheiten.) Sobald Naturwissenschaftler aber die Frage
des „Warum“ im Sinne von Sinn beantworten wollen, überschreiten sie die Grenze
der Naturwissenschaft und begeben sich auf metaphysisches Gebiet. Lennox
benutzt, so glaube ich, für Metaphysik einen anderen Begriff. Wie auch immer:
Es ist wichtig, dass wir diese zwei Paar Schuhe unterscheiden:
Naturwissenschaft und Metaphysik. Oder anders ausgedrückt: Naturwissenschaft
und Glaube. Dabei ist es wichtig, dass wir den eigenen Glauben erkennen (2).
Für mich persönlich war es sehr interessant Professor Lennox
zu hören, weil ich merkte, dass Gott ein vernünftiger Gott ist. Gott ist die
vernünftigste Person des gesamten Universums, auch wenn ich ihn nicht immer
verstehen kann. Aber wenn ich Gott nicht verstehen kann, dann liegt dies nicht
an der Rationalität Gottes, sondern an mir, der ich nur ein Mensch bin. Als
solcher bin ich nicht allwissend. Auch wenn ich als Gottes Ebenbild geschaffen
bin – und darum denken und fühlen sowie kreativ, d.h. schöpferisch, tätig sein
kann, bin ich nicht Gott. Gott kann dies alles besser. Er muss nur sprechen,
dann ist es. Ich kann Dinge erdenken, die es nicht gibt. Aber wenn ich es ausspreche,
ist es noch lange nicht da. Allerdings kann ich trotzdem viel mit meinem Mund
bewirken: Segnen und Fluchen. Daher sollte man mit seiner schöpferischen
Kreativität verantwortungsvoll umgehen…
Gerade gestern versuchte mir jemand zu erklären, dass der
Glaube irrational sei. Dabei
stützte er sich auf ein Gespräch zwischen einem
Rationalisten (glaube ich) und einem Inder. Dieser Gedanke scheint mir eher der
östlichen Mystik zu entspringen als der Bibel. Daher bin ich mir nicht so
sicher, ob sich auch Soren Kirkegaard (1813 – 1855) irrt, wenn er vom Glauben
als Sprung ins Ungewisse spricht: Sprung in den Glauben. Es mag sich für mich
so anfühlen, dass wenn ich mich auf den lebendigen Gott verlasse, ein Wagnis
eingehe. (Dieses Gefühl kenne ich sehr gut.) Aber die Realität ist das
Gegenteil: Wenn Gott dahinter steht, steht die zuverlässigste Person des
Universums dahinter. Sicherer kann man gar nicht aufgehoben sein.
Schon im Alten Testament steht deutlich, dass Gott nicht den
Tod des Sünders will, sondern dass er von seinen bösen Wegen umkehre und lebe.
Am Ende des Buches Jona, ein alttestamentliches Buch von uns Christen und gleichzeitig
ein Buch der jüdischen Bibel, des Tenach’s, wirft der Prophet Gottes, Jona,
Gott vor, dass er gütig ist:
„Denn ich wusste, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott
bist, langmütig und von grosser Gnade, und lässest dich des Uebels gereuen!“
(Jona 4,2b) Darum sei er vom Auftrag Gottes geflohen. Darum wollte er der heidnischen
Stadt Ninive nicht das Gericht Gottes über sie verkündigen.
Gott antwortet Jona:
„Da sprach der HERR: Ist es recht dass du so zürnst? (Jona
4,4) Jona war sogar auf die Barmherzigkeit Gottes wütend! Wir Gläubige sind
manchmal merkwürdig. Dabei sind wir ebenso wie die Stadt Ninive auf die
Barmherzigkeit Gottes angewiesen! Ninive tat Busse auf Grund der Predigt von
Jona und Gott vergab gerne.
„Und mich sollte der grossen Stadt Ninive nicht jammern, in
welcher mehr denn hundertzwanzigtausend Menschen sind, die ihre rechte Hand
nicht von ihrer linken unterscheiden können; dazu so viel Vieh!“ (Jona 4,5)
Gott ist also nicht nur rational und gerecht, sondern auch
noch barmherzig.
Gebet:
Danke Herr, bist Du gnädig und so lieb. Du bist ein Fels, auf den man sich verlassen kann, wenn alles andere versagt. Du bist gerecht und zuverlässig UND gnädig.
Danke Herr, bist Du gnädig und so lieb. Du bist ein Fels, auf den man sich verlassen kann, wenn alles andere versagt. Du bist gerecht und zuverlässig UND gnädig.
Danke Herr, sind viele chinesische Christen barmherzig und
bezeugen Dich Herr damit. Hilf uns, dass wir auch in Dir und Deiner Gnade bleiben,
damit Du Deine guten Früchte wachsen lassen kannst: Zu Deiner Ehre und zu
unserem Guten!
Amen
Anhang
1 Lennox geht auch auf den Versuch ein, wie die neuen
Atheisten die jüdisch-christlichen Werte des Westen ersetzten möchten, was sie
ja zwangläufig tun müssen. Zur Zeit wird in der Praxis vorallem mit dem
Utilitarismus gearbeitet. Dies bedeutet, der grösste Nutzen für die
grosstmöchliche Anzahl.
Er zeigt den Nutzen und die Gefahren.
Bereits Francis Schaeffer hat auf Seite 111 in seinem Buch „Wie
können wir den leben?“ auf den gut gemeinten Nutzen und den Missbrauch des
Utilitarismus hingewiesen. Interessant ist, dass er den Utilitarismus unter dem
Thema der Schwächen des Protestantismus behandelt. Schaeffer schreibt u.a.:
„Aber wenn Utilitarismus zum Massstab unserer Handlungen
wird – wenn es keinen absoluten Massstab unserer Handlungen gibt, oder wenn der
Standard, den wir in der Bibel finden, nicht furchtlos angewandt wird – dann wird
das Konzept ‚das grösstmögliche Glück für die grösstmögliche Anzahl‘ leicht
manipulierbar.“ Schaeffer weist daraufhin, dass „Jeremy Bentham (1748 – 1832),
dem Vater des Utilitarismus“ aber sehr wohl vorschlug, dass die Regierung
eingreifen sollte, „um arbeitende Kinder zu schützen und Wohn- und
Arbeitsbedingungen zu verbessern.“ Trotzdem können wir gerade in
protestantischen Länder den Missbrauch dieser Philosophie finden! Davon sollten
wir unbedingt lernen.
2 Professor Lennox beschreibt auch, wie extreme Atheisten
glauben, dass der Mensch nur durch Naturwissenschaft Wissen aneignen könne
(Hier bin ich nicht mehr ganz sicher, ob er von Naturwissenschaft sprach oder
generell vom Intellekt.). Lennox fragt zu Recht: Ist das wahr? Wir Menschen
haben von Gott neben dem Verstand auch noch andere Möglichkeiten erhalten…
PS: Ich hoffe,
ich gebe hier Professor Lennox korrekt wieder. Ich habe seinen Vortrag bis
jetzt nur einmal gehört. Ich gebe seine Gedanken aus dem Gedächtnis wieder. Am
besten ist es, wenn man seine Vorträge selber hört.
Samstag, 28. März 2015
Freier Wille und die Knechtschaft des Willens
Auf Seite 1209 in der Genferstudienbibel habe ich einen interessanten Gedanken gefunden:
Hier wird zwischen freien Handeln und freiem Willen unterschieden. Dazu steht:
"Freies Handeln ist ein Kennzeichen der Menschheit als solcher. Alle Menschen handeln frei in dem sinne, dass sie frei entscheiden, was sie tun werden, wobei sie das wählen, was ihnen zusagt, gemäss ihrem gewissen, ihren Neigungen und Gedanken. Sie sind im Blick auf ihre Entscheidungen Gott und dem Rest der Menschheit gegenüber verantwortlich."
Es wird beschrieben, dass in diesem Sinne Adam vor und nachher ein frei handelnder Mensch war. Auf ähnliche weise sind auch wir heutige Menschen frei handelnd. Und dies werden wir auch nach unserer Auferstehung aus den Toten sein (wenn wir uns dieser Gnade hingegeben haben, in diesem Leben hier.). Nur dann werden wir verherrlicht sein:
"Die verherrlichten Heiligen lebe nach ihrem Willen; aber sie sind in der Gnade gefestigt, und daher können sie nicht sündigen. Ihre Entscheidungen sind das Ergebnis des freien menschlichen Handelns, getroffen in Ueberenstimmung mit ihrer Wesensart, aber nun sind diese Entscheidungen gut und richtig. die Umwandlung ihrer Herzen ist vollständig vollzogen, und sie trachten danach, zu tun, was vor Gott recht ist."
Das wird cool sein.
"Der freie Wille wurde von Lehrern der Christenheit seit dem 2. Jahrhundert definiert als die Fähigkeit, in einer bestimmten Situation aus allen denkbaren moralischen Möglichkeiten auszuwählen. Augustinus lehrte, dass diese Fähigkeit durch den Sündenfall verlorengegangen sei. Dieser Verlust ist Teil der Last der Erbsünde. Seit dem Sündenfall ist unser Herz von Natur aus nicht mehr Gott zugeneigt; unsere Herzen sind an die Sünde gebunden und können aus dieser Sklaverei nur durch die Gnade der Wiedergeburt befreit werden. diese Auffassung vom freien Willen zeigt Paulus in Römer 6,16-23.
Nur ein Wille, der freigemacht wurde, ist in der Lage, freiwillig und aus ganzem Herzen die Gerechtigkeit zu wählen. Eine dauerhafte Liebe zur Gerechtigkeit, d.i. eine Hinwendung des Herzens zu dem Lebenswandel, der Gott gefällt, ist Teil der Freiheit, die christus schenkt (Johannes 8,34 - 36; Galather 5,1.13)
Hier sehen wir, dass die calvinistische Lehre des Freien Willens eng mit dem Verständnis der Wiedergeburt zusammenhängt: Nur durch die Wiedergeburt können wir frei werden. Ohne sie können wir zwar frei handeln, aber wir haben in eben definierten Sinn keinen freien Willen. Heute wird der freie Wille natürlich anders defniert und daher müsste man - wie es bereits Jonathan Edwards getan hat, vom freien Willen des Menschen sprechens, weil damit gemeint ist, dass der Mensch frei handelt. NUR zugleich muss man anführen, dass die Menschheit seit dem Sündenfall unter die Sünde versklavt ist. Damit weist sie eine gewisse Blindheit für die eigenen Sünden auf. Sünden anderer Menschen und anderer Nationen können üblicherweise besser erkannt werden (Es sei denn, man hat sein Gewissen so vernebelt, dass man Ungerechtigkeit als Gerechtigkeit erklärt.)
Nun gibt es Christen, die glauben, sie können aus eigener Kraft sich zur Gnade Gottes hinwenden. Der Grund liegt natürlich darin, dass sie es genau so erlebt haben: Sie haben aus innerster Ueberzeugung sich Jesus Christus als ihrem Herrn anvertraut. Sie haben Busse getan über ihre erkannten Sünden und wissen, dass Gott sie liebt, als Sünder. (Der Stolz und die Selbstliebe sucht natürlich auch dann noch nach irgendetwas in sich selber, damit Gott mich liebt. Aber dies muss auch Jesus hingelegt werden: Er liebt uns, als wir noch Sünder und Feinde Gottes waren. Und er liebt uns jetzt auch als Christen, nicht weil wir etwas Gutes tun, sondern weil er uns selbstlos liebt.)
Zurück aber zum Bekehrungserlebnis: Man gibt sich also ganz bewusst, mit ganzem Willen Gott hin. Vielleicht geschieht dies in einem Moment, vielleicht ist es aber auch ein fortschreitender Prozess über eine längere Zeit. Aber selbst jene, die konkret den Tag sagen können, werden zugeben, dass es danach noch weiter ging. Das besondere ist nun, und ich denke da trifft der Calvnismus oder auch die anderen Reformierten, Luther, Augustinus, Jonathan Edwards, George Whitefield und wie sie alle heissen mögen, den Nagel auf den Kopf: Die eigentliche Wiedergeburt schafft Gott selber. Durch diese Befreiung wollen wir dann Wollen! Dies bringen auch folgende zwei Verse zum Ausdruck:
"Allen denen aber, die ihn aufnahmen gab er Vollmacht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen namen glauben;
die nicht aus Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind." (Johannes 1,12+13) (2)
Hier wird klar gesagt: Wer Jesus Christus aufnimmt, bekommt die Vollmacht Gottes Kind zu werden. Es sind jene, die an Jesus Christus glauben, die zu Kindern Gottes werden.
Noch im gleichen Satz, im Vers 13 wird dann gesagt, dass dies nicht aus dem Willen des Fleisches, also nicht aus mit unseren menschlichen Möglichkeiten möglich ist. Wir können uns nicht aus eigener Kraft zu Kindern Gottes machen. Es wird noch deutlicher gesagt: Es ist eine Geburt aus Gott, die nicht aus dem Willen eines Mannes entstand. Es mögen Kinder auf diese Welt kommen, dessen Vater die Geburt nicht gewollt hat. Was er aber mit grösster Wahrscheinlichkeit wollte, war der Akt dazu. Bei Gott ist dies nicht so: Jedes Kind Gottes ist von ihm erwählt, auserwählt und gewollt!! Warum? Nicht weil dieses Kind besser wäre als andere, sondern weil er es liebt. Darum ist die Wiedergeburt ein Willensakt Gottes! Gott will!! Und darum schenkt er uns den Willen, dass wir unsere Sünden erkennen und die Barmherzigkeit Gottes für uns anerkennen wollen.
Somit ist die Idee, dass wir uns bekehren und Gott uns dann die Wiedergeburt schenkt, für uns Christen subjektiv wahr. Die biblische Botschaft zeigt uns aber, dass Gott uns schon zuvor etwas wichtiges schenkte: die Wiedergeburt, damit wir zu Jesus kommen wollten. Das ist die objektive Wahrheit! Und damit geben wir alle Ehre Gott. Hier ist dann kein Raum mehr für die selbstbetrügerische Idee einer Selbsterlösung. Es bleibt kein Ruhm für uns. Die Ehre und der Ruhm gehört alleine Gott. UND das macht mich wirklich frei! UND auch sicher: Denn Gott selber ist der Grund für meine Errettung. Und er wird das in mir vollbrachte Werk vollenden. Ihm allein kann ich dafür danken.
Natürlich habe ich in diesem Leben meine freie Entscheidungen, meine Verantwortung nun unter dem Licht der Bibel zu tätigen. Und hier wird es nun etwas schwieriger, als vor meiner Bekehrung. Denn nun wohnt der Dreieinige Gott in mir. Mein Geist ist nun willig das Gute zu tun. Aber mein Fleisch, d.h. meine menschlichen Möglichkeiten und der alte sündhafte Mensch, ist auch noch da. Luther meinte, er versuchte ihn zu ertränken, aber er kann schwimmen. Daher ist eben eine geistliche Kampfführung nun wichtig. Man könnte auch Heiligung sein. Es ist logisch, dass es sich hier nicht um ein sich gut machen handeln kann. Aber genau dies wird unser alter Mensch uns einreden wollen, damit er uns wieder in ein Leistungsdenken versklaven kann. Nein: In Jesus Christus habe ich alles. Da gibt es nichts mehr zu tun, Jesus hat alles getan. Dennoch bin ich verantwortlich und muss nun in meiner Freiheit in Christus bleiben. Dies beschreibt Paulus als sportlicher Wettkampf. Und zugleich musste er als - vermutlich - Choleriker (= stark willensfähig) auch zugeben, dass wenn er schwach ist, Gott stark ist. Wir sollen mit aller Kraft nach der Gnade, Barmherzigkeit und Heiligkeit streben. Aber dies beginnt nicht mit guten Werken, sondern mit dem Bleiben in Christus. Aus dieser Beziehung lernen wir uns selber immer besser kennen. Wir werden Busse über die erkannten Sünden tun und Gottes Vergebung dankbar annehmen. Dadurch bekommen wir Gott immer lieber und wir werden immer barmherziger. In dieser Haltung des Wissens um unseren Balken werden wir dann auch den Spriesser anderer ansprechen dürfen.
Wir sind also, ob Christen oder nicht Christen, alle frei handelnde Menschen, die für ihre Entscheidungen 100 % verantwortlich sind. Wir können also sicher sein, dass unsere Tendenz die Verantwortung anderer zuzuschreiben, vor Gott nicht akzeptiert wird. Eigentlich ist dies lächerlich und zeigt eine unreife. Menschen, die Verantwortung übernehmen und um Entschuldigung bitten können, sind da viel reifer.
Wahre Christen nun, werden auch für ihre besten Werke Busse tun, weil sie wissen, dass auch in ihren besten Taten noch Sünde enthalten ist:
"Weil kein Mensch auf Erden so gerecht ist, dass er Gutes tut, ohne zu sündigen," (Prediger 7,20)
Wer es nicht glaubt, hilft vielleicht dies:
""O Eitelkeit der Eitelkeiten! spricht der Prediger; alles ist eitel!" (Prediger 12,8)
Ich glaube Blaise Pascal sagte ebenfalls, dass alles Eitel sei. Und er, der dies sage, sage dies selber aus einer Eitelkeit heraus.
oder
"Es ist erstaunlich, das etwas, dass so offenbar ist, wie die Eitelkeit der Welt, so wenig bekannt ist, dass es befremdet und überrascht, wenn man sagt, es sei Torheit, ihre Auszeichnungen zu suchen."
"Es gibt nur zwei Arten von Menschen, die Gerechten, die sich für Sünder halten, und die Sünder, die sich für Gerechte halten."
"Wie wohl fühlt sich der Mensch, wenn er vom vergeblichen suchen des Heils im weltlichen Leben erschöpft, ermattet, seine Hände zu Gott ausstreckt."
Blaise Pascal hat als Römisch-Katholischer eine eindrückliche Wiedergeburt erlebt. Er hat es aufgeschrieben und in sein Morgenmantel genäht. Als Philosoph muss er genial sein. Sein Buch: "Denken" habe ich leider bis heute nicht gelesen. Auch als Naturwissenschaftler hat er einiges erreicht, darum messen wir den Luftdruck nach seinem Namen. Für seinen Papi erfand er die Rechenmaschine. Damit konnte der Vater als Steuereintreiber einfacher rechnen. Ich glaube heute wird er von Protestanten wie Römisch-Katholischen geschätzt. Zu seiner Zeit kamen aber, wenn es mir recht ist, einige seiner Schriften auf eine Liste, die der Pfarrer von Rom als Bücher verboten hatte. Blaise Pascal war ein Denker... (1) Und der Heilige Geist hat ihm mit der Wiedergeburt auch einen freien Blick auf die Sünde gegeben.
Anhang
(1) laut Wickipedia wurden die "Lettre provinciales" 1660 auf dem Scheiterhaufen vom Henker verbrand.
(2) Weitere Bibelstellen zu diesem Thema:
"Jesus antwortete und sprach zu ihnen: das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glabut, den er gesandt hat." (Johannes 6,29)
"Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, dass ihn der Vater zieht, der mich gesandt hat; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag." (Johannes 6,44: Darum ist unsere Fürbitte für andere so wichtig.)
"Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mri kommen; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstossen. (Johannes 6,37)
Interessant ist, dass heute im Vergleich zu früher ein viel schlechteres Selbstbewusstsein vorhanden ist. Vielleicht wird auch darum soviel über Selbstbewusstsein gesprochen. Auf jedenfall wird mir sehr oft gesagt, dass die Erwählung verunsichere, weil man sich fragt, ob man dazu gehören könne. Hier wird also die bedingungslose Annahme nicht direkt abgelehnt, sondern man schliesst sich davon aus. Dies könnte von einem Mangel an gesundem Selbstbewusstsein hindeuten. Oder ist es ein Mangel an Lehre, dass Jesus Sünder annimmt und was Sünde wirklich ist? Denn gerade wenn wir Sünder sind, gilt uns die Vergebung der Sünden. Es ist eine schlimme Verwirrung, wenn man sich von der Auserwählung ausschliesst. Vielmehr sollte diese Unsicherheit uns dazu antreiben, uns in die liebevolle Arme Jesu zu werfen. Denn wir können sicher sein, dass Jesus Sünder annimmt. Er hat ja dafür gelitten und ist dafür gestorben. Darum: Immer wenn eine solche "ver-rückte" Idee aufkommt, zu Jesus fliehen und daran denken, dass Jesus versprochen hat:
"Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt;" (Johannes 11,25)
Dabei dürfen wir bei aller Unsicherheit wissen: Gott ist es, der Rettet. Er ist unsere Sicherheit. Er macht es. Unsere Verantwortung ist es, auf ihn zu hoffen und zu trauen und in Christus zu bleiben. Aber selbst das, ist eine Frucht, die Gott selber wachsen lässt. Irgendwie so bringt man Gottes Allmacht und unsere Verantwortung in ein gesundes Verhältnis. Leider ist unser menschlicher Verstand zu klein, um es vollständig zu erfassen. Aber wir verstehen ja vieles nicht. Trotzdem können wir im praktischen Leben damit umgehen: Wie viele verstehen die Elektrizität nicht und können trotzdem das Licht an und ausschalten? Darum kann Jesus sagen:
"Wenn jemand seinen Willen tun will, wird er erkennen, ob diese Lehre, von Gott ist, oder ob ich aus mir selber rede. Wer aus sich selbst redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und keine Ungerechtigkeit ist in ihm." (Johannes 7,17-18)
Hier wird zwischen freien Handeln und freiem Willen unterschieden. Dazu steht:
"Freies Handeln ist ein Kennzeichen der Menschheit als solcher. Alle Menschen handeln frei in dem sinne, dass sie frei entscheiden, was sie tun werden, wobei sie das wählen, was ihnen zusagt, gemäss ihrem gewissen, ihren Neigungen und Gedanken. Sie sind im Blick auf ihre Entscheidungen Gott und dem Rest der Menschheit gegenüber verantwortlich."
Es wird beschrieben, dass in diesem Sinne Adam vor und nachher ein frei handelnder Mensch war. Auf ähnliche weise sind auch wir heutige Menschen frei handelnd. Und dies werden wir auch nach unserer Auferstehung aus den Toten sein (wenn wir uns dieser Gnade hingegeben haben, in diesem Leben hier.). Nur dann werden wir verherrlicht sein:
"Die verherrlichten Heiligen lebe nach ihrem Willen; aber sie sind in der Gnade gefestigt, und daher können sie nicht sündigen. Ihre Entscheidungen sind das Ergebnis des freien menschlichen Handelns, getroffen in Ueberenstimmung mit ihrer Wesensart, aber nun sind diese Entscheidungen gut und richtig. die Umwandlung ihrer Herzen ist vollständig vollzogen, und sie trachten danach, zu tun, was vor Gott recht ist."
Das wird cool sein.
"Der freie Wille wurde von Lehrern der Christenheit seit dem 2. Jahrhundert definiert als die Fähigkeit, in einer bestimmten Situation aus allen denkbaren moralischen Möglichkeiten auszuwählen. Augustinus lehrte, dass diese Fähigkeit durch den Sündenfall verlorengegangen sei. Dieser Verlust ist Teil der Last der Erbsünde. Seit dem Sündenfall ist unser Herz von Natur aus nicht mehr Gott zugeneigt; unsere Herzen sind an die Sünde gebunden und können aus dieser Sklaverei nur durch die Gnade der Wiedergeburt befreit werden. diese Auffassung vom freien Willen zeigt Paulus in Römer 6,16-23.
Nur ein Wille, der freigemacht wurde, ist in der Lage, freiwillig und aus ganzem Herzen die Gerechtigkeit zu wählen. Eine dauerhafte Liebe zur Gerechtigkeit, d.i. eine Hinwendung des Herzens zu dem Lebenswandel, der Gott gefällt, ist Teil der Freiheit, die christus schenkt (Johannes 8,34 - 36; Galather 5,1.13)
Hier sehen wir, dass die calvinistische Lehre des Freien Willens eng mit dem Verständnis der Wiedergeburt zusammenhängt: Nur durch die Wiedergeburt können wir frei werden. Ohne sie können wir zwar frei handeln, aber wir haben in eben definierten Sinn keinen freien Willen. Heute wird der freie Wille natürlich anders defniert und daher müsste man - wie es bereits Jonathan Edwards getan hat, vom freien Willen des Menschen sprechens, weil damit gemeint ist, dass der Mensch frei handelt. NUR zugleich muss man anführen, dass die Menschheit seit dem Sündenfall unter die Sünde versklavt ist. Damit weist sie eine gewisse Blindheit für die eigenen Sünden auf. Sünden anderer Menschen und anderer Nationen können üblicherweise besser erkannt werden (Es sei denn, man hat sein Gewissen so vernebelt, dass man Ungerechtigkeit als Gerechtigkeit erklärt.)
Nun gibt es Christen, die glauben, sie können aus eigener Kraft sich zur Gnade Gottes hinwenden. Der Grund liegt natürlich darin, dass sie es genau so erlebt haben: Sie haben aus innerster Ueberzeugung sich Jesus Christus als ihrem Herrn anvertraut. Sie haben Busse getan über ihre erkannten Sünden und wissen, dass Gott sie liebt, als Sünder. (Der Stolz und die Selbstliebe sucht natürlich auch dann noch nach irgendetwas in sich selber, damit Gott mich liebt. Aber dies muss auch Jesus hingelegt werden: Er liebt uns, als wir noch Sünder und Feinde Gottes waren. Und er liebt uns jetzt auch als Christen, nicht weil wir etwas Gutes tun, sondern weil er uns selbstlos liebt.)
Zurück aber zum Bekehrungserlebnis: Man gibt sich also ganz bewusst, mit ganzem Willen Gott hin. Vielleicht geschieht dies in einem Moment, vielleicht ist es aber auch ein fortschreitender Prozess über eine längere Zeit. Aber selbst jene, die konkret den Tag sagen können, werden zugeben, dass es danach noch weiter ging. Das besondere ist nun, und ich denke da trifft der Calvnismus oder auch die anderen Reformierten, Luther, Augustinus, Jonathan Edwards, George Whitefield und wie sie alle heissen mögen, den Nagel auf den Kopf: Die eigentliche Wiedergeburt schafft Gott selber. Durch diese Befreiung wollen wir dann Wollen! Dies bringen auch folgende zwei Verse zum Ausdruck:
"Allen denen aber, die ihn aufnahmen gab er Vollmacht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen namen glauben;
die nicht aus Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind." (Johannes 1,12+13) (2)
Hier wird klar gesagt: Wer Jesus Christus aufnimmt, bekommt die Vollmacht Gottes Kind zu werden. Es sind jene, die an Jesus Christus glauben, die zu Kindern Gottes werden.
Noch im gleichen Satz, im Vers 13 wird dann gesagt, dass dies nicht aus dem Willen des Fleisches, also nicht aus mit unseren menschlichen Möglichkeiten möglich ist. Wir können uns nicht aus eigener Kraft zu Kindern Gottes machen. Es wird noch deutlicher gesagt: Es ist eine Geburt aus Gott, die nicht aus dem Willen eines Mannes entstand. Es mögen Kinder auf diese Welt kommen, dessen Vater die Geburt nicht gewollt hat. Was er aber mit grösster Wahrscheinlichkeit wollte, war der Akt dazu. Bei Gott ist dies nicht so: Jedes Kind Gottes ist von ihm erwählt, auserwählt und gewollt!! Warum? Nicht weil dieses Kind besser wäre als andere, sondern weil er es liebt. Darum ist die Wiedergeburt ein Willensakt Gottes! Gott will!! Und darum schenkt er uns den Willen, dass wir unsere Sünden erkennen und die Barmherzigkeit Gottes für uns anerkennen wollen.
Somit ist die Idee, dass wir uns bekehren und Gott uns dann die Wiedergeburt schenkt, für uns Christen subjektiv wahr. Die biblische Botschaft zeigt uns aber, dass Gott uns schon zuvor etwas wichtiges schenkte: die Wiedergeburt, damit wir zu Jesus kommen wollten. Das ist die objektive Wahrheit! Und damit geben wir alle Ehre Gott. Hier ist dann kein Raum mehr für die selbstbetrügerische Idee einer Selbsterlösung. Es bleibt kein Ruhm für uns. Die Ehre und der Ruhm gehört alleine Gott. UND das macht mich wirklich frei! UND auch sicher: Denn Gott selber ist der Grund für meine Errettung. Und er wird das in mir vollbrachte Werk vollenden. Ihm allein kann ich dafür danken.
Natürlich habe ich in diesem Leben meine freie Entscheidungen, meine Verantwortung nun unter dem Licht der Bibel zu tätigen. Und hier wird es nun etwas schwieriger, als vor meiner Bekehrung. Denn nun wohnt der Dreieinige Gott in mir. Mein Geist ist nun willig das Gute zu tun. Aber mein Fleisch, d.h. meine menschlichen Möglichkeiten und der alte sündhafte Mensch, ist auch noch da. Luther meinte, er versuchte ihn zu ertränken, aber er kann schwimmen. Daher ist eben eine geistliche Kampfführung nun wichtig. Man könnte auch Heiligung sein. Es ist logisch, dass es sich hier nicht um ein sich gut machen handeln kann. Aber genau dies wird unser alter Mensch uns einreden wollen, damit er uns wieder in ein Leistungsdenken versklaven kann. Nein: In Jesus Christus habe ich alles. Da gibt es nichts mehr zu tun, Jesus hat alles getan. Dennoch bin ich verantwortlich und muss nun in meiner Freiheit in Christus bleiben. Dies beschreibt Paulus als sportlicher Wettkampf. Und zugleich musste er als - vermutlich - Choleriker (= stark willensfähig) auch zugeben, dass wenn er schwach ist, Gott stark ist. Wir sollen mit aller Kraft nach der Gnade, Barmherzigkeit und Heiligkeit streben. Aber dies beginnt nicht mit guten Werken, sondern mit dem Bleiben in Christus. Aus dieser Beziehung lernen wir uns selber immer besser kennen. Wir werden Busse über die erkannten Sünden tun und Gottes Vergebung dankbar annehmen. Dadurch bekommen wir Gott immer lieber und wir werden immer barmherziger. In dieser Haltung des Wissens um unseren Balken werden wir dann auch den Spriesser anderer ansprechen dürfen.
Wir sind also, ob Christen oder nicht Christen, alle frei handelnde Menschen, die für ihre Entscheidungen 100 % verantwortlich sind. Wir können also sicher sein, dass unsere Tendenz die Verantwortung anderer zuzuschreiben, vor Gott nicht akzeptiert wird. Eigentlich ist dies lächerlich und zeigt eine unreife. Menschen, die Verantwortung übernehmen und um Entschuldigung bitten können, sind da viel reifer.
Wahre Christen nun, werden auch für ihre besten Werke Busse tun, weil sie wissen, dass auch in ihren besten Taten noch Sünde enthalten ist:
"Weil kein Mensch auf Erden so gerecht ist, dass er Gutes tut, ohne zu sündigen," (Prediger 7,20)
Wer es nicht glaubt, hilft vielleicht dies:
""O Eitelkeit der Eitelkeiten! spricht der Prediger; alles ist eitel!" (Prediger 12,8)
Ich glaube Blaise Pascal sagte ebenfalls, dass alles Eitel sei. Und er, der dies sage, sage dies selber aus einer Eitelkeit heraus.
oder
"Es ist erstaunlich, das etwas, dass so offenbar ist, wie die Eitelkeit der Welt, so wenig bekannt ist, dass es befremdet und überrascht, wenn man sagt, es sei Torheit, ihre Auszeichnungen zu suchen."
"Es gibt nur zwei Arten von Menschen, die Gerechten, die sich für Sünder halten, und die Sünder, die sich für Gerechte halten."
"Wie wohl fühlt sich der Mensch, wenn er vom vergeblichen suchen des Heils im weltlichen Leben erschöpft, ermattet, seine Hände zu Gott ausstreckt."
Blaise Pascal hat als Römisch-Katholischer eine eindrückliche Wiedergeburt erlebt. Er hat es aufgeschrieben und in sein Morgenmantel genäht. Als Philosoph muss er genial sein. Sein Buch: "Denken" habe ich leider bis heute nicht gelesen. Auch als Naturwissenschaftler hat er einiges erreicht, darum messen wir den Luftdruck nach seinem Namen. Für seinen Papi erfand er die Rechenmaschine. Damit konnte der Vater als Steuereintreiber einfacher rechnen. Ich glaube heute wird er von Protestanten wie Römisch-Katholischen geschätzt. Zu seiner Zeit kamen aber, wenn es mir recht ist, einige seiner Schriften auf eine Liste, die der Pfarrer von Rom als Bücher verboten hatte. Blaise Pascal war ein Denker... (1) Und der Heilige Geist hat ihm mit der Wiedergeburt auch einen freien Blick auf die Sünde gegeben.
Anhang
(1) laut Wickipedia wurden die "Lettre provinciales" 1660 auf dem Scheiterhaufen vom Henker verbrand.
(2) Weitere Bibelstellen zu diesem Thema:
"Jesus antwortete und sprach zu ihnen: das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glabut, den er gesandt hat." (Johannes 6,29)
"Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, dass ihn der Vater zieht, der mich gesandt hat; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag." (Johannes 6,44: Darum ist unsere Fürbitte für andere so wichtig.)
"Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mri kommen; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstossen. (Johannes 6,37)
Interessant ist, dass heute im Vergleich zu früher ein viel schlechteres Selbstbewusstsein vorhanden ist. Vielleicht wird auch darum soviel über Selbstbewusstsein gesprochen. Auf jedenfall wird mir sehr oft gesagt, dass die Erwählung verunsichere, weil man sich fragt, ob man dazu gehören könne. Hier wird also die bedingungslose Annahme nicht direkt abgelehnt, sondern man schliesst sich davon aus. Dies könnte von einem Mangel an gesundem Selbstbewusstsein hindeuten. Oder ist es ein Mangel an Lehre, dass Jesus Sünder annimmt und was Sünde wirklich ist? Denn gerade wenn wir Sünder sind, gilt uns die Vergebung der Sünden. Es ist eine schlimme Verwirrung, wenn man sich von der Auserwählung ausschliesst. Vielmehr sollte diese Unsicherheit uns dazu antreiben, uns in die liebevolle Arme Jesu zu werfen. Denn wir können sicher sein, dass Jesus Sünder annimmt. Er hat ja dafür gelitten und ist dafür gestorben. Darum: Immer wenn eine solche "ver-rückte" Idee aufkommt, zu Jesus fliehen und daran denken, dass Jesus versprochen hat:
"Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt;" (Johannes 11,25)
Dabei dürfen wir bei aller Unsicherheit wissen: Gott ist es, der Rettet. Er ist unsere Sicherheit. Er macht es. Unsere Verantwortung ist es, auf ihn zu hoffen und zu trauen und in Christus zu bleiben. Aber selbst das, ist eine Frucht, die Gott selber wachsen lässt. Irgendwie so bringt man Gottes Allmacht und unsere Verantwortung in ein gesundes Verhältnis. Leider ist unser menschlicher Verstand zu klein, um es vollständig zu erfassen. Aber wir verstehen ja vieles nicht. Trotzdem können wir im praktischen Leben damit umgehen: Wie viele verstehen die Elektrizität nicht und können trotzdem das Licht an und ausschalten? Darum kann Jesus sagen:
"Wenn jemand seinen Willen tun will, wird er erkennen, ob diese Lehre, von Gott ist, oder ob ich aus mir selber rede. Wer aus sich selbst redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und keine Ungerechtigkeit ist in ihm." (Johannes 7,17-18)
Samstag, 21. März 2015
Die evangelische Kirche schrumpft nicht, sie implodiert.
"Die evangelische Kirche schrumpft nicht, sie implodiert. Annährend 80% evangelische Christen zählte man in Hamburg des Jahres 1970, in Schleswig-Holstein waren es fast 87%. Heute sind zwischen den Meeren noch 51% der Bürger evangelisch, in Hamburg weniger als 30%, unter den Schulkindern der Hansestadt gerade noch 16%."
von ideaSpektrum, Seite 18, zitiert aus "Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (13.3.) zur Entwicklung in der Nordkirche"
Traurig...
Interessant, ein weiteres Zitat aus der linken "tageszeitung" (taz), Berlin 14.3.:
"Gegen die Zerstörung der Umwelt hilft eben manchmal nur noch Beten. Oft sind Kirchengemeinden vor allem in Afrika und Lateinamerika die ersten Akteure, die gegen Waldzerstörung, Landraub oder Staudämme protestieren."
Ein weiteres Zitat, aus dem ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen):
"In Deutschland gab es schon im 19. Jahrhundert rund 50 Universitäten; das war der unschlagbare Vorteil der ansonsten eher nervigen Kleinstaaterei. Und weil damals an vielen protestantischen Schulen und Universitäten der Pietismus tonangebend war, der den Fleiss, die Pflicht und die Gründlichkeit hochhielt, hatte die Forschung eine ganz besondere Triebkraft. Auch deshalb gab es so viele Ingenieure, Tüftler und Erfinder, die die Welt mit ihren Erkenntnissen besser machen wollten. Aus Deutschland kamen damals entscheidende Schritte für die Medizin, die Chemie, die Biologie und bald auch für die Physik."
Der in Grossbritannien lebende australische Historiker Christopher Clark in der ZDV-Dokumentation "Die Deutschland-Saga" (15.3.)
Dies bestätigt die Aussagen von Herrn Mangalwadi aus Indien in seinem Buch: "Das Buch der Mitte". Ich habe am 7.3.15 und weiter zurück darüber geschrieben.
von ideaSpektrum, Seite 18, zitiert aus "Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (13.3.) zur Entwicklung in der Nordkirche"
Traurig...
Interessant, ein weiteres Zitat aus der linken "tageszeitung" (taz), Berlin 14.3.:
"Gegen die Zerstörung der Umwelt hilft eben manchmal nur noch Beten. Oft sind Kirchengemeinden vor allem in Afrika und Lateinamerika die ersten Akteure, die gegen Waldzerstörung, Landraub oder Staudämme protestieren."
Ein weiteres Zitat, aus dem ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen):
"In Deutschland gab es schon im 19. Jahrhundert rund 50 Universitäten; das war der unschlagbare Vorteil der ansonsten eher nervigen Kleinstaaterei. Und weil damals an vielen protestantischen Schulen und Universitäten der Pietismus tonangebend war, der den Fleiss, die Pflicht und die Gründlichkeit hochhielt, hatte die Forschung eine ganz besondere Triebkraft. Auch deshalb gab es so viele Ingenieure, Tüftler und Erfinder, die die Welt mit ihren Erkenntnissen besser machen wollten. Aus Deutschland kamen damals entscheidende Schritte für die Medizin, die Chemie, die Biologie und bald auch für die Physik."
Der in Grossbritannien lebende australische Historiker Christopher Clark in der ZDV-Dokumentation "Die Deutschland-Saga" (15.3.)
Dies bestätigt die Aussagen von Herrn Mangalwadi aus Indien in seinem Buch: "Das Buch der Mitte". Ich habe am 7.3.15 und weiter zurück darüber geschrieben.
1. Das Wesen der Gnade - George Whitefield Zudem: 2. Sein Leben von John Piper
Das Wesen der Gnade - George Whitefield
Eine Predigt für eine christliche Gesellschaft. Er Predigt vor Reformierten, in einem reformierten Land, nämlich Schottland. Es hören also Menschen zu die regelmässig zum Gottesdienst gehen und das Abendmahl einnehmen und getauft sind. Es sind Calvinisten. Whitefield hinterfragt in dieser Predigt ihren Glauben. Dabei hält er fest, das an die Existenz von Gott und Jesus Christus, an die Dreieinigkeit und alle rechtgläubigen Ueberzeugungen zu glauben nicht ausreicht, um wirklich Christ zu sein und in den Frieden Gottes einzugehen. Auch der Teufel ist überzeugt, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist und zittert unter diesem Namen. (Ich hörte von einem heute lebenden Okkultisten, der dies bestätigte. Allerdings sagten die gefallenen Geister ihm nicht, dass die Herrschaft Christi in die Freiheit führt. Letztendlich wollten die Dämonen ihn weiterhin in seinem Unglück versklaven. Und klingt nicht auch bei uns dieses Misstrauen gegen Gott an, dass er es nicht wirklich gut mit uns meine? So kam die Erbsünde durch Adam auf uns und wir sind zutiefst von diesem Misstrauen geprägt. Zudem sehen wir auf dieser Welt immer wieder den Missbrauch von Macht. So haben wir Mühe zu glauben, dass die höchste Persönlichkeit der Welt, nicht so ist. Wir haben Mühe zu verstehen, dass Gott wirklich Liebe ist und sich aus dieser Liebe auch für mich demütigt, um mir Gutes zu tun. Diese Wahrheit kann sogar weh tun, weil sie unser Selbstverständnis umkehrt.)
Wir müssen wirklich glauben, dabei geht er soweit, dass er sogar sagt, wir müssen es spüren, dass wir Sünder sind. Das wir - im Massstab Gottes - nichts anderes tun, als sündigen. Wir können uns nicht selber retten. Wir können uns nicht selber gut machen - im Sinne von Gottes Massstab. Daher müssen wir zu Jesus Christus gehen und seine Vergebung erfahren.
Und sobald wir dies erfahren haben, wird unser verdorbenes Herz wieder versuchen den Werk-Bund zu erfüllen. Damit meint er, dass wir trotz erfahrener Gnade uns nun wieder selber gut machen wollen. Nachdem wir die Gnade Gottes erfahren haben, glauben wir uns anstrengen zu müssen, um uns gut zu machen, anstelle im Gnaden-Bund zu bleiben! So schlimm sind wir dran. Er nennt das die schlimmste Sünde: Unglauben. Wir vertrauen nicht wirklich Jesus Christus. Wir leben nicht im Frieden Gottes und akzeptieren Gottes Leistung nicht, sondern wir wollen selber leisten.
Und ist es nicht wirklich schlimm: Jesus Christus stirbt einen schrecklichen Tod, damit meine Sünden vergeben sind, und ich weiss nichts besseres zu tun, als mit meinem Verhalten zu sagen: In Worten gebe ich Gott recht. Aber ich kann es schon selber. Du hättest nicht ans Kreuz gehen müssen. Das klingt oft auch sehr edel. Tatsächlich ist es ein Schlag in das Gesicht von Gott. Unser Leistungsdenken hat uns verführt. Wir sollen im Frieden Gottes bleiben, wenn wir ihn erhalten haben. Dann werden - darauf geht Whitefield zwar nicht gross ein - aber dann wird Gott in uns die guten Früchte wachsen lassen:
"Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung." Galater 6,22 Wenn wir dies aus eigener Kraft wirken wollen, gibt es nur ein Geknorz.
Mich hat die Predigt tief berührt. Vielleicht ist es gefährlich von ihm zu behaupten, man müsse es spüren, man müsse wirklich traurig über unseren Zustand sein. Denn dies könnte uns verführen, uns auf den Grad unserer Reue festzulegen. Ich jedenfalls traue hier einfach auf Gott und weiss, dass ich nicht genügend Reue habe. Aber auch dies darf ich Jesus bringen und ich traue darauf, dass Jesus auch dafür gestorben ist. Zudem erlebe ich immer wieder Momente dieser heiligen Reue, die mir so gut tun, weil ich weiss, dass ich gleichzeitig die Vergebung des Allmächtigen habe.
Hier liest jemand diese Predigt von George Whitefield (wobei er über noch vieles andere spricht: u.a.: Die Selbstgerechtigkeit ist der letzte Götze, der ein Bekehrter überwinden muss.):
https://www.youtube.com/watch?v=87jdvug1B44
2. Ueber das Leben von George Whitefield hat John Piper auf folgender Homepage gesprochen, inkl. Manuskript:
http://www.desiringgod.org/biographies/i-will-not-be-a-velvet-mouthed-preacher
Hier kann man John Piper sogar bei seinem Vortrag ansehen:
John Piper geht darauf ein, das George Whitefield ein ausergewöhnliches Wirken hatte: Er predigte mehr, als er schlief.
Hier einige Zitate von George Whitefield:
"Alle Wahrheiten, die nicht Heiligkeit und Liebe erzeugen, sind nutzlos. Sie mögen an der Oberfläche des Verständisses schwimmen, aber sie nutzen alle nichts, wenn sie nicht das Herz verändern."
"Wenn andere davon reden und sich dessen rühmen mögen, dass in ihnen etwas gewesen sei, das sie der Errettung würdig gemacht habe, so kann ich in mir nichts anderes sehen, als dass ich gänzlich geeignet und passend bin, verdammt zu werden."
Als ich vor Jahren einen Vortrag über George Whitfield zusammenstelle, schloss ich die Power-Point-Präsentation mit diesen Worten:
Eine Predigt für eine christliche Gesellschaft. Er Predigt vor Reformierten, in einem reformierten Land, nämlich Schottland. Es hören also Menschen zu die regelmässig zum Gottesdienst gehen und das Abendmahl einnehmen und getauft sind. Es sind Calvinisten. Whitefield hinterfragt in dieser Predigt ihren Glauben. Dabei hält er fest, das an die Existenz von Gott und Jesus Christus, an die Dreieinigkeit und alle rechtgläubigen Ueberzeugungen zu glauben nicht ausreicht, um wirklich Christ zu sein und in den Frieden Gottes einzugehen. Auch der Teufel ist überzeugt, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist und zittert unter diesem Namen. (Ich hörte von einem heute lebenden Okkultisten, der dies bestätigte. Allerdings sagten die gefallenen Geister ihm nicht, dass die Herrschaft Christi in die Freiheit führt. Letztendlich wollten die Dämonen ihn weiterhin in seinem Unglück versklaven. Und klingt nicht auch bei uns dieses Misstrauen gegen Gott an, dass er es nicht wirklich gut mit uns meine? So kam die Erbsünde durch Adam auf uns und wir sind zutiefst von diesem Misstrauen geprägt. Zudem sehen wir auf dieser Welt immer wieder den Missbrauch von Macht. So haben wir Mühe zu glauben, dass die höchste Persönlichkeit der Welt, nicht so ist. Wir haben Mühe zu verstehen, dass Gott wirklich Liebe ist und sich aus dieser Liebe auch für mich demütigt, um mir Gutes zu tun. Diese Wahrheit kann sogar weh tun, weil sie unser Selbstverständnis umkehrt.)
Wir müssen wirklich glauben, dabei geht er soweit, dass er sogar sagt, wir müssen es spüren, dass wir Sünder sind. Das wir - im Massstab Gottes - nichts anderes tun, als sündigen. Wir können uns nicht selber retten. Wir können uns nicht selber gut machen - im Sinne von Gottes Massstab. Daher müssen wir zu Jesus Christus gehen und seine Vergebung erfahren.
Und sobald wir dies erfahren haben, wird unser verdorbenes Herz wieder versuchen den Werk-Bund zu erfüllen. Damit meint er, dass wir trotz erfahrener Gnade uns nun wieder selber gut machen wollen. Nachdem wir die Gnade Gottes erfahren haben, glauben wir uns anstrengen zu müssen, um uns gut zu machen, anstelle im Gnaden-Bund zu bleiben! So schlimm sind wir dran. Er nennt das die schlimmste Sünde: Unglauben. Wir vertrauen nicht wirklich Jesus Christus. Wir leben nicht im Frieden Gottes und akzeptieren Gottes Leistung nicht, sondern wir wollen selber leisten.
Und ist es nicht wirklich schlimm: Jesus Christus stirbt einen schrecklichen Tod, damit meine Sünden vergeben sind, und ich weiss nichts besseres zu tun, als mit meinem Verhalten zu sagen: In Worten gebe ich Gott recht. Aber ich kann es schon selber. Du hättest nicht ans Kreuz gehen müssen. Das klingt oft auch sehr edel. Tatsächlich ist es ein Schlag in das Gesicht von Gott. Unser Leistungsdenken hat uns verführt. Wir sollen im Frieden Gottes bleiben, wenn wir ihn erhalten haben. Dann werden - darauf geht Whitefield zwar nicht gross ein - aber dann wird Gott in uns die guten Früchte wachsen lassen:
"Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung." Galater 6,22 Wenn wir dies aus eigener Kraft wirken wollen, gibt es nur ein Geknorz.
Mich hat die Predigt tief berührt. Vielleicht ist es gefährlich von ihm zu behaupten, man müsse es spüren, man müsse wirklich traurig über unseren Zustand sein. Denn dies könnte uns verführen, uns auf den Grad unserer Reue festzulegen. Ich jedenfalls traue hier einfach auf Gott und weiss, dass ich nicht genügend Reue habe. Aber auch dies darf ich Jesus bringen und ich traue darauf, dass Jesus auch dafür gestorben ist. Zudem erlebe ich immer wieder Momente dieser heiligen Reue, die mir so gut tun, weil ich weiss, dass ich gleichzeitig die Vergebung des Allmächtigen habe.
Hier liest jemand diese Predigt von George Whitefield (wobei er über noch vieles andere spricht: u.a.: Die Selbstgerechtigkeit ist der letzte Götze, der ein Bekehrter überwinden muss.):
https://www.youtube.com/watch?v=87jdvug1B44
2. Ueber das Leben von George Whitefield hat John Piper auf folgender Homepage gesprochen, inkl. Manuskript:
http://www.desiringgod.org/biographies/i-will-not-be-a-velvet-mouthed-preacher
Hier kann man John Piper sogar bei seinem Vortrag ansehen:
John Piper geht darauf ein, das George Whitefield ein ausergewöhnliches Wirken hatte: Er predigte mehr, als er schlief.
Hier einige Zitate von George Whitefield:
"Alle Wahrheiten, die nicht Heiligkeit und Liebe erzeugen, sind nutzlos. Sie mögen an der Oberfläche des Verständisses schwimmen, aber sie nutzen alle nichts, wenn sie nicht das Herz verändern."
"Wenn andere davon reden und sich dessen rühmen mögen, dass in ihnen etwas gewesen sei, das sie der Errettung würdig gemacht habe, so kann ich in mir nichts anderes sehen, als dass ich gänzlich geeignet und passend bin, verdammt zu werden."
Als ich vor Jahren einen Vortrag über George Whitfield zusammenstelle, schloss ich die Power-Point-Präsentation mit diesen Worten:
¨Liebe
Freunde, leider muss ich Euch die Wahrheit sagen:
¨In
mir und in Euch stecken nicht nur gute Gedanken. Hier in meinem Herzen
verborgen liegt der Grund für Tod und Feindschaft, Hass und Neid, Hochmut und
Lieblosigkeit.
¨Ein
Philosoph sagte, wir Menschen seien Wölfe.
¨Und
Jesus Christus hat versprochen, dass er uns dieses Herz ändern will.
¨Anstelle
eines steinernes, will er uns ein warmes, durchblutetes Herz geben.
¨Dann
sendet uns Jesus Christus wie Schafe unter Wölfe.
¨In
Christus vergibt uns Gott diese Schuld, diese Sünden.
¨In
Christus werden wir gereinigt und gewaschen.
¨Allein
aus seiner Liebe zu uns, hat er uns dazu erwählt. Sobald wir aber aus uns
selber Leben wollen, fallen wir in unseren Egoismus zurück. Denn aus eigener
Kraft kommt der Wolf, dass Tier wieder zum Vorschein.
¨Weil
die Menschheit gefangen ist von der Sünde, sind wir versklavt und verkauft
unter die Sünde. Darum musste Jesus Christus ans Kreuz gehen, um uns davon frei
zu kaufen.
¨Jesus
selber vergleicht sein Opfer (s. Johannesevangelium 3,11) mit der Schlange, die
damals Mose an der Stange erhöht hat. Und jeder der sie anschaute wurde
gerettet.
¨«… so
muss auch der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der glaubt, in ihm das
ewige Leben hat. (Johannes 3,14b -15)
Abonnieren
Posts (Atom)
